Alles zur WM 2018 in Russland

Beitragvon Alex76 » 21.02.2019, 10:45


I. Ausblick auf den Handball in den nächsten Jahren

Von Dänemark lernen, heißt…


… siegen lernen. Die dänische Mannschaft setzte sich im Finale gegen Norwegen mit 31:22 durch. Deutschland verlor knapp im Spiel um den 3. Platz gegen den Ex-Weltmeister Frankreich mit 25:26. Keine Medaille für Deutschland. Dafür überwog die begeisternde Atmosphäre in Berlin, Köln, Hamburg und München. Und so ein bisserl kann man es den Dänen auch gönnen.

Handball im TV

Nach dem Gewinn der Handballeuropameisterschaft 2016 verhalf die in diesem Jahr gemeinsam mit Dänemark ausgetragene Weltmeisterschaft zu neuer Begeisterung für einen dynamischen Sport.

Bereits im Vorfeld sorgte die Sicherung der Übertragung im öffentlichen Fernsehen für Erleichterung bei Verband und Zuschauern. Und darüber hinaus sicherten sich die beiden Sender in Verhandlungen mit der Sportmarketingagentur Lagardère Sports gleich ein Mega-Paket. Denn neben der WM 2019 enthält die Vereinbarung auch die TV-Rechte an den Weltmeisterschaften 2021, 2023 und 2025. Zusätzlich werden die Europameisterschaften 2020, 2022 und die in Deutschland stattfindende EM 2024 von ARD und ZDF übertragen. Handballherz was willst du mehr?

So ein bisserl Platz ist noch vorhanden für Olympische Spiele. So auch in Tokio 2020. Zunächst steht aber das Qualifikationsturnier für besagte Veranstaltung an. Die Bewerbung für die Austragung des olympischen Qualifikationsturniers in Deutschland ist in der Schublade des DHB.

Stand out! Oder einfach Herausragend!

Wer waren die prägenden Spieler des Turniers? Das All-Star-Team der WM wurde vom Weltverband IHF gewählt und besteht aus folgenden Spielern: Niklas Landin (Tor, Dänemark), Magnus Jöndal (Linksaußen, Norwegen), Sander Sagosen (Rückraum links, Norwegen), Rasmus Lauge (Rückraum Mitte, Dänemark), Fabian Wiede (Rückraum rechts, Deutschland), Ferran Sole (Rechtsaußen, Spanien) und Bjarte Myrhol (Kreis, Norwegen). Als bester Spieler des Turnieres wurde Mikkel Hansen aus Dänemark ausgezeichnet.

Interessant war der Blick auf die jungen Wilden aus Spanien und Frankreich. In Kielce trainiert der ehemalige Welthandballer Talant Dujshebaev seine beiden Söhne Alex (26 Jahre) und Daniel (21 Jahre), die für die spanische Nationalmannschaft antreten dürfen. Auch Frankreich besitzt junge Spieler mit Perspektive. So ist vielen Handballfans der Name Richardson ein Begriff. Jackson Richardson war 1995 Welthandballer und spielte in Großwallstadt sowie kurze Zeit bei den Rhein Neckar Löwen. Sein Sohn Melvyn (22 Jahre) erinnert an den berühmten Vater. Zusammen mit Dika Mem (21 Jahre), Romain Lagarde (21 Jahre) und Ludovic Fabregas (22 Jahre) sieht die Zukunft für den französischen Handball rosig aus.

DHB-Nachwuchs in den Handballwindeln

Wie kann der Handballboom für den Nachwuchs auch in Zukunft genutzt werden? Es geht nicht darum den Fußball zu verdrängen. Holt oin bisserl ärgern. Die Herren des DFB haben es verdient. Wie erfolgreiche Jugendarbeit aussehen kann, zeigt der Blick nach Frankreich. Der deutsche Weltmeister von 2007 Dominik Klein hat dort gespielt und vergleicht:

„Das sind zwei unterschiedliche Systeme: In Frankreich ist das mehr zentralisiert. Die jungen Spieler, die das Talent haben, kommen früh zusammen. Sie trainieren unter der Woche schon sechs oder sieben Mal, das ist auch alles angepasst an die Schule. Am Wochenende spielen sie dann wieder in ihren eigenen Vereinen. Dieses Bewusstsein gibt es in Deutschland noch nicht. Es geht auch immer um die Ausbildung der Trainer. Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein Verein wie Nantes, bei dem ich gespielt habe, hat sechs festangestellte Jugendtrainer. Suchen Sie sich in Deutschland mal einen Verein, bei dem man diese Konstellation findet. Das wird man kaum finanziert bekommen. In Frankreich steckt auch der Staat dahinter. Das sind häufig Anstellungen, die von der Gemeinde oder der Stadt finanziert werden. Da gilt es in Deutschland, Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um für unsere Talente besser ausgebildete Trainer zu bekommen.“

Mei. Persönlich kann ich mich an früher erinnern und da war die Liebe zum Ball schon immer vorhanden. Ich kannte es von meinem Heimatverein, dass da eine tolle Trainerpersönlichkeit bereits die Kloinen und die ganz Kloinen Spuiler im Griff hatte. Das Spiel mit dem Ball und die altersgerechte Handhabe standen im Fokus. Damals trainierten und spielten Mädels und Jungen zusammen. Später trennten sich die Wege in zwei Mannschaften. Wir Jungs trainierten häufig zusammen mit einer etwas älteren Mädchenmannschaft.

Die Liebe zum Handball begleitete mich dann auch in der Schulzeit bis in weite Teile des Studiums. Wahrscheinlich hätte ich mich auch an ein höheres Level problemlos anpassen können. Wir hatten aber eine Mannschaft die mit den alltäglichen Problemen des Mannschaftssports konfrontiert war. Häufig waren nur 6 bis 10 Spieler im Training, so dass meist mehr Fußball als Handball gespielt ewurde. ;-)

Häufig fehlen den Vereinen auch schlicht Hallen(-zeiten), um eine erfolgreiche Jugendarbeit zu betreiben. Für jeden Verein, der eine Mannschaft abmelden muss, ist es schade, da auch bei der Jugend gerade die Derbys einen hohen Stellenwert haben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in der heutigen Zeit die Spielkonsole einen größeren Einfluss auf das Tagesprogramm hat als aktiver Sport. Was sehr schade ist. Handball und Schule passt perspektivisch sehr gut, auch für diejenigen die ohne fußballerisches Talent ausgestattet sind.

Jetzt noch bewerben für den dsj-Zukunftspreis…

„…Ein regelmäßiges Bewegungsangebot, bei dem ganz nebenbei auch Dinge wie Fairness, Respekt vor anderen, Verantwortungsübernahme, Selbstvertrauen oder der Umgang mit Sieg und Niederlage vermittelt werden, kann zu einer positiven Entwicklung von Kindern beitragen..."
https://www.lsb-rlp.de/medien/pressemit ... unftspreis

Nordsüdgefälle! Bundesliga Nord vs. Bundesliga Süd?!

Neben Bundesliga, Pokal, Europapokal und der Weltmeisterschaft ist das anstehende Qualifikationsturnier ein weiteres Turnier welches die Belastung für die Nationalspieler erhöht.
http://www.kicker.de/news/handball/star ... stung.html

Wie kann man den derzeitigen Modus anpassen, um die physische und mentale Belastung zu reduzieren? Spontan fällt einem die derzeitige Bundesliga bestehend aus 18 Mannschaften ein.

Die 1. Bundesliga ist bestückt mit vielen Traditionsvereinen, die auch viele Meisterschaften errungen haben. International gilt die 1.Bundesliga als die beste Liga der Welt. Aber auch in der 2.Bundesliga sind große namhafte Traditionsvereinen vertreten, wie z.B. TV Großwallstadt, TUSEM Essen, HSV Handball oder TuS N-Lübbecke.

Andere europäische Ligen sind wesentlich unausgeglichener als die 1.Bundesliga, was allerdings im internationalen Wettbewerb von Vorteil sein kann, da die Belastung und der Stress geringer sind. Aktuell stehen Paris St. Germain und der FC Barcelona in den Championsleaguegruppen jeweils an erster Stelle. Recht souverän. Die beiden deutschen Vertreter Rhein Neckar Löwen und SG Flensburg belegen die Positionen drei und vier.


II. Fußball und Kultur= Fußballkultur

So ein bisserl Kultur für die Allgemeinbildung. Man kann es ja mal sportlich sehen!

Besuch des Schuhmuseums in Hauenstein: Ausstellung Horst Eckel! Verlängert bis zum 1.Mai!

Versteckt im Pfälzer Wald liegt der Kurort Hauenstein mit ca. 4.000 Einwohnern. Das Museum zeigt einen einzigartigen Blick auf die Schuh- und Industriekultur Deutschlands ab 1740 bis in die heutige Zeit. Sehr interessant um die damalige Zeit aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Das Museum lädt zum Verweilen ein. Nebst Horst Eckel-Ausstellung hat der Sportbund Pfalz Schuhe von großen Sportlern ausgestellt und gewährt einen Blick in die Geschichte der pfälzischen Sportler. Ein Besuch zum Erkunden ist absolut empfehlenswert. An dieser Stelle nachträglich einen Herzlichen Glückwunsch an Horst Eckel zum Geburtstag.

Die Horst Eckel Ausstellung ist verlängert bis zum 1.Mai. Vom 13. April - 28. Juli 2019 findet eine Sonderausstellung zum 70. Geburtstag der BRD statt: Zeitgeist der BRD!
http://www.museum-hauenstein.de/schuh_museum/

Kulturdenkmäler: Fritz-Walter-Haus in Enkenbach-Alsenborn

Fährt man durch Enkenbach Alsenborn fällt einem das Schild Fritz-Walter-Haus auf. Vor längerem stand ich leider vor verschlossenem Tor, so dass ich das Fritz-Walter-Haus nicht besuchen konnte. Nur wenige Fußballspieler haben eine höhere bundesweite Bedeutung wie Fritz Walter. Neben seinen sportlich fußballerischen Leistungen war Fritz Walter ein menschliches Vorbild für die Nachkriegsgenerationen.

Umso erfreulicher dann die Nachricht über die abgesagte Versteigerung des Nachlasses von Fritz Walter. Auch wenn einige Bestandspositionen eventuell geringfügig sind, so beherbergt der Nachlass doch in seiner Gesamtheit einen kulturellen Schatz.

Fritz Walter stand als Kapitän und verlängerter Arm von Sepp Herberger 1954 auf dem Rasen des Berner Wankdorfstadions gegen die hoch favorisierte ungarische Nationalmannschaft. Schon 1952 errang die Mannschaft um Ferenc Puskás die olympische Goldmedaille in Finnland. Ab dem 14. Mai 1950 bis hin zum WM-Finale am 4. Juli 1954 im Wankdorf-Stadion in Bern verlor diese Mannschaft in 32 Pflichtspielen keine einzige Partie. Nach dem deutschen Halbfinalerfolg gegen Österreich und dem ungarischen Sieg gegen Uruguay standen folgende Spieler auf dem Platz:

Toni Turek – Josef Posipal, Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer – Karl Mai, Horst Eckel – Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer
Trainer: Sepp Herberger

Gyula Grosics – Jenő Buzánszky, Gyula Lóránt, Mihály Lantos – József Bozsik, József Zakariás – Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti, Ferenc Puskás , Zoltán Czibor, Mihály Tóth
Trainer: Gusztáv Sebes

Vor 62.500 Zuschauern entwickelte sich im Berner Wankdorf-Stadion ein spannendes Spiel, bei dem die deutsche Mannschaft nach Toren von Puskás und Czibor bereits mit 0:2 zurücklag. Nicht viel sprach für die Herberger-Elf. Morlock und Rahn konnten egalisieren, ehe dann die berühmte Radiostimme von Herbert Zimmermann den Siegtreffer in der 84. Minute einleitete:

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wa nkt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht [sic!] aus. Wie könnten sie auch – eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ …

Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 für einen emotionalen Schub, die deutsche Mannschaft wurde von zehntausenden jubelnden Menschen bei ihrer Rückfahrt entlang der Bahnstrecke gefeiert. Für viele Deutsche errang das „Wunder von Bern“ Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit. Von daher ist das Ereignis nicht zu unterschätzen, wenn man an das deutsche Wirtschaftswunder unter Ludwig Erhard in den 1950er und 1960er Jahre denkt.

Besuch des Auswärtsspiels in Münster:

Reger Besuch im altehrwürdigen Preussen-Stadion. Mehr als 10.000 Zuschauer besuchten das zweite Spiel des 1.FC Kaiserslautern in Münster seit Gründung der Fußballbundesliga.

Was kann man in Münster alles erkunden? Bekannt ist Münster für eine sehr schöne Altstadt mit historischen Bauten. Bundesweit ist das Verkehrskonzept mit zahlreichen Radwegen vorbildhaft.

Herausragend ist das historische Rathaus mit Friedenssaal. Im Friedenssaal beendete der Westfälische Frieden den 30jährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 Europa in Atem hielt. Bereits 1643 wurde der Frieden mit einem fünf Jahre währenden Kongress aller Kriegsparteien sowohl in Münster als auch im benachbarten Osnabrück initiiert. Es war der erste internationale Kongress, auf dem nahezu alle großen europäischen Mächte vertreten waren.

Dabei wurde in Münster der Münstersche Friedensvertrag zwischen dem Kaiser und Frankreich geschlossen. Der Osnabrücker Friedensvertrag beinhaltete einerseits Kaiser und Reich, auf der anderen Seite Schweden. Am 24. Oktober 1648 wurden in Münster und Osnabrück die Verträge von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich bzw. Königin Christina von Schweden unterzeichnet.

In einem separaten Friedensexekutionskongress sollten die Einzelheiten für eine vertragliche Friedensordnung verhandelt werden. Zwischen April 1649 und Juli 1650 fanden diese in Nürnberg statt (Nürnberger Exekutionstag).

Die Ursachen für den 30jährigen Krieg sind recht komplex und begannen mit dem Ständeaufstand in Böhmen, der eine Folge der religiösen, wirtschaftlichen und politischen Krise in Mitteleuropa zu Beginn des 17. Jahrhunderts war. Der Westphälische Frieden trug zur gesamteuropäischen Stabilität bei. Spätere Friedensschlüsse sollten sich an ihm orientierten.

Trotz Niederlage im Gepäck ging es mit neuen Eindrücken nach Hause.



Beitragvon Alex76 » 10.04.2019, 21:57


Bereits an anderer Stelle schon beschrieben, so ist der Klimawandel eine ernste Bedrohung für das Leben der Menschheit. Natürlich auch für Fauna und Flora. Ob nun Gletscherschmelze in den Alpen oder Rhein mit sinkendem Wasserpegel. Die Reduktion der CO2-Werte ist daher essentiell wichtig für die nächsten Generationen, um dem wissenschaftlich belegten Klimawandel zu stoppen. Nicht nur in Deutschland sondern überall auf dem Kontinent.

Die Sehnsucht nach den 1950er Jahren vielleicht bei dem ein oder anderem immer noch vorhanden. Damals als das Wirtschaftswachstum Deutschland zwar in den Bann zog und die Schornsteine sich über den Kontinent verteilten. Aber die Alpen noch mit schneebedeckten Gletschern überzogen waren. Dazu Sommermonate, die nicht von immer weiter steigenden Rekordtemperaturen geprägt waren.

Heuer ist die europäische Wirtschaft „wohl gefühlt“ nachhaltiger (mit Optimierungspotential). Zumindest wenn man sich auf einen grüneren Strukturwandel einigt: Mit einer effektiveren Energiepolitik bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.

Der Klimawandel kennt keine Grenzen. Ob Antarktis, Himalaya oder die Anden in Peru. Jeder ist betroffen. Bei steigender Bevölkerungszahl (z.B. Chinesen) und industriellem Wachstum (ebenso China).

Daher auch nochmals erwähnenswert, dass bei der Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark Werbung für ein Umdenken in der Klimastrategie gemacht wurde. Ein Verband mit vielen Mitgliedern, ähnlich wie beim DFB, hat das Potential um gewaltige Veränderungsprozesse zu initiieren und zu begleiten. Seelisch und Moralisch. Von oben nach unten! Oder von unten nach oben!

III. Appel an die Einhaltung der Ziele für nachhaltige Entwicklung 2015-2030 der Vereinten Nationen (UN):

Während der Weltmeisterschaft in München öfters angeklungen: den Blick auf die Agendapunkte 6 und 13 zu richten. Wos ist gemeint? Hier geht es um die Wasserversorgung und den Klimaschutz.

Agenda 6: Wasser und Sanitärversorgung für alle – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Agenda 13: Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen

Recht vernünftig was man 2012 auf der Rio+20-Konferenz beschlossen hat.

Am Tag vor dem Endspiel um die Handballweltmeisterschaft konnte die Kohlekommission einen Abschlussbericht vorlegen: „Es ist geschafft!“

Weißer Rauch über der Kohlekommission. Ein Ausstiegskonzept für die Braunkohle passt leider nicht auf einen Bierdeckel. Letztlich verfasste die Kohlekommission - bestehend aus Industrie, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Wissenschaften und Politik – einen 336 Seiten langen Bericht. Ziele waren die Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Joberhalt in Einklang zu bringen.

Waren es Ende 2017 mehr als 42,6 Gigawatt Kohlekraft am Markt, so sollen bis 2022 12,5 GW vom Netz gehen. Bis 2030 werden höchstens 17 GW am Markt sein. Bevor dann 2038 der komplette Ausstieg eingeläutet wird.

Der Bund wird mehr als 40 Mrd. € für den Strukturausgleich zahlen! Zusätzliche 32 Mrd. € gehen an die Verbraucher zur Kompensation der Strompreiserhöhung. Es bleibt abzuwarten wie sich die deutsche Energielösung auf die europäischen Nachbarstaaten auswirkt.
https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 13460.html

Auch immer mehr Jugendliche interessieren sich für die Folgen des Klimawandels. So startete Greta Thumberg, eine 16jährige Umweltaktivistin, ihre Aktion „Schulstreiks für das Klima“ am 20.08.2018. Mittlerweile handelt es sich um eine globale Bewegung, die unter dem Namen „Fridays for Future“ auch deutsche Schüler zum Protest bewegt.

IV. Deutschland, Europa und die EU! Irgendwie very very British!

Zahlreiche Debatten in Groß Britannien fanden nach dem Ausstiegsreferendum statt. Bei dem Referendum votierten ca. 51,9% der Britten für einen Ausstieg aus Europa. Ein sehr knappes Ergebnis, welches wie ein Keil durch das Land wirkt.

Besonders in den wirtschaftlich abgehängten Midlands, die vom Strukturwandel stark betroffen sind und den Umland von London, war die Zustimmung für den Brexit besonders stark.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 99133.html

Die Historie zwischen England und der EU ist ein großes Thema für sich. Wie auch immer sich das britische Parlament (House of Commons) entscheidet, es wird bei der derzeitigen Konstellation Verlierer geben. Verfolgt man oberflächlich die Debattenkultur im House of Commons, bekommt man ein nostalgisches Gefühl für Demokratie. Auch wenn sich die Wiege der Demokratie in Griechenland befindet, so würde ich als Europäer das Parlament zum UNESCO Weltkulturerbe vorschlagen!

Mei. Schon 1987 gemacht..

Wos konnst noch für das Britische Volk machen?

Um wieder ernst zu werden, es geht um Solidarität, Menschlichkeit und Nächstenliebe: Ein Land das am Boden liegt die Hand reichen, um wieder aufzustehen. So wie Gorbatschow zusammen mit Helmut Kohl den Deutschen die Wiedervereinigung 1990 ermöglichte. So wie mehrere Fanclubs des 1.FCK incl. Fanbeirat 1992 Hilfskonvois nach Kroatien und Bulgarien organisierten..

Heuer kann man nur als deutscher Europäer mit pfälzischem Sportkulturverständnis versuchen die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Great Britain holen: Football is coming Home! Nach Europa! Und vielleicht auch in die EU! ;-)



Beitragvon Alex76 » 20.04.2019, 23:09


Als Besitzer eines WM-Stadions sollte die Stadt Kaiserslautern auch die nächsten Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele verfolgen, um Ideen zu entwickeln oder neue Anregungen zu bekommen. Auch neue Kundengruppen generieren. Im Optimalfall würde man das Fritz-Walter-Stadion als Vorzeigeprojekt für künftige Weltmeisterschaften bewerben.

V. Nächste Weltmeisterschaften: Katar 2022 (2026). Und in Saudi Arabien?

Ich wage einen Blick in die FIFA-Glaskugel und gehe davon aus, dass die nächste Weltmeisterschaft 2022 in Groß Britannien stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit dürfte bei 66% liegen. Katar wird dann die Weltmeisterschaft 2026 austragen. Ob mit oder ohne Saudi Arabien?! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Heißt, dass Katar (und Saudi Arabien) im Mutterland des Fußballs nochmals Einblicke in den Traditionssport gewinnen könnte(n), um dann 2026 ein tolles Ereignis auf die Beine stellen zu können. Für ein Fußballentwicklungsland die Möglichkeit nochmals vier weitere Jahre eine gute Mannschaft zu bilden und die eigenen Spieler qualitativ auszubilden.

Aktuell echauffieren sich doch die meisten traditionellen Nationen an der Winter(Weihnachts-) veranstaltung. Statt Bier und 30 Grad, dann Glühwein mit Schneeverwehungen. Eine respektvolle verständnisvolle Weltmeisterschaft ist so doch nicht gewährleistet. Anders sieht es bei einer Verschiebung aus, dann wären mit Sicherheit die vielen Kritiker milde(r) gestimmt, so dass einer tollen Winterweltmeisterschaft 2026 nichts mehr im Wege stehen würde.

2030 würden dann die Weltmeisterschaften in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen werden, die eigentlich für 2026 geplant waren.

VI. Die EU: Wo sind die Vorteile?

Mittlerweile bietet die EU Möglichkeiten über den EFRE-Fonds (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), den ESF (Europäischer Sozialfonds) bzw. Erasmus-Fonds spezifisch projektbezogene Fördermittel zu beantragen, so dass der Eigenanteil für Investitionen zwischen 20-40% liegen würde, während die EU 60-80% der Kosten übernehmen könnte.

Damit wird man das aktuelle Fritz-Walter-Stadion nicht direkt finanzieren können. Auch keine Gelder der GmbH & Co.KGaA zukommen lassen. Vielmehr geht es darum die Infrastruktur aufzubessern, um eine wettbewerbsfähige Gesamtstruktur anzubieten:

Stadionnah könnte man eine Kooperation initiieren, die das Stadion quasi 365 Tage im Jahr nutzbar und ertragreich macht. Stadionfern bzw. Nachwuchsleistungszentrumnah könnte man ein kleineres Stadion bauen, welches Anlaufpunkt für Touristen wäre, gleichzeitig aber auch die Amateure und die A-Jugend beherbergt.



Beitragvon Alex76 » 17.06.2019, 17:57


VII. Endspuil Verbandspokal in Pirmasens: Through the Eyes of a Child!

Mittlerweile wohnen in Pirmasens nur noch rund 40.000 Einwohner. Im Vergleich zu den Jahren 1950 und 1960 sind dies ca. 20.000 Einwohner weniger. So wundert es nicht, schlendert man durch die Stadt mit den vielen Hügeln, dass doch viele Häuser abgenutzt aussehen. Viele Läden sind dicht. Arm aber Sexy?

Aus der Region - für die Region: Jugendherberge Pirmasens

Gerne hätte ich mir schon das Verbandspokalspiel FK Pirmasens gegen den 1.FC Kaiserslautern angeschaut. Zeitlich nur mit Übernachtung möglich gewesen. Durch die Finalansetzung bot sich die Gelegenheit in Pirmasens zu übernachten.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... t-100.html

Der Umbau der ehemaligen Haupt-Post in eine der modernsten und imposantesten Jugendherbergen Deutschlands ist für Pirmasens ein wichtiger Mosaikstein in der Stadtentwicklung. „Besonders vorteilhaft ist natürlich die absolut zentrale Lage, die den Übernachtungsgästen zahlreiche Möglichkeiten bietet. Das heute vorgestellte Musterzimmer vermittelt jetzt schon ein eindrucksvolles Bild des hohen Komforts, der die Gäste erwartet“, zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis überzeugt. Ebenso wichtig für die Stadtentwicklung ist die Schaffung von ca. 50 Arbeitsplätzen und auch Ausbildungsstellen. Zugleich verspricht sich Pirmasens über steigende Übernachtungszahlen wertvolle Impulse in der touristischen Entwicklung mit Auswirkungen auf die Kaufkraft im Einzelhandel und in der Gastronomie.

https://aktuelles.diejugendherbergen.de ... erzimmers/

Für die Großen ökonomisch wichtig. Für die Kloinen entwicklungspädagogisch wichtig ist oin Spuilparadis, welches im untersten Stockwerk des ehemaligen Postgebäudes eingerichtet wurde. Hohe Decken. Viele hunderte von Quadratmetern Laufflächen. Laut Toben und Spielen mit Papa, Mama oder Opa und Oma. Speziell im Alter von 2 bis 15 Jahren gibt es ein so noch nie gesehener Bereich mit vielen Spielstationen. So auch ein kleiner Fußballcourt, mehrere Klettergeräte und Rutschen.

Deutschland verdummt!

Provokante Aussage. Ganz interessant für einen Papa in spe. Hoffentlich! Quasi Papa in Progress! ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=gjP8KD4eYQs

Generell denke ich, als jemand der aus einer Nichtakademikerfamilie entstammt, dass es mit den neuen Medien einfacher wäre sich in der Schule zu behaupten. Quasi in allen Schulfächern. Viele Erklärvideos, Apps oder Webseiten, die in meiner Schulzeit unvorstellbar waren. Was ist los mit Euch Schülern? Wo sind die Lehrer? Koine Disziplin? Nicht mal höchste Disziplin á la Jogi Löw. Bitter! Dafür sind die Haare gerichtet.

Bevor Deutschland verstummt…

Verwässerte Schulfächerinhalte. Vollgepackter Terminkalender. Was geht und ging in Deutschlands Kinderentwicklung verloren? Ist eine Rückbesinnung auf das Abitur in 13 Schuljahren sinnvoll? Wo ist der Mittelstand und das qualifizierte Handwerk?

Aktuell herrscht Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen. Zuletzt in den ARD-Nachrichten vernommen. Die Hoffnung ruht auf besser bis gut ausgebildeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen zur Not noch die Möglichkeit auf einen qualifizierten Berufsabschluss eingeräumt wird.

Welche Möglichkeiten bietet der Sport in der Bildungskrise? Kann der Sport als Motor fungieren? Man darf den Sport nicht überbewerten, aber auch nicht unterschätzen!

Generell dient der aktive aber auch passive Sport als Kommunikationsplattform. Fördert die Gemeinschaft/Geselligkeit unter Gleichaltrigen in Jugendmannschaften bzw. in Dörfern, Gemeinden und Stadtbezirken.

Viele positive Aspekte des Sports können bei der beruflichen/fachlichen Weiterbildung abgerufen werden. So sind Disziplin und Ausdauer wichtige Merkmale von verschiedenen Sportarten, die auch in der fachlichen und persönlichen Weiterbildung wichtig sind.
Mittlerweile gibt es so viele und unterschiedliche Sportarten, so dass jeder eine geeignete Sportart finden müsste. Ob Schach, Tischtennis, Tanzen, …
Wo sind die sanierten Sporthallen? Wo sind die neuen Sporthallen?

Stadtentwicklung aus der Sicht eines Kindes?

Auszeit vom Smartphone… Puh. Wo sind die Bäume zum Klettern? Wo sind die Parks zum Verweilen? Wo sind die Erlebnisbereiche? Wo sind die alten abgestellten Schrottautos aus früheren Tagen? Leicht eingezäunt. Leicht verstaubt. Leicht verwildert. Spannung und Abenteuer auch ohne Schokolade!

Als Kind war das Naturschutzgebiet durch die Truppenübungen der Alliierten tabu. Heuer kann man die Natur beim Spazierengehen oder Fahrradfahren genießen. Heute existieren in den Städten aber immer weniger Grünflächen. Auch die (Vor-)Gärten werden nicht mehr grün bepflanzt, sondern häufig mit Steinen aufgefüllt. Pflegeleichte Steinwüste. Aber auch in Sommermonaten mit erheblich aufgeheizten Temperaturen in der Stadt verbunden.

Für das Lernen und Wohlbefinden wichtig ist eine angenehme Atmosphäre. Zumindest geht mir das so. Ein grau in grau macht depressiv. Wo ist das Grün? Wo sind die Wohlfühloasen? Zu meiner Schulzeit habe ich mein Schulgebäude „gehasst“. Nunja. Verschmäht!

Mittlerweile erkenne ich meine alte Schule nicht mehr. Mit einer Mensa, neuer Halle, Beachvolleyballplätzen, Kunstplatzfeld mit zwei Toren, wohl vielen Lern- und Verweilplätzen und neuem Anstrich.

Wenn man den Kontrast zwischen dem Grau der 80er und 90er Jahre und dem neuen Farbkonzept bewusst wahrnimmt, müsste man sich ja rundum wohlfühlen. Mei. So ein bisserl grau finde ich durchaus inspirierend.

Fazit: Für den 1.FCK wichtig die Rückbesinnung auf das Gallische Dorf von einst. Es ist möglich. Gar in Kaiserslautern, dort wos die Stadtbibliothek Einblick in die Welt von Asterix und Obelix gibt. Gar auf Latein!

Vielleicht fehlt es an Entdeckergeist oder einer spielerisch kreativen Herangehensweise an Themenstellungen?

Spielerische Physik

Zugegeben in Physik hatte ich den Absprung in einen Leistungs- oder in einen Grundkurs leider nicht geschafft. Fehler! Ebenso nicht in den Mathematik Leistungskurs gewechselt zu sein. Die Mathematik hatte mich während des Studiums eingeholt und mehrfach abgewatscht. So ziemlich jedes Fach in der BWL beinhaltete Mathe.

Egal ob Betriebswirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen… Leider hatte ich koinen (Berufs-)Berater, der mich während der 10.Klasse optimal unterstützen konnte. Viele Entscheidungen waren letztlich marginal, wohingegen die Auswirkungen für meine bescheidene Karriere relevant waren. Sport als Leistungsfach gab es nicht. Kunst auch nicht.
im Dynamicum Pirmasens bekommt man einen spielerischen Zugang in die Physik (aber auch teils in den Sportbereich) aufgezeigt. Nicht ohne Grund gehört das Mitmachmuseum zu den insgesamt 365 Orten der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. https://land-der-ideen.de/projekt/dynam ... asens-1763

Wer in Pirmasens war, sollte auch einen kurzen Besuch in Hauenstein einlegen. Sind beide Städtchen doch mit der Schuhindustrie sehr eng miteinander verbunden. Zeugnis von der damaligen Zeit beherbergt das Deutsche Schuhmuseum. Speziell in der heutigen hoch medialen Zeit ist die Bodenhaftung in Hauenstein gewährleistet. ;-) Führt doch ein Rundgang durchs Haus in die Anfänge der Schuhmanufaktur von 1740 bis 1918. Die Darstellung der Zeit- und Sozialgeschichte setzt sich im 2. Obergeschoss für die Jahre 1918 bis 1945 fort. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei meiner Visite dieses Geschoss zu Lasten der Horst Eckel Ausstellung und des Pfälzer Sportmuseums im 3.Obergeschoss vernachlässigt. Die Zeit reichte nicht aus, so dass ich auch leider nicht die vielen Promischuhe zu Gesicht bekam. Den Besuch des Museums sollte man daher auch etwas großzügiger einplanen.

Wäre ich Lehrer, so hätte ich mit dem Besuch in der Südwestpfalz in den Fächern Physik, Geschichte und Kunst recht anschaulich meinen Schülern die Fächer näher bringen können. Interesse wecken können für wichtige Schulfächer. Frühes Interesse für potentielle Berufsfelder…

Wäre ich Lateinlehrer, so würde mich die Stadt Trier wohl am meisten interessieren.

Kreativ sein in Pirmasens: Vorblick auf die KREATIVVITTI 2.0

Neben den Kloinen Besuchern wartet die Stadt Pirmasens mit einer Messe für Innovation, Kultur- und Kreativwirtschaft auf dem international bekannten Messegelände für die Größeren auf. Vom 15. bis 17. November 2019 lautet das Motto: „Inspiration. Innovation. Business.“
https://www.kreativvitti.com/ps-kreativ/


VIII. Retterspiel gegen den FC Bayern München

Mit so viel Kreativität aus Pirmasens lässt sich das Retterspiel des FC Bayern München leichter ertragen. Das Erstrunden-DFB-Pokalspiel als Verbandspokalsieger ist gesichert.

48.500 Zuschauer. Große Kulisse. Wer ist hier der DFB-Pokalsieger? Wer soll wem helfen? Nachdem der Vertrag mit BMW nicht zustande gekommen ist, helfen wir den Bayern natürlich..

18. Mai 2019, 14:16 Uhr: Sponsoring - BMW wird doch nicht Sponsor des FC Bayern
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4452463

Heuer würde ich es noch als Abschiedsspiel für Florian Dick titulieren. Leider hat der nicht mitgespuilt, so dass wir noch ein Spuil gegen die Bayern frei haben. Ich würde vorschlagen, dass wir die Einnahmen einer wohltätigen Organisation spenden.

Olympische Winterspuile in München 2026! Wenn nicht jetzt, wann dann?

So wie ich den Hoeness Uli kenne, hats der aus lauter Hilfsbereitschaft sämtliche Klos im Stadion geputzt, den Rasen im NLZ gemäht und die noch verbliebenen Restkarten auf dem Schwarzmarkt verkauft. Also vielen Dank Uli Hoeness!

Spaß beiseite. Die Freude wächst. Bei meiner Spuilvorbereitung lese ich heraus, dass die Möglichkeit für Olympische Winterspiele 2026 in München realistisch ist. BWM könnte als Local Hero bereit sein mehrere hunderte von Millionen € in eine Austragung zu investieren. Aus der Historie heraus hatte München bereits 2018 eine gute bis sehr gute Bewerbung erstellt. Damals war man gegen Pyeongchang gescheitert, die allerdings auf einen Erfahrungsschatz von zwei gescheiterten Bewerbungen zurückblicken konnten. Eine Frage der Ehre!

Eine Bewerbung für Olympia München 2022 kam leider nicht zustande, da insgesamt vier Bürgerentscheide 2013 (in München, in Garmisch-Partenkirchen, Landkreis Traunstein, Landkreis Berchtesgadener Land) negativ ausfielen. Schade!
Times are changing. Zeiten ändern sich.

Olympia hat die Menschen verloren (11. November 2013)

Jetzt also auch die Deutschen. Die Herren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dürften einigermaßen schockiert sein. Denn sie sind Schuld an der Glaubwürdigkeitskrise. Sie haben die olympische Idee zu Tode kommerzialisiert. Das IOC steht durch Korruption, Intransparenz, Protzerei und Kuscheleien mit China oder Russland nicht viel besser da als der vielgescholtene Fußballweltverband Fifa. Der hatte beim Confederations Cup im Sommer in Brasilien auf den Deckel bekommen, als Millionen Brasilianer auf die Straße gingen und gegen die WM im kommenden Jahr protestierten.

https://www.zeit.de/sport/2013-11/olymp ... 2-wahl-ioc

KLARES „NEIN“ ZU OLYMPIA 2022 IN MÜNCHEN: Das Ende des Wintermärchens

„Deutliches Zeichen nicht gegen den Sport“
Der Trend gegen Olympia war von der Auszählung der ersten Wahlbezirke an so deutlich, dass schon lange vor dem Endergebnis aus Garmisch-Partenkirchen der Anführer der Bewerbungsgegner von „NOlympia“, der Grünen-Politiker Ludwig Hartmann, Glückwünsche für den sich andeutenden „4:0-Sieg“ entgegen genommen hatte.
Er wertete das Votum als „deutliches Zeichen nicht gegen den Sport, sondern gegen die Profitgier des Internationalen Olympischen Komitees.“ Zuerst müsse sich das IOC ändern, dessen Intransparenz und die Machenschaften „von einer demokratischen Gesellschaft nicht hingenommen werden können“.

https://www.faz.net/aktuell/sport/winte ... 57703.html

Klares Votum bei Bürgerentscheiden - Münchner Olympia-Projekt gescheitert:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/2. ... -1.1815333

Abpfiff für die Olympiagegner!

Zumindest ist seit dem 1.1.2018 die Nolympia-Webseite eingefroren. Passend zu den Olympischen Winterspuilen: http://www.nolympia.de/
Vielleicht auch eine Reaktion auf die Agenda 2020 des IOC? Schaust:
https://cdn.dosb.de/alter_Datenbestand/ ... 012014.pdf

BMW und der FC Bayern - Abpfiff in letzter Minute
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4453107

Abpfiff für den FC Bayern in letzter Minute…

… oder Anpfiff in letzter Minute für die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele in München 2026! So könnte auch die Aufwertung des Olympiaparks auf ein neu entflammendes Interesse für Winterspiele in München 2026 hindeuten. Eine neue Sporthalle in der Eishockey und Basketball stattfinden soll:

Neue Sporthalle in München - Hoeneß freut sich auf "Leuchtturmprojekt"
httpaas://www.kicker.de/742370/artikel/ ... urmprojekt

Ich klaue jetzt mal die Worte vom schwedischen Chef der Stockholmer Bewerbung, Richard Brisius. Bleibt ja in der EU;-) :


Wir hoffen, damit drei Dinge zu erreichen: Als erstes Sport und die allgemeine Gesundheit. Wir haben ein Problem:
Die Menschen sitzen immer mehr und bewegen sich immer weniger. Das gilt für alle Altersgruppen – Kinder wie Erwachsene. Durch den Sport haben wir einen ganz natürlichen Weg, um Menschen dafür zu begeistern und zu motivieren, sich mehr zu bewegen. Das ist das erste große Ziel.

Das zweite dreht sich um Integration und Inklusion. Schweden ist ein großes Land. Wir sind zehn Millionen Menschen und fast 20 Prozent davon sind in einem anderen Land geboren. Wir wollen dieses fantastische Projekt dazu nutzen, alle in Schweden einzubeziehen, sich zu beteiligen, sich zu integrieren und als ein Land zusammenzukommen.

Und drittens ist uns die Nachhaltigkeit wichtig. Da wollen wir neue Maßstäbe setzen.

https://www.deutschlandfunk.de/schweden ... _id=446177

Was sind die weiteren Vorteile von Olympischen Winterspuilen in München 2026?

Neben dem aktiven Sport und der Integration/Zusammenhalt gibt es weitere Punkte, die für eine Bewerbung Münchens sprechen:

• Im Vergleich zu anderen Bewerbungen wie in Pyeongchang oder Sotschi sind die Kosten für Sportstätten deutlich geringer. Die Bewerbung basiert auf bestehenden Wettkampfstätten. Ein Gigantismus wird wohl nicht beabsichtigt.

• München im Stau kennen wohl sehr viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Auch Touristen. Der öffentliche Nahverkehr lahmt. Mehrere S-Bahnen fahren morgens unpünktlich und überfüllt - wenn sie überhaupt fahren. Ein zuverlässiges Nahverkehrskonzept ist daher anzudenken, um verlässlich zum Arbeitsplatz zu kommen.

• Viele weitere Investitionen in die Infrastruktur in Deutschland sind nötig. Begleitet von Investitionen in die sportliche Infrastruktur mit effektiven Hallenkonzepten und sanierten Schwimmbädern.

• München zählt zu den teuersten Städten Deutschlands. Sozialer Wohnungsbau ist begrenzt möglich. Allgegenwärtig ist der Kontrast zwischen Reich und Arm. Oder Arm und Reich! Hier muss man auch den Breitner Paul nennen, der sich wöchentlich ehrenamtlich für die Münchner Tafel engagiert. Erwähnenswert auch die vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen.

• Sehr gut vorstellbar, dass die Bewerbung als Turbobooster für den Klimaschutz (Industrie, Konsumenten, Ausstieg aus der Kohle, …) wirkt.

Also losgelöst vom Sportlichen Stellenwert, den Olympische Spiele für die Athleten und Zuschauer hat, wirkt das Ereignis nach. Speziell wenn es um gesellschaftliche Themen wie Rente, Pflege oder Armut geht. Vielleicht ist dass der wahre Olympische Gedanke nebst Glamour für die Bewerberstadt.

Mit der Bewerbung würde die Vorfreude des lokalen Events auf Deutschland übertragen einhergehend mit notwendigen Reformen, die auch bei den Kloinen Leuten ankommen, so dass die soziale Schere verringert wird.


IX. Handball-Schock in Gummersbach – Riesige Freude in Friesenheim!

Freude und Trauer nach einem der wohl spannendsten letzten Spieltage in 53 Jahren Handball-Bundesliga. Sowohl der Titelkampf wurde nach einer großen Aufholjagd des THW Kiel nochmals richtig spannend, als auch der Abstiegskampf blieb bis zur letzten Sekunde dramatisch und tränenreich.

Der Meister und meisterhafte Trainerpersönlichkeiten

Der Vorjahresmeister SG Flensburg-Handewitt rettete seinen 2-Punkte-Vorsprung ins Ziel und konnte mit 64 Punkten (2-Punkte-Regel) den ersten Rang ergattern. Lediglich vier abgegebene Punkte zollen von einer verdienten Meisterschaft, wenngleich der THW Kiel ein würdiger Konkurrent war und auch auf ein meisterhaftes Niveau von lediglich sechs Minuspunkten kam. Nach der abgeschlossenen Saison verabschiedet sich der deutsche Handball von zwei großartigen Trainern, die die Bundesliga geprägt haben wie wohl nur wenige Trainer vorher.

Schaut man sich die Seite von Wikipedia über Alfreð Gíslason an, dann entdeckt man viele Erfolge als Spieler und Trainer. Viele Zahlen der Superlative, die wohl auch durch viele Anekdoten und Geschichten in einem Buch angereichert werden müssten. Die Zeit dürfte der Isländer ja wohl jetzt haben. ;-)

Nikolaj Bredahl Jacobsen wirkt dänisch zurückhaltender bei seinen Erfolgen was die Anzahl betrifft. Die Krönung seiner Trainerkarriere erlebte Jacobsen im Februar 2019 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft Dänemarks. Bekannt ist Jacobsen im Südwesten mit den Meisterschaften der Rhein-Neckar Löwen 2016 und 2017 sowie dem Pokalsieg 2018. Zusammen mit Andy Schmid machte es Spaß den Rhein Neckar Löwen zuzuschauen, auch wenn die Saison national und international eher enttäuschend verlief.

Beide Trainer haben eines gemeinsam. Sie sind einfach coole Socken, auch wenn sie gegen mich im 1:1 hoffnungslos unterlegen gewesen wären. Da hätte ich gar eine Pfälzer Rieslingschorle in der linken Hand und eine Schweinshaxen in der Goschen haben können. ;-)

Der Abstiegskrimi

Zahlreiche verletzte Spieler bei den Eulen Ludwigshafen sorgten während der Saison für Frustration am Tabellenende, wenngleich sich schon recht früh zeigte, dass die Mannschaft prinzipiell funktioniert. Man bewegte sich als Tabellenschlusslicht. Das traurige Schicksal im zweiten Jahre 1.Liga? Viele Spiele wurden anfangs nur knapp verloren. Die Tordifferenz zeugte von Substanz mit der Hoffnung auf schnelle Rückkehr der verletzten Valiullin, Held, Müller, etc.

Am letzten Spieltag konnten sich noch die SG BBM Bietigheim und der VFL Gummersbach aus eigener Kraft durch einen Sieg im Abstiegsendspiel retten. Die Eulen aus Ludwigshafen konnten den Abstieg nur durch einen eigenen Sieg bei gleichzeitigen Unentschieden in Bietigheim verhindern.

Abwegig war ein Unentschieden in Bietigheim nicht. Abstiegskampf. Nervenkrieg. Viele Fans aus Gummersbach traten den Weg nach Bietigheim an. Es war die wie von Eulen-Trainer Ben Matschke prognostizierte enge und umkämpfte Partie, die auf das Wunder hoffen ließ. Gummersbach, die ebenfalls zwei wichtige Leistungsträger während der Saison ersetzten mussten, konnte einen mehrere Tore Vorsprung von Bietigheim egalisieren und ging in der Schlussphase selbst zwei Mal in Führung. Es sollte nur zum Unentschieden nach 60 Minuten reichen. Michael Kraus vergab die letzte Chance wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Kurz vor Ende der Partie in Ludwigshafen wurde der Endstand unter frenetischem Jubel durchgesagt. Es folgten die vielleicht schon legendären Szenen mit dem 31:30 von Scholz vom Kreis.

Tränen in Bietigheim und Gummersbach

Mit dem knappsten Abstieg den man sich vorstellen kann, lediglich ein Tor fehlte in der Tordifferenz(!), muss der traditionsreiche VFL Gummersbach den Weg in die zweite Liga antreten. Begleitet von der SG BBG Bietigheim um den Ex-Weltmeister von 2007 Mimi Krause.
Wie geht es in Gummersbach weiter? 12 mal deutscher Meister, 11 mal Europacupsieger. In den letzten Jahren eher magere Kost, die von Finanzierungsschwierigkeiten begleitet waren. Einst füllte man die Köln-Arena. Heuer reicht die sportliche Substanz nicht mehr für Liga 1.

In jeder Krise steckt auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Klinkt abgedroschen. Bitter wenn man sieht wie die großen Vereine TV Großwallstadt oder TuSEM Essen Schwierigkeiten haben in der zweiten Liga mitzuhalten. Parallelen zum Fußballdino werden vom Kicker aufgezeigt:
https://www.kicker.de/751076/artikel/pa ... r/handball
https://sport.sky.de/handball/artikel/g ... 8964/34274



Beitragvon Alex76 » 30.07.2019, 01:12


X. Oin Europa! Mehrere Länder! Bündelung der Stärken!

Man kann es historisch, wirtschaftlich und auch sportlich betrachten: Europa und die EU. Für viele ist Europa Heimat und Identität! Gewachsen über mehrere Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die EU als ein Friedensprojekt mit Vorbildcharakter. Entstanden über mehrere Dekaden, in denen aus Feinden Freunde geworden sind. Zeiten in denen Vertrauen aufgebaut wurde; aufbauend auf dem Gedanken der Demokratie als Geschenk der Griechen an die Menschheit.

Europa hat zwei Seiten: eine Nationale und eine Europäische. So wie man das bei der gemeinsamen Währung, dem Euro, leicht erkennen kann. Es gibt belgische, deutsche, estische, finnische, französische, griechische, irländische, italienische, lettische, litauische, luxemburgische, maltesische, niederländische, österreichische, portugiesische, slowakische, slowenische, spanische und zypriotische Münzen, die durch die zweite Seite eine europäische Gemeinsamkeit aufweisen. Der Euro ist eine wichtige Grundlage einer europäischen Währungsunion und prägt die Wirtschaftsunion.

Richtet man den Blick auf die Politik und Gesellschaft, dann stellt man fest, dass die EU noch nicht final abgeschlossen ist. Zu groß sind die Unterschiede der jeweiligen Länder einerseits, andererseits prägt die Geschichte eines Landes die Individualität.

Vorbild für eine gelungene Einheit kann Deutschland sein, wo der Osten nach 30 Jahren Einheit auf eine durchschnittliche Wirtschaftskraft von 75% des West-Niveaus kommt. Ausgangslage waren 30%. Deutlicher wird der Unterschied, wenn man das ostdeutsche Pro-Kopf-Einkommen von 95% des Westniveaus heranzieht.

Ein Rumäne oder Bulgare wird nicht 1-2 mal im Jahr in den Urlaub fahren können. Ein faires Angleichen des Einkommens und ordentliche Lebensverhältnisse muss allerdings im Interesse aller EU-Bürger sein!

Probleme bei den nächsten großen Sportereignissen

Schwere Ausschreitungen in Hong Kong und diverse Verletzungen gegen die Menschenrechte erschweren die Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 und die Wüstenweltmeisterschaft in Katar 2022.

Es scheint, dass je inkompetenter die Führung ist, desto größer die Restriktionen, desto geringer die Beachtung der Menschenrechte! Oder bedeutet die Austragung eines großen Events eine Verbesserung für das gesamte Land?

Leider werden aktuell diese Menschenrechte von global agierenden Sportverbänden ignoriert. Man schaut einfach weg, wenn in Katar Arbeitskräfte nicht entlohnt werden oder deren Ausreisepässe einkassiert werden. Trotz Abschaffung des Kafala-Systems hungern und leiden die daheimgebliebenen Familien in Nepal, Indien oder Bangladesch.

Wenn Intelligenz (politische Führung) das Herz einer Weltmeisterschaft (einfache Arbeiter) zerstört, dann kann man die Weltmeisterschaft nur ignorieren. Europa solidarisch! Europa fortschrittlich! Gegen Katar 2022! Für eine Weltmeisterschaft Groß Britanniens 2022! Gerne für Katar 2026!!!

Jung(geblieben)es Europa! Sportlich…

Auch in der heutigen dynamischen Zeit, wo die Menschen vor großen Problemen und Krisen stehen, sollte man an der europäischen Idee festhalten und das positive suchen.

Mal kurz gesucht und gefunden: Deutsch Französisches Jugendwerk. Gefördert über das Erasmus-Programm der Europäischen Union, steht der persönliche und sportliche Austausch der B-Jugend Handballnationalmannschaften von Deutschland und Frankreich im Vordergrund.
https://handball-deutschland.tv/handbal ... aylistId=0

Nebenbei interessant wie sich die Spieler auf der Handballplatte in Aktion zeigen. Was unterscheidet Deutschland und Frankreich? Interessante Frage! In Frankreich ist sowohl die Politik als auch die Jugendarbeit zentralistisch angelegt. Paris steht immer im Mittelpunkt. Demgegenüber ist Deutschland mit den diversen Landesverbänden föderalistisch strukturiert.

Bereits an anderer Stelle hat Domenik Klein den Vergleich beider Ausbildungssysteme vorgenommen:
„Das sind zwei unterschiedliche Systeme: In Frankreich ist das mehr zentralisiert. Die jungen Spieler, die das Talent haben, kommen früh zusammen. Sie trainieren unter der Woche schon sechs oder sieben Mal, das ist auch alles angepasst an die Schule. Am Wochenende spielen sie dann wieder in ihren eigenen Vereinen. Dieses Bewusstsein gibt es in Deutschland noch nicht. Es geht auch immer um die Ausbildung der Trainer. Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein Verein wie Nantes, bei dem ich gespielt habe, hat sechs festangestellte Jugendtrainer. Suchen Sie sich in Deutschland mal einen Verein, bei dem man diese Konstellation findet. Das wird man kaum finanziert bekommen. In Frankreich steckt auch der Staat dahinter. Das sind häufig Anstellungen, die von der Gemeinde oder der Stadt finanziert werden. Da gilt es in Deutschland, Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um für unsere Talente besser ausgebildete Trainer zu bekommen.“

U21-Europameisterschaft in Italien

Ohne Spuiler vom 1.FC Kaiserslautern bot die U21 eine respektable Vorstellung, bei einem schwierigen Turniermodus. Drei Gruppen, bei denen sich die Erstplatzierten und der beste Zweitplatzierte im Halbfinale gegenüberstehen.

Wider Erwarten konnten sich der Gastgeber aus Italien sowie die Engländer in den Gruppenspielen nicht durchsetzen. Im Halbfinale trafen Frankreich und Spanien aufeinander. Spanien setzte sich souverän mit 4:1 durch. Deutschland spielte gegen die Mannschaft aus Rumänien. Nach einem 1:2 zur Halbzeit konnte sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit steigern und kam mit einem 4:2 ins Endspiel.

Fazit: Das Niveau bei der U21 war hoch. Eine Endspielteilnahme daher auch nicht selbstverständlich. Deutschland gegen Spanien nun im Finale Grande. Finale Grande daher, weil bereits das vorige Endspuil 2017 zwischen beiden Mannschaften stattfand. Eine Frage der Ehre für die Spanier nach dem letzten verlorenen Endspiel. So sah man sehr engagierte Spanier, die am Ende mit 2:1 die Oberhand hatten und den Siegerpokal gen Himmel recken konnten.

Abstecher nach Asien: Olympische Spuile in Tokio 2020 mit Hand und Fuß? Ohne Frauenpower?

Spanien, Rumänien, Frankreich und die deutsche U21-Nationalmannschaft sind bei den nächsten Olympischen Spielen in Tokio 2020 vertreten. Die Mannschaft von Stefan Kuntz hat die Chance auf Olympisches Gold in Japan, dort wo wohl auch wieder die Brasilianer und Argentinier antreten. 2016 verlor die deutsche U21 erst im Endspiel in Maracana recht knapp mit 1:1 n. V. (1:0) und 4:5 i. E. gegen Neymar & Co. Horst Hrubesch wird wohl immer noch von der Stimmung im Maracana beeindruckt sein.

Für den gewöhnlichen Fußballer eine Mehrbelastung. Für andere eine Frage der Ehre!

Die deutsche Frauenmannschaft konnte sich leider nicht für die Olympischen Spuile 2020 qualifizieren. Wie schaut es bei den Handballern und Handballerinnen aus?

XI. Feintuning am Fröhnerhof: Spielerisch

Was wird aus der U23 (U21), U19 und der U17? Mittlerweile ist Gunther Metz vom DFB zurückgekehrt und fungiert als Bindeglied zwischen den einzelnen Jahrgängen.
https://www.der-betze-brennt.de/news/11 ... dliebe.php

Das Ziel der jungen Spieler ist natürlich der Sprung in die Bundesliga. Am liebsten mit dem 1.FCK.
Derweil steht der 1.FCK in starker Konkurrenz im Südwesten mit der TSG 1899 Hoffenheim, Mainz 05 und der Frankfurter Eintracht. Man kann nur hoffen, dass der FCK dennoch wieder zu einem Gentlemen Agreement zurückfindet, welches zuletzt vom zurückgetretenen NLZ-Leiter Paula gebrochen wurde.

Handball DHB-Pokal: 1.Runde

Große Freude in Kaiserslautern. Beim TuS Kaiserslautern Dansenberg. Es wartet im Pokal der Erstligist und mehrfache Deutsche Meister Frisch Auf Göppingen. Klingt nach Turnvater Jahn (Frisch, fromm, fröhlich, frei). Aber auch nach dem Gründer des Kempa-Tricks, Bernhard Kempa. Es riecht nach Spielfreude und einer beeindruckenden Atmosphäre in der Hölle Süd! 5600 Zuschauer fasst die EWS Arena in Göppingen, die 1967 erbaut und 2009 erweitert und grundlegend modernisiert wurde.
https://www.spiegel.de/sport/sonst/fris ... 78072.html

Am 17.8.2019 trifft die Mannschaft des TuS KL Dansenberg aus der 3.Liga in der Hölle Süd auf die Mannschaft aus dem Schwabenland. Ein Besuch dürfte sich lohnen. Am 18.8.2019 wird dann der Sieger gegen Bayer Dormagen oder Rhein Vikings um den Einzug in die nächste Runde des DHB-Pokals antreten.

Hoffentlich übertragen sich die Spielfreude und taktischen Finessen eines Bernhard Kempa auf den Fröhnerhof. Und vielleicht können wir ein bisserl von der stimmungsgeladenen Atmosphäre Richtung Kaiserslautern transferieren! Quasi als wichtigster Neuzugang.

Freundschaftsspiele der 1.Mannschaft in der Saisonvorbereitung

Mei ich dachte schon der 1.FCK spuilt in der Vorbereitung Handball als ich den ersten Gegner vernommen habe. Balingen-Weilstetten (Baden Württemberg, 34.049 Einwohner) ist gerade in die 1.Handballbundesliga aufgestiegen. Wird sich mit der aktuellen Creme de la Creme der Handballbundesliga messen können.

Stattdessen also doch ein Fußballfreundschaftsspiel gegen Bahlingen am Kaiserstuhl (Baden Württemberg, 3.907 Einwohner). Das Spiel endete 6:2 für den 1.FCK. Dem fügten sich zwei Testspielniederlagen gegen die Viertligisten FSV Frankfurt (1:4) und FC Homburg (1:3) ein. Recht deutliche Niederlagen, die lediglich durch einen 1:0 Sieg gegen Zweitligist SV Sandhausen geschönt wurden.

Daher zog es viele neugierige Fans nach Weingarten in der Pfalz, wo der AFC Wimbledon zum Freundschaftsspiel antrat. Sowohl der FCK als auch der AFC spielen in der dritten Profilliga, so dass der Vergleich schon sehr aufschlussreich sein kann. Das Green auf dem Fußballplatz rückte zunächst in den Vordergrund, regnete es doch vor Spielbeginn heftig. Ähnlich wie dies häufiger beim Tennis im Londoner Vorort anzutreffen ist, verbunden mit den nostalgischen Spielunterbrechungen. Doch pünktlich um 19:00 konnten beide Mannschaften ohne Regen den Rasen betreten.

Das Spiel endete mit einem 1:0 durch ein Abstaubertor von Bjarnason. Weitere Torchancen wurden speziell von Pick vorbereitet. Der AFC Wimbledon wirkte sehr passiv.

Was erwartet man von der Vorbereitung zur zweiten Drittligasaison? Ein Komplettaustausch der Mannschaft wurde diese Saison vermieden. Stattdessen konnte man die Mannschaft punktuell verstärken. Auffällig ist die Zunahme der Körpergröße was auf gute Lauterer Tugenden schließen lässt!

Bachmann (1,96 m), Bjarnason (1,93 m), Grill (1,91 m), Kraus (1,90 m), Thiele (1,88 m), Matuwila (1,86 m), Sickinger (1,83 m), Hercher (1,82 m), Hemlein (1,81 m), Schad (1,76 m), Pick (1,76m)

Spielerisch war noch viel Luft nach oben. Sowohl beim Test in Weingarten als auch im Eröffnungsspiel gegen Unterhachingen. Jetzt geht es darum an Flanken, Standards und Eckbällen zu feilen, um die Höhenmeter geschickt einzusetzen.

Handball WM 2019 der U19 in Skopje (Mazedonien): Time for Africa!

Die deutsche U19 Nationalmannschaft zeigte einen tollen Handball bei einer WM, die viele Überraschungen bot. So spielten der portugiesische und der ägyptische Nachwuchs ein beeindruckendes Turnier. Zur Überraschung vieler Experten.

Sowohl Portugal, Ägypten, Deutschland und Dänemark erreichten das Halbfinale und setzten sich gegen große Nationen wie Spanien und Frankreich durch.

Insgeheim habe ich ja schon mit Deutschland als Weltmeister gehofft. Am Schluss bleibt die Silbermedaille für Deutschland mit besonderen Auszeichnungen für Einzelspieler. Mann des Turniers war der großgewachsene Ägypter Hassan Walid Ahmed, der sich mannschaftsdienlich in ein sehr gutes Team einfügte.
https://www.handball-world.news/o.red.r ... 17575.html

Ägypten wurde verdient Weltmeister, wie man auch hier nochmals nachschauen kann. Verlustpunktfrei was ob der Gegner wirklich respektabel ist!
https://handball-deutschland.tv/handbal ... d-aegypten

Das Niveau des Handballs ist extrem zusammengewachsen. Interessant wie sich das auf die folgenden Männerturniere auswirken wird.



Beitragvon Alex76 » 25.08.2019, 17:49


XII. Let´s play Football! WM 2022 in Katar und der Niedergang des 1.FCK

Der ein oder andere deutsche Nationalspieler wird sich noch an die Handball-WM 2015 in Katar erinnern. Per Wildcard durfte der am Boden liegende DHB am Turnier teilnehmen und konnte spielerisch überzeugen. Allgemein sehr getrübt war die Stimmung in der internationalen Handballfamilie durch viele Einbürgerungen von etablierten erstklassigen Handballspielern, die sich dem Team Katar anschlossen.

Es kam zum Viertelfinale gegen Katar, bei dem sich der Wüstenstaat mit 26:24 gegen Deutschland durchsetzen konnte. Im Spiel unterliefen den Schiedsrichtern einige Aussetzer, die das Endspiel Frankreich gegen Katar letztlich ermöglichten.

Nehme man diese Umstände als „regulatives Mittel“ der doch recht umstrittenen FIFA bei der WM in Katar 2022, dann wird der Fußball extrem geschädigt! Verliert noch mehr an Glaubwürdigkeit, so wie der DFB doch eine lachhafte Fassade namens Fußballbundesliga am Leben hält. Zum großen Nachteil des 1.FC Kaiserslautern und der Stadt Kaiserslautern.

Wir wollen Fußball auf dem Niveau von Groß Britannien. Dazu gehört Tradition, Leidenschaft, maßvolle Innovation und Fairplay. Anders als die geklauten Aufstiege in der Saison 2013/2014, 2014/2015 oder die Relegationsspiele gegen Hoffenheim 2012/2013.
https://www.wahretabelle.de/statistik/w ... aisonId=97
https://www.wahretabelle.de/statistik/w ... isonId=203

International ist der britische und spanische Fußball doch weit enteilt. Der deutsche Fußball ist tot. Und der 1.FC Kaiserslautern stirbt langsam, sofern er dies nicht schon ist! Bereits vor der Relegation, am 06.03.2013, wird erwähnt, dass die Lieblingsfirma von Dietmar Hopp Partner des DFB wird.
https://telematik-markt.de/telematik/de ... WGK5eMzb4Y

Keine investigative Recherche über 400 Arbeitsstunden, vielmehr ein zusammenaddieren von Zahlen, die die Chancenlosigkeit dieser Relegation zum Ausdruck bringt. Da stehen 350 Millionen € eines Investors in das Projekt TSG 1899 Hoffenheim zusammen mit der Partnerschaft als „Offizieller Premium-Partner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und seiner A-Nationalmannschaft“!

Das voraussehbare DFB-Dilemma: Gleichzeitig muss der DFB auch jeweils einen Premium-Schiedsrichter mit Linienrichter für zwei Relegationsspiele auswählen.

Als sportlich Drittplatzierter nach Hertha BSC Berlin und Eintracht Braunschweig, eine Bundesligabelastungsprobe, welche nach dem knappen wegen Abseits zurückgenommenen 2:1 von Idrissou in der 67 Minute im Rückspiel fast zu einer ekstatischen Stadionatmosphäre geführt hätte, die selbst mit älteren Betzenbergatmosphären mithalten konnte. Damals hatte der Schiedsrichter in dieser kritischen Situation die Augen eines Videoschiedsrichters aus Köln, ohne dass es diesen gegeben hatte! Man mag im Hinspiel beim Stande von 0:0 auch über eine kontroverse Abseitsposition streiten wollen, an der Stelle spare ich uns jetzt aber das Lamentieren über die Schiedsrichter.

Schon von der regionalen und betriebswirtschaftlichen Ebene war der Vergleich ähnlich, wie wenn jemand 350 Millionen € in den Waldhof gesteckt hätte: Man muss sich die regionalen Unternehmen teilen, die Stadionbesucher, die selbst in der Pfalz endlich sind und die Rheinpfalz (Presse).

Alles zusammen muss man die Relegation mit dem Vermerk iRelegation! deutlich markieren!

Sorry! Der Frust über den 1.FC Kaiserslautern ist nachwievor riesengroß.

Gleichzeitig habe ich die Vorahnung auf eine ähnliche delikate Situation bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar 2022 so wie bei der Handballweltmeisterschaft 2015. Daher auch ein großes Plädoyer für die Ausrichtung der WM 2022 in Groß Britannien. Dem Mutterland des Fußballs. Dem Ort großer legendärer Sportgeschichte. Dem Ort großer deutscher Enttäuschung (wenn es damals schon den Videoschiedsrichter gegeben hätte!). Für Katar wäre es Learning by Doing. Zur Not mit Wildcard!

It´s Time for Britain, Great Britain! In the EU, Mr. Johnson!


XIII. Time for Brasil!

Der Blick auf den brasilianischen Amazonas gerichtet..


Nicht nur! Ist die Klimakrise nicht nur in Brasilien sichtbar, sondern in vielen Ländern der Welt. Der Regenwald des Amazonasbeckens umfasst sechs Millionen Quadratkilometer in neun Ländern. In Brasilien befinden sich ca. 60 Prozent des Amazonas-Regenwaldes, gefolgt von Peru mit 13 Prozent und Kolumbien mit 10 Prozent. Die restlichen Teile sind in Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Suriname sowie Französisch-Guyana.

Der Amazonas-Regenwald umfasst mehr als die Hälfte des weltweit verbliebenen Tropenwaldes und weist die größte Biodiversität aller tropischen Wälder auf. Weitere tropische Regenwälder existieren entlang des Äquators in Mittelamerika, Afrika, Südasien und Südostasien sowie Australien. In den immerfeuchten Tropengebieten wird zwischen Tieflandregenwald bis etwa 1000 Meter und Bergregenwald bis in Höhen von rund 2000 Metern unterschieden. Darüber hinaus ragt der tropische Wolken- und Nebelwald.

Die Flora erstreckt sich vertikal über verschiedene dichte Stockwerke. Dabei handelt es sich um:

• die Bodenschicht, bestehend aus dem Wurzelwerk der Pflanzen sowie aus einer meist sehr dünnen Humusdecke
• die Krautschicht, zu der beispielsweise Moose, Farnpflanzen und andere Bodendecker mit sehr geringem Lichtbedarf gehören können
• die Strauchschicht bis zur Höhe von ca. 5 m, zu der auch junge Bäume gehören
• die Schicht der niedrigen Bäume
• die Kronenschicht mit ihrem Hauptkronendach in ca. 40 m Höhe
• die als „Baumriesen“ bekannten so genannten Überständer, die vereinzelt bis in ca. 60 m Höhe über das Hauptkronendach hinausragen

Der Amazonasgürtel gilt als die (größte) grüne Lunge dieses Planeten. Nebst Fauna, mit sehr großer Artenvielfalt, bietet der Regenwald Platz für zahlreiche indigene Völker. In der Regel sind die Urwaldbewohner Jäger und Sammler, bauen aber auch Obst und Gemüse an. Im Gegensatz zu den großen Plantagenfarmer in Form des ökologisch sinnvollen Stockwerkanbaus (Etagenanbau).

Der Stockwerkanbau hat ökologische Vorteile gegenüber dem Plantagenanbau, bei dem einzelne Kulturpflanzen in Monokulturen angebaut werden. Die Baumschicht spendet Schatten und Schutz vor der sehr starken Sonneneinstrahlung. Auf der Ebene der Boden- und Krautschicht schützt die ursprüngliche Vegetation vor starken Regen und Tropengewittern, so dass die angebauten Pflanzen nicht weggeschwemmt werden.

Im Gegensatz zu den tropischen Wäldern sind die Böden der gemäßigten Breiten eher für den Ackerbau geeignet. In den gemäßigten Breiten sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden und nur 20 % in der Vegetation gespeichert. In den tropischen Böden ist dieses Verhältnis ungünstiger, teils sogar umgekehrt.

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert war die Brandrodung unter nachhaltigen Gesichtspunkten bei einer dünnen Besiedlung eine wertvolle Technik. Dem Boden stand nach der Rodung und dem Anbau eine ausreichende Brachphase von 15 Jahren zu. Dadurch entwickelte sich der Sekundärwald, dem eine ausreichende Regeneration gewährt wurde. Wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium oder Magnesium wurde dem Boden wieder natürlich zugesetzt, der daraus Vegetation und Humus bildete.

Aufgrund des großen Bevölkerungswachstums wurde später die Brachzeit teils auf unter 5 Jahre verkürzt. Folglich hatte der Boden weniger Nährstoffe und konnte/kann weniger CO2 binden.

Wie wichtig jeder einzelne Baum ist, speziell die älteren (Ur-)Bäume, zeigt der folgende Artikel:

    Klimaorakel: Wie viele Bäume sind nötig, um eine Tonne CO2 zu binden?

    Wie viel CO2 ein Baum bindet und wie schnell er das tut, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Baumart, das Alter des Baumes, dessen Holzdichte oder Zuwachsrate. Aber auch äußere Faktoren wie das Klima, die Bodenqualität oder die Wasserversorgung spielen eine Rolle. Deswegen sind allgemeingültige Aussagen auf diese Frage schwierig.

    Um dennoch eine grobe Vorstellung über die CO2-Bindungskapazität von Bäumen zu bekommen, hilft dieses Beispiel: Stellen Sie sich eine normal gewachsene Buche (im Bestand gewachsen) vor, die 23 Meter hoch ist und auf einer Stammhöhe von 1,30 Meter einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern besitzt.

    Dieser Baum speichert circa 550 Kilogramm Trockenmasse in seinen Blättern, Ästen und seinem Stamm. Schätzt man noch etwa zehn Prozent hinzu, die in der Wurzelbiomasse gespeichert sind, so werden insgesamt etwa 600 Kilogramm Trockenmasse gebunden. Diese Menge Trockenmasse kann eine Tonne CO2 binden.

    Um eine Tonne CO2 aufnehmen zu können, muss die Buche etwa 80 Jahre wachsen. Das heißt: Pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilo des Treibhausgases. Sie müssten also 80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne CO2 durch Bäume wieder zu kompensieren.

    Zu beachten ist, dass Bäume in den ersten Jahren nach Pflanzung eher geringe Biomassevorräte anlegen. Erst mit zunehmendem Alter wird vermehrt CO2 gebunden.

    Das Klima-Orakel ist eine Aktion der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne "Klima sucht Schutz" in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt. Weitere Fragen ans Klima-Orakel finden Sie unter der Adresse http://www.klima-sucht-schutz.de

https://www.handelsblatt.com/technik/en ... bhausgases.

Forscher schätzen, dass der Regenwald jährlich etwa 400 bis 650 Millionen Tonnen Kohlendioxid aufnimmt. Leider mit rückläufiger Tendenz. So sind von den Neunziger- bis zu den Nullerjahren nur noch 380 Millionen Tonnen aufgenommen worden. In der Biomasse und im Boden befinden sich Schätzungen zufolge 150 bis 200 Milliarden Tonnen CO2 gespeichert.

Als Resümee beeindruckt die große Bedeutung und Werthaltigkeit des Regenwaldes für die Menschen. Bis in unsere Breiten. Die Last, die sich auf den Schultern der großen Wälder bei steigender Erdbevölkerung befindet, ist immens. Hoffentlich findet die (industrielle) Agrarwirtschaft nachhaltige(re) Lösungen, die weit entfernt von Glyphosat sind. Auch kann man nur hoffen, dass eine langfristig nachhaltige Betrachtung einkehrt.

Hilfreiche Links zum Thema:
https://www.wwf.de/klimakrise/amazonas/
https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... 24299.html
http://www.faszination-regenwald.de/inf ... wandel.htm


Der Mensch als Feind des Regenwaldes. Der Mensch als Feind eines gesunden Klimas?!

Für die derzeitigen katastrophalen Bilder der vielen Feuer im Amazonasgebiet ist u.a. auch das Wetterphänomen El Niño verantwortlich. Die Ursachen/Wirkungen sind recht komplex, da neben dem Wetter auch das menschliche (Nutzungs-)Verhalten starken Einfluss auf die Brände hat. Das Wetterphänomen El Niño verursacht extreme Trockenheit in weiten Teilen Südostasiens, Lateinamerikas und gar im russischen fernen Osten. So zeugen Feuerkatastrophen der Jahre 1997/1998 und 2015 von den negativen Folgen, die zu riesigen Waldbränden in Brasilien und Indonesien geführt haben. Genau dort wo vorher Farmer durch Holzeinschlag den Wald gelichtet hatten, der dann der schutzlosen Austrocknung ausgeliefert war. In Indonesien wurden 1997/98 fünf Millionen ha und 2015 2,6 Millionen ha Wald zerstört. Eine Gesamtfläche in die das Saarland 30 Mal reinpassen würde. Die Rauch- und Gasverschmutzungen belasteten die Gesundheit von 70 Millionen Menschen. Für die Wissenschaftler sind verkürzte El Niño-Zyklen, einhergehend mit mehreren Trockenperioden, realistisch.

Neben den Wetterkapriolen trägt das globale Konsumverhalten und die Industrie Mitschuld an den Verlusten an Waldflächen. Rohstoffe wie Zellstoff, Palmöl oder Kautschuk werden auf riesigen Plantagen angebaut, für die vorwiegend indonesische Wälder weichen müssen. Sicher stellen die weltweiten Handelsprodukte einen großen Wirtschaftsfaktor für den Inselstaat dar. Allerdings werden in Indonesien natürliche Torfmoorwälder entwässert und ausgetrocknet, die nach Brand große Mengen an CO2 wieder in die Atmosphäre schleudern. Und somit den Treibhauseffekt beschleunigen.

Besonders bedrohlich sind die neuen Machtverhältnisse in Brasilien. Aufgrund der wirtschaftlichen und vieler sozialer Probleme wurde der rechtskonservative Jair Messias Bolsonaro 2018 von den Brasilianern zum Staatspräsident gewählt. Provokant ist seine Aussage aus dem 2015 abgeschlossenen Pariser Weltklimaabkommens auszusteigen. Innenpolitisch drohte er mit militärischer Härte gegen Beschützer des Amazonas-Regenwaldes und indigener Volksgruppen vorzugehen.

Seit der Amtszeit von Jair Messias Bolsonaro wird verstärkt der brasilianische Regenwald brandgerodet. So gab er riesige Flächen zur Abholzung frei und schwächte die Umweltschutzbehörde. Viele Urwälder werden daher von Ackerbau mit Monokulturen (Soja- oder Palmölplantagen etc.) ersetzt, die die Artenvielfalt erheblich reduzieren.

Die Lockerungen von Jair Messias Bolsonaro bzgl. Agrarflächen nach Brandrodung sind ein mahnendes Signal, dem man mit Nachdruck entgegentreten muss. Viele indogene Stämme und Minderheiten sind von der Politik Bolsonaros betroffen, daher sollte man einerseits große Wertschätzung dem Land Brasilien entgegen bringen, anderseits das kürzlich Ende Juni 2019 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mercosur kritisch nachverhandeln.

Gilt Bolsonaro politisch eher rechtskonservativ, so ist der Staatspräsident von Bolivien Evo Morales linksgerichtet. Auch in Bolivien stehen große Flächen Regenwald in Brand. Auch dort wird man den lodernden Feuern nicht her.

Am Samstag, den 7.9.2019 trafen sich bis auf Bolsonaro sieben Regenwaldanrainerstaaten bei einem Gipfel im kolumbianischen Leticia. Nach der katastrophalen Lage beschloss man Maßnahmen, um der Situation entgegen zu wirken. Der Leticia-Pakt für den Amazonas beinhaltet die Aufforstung der Wälder, ein Überwachungssystem gegen illegale Abholzungen und Minen sowie staatliche und private Finanzierungen vor.

"Wir töten die Erde", erklärte Ecuadors Präsident Lenin Moreno. Er verwies auf seine artenreiche Heimat wo er aufgewachsen ist, die von vielfältigen Tier- und Pflanzenarten geprägt ist. Dem schloss sich auch der bolivianische Präsident Eva Morales an, der den Kapitalismus für die Brände mitverantwortlich machte:
„Die Profite, der Luxus und das Konsumverhalten, die einige wenige genießen, richtet großen Schaden bei jenen an, die die Erde bevölkern." Weiter sagte er: „Unser Planet kann ohne Menschen existieren, doch die Menschheit kann nicht ohne Mutter Erde existieren."

Sollte das Tempo und die Intensität der Rodungen derart weiter betrieben werden, dann gerät der komplette Planet noch weiter in Schieflage. Hochsensible Mikroökosysteme könnten aus den Fugen geraten. Der Mensch gestaltet sich sein eigenes Grab!

Hilfreiche Links zur aktuellen politischen Situation:
Waldbrände am Amazonas: Bolsonaros Macht über das Feuer
https://www.sueddeutsche.de/politik/ama ... -1.4573586
G7-Gastgeber Macron - Der Präsident als Klimaaktivist
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 83512.html
Evo Morales und die Amazonas-Brände - Boliviens linker Bolsonaro
https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... 84042.html
Amazonas-Gipfel: Schöne Bilder, doch der Wald brennt weiter
https://www.sueddeutsche.de/politik/ama ... -1.4591659
Neuer Anlauf zum Schutz des Amazonas
https://www.sueddeutsche.de/politik/reg ... -1.4591618
Amazonasgipfel - Ein Pakt, der für wenig Optimismus sorgt
https://www.tagesschau.de/ausland/amazo ... l-107.html



Beitragvon Alex76 » 08.10.2019, 23:30


Fortsetzung: XIII. Time for Brasil!

Was ist von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro übriggeblieben?


Schuldenberge? Teils! Korrupte Geldflüsse? Wohl auch! Negative Berichterstattungen vor, während und nach den Spielen? Viele!

Brasilien ist und war damals schon ein Entwicklungs- bzw. Schwellenland. Großartige Landschaften mit viel Natur und Regenwäldern bereichern große Teile des Landes. An der Atlantikküste finden sich die großen Städte wie São Paulo und Rio de Janeiro, denen schon menschliche Wesenszüge zugesprochen werden. So vergleicht ein Journalist die beiden Städte mit einer Liebesbeziehung aus Herz und Verstand:

„Es wird ihr wieder gelingen, ich spüre es. Ihre spektakulären Kurven, ihre markante Stimme und ihr exotischer Geruch werden mich verführen, und ich werde ihr erliegen, mich ihr hingeben – wie jedes Mal, wenn ich in ihrer Nähe bin. Eigentlich gehöre ich ja einer anderen. Sie ist reich, modern, intelligent, hat einen breiten Horizont. Doch ihr fehlen der Charme, die Lebensfreude und die Sinnlichkeit, und sie neigt zur Arroganz. Dennoch habe ich sie lieben gelernt in den letzten Jahren, auf den vierten Blick vielleicht und dann immer tiefer. Ich werde ihr treu bleiben, das steht fest. Doch nun bin ich hier bei der anderen und kann ihr nicht widerstehen. Ach Rio de Janeiro, warum nur machst du es mir so schwer?! Ich bin doch so glücklich in São Paulo.“

Rio de Janeiro ist bei vielen Menschen Liebe auf den ersten Blick. Lage am Zuckerhut und Traumhafte Strände. Für Touristen und Besucher gibt es noch zahlreiche weitere Anziehungspunkte wie die 38 Meter hohe Christusfigur und die bekannte Copacabana, der wohl berühmteste Strand der Welt. Jährlich findet der Karneval von Rio statt, zu dem die vielen Sambaschulen der Stadt einladen. Es ist die größte Parade der Welt. Kunst, Kultur und Lebensfreude bilden dabei eine innige Einheit.

Rio de Janeiro hat 6,7 Millionen Einwohner und die Metropolregion Rio de Janeiro hat rund 13,3 Millionen Einwohner. São Paulo ist fast doppelt so groß wie Rio de Janeiro. Rund 12,252 Millionen Menschen in der Stadt direkt und 21 Millionen Einwohner in der Metropolregion Grande São Paulo.

Beide Städte sind wichtige Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentren Brasiliens sowie wichtige Verkehrsknotenpunkte.

Was bleibt nun von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro?

Mit den olympischen Spielen ist eine nachhaltige Infrastruktur entstanden, die Arbeit und Wohnen vereint und natürlich auch die touristischen Hotspots verbindet. So zumindest meine Einschätzung aus 9556 km Entfernung.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ca. 12 Milliarden €. Nach den Olympischen Spielen und der Fußballweltmeisterschaft 2014 ist Brasilien in eine wirtschaftliche Rezession geraten. Auch erklärbar, da die Wettkampfstätten und Infrastrukturprojekte fertig gestellt wurden. Hohe Investitionskosten sind teils vorgezogen worden. Derzeitige aktuelle Projekte aufgrund der Schuldenkrise verschoben. Olympische Spiele sind ein Großprojekt, welches wohl auch erst in ca. 50 Jahren eine Wiederholung erfahren könnte!

Aus dem Zeitungsartikel „Rio und das Erbe der Spiele“ geht hervor, dass vor Ort vieles im Argen zu liegen scheint. Es mangelt in erster Linie an privaten Trägern, die die Sportarenen betreuen. Zur Verwaltung der Anlagen wurde zu Beginn eine gemeinsame Instanz von Bundesregierung, des Gliedstaates und der Stadt Rio de Janeiro gegründet, welche unter dem Namen Autoridade Pública Olímpica (APO) das Erbe der Olympischen Spiele beaufsichtigen sollte. 2016 wurde sie aufgelöst und durch das vom Sportministerium gegründete Organ Autoridade de Governança do Legado Olímpico (Aglo) ersetzt.

Aktuell ist die Aufteilung der Sportanalagen so, dass das Aglo das Tennisstadion, die Arenen Carioca 1 und Carioca 2 sowie das Velodrom betreut, die alle im Olympiapark liegen. Die Reit- und Schiessanlagen sowie die Landhockey-Arena in Deodoro wurden von der Armee übernommen. Die Stadt Rio ist für die restlichen Sportanlagen zuständig.

Der Olympiapark ist nur am Wochenende geöffnet. Die Hallen und Stadien stehen ungenutzt im Vorort Barra de Tijuca, 30 Kilometer vom Zentrum von Rio entfernt. Einladend wirkt der Park nicht. Auch wenn er eineinhalb Mal so groß wie der Olympiapark München ist. Viel Grau, wenig grün! Die Arenen stehen dicht an dicht nebeneinander. Wohlfühlatmosphäre kommt nicht auf. Klar, dass Rio de Janeiro wenig Fläche bietet und die Favelashütten nicht ohne Grund dicht an dicht nebeneinander gebaut sind. Es fällt schwer sich in den Olympiapark Rio de Janeiro zu verlieben sowie in die Stadt eingangs beschrieben, wenn man den Olympiapark München mit all seinen Facetten schätzen und lieben gelernt hat.

Leider sind bisher nachhaltige Konzepte für die weiteren Sportanlagen noch nicht realisiert. So sollten einige schicke Hallen zu Trainingsstätten für Athleten werden. Vier öffentliche Schulen sollten aus dem Material der demontierten Handballhalle, der Arena do Futuro, gebaut werden. Die Sportsekretärin der Stadt Rio de Janeiro erklärt: „Wir haben noch nicht einmal das Geld, um die Arena abzubauen.“

Eigens für die Olympische Spiele wurde im Norden von Rio, in Deodoro, eine künstliche Wildwasserstrecke für die Kanuten angelegt. Daraus sollte nach Olympia ein Badesee für die Bevölkerung entstehen, die weit von den im Süden befindlichen Traumstränden wohnen. Vor kurzem wurde der See für Monate gesperrt. Mittlerweile ist er zu den Wochenenden offen.

Ex-Beacholympiasiegerin Jackie Silva kritisiert, dass die Nachhaltigkeit für die Stadt und das Gastgeberland durch die olympischen Spiele in den Hintergrund rückt. Vielmehr ginge es um die Vorteile der Sport-Funktionäre, der Bauunternehmer und der Politiker.

„Keiner denkt wirklich bis zum Ende, was der olympische Sport eigentlich bedeutet, was er der Welt Gutes bringen könnte. Ich habe den Eindruck, es geht nur um Macht und Geld bei dieser Geschichte – und um Korruption. Der Olympische Geist geht da irgendwo auf dem Weg verloren. Diese Leute interessiert es nicht, dass etwas Tolles entsteht. Sie wollen nur, dass ihr Vermögen wächst. Als sie hier die Olympischen Spiele organisiert haben, haben sie keinen Gedanken daran verschwendet, was die Spiele Brasilien bringen könnten. Welche Botschaft man aussenden könnte. Wie die Olympischen Spiele eigentlich rüberkommen sollten. Sie haben nur an das Geld gedacht, das sie daran verdienen.“

Aufgrund der sozialen Probleme sind große Teile der Bevölkerung ähnlicher Meinung, dass die Investitionen rausgeworfenes Geld sind und nicht bei den kleinen Leuten ankommen.

Eine neutrale Einschätzung über den Nutzen der Ausrichtung Olympischer Spiele in Rio de Janeiro ist nicht einfach sondern recht komplex und müsste sich im Nachgang einer Kosten-Nutzen-Analyse unterziehen.
Mit dem Olympiapark, neuer Wettkampfstätten und dem Athletendorf sind bleibende architektonische Bauten entstanden, die vom Olympischen Ereignis zeugen. Was bei vielen nicht mehr wahrgenommen wird, sind die Eröffnungs- und Abschlussfeiern, welche das Land oder die Stadt vorstellen und eine gesellschaftskritische Botschaft in die ganze Welt ausstrahlen.

An der Eröffnungsfeier der Spiele in Rio de Janeiro waren Hunderte von Sambatänzern beteiligt. Zusammen mit den Auftritten von Model Gisele Bündchen und Musikern wie Caetano Veloso, Ludmila Ferber und Gilberto Gil. Auf einer emotional künstlerischen Ebene richtete man einen Appell gegen Umweltzerstörung, Klimawandel und die Abholzung des Regenwaldes!

Rio de Janeiro als Auftrag zum Handeln, um den Natur- und Umweltschutz in die Industrienationen zu transferieren! Gleichzeitig zeigt Rio 2016 die gesellschaftlichen Probleme resultierend aus der sozialen Schere, Verschuldung und Kriminalität.

Olympia 2016 - Rio und das Erbe der Spiele
https://www.deutschlandfunk.de/olympia- ... _id=409645
Rio ärgert sich über die Olympischen Spiele: «Das war eine Menge rausgeworfenes Geld»
https://www.nzz.ch/sport/weiterer-sport ... ld.1301965
Ex-Gouverneur Sérgio Cabral packt aus - Wie sich Rio de Janeiro die Olympischen Spiele kaufte
https://www.tagesspiegel.de/sport/ex-go ... 28762.html


Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Was ist übriggeblieben?

Bereits zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fand die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien statt. Zum zweiten Mal nach 1950 beherbergte der fünfmalige Weltmeister die Teilnehmer aus 32 Ländern.

Das Eröffnungsspiel fand in São Paulo statt, das Finale wurde in Rio de Janeiro ausgetragen, wo zwei Jahre später dann die Olympischen Spiele stattfanden. Bis auf Brasilia, Cuiabá und Manaus waren die restlichen neun Spielorte an der Atlantikküste verortet. Dabei hatten die Stadien ein Fassungsvermögen zwischen 39.631 Plätzen und 74.738 Plätzen.

Vor der Vergabe der WM an Brasilien konnte keines der Stadien die FIFA-Anforderungen für Fußball-Weltmeisterschaften und anderen Sicherheitsstandards erfüllen. Für 2.53 Milliarden € wurden mehrere Stadien daraufhin neu gebaut oder modernisiert. In den Spielorten Natal, Manaus, Brasilia und Cuiaba gab es 2014 keinen erstklassigen stadionfüllenden Fußball.

Im Rahmen der WM investierte Brasilien für den Um- und Neubau der zwölf Stadien, der Verkehrsinfrastruktur, der innerstädtischen Infrastruktur und der Telekommunikation sowie für Hotels und den Sicherheitsbereich rund 10,5 Milliarden Euro.

Fußball ist ähnlich wie in Deutschland, England, Italien, Argentinien ein wichtiges (Sport-) Kulturgut Brasiliens.

Vielleicht auch ein Weltkulturgut, das in Brasilien sehr gut aufgehoben ist. Fußball wird in Brasilien überall gespielt. Sowohl in den Favelas als auch am Strand jeweils barfuß. Nicht so gut organisiert wie in den Nachwuchsleistungszentren in Europa. Dafür mit Herz und sehr viel Spielfreude, Technik und Magie.

Der sechste WM-Titel ist Brasilien verwehrt geblieben. Der Fußballgott hat Deutschland auserkoren, dass sich im Campo Bahia sehr wohlfühlte. Ähnlich wie 1950 triumphierte also ein anderes Land in Maracana. Ganz Brasilien war in tiefer Depression. Erst der Gewinn des Olympischen Fußballturniers zwei Jahre später ließ Brasilien die Alltagsprobleme vergessen und das Land aufjubeln.

WM-Bilanz in Brasilien - Die Schattenseiten der Fußballparty
https://www.spiegel.de/sport/fussball/w ... 80949.html
Ein Jahr nach der WM - Was wurde aus dem Campo Bahia?
https://www.spiegel.de/sport/sonst/camp ... 43822.html


Welche Effekte haben die beiden großen Sportveranstaltungen in Brasilien?

Ähnlich wie Südafrika ist auch Brasilien ein Schwellenland mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Anders als die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 sollte Brasilien aus eigener Kraft die Möglichkeit haben, die vielen Stadien auch zu nutzen, sofern die Betriebskosten für die Fußballvereine darstellbar sind. Der Stellenwert von Fußball in Brasilien ist ähnlich hoch wie in Europa.

Für Südafrika besteht u.a. die Möglichkeit anderweitige landestypische Sportarten in die Stadien zu bringen. Im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika fiel auch der Begriff der Weißen Elefanten. Hierunter zählen Stadien, die nach dem Event nicht mehr genutzt werden. Somit mit viel Geld für ein sportliches Ereignis gebaut wurden. Nachhaltige Stadionbauten sehen ein Nutzungskonzept über mehrere Jahre vor, welches z.B. Konzerte oder die ein oder andere Sportart einbindet.

Rio de Janeiro war schon immer eine Topdestination für Touristen. Die Effekte auf den Tourismus vor, während und nach den Olympischen Spielen dürfte auf einem ähnlichen Niveau liegen. Anders sieht es bei weniger bekannten Austragungsorten aus, die durch die Olympischen Spiele nachhaltig touristisch profitieren. Nehme man Sotschi als Vergleich, so ist der Effekt Olympischer Spiele auf die Stadt als Tourismusdestination wesentlich höher als bei Rio de Janeiro.

Großereignisse haben Einfluss auf das Leben der Menschen in der gastgebenden Region. Positiv wie auch vereinzelt leider negativ. Olympische Spiele generieren sehr viele Einnahmen aber auch Ausgaben, die teils andere Ausgaben verdrängen. Besonders gravierend fällt dieses Missverhältnis z.B. im Gesundheits- und Sozialwesen auf. Verstärkt, wenn ein Land sich in der Rezession befindet. Vielleicht müsste hier das IOC intervenieren, da der Imageschaden die Olympischen Spielen nachhaltig trifft.

Generell stehen Gelder, die für die Olympischen Spiele verwendet werden, nicht in gleichem Umfang für alternative Projekte zur Verfügung. Die Ausgaben setzen sich aus Steuergeldern aber auch aus TV-Geldern, Sponsoring, Tickets, Lizenzen, etc. zusammen. Letztere würden ohne die Austragung der Olympischen Spiele nicht realisiert werden.

Durch die Olympischen Spiele bzw. die Fußballweltmeisterschaft werden Wohlfahrts-, Image- und soziokulturelle Wirkungen angestrebt.

Ein großes Sportereignis kann auch als eine große Chance gesehen werden. Hierbei kann die Austragung Olympischer Spiele oder Fußballweltmeisterschaften dazu führen, dass ein langfristiger Nutzen, ein sogenannter Event-Legacy, erzielt wird, indem ein gewünschter Wachstumspfad weiterentwickelt wird. Die Investition führt langfristig zu erhöhter Produktivität der Unternehmen, erhöhter Lebensqualität der Bevölkerung und trägt zu einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei.

Zukunftsfähig auch für andere Bewerbungen sind nachhaltige Konzepte wie für die Arena do Futuro. Aus dem Material der demontierten Handballhalle sollten vier öffentliche Schulen entstehen. Die Kombination Wettkampfstätte mit Bildungseinrichtung ist auch für Kinder aus den Favelas eine Kombination des Orientierens und des Träumens.

Generell warten auf Rio de Janeiro wie auch auf das Land Brasilien viele Lösungen für Umweltprobleme, soziale Spannungen, Bildung, Kriminalität oder Schulden!

Rio de Janeiro ist eine Stadt, die Werbung für weitere Entwicklungsländer macht mit all ihren Problemen aber auch vielen Sehenswürdigkeiten. Es gibt Leute mit Geld, die dieses in Projekte vor Ort investieren könnten.

Made in Brasil! Irgendwie Sexy!


XIV. Von Rio bis nach Paris!

Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung


Brasilien, genauer Rio de Janeiro, war 1992 im öffentlichen Fokus als „Austragungsort“ des ersten Erdgipfels. 178 Länder sowie eine breite Beteiligung von Nicht-Regierungs-Organisationen aus vielen Ländern nahmen an der Konferenz teil.

In der Deklaration von Rio über Umwelt und Entwicklung wurde verabschiedet, dass wirtschaftlicher Fortschritt langfristig einzig und allein in Verbindung mit Umweltschutz möglich ist. Dazu ist eine neue und gerechte Partnerschaft unter Beteiligung der Regierungen, des Volkes und der Schlüsselelemente der Gesellschaften nötig.

Im Kern geht es darum internationale Vereinbarungen zum Schutz der Umwelt und des Entwicklungssystems zu treffen, wobei die Umweltpolitik nicht in ungerechtfertigter Weise zu Einschränkungen des internationalen Handelns missbraucht werden dürfe.

Erstmals wurde das Recht auf nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development) formuliert. Insgesamt 27 Prinzipien (Grundsätze) umfasst die Deklaration, zu der auch das Vorsorge- und das Verursacherprinzip zum Schutz der Umwelt aufgenommen wurden.
https://www.un.org/Depts/german/conf/agenda21/rio.pdf

Allgemein wurde die Konferenz als positiver Schritt für eine globale Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft betrachtet.

Auf der sogenannten Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 wurde die 359 Seiten lange Agenda 21 beschlossen, die sich auf Soziale und wirtschaftliche Dimensionen, Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen für die Entwicklung, Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen und Möglichkeiten der Umsetzung fokussiert.

Abgeleitet aus der Agenda 21 mit einem vierzig Punkte umfassenden Aktionsprogramm, sollten die lokalen Agenden diese vor Ort realisieren.

http://www.agenda21-treffpunkt.de/archi ... /index.htm

https://www.un.org/Depts/german/conf/ag ... nda_21.pdf

"Global denken - lokal handeln": Unter diesem Motto wurde seit der Konferenz von Rio in vielen Städten und Gemeinden versucht, den Gedanken einer nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen.

Aus der Rio-Konferenz resultierte auch die Klima-Rahmenkonvention, dass Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau stabilisiert werden solle, so dass keine Gefahr für das Klimasystem der Erde entstehe.


Kyoto-Protokoll 1997

Das Kyoto-Protokoll wurde von 183 Staaten unterzeichnet und sah für die großen Industrienationen bis 2015 die Reduzierung der CO2-Emissionen um 5 % gegenüber 1990 vor. Jährlich soll(t)en Klimakonferenzen (Conference of Parties – COP) die Ziele überprüfen.


Rio 2012 oder Rio+20

Galt Rio 1992 wegweisend für die Bildung einer globalen Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft, so ist zwanzig Jahre nach dem Ersten Erdgipfel in Rio de Janeiro und dem auslaufendem Kyoto-Protokoll Ernüchterung eingetreten.

Der große Wurf blieb mit Rio 2012 aus. Die Teilnehmer bekannten sich zu nachhaltigem Wirtschaften als auch dem Modell der Green Economy. Desweiteren wurden gemeinsame Ziele im Kampf gegen den Hunger, Armut, Bodenerosion, den Klimawandel und dessen Folgen formuliert sowie die Millenniumsziele bekräftigt.

Es wurden keine verbindlichen Abmachungen für die Umsetzung der erarbeiteten Ziele getroffen.

Die Konferenz in Rio 1992 brachte wichtige Dokumente wie die Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung, die Klimarahmenkonvention, das Biodiversitätsabkommen und die Agenda 21 auf den Weg. Schaut man 2012 auf das Ergebnis, so wurde der zu Beginn der Konferenz eingereichte Entwurf als Abschlusserklärung verabschiedet.

Speziell der Klimawandel hat an Relevanz zugenommen. Ein schnelles effektives Handeln ist/wäre unumgänglich. Daher wurde Rio 2012 zu Recht als enttäuschend eingestuft.


Paris 2015 (COP21): Weltklimakonferenz

Am 12. Dezember 2015 einigten sich die Teilnehmerländer auf ein weitreichendes Klimaabkommen, welches die Erwärmung des globalen Klimas auf weniger als 2°Grad, möglichst 1,5°Grad, bis 2100 beschränkt. Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll haben sich nach vielen Jahren intensiver Verhandlungen fast alle Staaten dazu verpflichtet eigene selbstbestimmte nationale Klimaschutzziele (NDC =Nationally Determined Contributions) zu definieren.

Im Zyklus von fünf Jahren sieht das Abkommen vor neue Ziele vorzulegen, die deutlich ambitionierter als die vorigen sind. Die Einhaltung der Verpflichtungen wird durch ein Komitee zur Umsetzungskontrolle sowie Regeln zur Transparenz sichergestellt.

Ärmere weniger entwickelte Länder werden finanziell sowie durch Wissens- und Technologietransfer unterstützt, ihre Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen.

Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens, haben nun alle Marktteilnehmer langfristige und zuverlässige Entscheidungsgrundlagen, um die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu transformieren.

Zusammen mit den EU-Mitgliedsstaaten hat Deutschland sich verpflichtet bis 2030 eine Treibhausgasemissionsreduktion von mindestens 40% verglichen mit 1990 zu erreichen. Die EU-weiten Treibhausgase sollen bis 2050 um 80 bis 95% reduziert werden (bezogen auf 1990).

Paris ist als deutliches Signal für eine neue bessere Klimapolitik zu werten! Und fordert ein Wirtschaften, das die natürliche Grenze des Planeten berücksichtigt!


XV. Time For Change!

Die Worte des Präsidenten von Ecuador Lenin Moreno und des bolivianischen Präsidenten Eva Morales hallen noch nach. Auch wenn sie wohl bei vielen in wenigen Wochen in Vergessenheit geraten werden. Leider! Die Amazonaskrise trifft zunächst diejenigen, die sich nicht wehren können. Sowohl die Urwaldbewohner als auch die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Auch die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, mit einem klaren Statement zum Klima, sollte noch im Gedächtnis der Entscheidungsträger sein: 50% des Klimaabkommen basieren auf dem Waldschutz. Dabei ist der Amazonas so groß wie Europa und speichert große Mengen an CO2. Wird aus dem Regenwald Weidefläche für Rinder, so wird der Treibhauseffekt mindestens doppelt verstärkt, da auch noch Methan freigesetzt wird.


Warum sollte sich Deutschland für eine aktive(re) Klimapolitik einsetzen?

Seit Beginn der Industrialisierung (1880) ist die globale Durchschnittstemperatur um ca. 1° Grad angestiegen. In Deutschland beträgt der Anstieg ca. 1,5°Grad und ist somit höher als im globalen Mittel. Gemessen wird die Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere. Laut Weltklimarat würde eine Erwärmung um mehr als 2°Grad bis 2100 im Vergleich zum vorindustriellen Niveau gravierende Folgen haben

Die Erdatmosphäre ist durch den anthropogenen (menschlich zurückzuführenden) Treibhauseffekt einer stetigen schnellen Erwärmung ausgesetzt, die zu vielfach unumkehrbaren Auswirkungen für Mensch und Natur führen. Ursachen für die Erwärmung sind der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Fluorierte Gase. Zu unterscheiden ist der natürliche Treibhauseffekt, der dafür verantwortlich ist, dass die Durchschnittstemperatur der Erde bei etwa +14 °C liegt. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge sie bei etwa −18 °C.

Was passiert bei einer stärkeren Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre?

Treibhausgase lassen die von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung weitgehend ungehindert auf die Erde durch, absorbieren aber einen Großteil der von der Erde ausgestrahlten Infrarotstrahlung. Dadurch erwärmen sich die Treibhausgase und emittieren selbst Strahlung im langwelligen Bereich. Diese atmosphärische Gegenstrahlung bewirkt, dass Energie im Bereich der Erdoberfläche verbleibt und den Treibhauseffekt steigert.

Durch die Globale Erwärmung erwarten Klimaforscher Meereis- und Gletscherschmelze, ein Meeresspiegelanstieg, das Auftauen von Permafrostböden, wachsende Dürrezonen und zunehmende Wetter-Extreme. Die Auswirkungen werden für Mensch und Tier spürbar sein.

Die Höhe und Dauer der Erderwärmung bestimmen das Ausmaß der Folgen. Diese können teils irreversibel sein. Zudem unterscheidet man Kippelemente im Erdsystem, die die globale Erwärmung ihrerseits wieder beschleunigen, etwa durch Freisetzung des Treibhausgases Methan aus den aufgetauten Permafrostböden.

Würde man keine zusätzlichen Maßnahmen treffen, dann wäre ein Temperaturanstieg um mehr als 3% höchstwahrscheinlich.

Die Kosten für den Klimaschutz sind mit großer Sicherheit geringer als die Kosten für die späteren Klimafolgen! Daher sollte man proaktiven Umwelt- und Klimaschutz betreiben. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit.

Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ist eine Basis gelegt, um die globale Erwärmung auf 1,5°Grad zu reduzieren.


Wie viel CO2 verbrauchen die großen Industrienationen?

Mehr als 50% der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger wird von China, USA, Indien und Russland verursacht. Von 1990 bis 2015 stiegen die globalen CO2-Emissionen aus Kohle, Erdöl und -gas von rund 21 auf über 32 Mrd. Tonnen pro Jahr. Mehr als die Hälfte des Zuwachses erzeugte China, das mittlerweile mit ca. 25% als größter CO2 Emittent gilt, gefolgt von den USA (17%), Indien (6%), Russland (5%), Japan (4%) und Deutschland (2,5%).

Werden die Pro-Kopf-CO2-Emissionen ausgewertet, dann rangieren Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi Arabien in 2016 auf den ersten drei Plätzen mit Ausstößen zwischen 30,77t und 16,34 t CO2 pro Kopf. Würde man die drei Staaten rausnehmen, so wären Australien (16t), USA (14,95t), Kanada (14,91t) auf den ersten drei Plätzen, gefolgt von Südkorea (11,5t), Russland (9,97t), Niederlande (9,23t), Japan (9,04t) und Deutschland (8,88t).

China befindet sich mit 6,57t auf dem 14ten Platz. Aufgrund der Bevölkerungszahl von 1,4 Milliarden Menschen ist China allerdings der wichtigste Emittent. Im Durchschnitt verbraucht der Mensch 4,8 t CO2 im Jahr.

https://www.co2online.de/klima-schuetze ... mittenten/
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/ ... 018_bf.pdf
https://de.statista.com/statistik/daten ... einwohner/


Viele Zahlen… Mehr Umweltbewusstsein lokal?! Mehr Umweltbewusstsein global!!!

Durch den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umstieg auf die Erneuerbaren Energien hat Deutschland seine internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz vermeintlich eingebüßt.

Zwischen 1990 und 2017 waren allerdings in fast allen Sektoren rückläufige Emissionswerte feststellbar. Ausgehend von 1251 Tonnen CO₂ - Äquivalenten in 1990 ist der Gesamtausstoß um 27,5% auf 907 Tonnen CO₂ - Äquivalenten in 2017 gesunken. Bis 2030 soll die Reduktion auf 55% vollzogen werden.

Den größten Anteil an den Gesamtemissionen hatte 2017 der Energiesektor mit 35,8%. Es folgen der Industriesektor mit 22,1%, der Verkehrssektor mit 18,4%, der Gebäudebereich (Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) mit 14,6%, der Landwirtschaft mit 8,1% und der Abfallwirtschaft mit 1,1%.

Lediglich der Verkehr ist auf einem konstant schlechten Niveau zu 1990 geblieben. Alle anderen Sektoren weisen Reduktionen zwischen 75% in der Abfallwirtschaft und 22% in der Landwirtschaft auf. So recht habe ich die Zahlen nicht kapiert. Am liebsten würde ich da mal oinen Experten konsultieren..

Ähnlich wie bei den letzten politischen Wahlen drängt das Umweltbewusstsein der Bevölkerung in den Fokus von Gesellschaft, Industrie und letztlich wieder in die Politik. Am Freitag den 20. September tagte das Klimakabinett der Regierung. Zugleich fand vom 21. September bis zum 23. September der UN-Klimagipfel in New York statt. Am 2.Dezember beginnt in Santiago de Chile die UN-Klimakonferenz 2019!

Der Hambacher Forst scheint gerettet zu sein! Als Rheinland-Pfälzer positiv zu bewerten. Ein Symbol der Nachhaltigkeit gegen die Braunkohle erkauft mit Windrädern vor der Dorfkulisse? Green and Grey? Oder Grey and Green? Ein Spannungsfeld welches Feingefühl erfordert. Eigentlich unlösbar. Ich mag die Solidarität der Kumpel untereinander. Ich mag den nachhaltig wirtschaftenden Ökobauer mit Übernachtungsmöglichkeit.

„The world is calling us“(Ursula von der Leyen). Globale Klimaverantwortung als Zukunftschance! Der Ruf der Deutschen und Europäer als Exportweltmeister ist gefragt, wenn es darum geht zukunftsorientierte Technologien und Innovationen zur Verbesserung der Umwelt in anderen Ländern neu einzuführen. Effektiv und Effizient..


Wie geht es weiter mit dem Klima? Erst mal politisch! Schaust aufs Klimakabinett der Regierung

Nach einer knapp 19-stündigen Sitzung einigte sich die Regierung aus SPD und CDU auf ein Maßnahmenpaket mit dem die Bundesrepublik ihre verbindlichen Klimaschutz-Ziele für 2030 schaffen will. Insgesamt hat das schwarz-rote Klimaschutzpaket ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro.

Inhaltlich umfasst das Maßnahmenpaket folgende Punkte

1.) CO₂-Preis: Als zentrales Element soll klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) einen Preis bekommen und Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern - es ist aber ein Einstieg auf einem moderaten Niveau geplant. Die CO₂-Bepreisung soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne CO₂ starten. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen. Erst danach soll der Preis der Verschmutzungsrechte sich über den Markt bilden und innerhalb eines Korridors von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Mit diesen Verschmutzungsrechten müssen nicht die Endkunden handeln, sondern Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern. Trotzdem wird es dadurch an der Tankstelle und beim Heizen teurer.

2.) Höhere Pendlerpauschale: Im Gegenzug für den CO₂-Preis, der dem Staat Milliarden an Mehreinnahmen bringt, soll unter anderem die Pendlerpauschale steigen. Pro Entfernungskilometer sollen demnach 35 statt 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden können - aber erst ab dem 21. Kilometer und befristet bis Ende 2026.

3.) Billigere Bahn- und teurere Flugtickets: Die Koalition will zudem Bahnfahren billiger und Flüge teurer machen. So soll die Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr von derzeit 19 auf sieben Prozent sinken. Im Gegenzug soll die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1. Januar 2020 angehoben werden.

4.) Mehr Elektroautos: Um die schwache Nachfrage nach Elektroautos zu erhöhen, soll die von Bund und Herstellern getragene Kaufprämie erhöht werden - für Autos mit einem Preis von unter 40 000 Euro. Die Kfz-Steuer soll stärker als bisher an den CO₂-Emissionen ausgerichtet werden. Elektroautos werden bis 2025 von der Kfz-Steuer ausgenommen.

5.) Abkehr von Ölheizungen: Wer eine alte Ölheizung gegen ein klimafreundlicheres Modell auswechselt, soll mit einer "Austauschprämie" von bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert werden. Der Einbau neuer Ölheizungen soll von 2026 an verboten sein - "in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist". Für die energiesparende Gebäudesanierung ist eine steuerliche Förderung geplant. Die höheren Energiekosten sollen auch bei staatlichen Leistungen wie Hartz-IV-Zahlungen berücksichtigt werden.

6.) Mehr Ökostrom: Zwar soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms ab 2021 gesenkt werden, aber der Ausbau des Ökostroms soll beschleunigt werden. Derzeit stockt vor allem der Ausbau der Windkraft an Land, weil es lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen gibt. Um die Akzeptanz für neue Windräder zu erhöhen, sollen Kommunen künftig eine finanzielle Beteiligung am Betrieb von Anlagen erhalten. Beim Ausbau von Photovoltaik soll eine bisherige Förder-Begrenzung aufgehoben werden.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/kli ... -1.4609673

Weitere Artikel:
Klima-Ergebnisse der Bundesregierung - Mehr Päckchen als Paket
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 87857.html
Klimapolitik - Enttäuschung über Klimapaket von Union und SPD
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... nett?print



Beitragvon Alex76 » 09.11.2019, 10:59


Nachbesserungen erwünscht? Von der Politik auf den Markt..

Mal schauen wie der politische Prozess weiter geht. Die Gesetzesvorlage wurde von der Bundesregierung eingereicht und geht zur Stellungnahme an den Bundesrat, dann zurück zur Bundesregierung. Der Bundesrat kann eine Gegenäußerung verfassen. Im nächsten Schritt gelangt der Entwurf in den Bundestag.

Wie antwortet der Markt? Hoffentlich mit nachhaltig bezahlbaren Innovationen. Der Mobilsektor ist besonders interessant, da bis heute die Einsparungen zu 1990 quasi bei null liegen. Somit gibt es in diesem Sektor großes Potential bei Einsparungen.

Für die einzelnen Fahrzeugflotten der Autobranche gelten in Zukunft EU-weit strengere Abgaswerte. So soll bis 2021 ein Grenzwert von 95g CO2/km im Schnitt für alle neu zugelassenen Pkw gelten. Durchschnittlich entspricht dies einem Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin pro 100 km. Bis 2030 sollen CO2-Emissionen um weitere 37,5 Prozent sinken.

Um die aktuellen und die in Zukunft zu erwartenden Grenzwerten einhalten zu können, muss sich die Autoindustrie neu erfinden. Die aktuelle Debatte um Zukunftstechnologien in der Politik ist recht komplex, da strategische Entscheidungen zu treffen sind mit einem Horizont von 10 bis 30 Jahren. Zudem gibt es eine individuelle Sicht, aber auch eine volkswirtschaftliche Gesamtbetrachtung.

Auf der individuellen Ebene sind aktuell Kriterien wie Reichweite, Effizienz, Kosten, Tankstellennetz oder Betankungsdauer bei der Wahl des Neuwagens kaufentscheidend. Bei der volkswirtschaftlichen Betrachtung geht es primär um die Energieversorgung und Energiesicherheit. Die Batteriefahrzeuge werden meist zu Stoßzeiten mit dem Stromnetz verbunden, so dass zu gewissen Zeiten ein sehr großer Bedarf an Energie zur Verfügung stehen muss. Demgegenüber kann ein Auto mit Brennstoffzellentechnologie zeitlich und räumlich entkoppelt von der Stromproduktion in kurzer Zeit vollgetankt werden. Dies funktioniert mit der Power to Gas-Technologie: Überschüssige Windenergie oder Solarenergie wird in Wasserstoff umgewandelt und kann gespeichert werden.

Aktuell sagt mir mein Bauchgefühl, dass sich die Batterietechnologie für kleine bis mittlere Autos lohnt. Wohingegen ab einem bestimmten Level die Batterie zu schwer wird. Grüner Wasserstoff könnte gar in Bussen, LKWs und Zügen zum Einsatz kommen.

Aktuell hat der Neuwagenkäufer perspektivisch die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten beim Kauf eines Autos, auch wenn die Infrastruktur zum Teil noch nicht zufriedenstellend ist:

1.) Elektromobilität
Batteriefahrzeuge + direkte Stromnutzung
Brennstoffzellenfahrzeuge + Wasserstoff (Power to Gas)

2.) Verbrennungsmotoren (ICE = Internal Combustion Engine = Motor mit interner Verbrennung) und synthetische Kraftstoffe
ICE-Fahrzeuge + Synthetisches Methan (Power to Gas)
ICE-Fahrzeuge + Synthetische Flüssigkraftstoffe (Power to Liquid)

Mir war noch nicht bewusst, dass die neuen Technologien bereits sehr gut im Fernsehen beschrieben wurden. Speziell die Elektromobilität scheint ausreichend erforscht zu sein. Ein Blick auf den japanischen Markt zeigt wohl die Zukunft im Automobilsektor. Von den deutschen und europäischen Automobilherstellern im Lande sind in der Forschung bereits mehrere Patente angemeldet und verteilt worden, so dass in näherer Zukunft spannende Neuprodukteinführungen zu erwarten sind.

Hier gibt es Informationen zum Stand der Technik und der aktuellen Probleme bei den neuen Technologien:

Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=TswNLBnAPjU

Verlorenes Wissen: Alternative Antriebe | Terra X mit Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=dcrXdvgvhi0

Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=Az-Fr8DkhMQ

VDI/VDE-Studie Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeuge
https://www.vde.com/resource/blob/18752 ... e-data.pdf


Dieselskandal und E-Auto-Hype. Weiterentwicklungen notwendig!

Die nahezu vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung in Deutschland bis 2050 wird durch den Ausbau erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und die schrittweise Abkehr der Verbrennung fossiler Brennstoffe vorangetrieben.

Klimaschutz ist ein Transformationsprozess, der neue Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen kann! Leider werden wohl auch zahlreiche Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben bzw. bei Automobilherstellern dem Wandel zum Opfer fallen. Viele Menschen werden neue Aufgabenbereiche finden.

Was passiert mit der bestehenden Fahrzeugflotte?

Auch hier scheint es Lösungsansätze zu geben, die synthetisch gewonnen Kraftstoff aus CO2 einsetzen! Ob diese Verfahren marktreif sind, bleibt erst mal abzuwarten. Würde dadurch auf sicherem Wege Kohlendioxid und andere Treibhausgase vermieden oder reduziert werden, wäre dies eine gute Sache.

Ich habe nach wie vor die Hoffnung auf einen Green(er) Diesel bzw. Effizienzsteigerungen beim Otto-Verbrennungsmotor als Zwischenlösung auf dem Weg zur Dekarbonisierung 2050. Schafft es die Politik Anreize für Nachbesserungen bzw. für effizientere Methoden zu kreieren, könnte man Arbeitsplätze und Klimapolitik miteinander verbinden.

Durch den Einsatz der Batterie fallen klassische Produktionsschritte und Komponenten weg, die bei konventionellen Verbrennungsmotoren anfallen. Aktuell werden zusätzliche Ingenieure benötigt, um die vielen neuen Modelle zur Marktreife zu entwickeln. Für die alten Antriebe werden weit weniger Ingenieure nachgefragt.

Vergleicht man die verschiedenen (Antriebs-)Technologien, so müsste man die Klimaschutzkriterien um Umweltaspekte erweitern, so dass die Lithiumgewinnung für die Batterien mit sehr hohem Wasserverbrauch einhergehend ebenso ins Auge gefasst wird wie der noch abzusehende Lebenszyklus der Batterien. Was passiert bei der Batterieentsorgung! Werden die verschiedenen Komponenten und Stoffe getrennt? Wie teuer ist dieser Prozess? Eine Entsorgung wie sie in afrikanischen Ländern bei Elektroschrott vollzogen wird, muss man glaubhaft ausschließen! Zum Wohle des Klimas!

Warum die Zukunft nicht in den Elektroautos liegt
https://www.cicero.de/wirtschaft/automo ... utos-liegt

Batteriefahrzeug verliert gegen Brennstoffzelle
https://www.erneuerbareenergien.de/batt ... stoffzelle


XVI. Die Soziale Marktwirtschaft als Motor von Innovationen..

Kurz zusammengefasst schützt die Soziale Marktwirtschaft die Freiheit der Wirtschaft und einen funktionierenden Wettbewerb. Gleichzeitig fördert sie Wohlstand und Soziale Sicherheit in Deutschland.


Die Wirtschaftsordnungen in DDR und BRD

Eingeführt wurde die Soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland von Ludwig Erhard 1948. Mit Beginn der Währungsreform am 20. Juni 1948 begann das vielgepriesene Wirtschaftswunder der Fünfzigerjahre. Die soziale Marktwirtschaft basiert auf einem Wirtschaftssystem, das auf Wettbewerb, Vertragsfreiheit, freie Preisbildung, Privateigentum und Haftung für wirtschaftliche Entscheidungen setzt.

Die Regierung der sowjetischen Besatzungszone leitete die Industrie- und Bodenreform 1945/46 ein, mit der die Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse vorbereitet wurde. Produktionsmittel aus privatem Besitz gehen in die Hand des Staates über. Im Jahre 1948, und noch vor Gründung der DDR am 7.Oktober 1949, wurde der erste Wirtschaftsplan aufgestellt. Man erhoffte sich Planungsvorteile, Rationalisierungen und gesteigerte Produktivität.

Als extremer Kontrast zur Marktwirtschaft etablierte die DDR die Planwirtschaft, die sich sehr stark an der Sowjetunion orientierte. Bei der Planwirtschaft bzw. Zentralverwaltungswirtschaft plant, lenkt und steuert eine zentrale Planungsbehörde die Wirtschaftsprozesse. Dies erfolgt unter politischen und wirtschaftlichen Blickwinkeln. Merkmale der Planwirtschaft sind u.a. Kollektiveigentum an den Produktionsmitteln, zentrale Wirtschaftsplanung, staatliche Festlegung der Preise für Güter und Dienstleistungen und Löhne.

In der Folgezeit litten Europa und speziell Deutschland politisch und wirtschaftlich unter der Teilung in West und Ost. Während die Bundesrepublik das Wirtschaftswunder feiern konnte, offenbarten sich im Osten die Schattenseiten der Planwirtschaft. Eine hoch verschuldete Wirtschaft, deren Produktivität der westlichen Wirtschaft deutlich hinterherhinkte.

Erst mit der Wiedervereinigung am 3.Oktober 1990 und der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
näherten sich Ost- und Westdeutschland wieder einander an.

Aufgaben des Staates in der Sozialen Marktwirtschaft

Auch in der Sozialen Marktwirtschaft hat der Staat Aufgaben zu erfüllen, um eine funktionierende Marktwirtschaft unter sozialen Gesichtspunkten aufrechtzuerhalten:

Der Staat setzt dabei den Rechtlichen Rahmen und ist für die Stabilisierung der Wirtschaftslage verantwortlich. Mit der Vermeidung von Monopolen, Kartellen und Korruptionen soll der Wettbewerb geschützt werden.

Schwächere Regionen und Branchen sollen gefördert werden. Forschung und Entwicklung, Bildung, Technologie, Gesundheit, Kultur, Sicherheit und Infrastruktur befinden sich auch noch im Aufgabengebiet des Staates.

Jedoch verursachen die letztgenannten Aufgaben hohe Kosten, so dass viele Ausgaben für Bund, Länder und Kommunen anfallen. Hier ist überlegenswert, ob sich Private Personen an den Kosten beteiligen, indem sie Teile ihres Vermögens zu Gunsten des Gemeinwohls spenden. Freiwillig! Wenn diese Spende gleichzeitig eine Investition in das Gemeinwohl und die Zukunft ist, wären mit Sicherheit viele Spender zufriedengestellt..

Herausforderungen an die Soziale Marktwirtschaft

Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Sei es die Globalisierung, Digitalisierung, demographischer Wandel, die Entwicklung Europas und die Energiewende.

Dabei ist sozial auch immer mit dem Begriff Fairplay verbunden.

Wie kann eine faire Globalisierung ausschauen?
Wie kann eine faire Digitalisierung erreicht werden?
Wie kann der demographische Wandel fair gestaltet werden?
Wie kann Europa, wie kann die EU fair weiterentwickelt werden?
Wie kann die Energiewende fair strukturiert werden?

Viele Fragen sind nur in Gesprächen mit anderen Ländern zu beantworten. Viele Diskussionen sind subjektiv unterschiedlich zu beantworten.

Hin zur Ökosozialen Marktwirtschaft

Aufgrund der ökologischen Debatte um den Umwelt- und Klimaschutz müsste man die Soziale Marktwirtschaft um eine ökologische Dimension erweitern. Quasi als Ökosoziale Marktwirtschaft!

Die Energiewende sollte so gestaltet werden, dass die Versorgung jederzeit gesichert ist, die Energiepreise wettbewerbsfähig für Unternehmen sind und die Endverbraucher möglichst wenig belastet werden. Ein Anreiz zum Energiesparen sollte konstant gewährleistet und belohnt werden.

Eine neue, breite Gründungsoffensive sichert Jobs. Innovationen, Vielfalt und Einsatzfreude begünstigen neue Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand. Und eine neue Mentalität in Deutschland und Europa. Und sonstwo!

Von der Deutschland AG zur Deutschland GmbH! Aber gemeinnützig solls scho soin...

Ein Schlagwort der letzten Jahre ist Corporate Social Responsibility bzw. soziale Unternehmensverantwortung, welche in die Unternehmen implementiert ist. Hier geht es darum der Gesellschaft etwas zurückzugeben.


XVII. 30 Jahre Mauerfall und die Deutsche Einheit: Bilder sagen mehr als Worte

Vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 existierte die Berliner Mauer und riegelte die DDR von West-Berlin hermetisch ab. Daneben gab es die innerdeutsche Grenze, welche auf 1400km die Staatsgebiete der BRD und der DDR markierte.

Seit der Gründung am 7.Oktober 1949 befand sich die DDR im Jahre 1989 in der größten politischen und wirtschaftlichen Existenzkrise. Die Macht der SED um DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker bröckelte. Entdeckte Manipulationen bei Kommunalwahlen am 7.Mai 1989 sorgten für Proteste in Leipzig, an denen sich zunächst 50 Personen beteiligten.

Am 19. August flüchteten 600 DDR-Bürger beim sogenannten Paneuropäischen Picknick im ungarischen Sopronpuszta spontan in den Westen. Für kurze Zeit war die österreichisch ungarische Grenze aus Anlass einer geplanten Friedensdemonstration Oppositioneller geöffnet. Am 4.September protestierten 1000 Menschen vor der Nikolaikirche in Leipzig und forderten Reisefreiheit. Aus dieser Demonstration entstanden die berühmten Montagsdemonstrationen.

Weitere Ereignisse bis zum Mauerfall:

10.September:
Öffnung der ungarischen Grenze nach Österreich für die ausharrenden DDR-Bürger. Bis Oktober gelangen 50.000 Menschen in die Bundesrepublik.

30.September:
Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet vom Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ Der Rest geht im Jubel unter.

7.Oktober:
In mehreren Städten kommt es am 40. Jahrestag der DDR-Gründung zu Protesten.

9.Oktober:
Bei der bisher größten Montagsdemonstration skandierten 70.000 Menschen in Leipzig: „Wir sind das Volk – keine Gewalt“.

18.Oktober:
Egon Krenz wird Nachfolger von Erich Honecker als Staats-und Parteichef. Honecker wurde von seinen Ämtern entbunden.

3./4.Oktober:
Rund 5.000 Menschen sind in die Prager Botschaft geflüchtet, von wo sie wohl auf Druck der tschechoslowakischen Regierung direkt in die BRD ausreisen konnten. Insgesamt fanden 62.500 den Weg in den Westen.

4. November:
Großdemonstration von 500.000 bis 1.000.000 Menschen am Alexanderplatz in Berlin.

7.November
Rücktritt der DDR-Regierung.

8.November
Umstrukturierung des höchsten Führungsgremiums der SED, das SED-Politbüro.

9.November
Auf einer Pressekonferenz kündigt Politbüromitglied Günter Schabowski beiläufig die Öffnung der Grenzen und die Reisefreiheit an. „Das trifft … nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich.“ Daraufhin bevölkerten schon kurze Zeit später mehrere tausend DDR-Bürger Berliner die Mauer.

Zum Mauerfall am 9. November 2019
https://www.zdf.de/dokumentation/moment ... r-102.html


Nach dem Mauerfall …

Damals nach der DDR (1): Freiheit und Auflösung
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... g-100.html

Damals nach der DDR (2): Aufbruch und Abschied
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... d-102.html

Damals nach der DDR (3): Flitterwochen und Rosenkrieg
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... g-102.html

Damals nach der DDR (4): Einheitsfrust und Einheitslust
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... r-100.html

Damals nach der DDR (5): Schatten der Vergangenheit
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... t-100.html

Damals nach der DDR (6): Aufbruch und Chaos
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... s-100.html


Einigkeit und Recht und Freiheit …

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (1): Einigkeit
https://www.daserste.de/information/rep ... 1-100.html

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (2): Recht
https://www.daserste.de/information/rep ... 2-100.html

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (3): Freiheit
https://www.daserste.de/information/rep ... 3-100.html



Beitragvon Alex76 » 24.11.2019, 00:34


XVIII. IOC und FIFA in der Krise?

Eine Fußballweltmeisterschaft bzw. die Austragung von Olympischen Spielen ist ein friedliches Ereignis, zu dem alle Nationen der Welt herzlich eingeladen sind. Unter dem Motto „Höher, schneller weiter“, sollen die Olympischen Sommer- und Winterspiele den Athleten Auftrieb geben die beste Leistung zu erzielen! Ohne Doping!

Organisiert werden die Großveranstaltungen von der FIFA bzw. dem IOC. Das Finale der Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland sahen 1,12 Milliarden Menschen live. In Privathaushalten, bei öffentlichen Veranstaltungen oder auf digitalen Plattformen haben kumulierte 3,572 Milliarden Menschen die Weltmeisterschaft verfolgt (https://de.fifa.com/worldcup/news/mehr- ... ltmeisters). Ähnliche Einschaltquoten dürften auch die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro weltweit erzielt haben.

Durch die Zeitverschiebung erreichten die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Rio de Janeiro nur noch eine Quote von 61% der Bundesbürger (http://www.dvmf.de/wp-content/uploads/2 ... erhard.pdf). Im Vergleich zu Athen 2004 mit 79,3% und Barcelona 1992 mit 78,5% ist der Rückgang schon alarmierend. Es stellt sich die Frage, ob ein genereller Olympiaboykott von Teilen der Bevölkerung zu konstatieren ist.

Bereits im Vorfeld der Olympischen Spiele sorgte die Begnadigung russischer Athleten für Unverständnis, da die Machenschaften auf ein organisiertes Dopingsystem hindeuteten. So konnten lediglich 271 von 389 russischen Athleten, als sauber deklariert, an den Sommerspielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang 2018 nahmen die russischen Athleten schon nicht mehr unter der russischen Flagge teil, sondern als Olympische Athleten aus Russland.

Eine Entscheidung des IOC für die Athleten und gegen einen Komplettausschlusses Russlands, welche verständlich und konform zur Olympischen Bewegung ist, allerdings bei vielen Zuschauern zu Verstimmungen geführt haben könnte. Ähnlich wie die immensen Kosten für den Bau von Wettkampfstätten in und um Rio de Janeiro.

In Pyeongchang 2018 sorgte der Bau einer nach Olympia ungenutzten Bobbahn für Missfallen und Verdruss. Auch ist die Renaturierung der Olympischen Ski-Abfahrtsstrecke ein zwiespältiges Unterfangen. Natur oder doch ein gesunder Wintersporttourismus basierend auf den Olympischen Winterspielen? Bisher ist beides nicht realisiert.

Zusammenfassend findet sich der IOC in einer Krise, da die Spiele doch häufig mit Doping bzw. Korruption in Verbindung gebracht werden. Explodierende Kosten, bei denen sich die Spiele von Austragung zu Austragung hochschaukeln. Prestige, Machtdemonstration oder korrupter Geldflüsse? Die Spiele laden zum unverhältnismäßigem Geld verdienen ein. Wo ist die Nachhaltigkeit? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Ich stelle es nur mal so in den Raum. Wichtig ist nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. Anders können wir nicht konstruktiv diskutieren. Mag auch sein, dass das Gewissen des ein oder anderen Betroffenen seinen Gerechtigkeitssinn trifft..

Manche Krisen des IOC und der FIFA stehen konträr zur Olympischen Bewegung des IOC bzw. zur Ethischen Verpflichtung der FIFA. Zugute halten muss man den Verbänden, dass man einem allgemeinen Zeitenwandel unterliegt. Doch auch in der heutigen schnelllebigen Zeit sind die Grundgedanken von Pierre de Coubertin wichtig!

Blick auf das Internationale Olympische Komitee (IOC)

Das IOC ist eine nichtstaatliche Organisation in der Rechtsform eines Vereins, welches ihren Sitz im schweizerischen Lausanne hat. Zweck des Vereins ist die Organisation und Betreuung der Olympischen Spiele der Neuzeit.

Die historischen Wurzeln des IOC fußen auf einem internationalen Sportkongress vom 16. Juni bis 23. Juni 1894 in Paris, der im Nachgang als erster Olympischer Kongress bezeichnet wurde und sich mit der Wiederaufnahme der Olympischen Spiele beschäftigte. Der Pädagoge Baron Pierre de Coubertin war von der erzieherischen und sozialisierenden Wirkung des Sports überzeugt. Mit der Wiederbelebung der olympischen Spiele der Antike sah er die Chance Völker und Nationen einander näher zu bringen, um gemeinschaftliche Projekte anzugehen und Frieden sowie internationale Verständigungen herbeizuführen.

Am 23.Juni 1894 wurden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahre 1896 in Athen beschlossen. Offiziell wird der Abschlusstag des Kongresses als Gründungsdatum des IOC angesehen. Die Zusammensetzung des Vereins sollte zur Hälfte aus Mitgliedern der Sportbewegung sein, die andere Hälfte aus herausragenden Persönlichkeiten mit Sportinteresse.

Von vielen Menschen wird das IOC als Altherrenclub tituliert, was aufgrund eines Altersdurchschnitts von 67,1 Jahren im Jahr 1980 nicht falsch ist. Zu Beginn, im Gründungsjahr 1894, betrug das Durchschnittsalter 38,1 Jahre. Zur Verjüngung des IOC wurde 1999 eine Altersbeschränkung auf 70 Jahre beschlossen.

Um in den erlesenen Kreis der Mitglieder aufgenommen zu werden, existiert ein Vorschlagrecht für Kandidaten beim Executive Board, das sich von einer Nominierungskommission beraten lässt. Regulär beträgt die Amtszeit 8 Jahre. Eine mehrfache Wiederwahl ist möglich.

Nach der Wahl muss der Olympische Eid geleistet werden, in dem sich die Mitglieder den Inhalten der Olympischen Charta verpflichten und ihre Unterstützung für die Olympische Bewegung zusichern.

Aktuell (Stand: August 2018) besteht das IOC aus 140 Personen, darunter 96 stimmberechtigte reguläre Mitglieder, 41 Ehrenmitglieder, 2 Mitglieder ehrenhalber und 1 Ehrenpräsident. Unter den IOC Mitgliedern befinden 51 Teilnehmer Olympischer Spiele von denen 35 Medaillen gewonnen hatten.

Wichtig zu begreifen, dass die Mitglieder das IOC in ihrem Land vertreten, nicht aber ihr Land im IOC. Für letzterem sind die Nationalen Olympischen Komitees (NOK) zuständig. Sie vertreten die Interessen des jeweiligen Landes im Internationalen Olympischen Komitee. Zudem repräsentieren und organisieren sie die Olympische Bewegung auf nationaler Ebene. Aktuell gibt es 206 NOKs.

Die „Olympische“ Organisationsstruktur

Seit der ersten Amtszeit des Griechen Dimitrios Vikelas von 1894 bis 1896 ist Thomas Bach der erste deutsche Präsident des IOC. Seine Vorgänger waren Persönlichkeiten wie Jacques Rogge, Juan Antonio Samaranch oder der wohl bekannteste Pierre de Coubertin.

Oberstes Organ des IOC ist die IOC-Session, eine jährlich stattfindende ordentliche Versammlung und das oberste Organ des IOC. Eine außerordentliche Versammlung kann durch den Präsidenten oder auf schriftlichen Antrag von einem Drittel der Mitglieder einberufen werden. Bei einer IOC-Session werden Präsident und alle Mitglieder, Ehrenmitglieder und Ehrenpräsidenten des IOC gewählt. Ebenso können Beschlüsse über Änderungen der Olympischen Charta beantragt werden. Die Wahl der Gastgeberstädte für die Olympischen Spiele wird ebenfalls auf den IOC-Sessions abgehalten.

Der Präsident des IOC ist gleichzeitig Mitglied des IOC Executive Board (Vorstand) zusammen mit vier Vizepräsidenten und zehn weiteren IOC-Mitgliedern, die auf der IOC-Session durch geheime Wahl für vier Jahre bestimmt werden. Seit 1921 hat das Executive Board die übergeordnete Verantwortung für alle Verwaltungsaufgaben, die Finanzen, die internen Regularien und die Handlungsweisen des IOC. Die wichtigsten Aufgaben des IOC Executive Board sind die Auswahl der für die Olympischen Spiele kandidierenden Bewerberstädte und die Aufsicht über die Einhaltung der Olympischen Charta.

Sowohl aus IOC-Mitgliedern als auch aus den angeschlossenen Sportorganisationen, Vertretern der Nationalen Olympischen Komitees, Athleten und weiterer Ratgeber können Kommissionen gebildet werden, die bei den vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten den IOC Vorstand unterstützen. Die Kommissionen werden vom Präsidenten des IOC eingesetzt. Beispiele sind z.B. die Athletenkommission, Ethikkommission, Finanzkommission, Kommission für das olympische Programm, Kommission für die Koordination der Olympischen Spiele, Kommission für die Medienrechte, Medizinische Kommission. Aus den Konfessionen resultieren Berichte und Empfehlungen, die dem IOC Executive Board vorgelegt werden.


Kopf und Herz: Olympische Charta und die Olympische Bewegung

Die Olympische Charta

Erstmals wurden 1908 Ziele der Olympischen Bewegung schriftlich definiert und Gewohnheiten für IOC-Sitzungen festgeschrieben. Nach einer IOC-Session in Rom 1924 wurden die Beschlüsse systematisch zusammengetragen. Es war das erste Regelwerk, das verbindliche Vorgaben für die internationalen Sportverbände und Organisationskomitees enthielt. Zudem beschäftigt sich die Charta mit dem Ablauf der Olympischen Spiele. Insgesamt umfasst die Charta fünf Kapitel und 61 Artikel und ist verbindliches Regelwerk.

Aus der Charta ist ein allgemeiner Verhaltenskodex und ethische Verhaltensgrundlagen ablesbar, nach denen sich die Mitglieder des IOC zu richten haben. Die Charta gibt auch Ansatzpunkte für gesellschaftliches Verhalten, in welcher der Sport, die Olympischen Spiele und die olympische Bewegung ein bedeutsamer Bestandteil sein sollten.

Stetig wird die Charta auf sportpolitische und gesellschaftliche Neuerungen angepasst, wenngleich fundamentale Prinzipien nachhaltig geschützt werden. Dazu zählen olympische Werte wie Fairness und Chancengleichheit, Respekt und Toleranz. Daraus abgeleitet ist die Verpflichtung zum Kampf gegen Doping, Manipulationen und Diskriminierung jeder Form.

Anders als bei der klassischen Vereinssatzung gleicht die Olympische Charta eher einem Manifest, welches Ziele und Absichten der Olympischen Bewegung offenbart.
Olympic Charter 2019:
https://stillmed.olympic.org/media/Docu ... 1525855277

Die Olympische Bewegung

Mit dem von Pierre de Coubertin geprägten Begriff Olympismus sind philosophische Ansätze verbunden. Auf individueller Ebene soll der Olympismus die körperliche Stärke, die Willenskraft und den schöpferischen Geist zu höchster Perfektion führen. Diese Perfektion könne nur in echter sportlicher Gesinnung, während friedlicher Wettkämpfe, bei der alle Völker und Nationen vertreten sind, zum Ausdruck gebracht werden.

Das IOC begann die Olympische Bewegung zu verbreiten und voranzutreiben. Ziel ist es mit der Olympischen Bewegung einen Beitrag zum Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt zu leisten. Ohne Diskriminierungen soll der Sport die Jugend der Welt im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fair Play zusammenführen.

Mit der Olympischen Bewegung ist eine Vielzahl von Aktivitäten verbunden, der die teilnehmenden Organisationen verpflichtet sind. Dazu gehören Förderung des Frauensports, Kampf gegen Diskriminierung und Doping. Weitere Aktivitäten sind:
• Kooperation mit öffentlichen und privaten Organisationen zur Integrierung des Sports als Nutzen für die Menschheit
• Unterstützung der ethischen Werte im Sport und des Fair Plays
• Vermittlung zwischen nationalen und internationalen Sportorganisationen zur Unterstützung des allgemeinen Sports und von Wettkämpfen insbesondere
• Widerstand gegen alle Formen kommerzieller Ausbeutung des Sports und der Athleten

Ihren Höhepunkt erreicht die Olympische Bewegung bei den Olympischen Sommer- und Winterspielen, die alle vier Jahre stattfinden. Für ca. zwei bis vier Wochen konzentriert sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Stadt, eine Region bzw. ein Land, was ohne die Olympischen Spiele schwer möglich wäre.

Aufgrund dessen sind die Rechte an den Olympischen Spielen und das olympische Eigentum sehr teuer. Neben den Wettkämpfen generieren die Olympischen Spiele weitere vielgesehene Zeremonien wie Eröffnungsfeier, Medaillenverleihungen und Schlussfeier.

Zu den olympischen Symbolen gehören die olympische Fahne, der olympische Wahlspruch „citius, altius, fortius“ (Latein für „schneller, höher, stärker“), Olympische Embleme, Die olympische Hymne und das olympische Feuer, olympische Fackeln.



Beitragvon Alex76 » 05.12.2019, 20:24


Generationenverbindende Spiele

Es gibt in unserer Gesellschaft verschiedene Gruppen. Anhand des Alters kann man die Veteranen, Baby-Boomer, Generation X, Generation Y, Generation Z und bald Alpha unterscheiden. Recht vielfältig und anstrengend die Olympischen Spiele für diese Bandbreite an potenziellen Zuschauern interessant darzubieten, wo die verschiedenen Generationen mit unterschiedlichen Technologien aufgewachsen sind. War für die Generation der Baby-Boomer eine TV-Übertragung des Endspiels um die Fußballweltmeisterschaft 1954 faszinierend und prägend, ist für die Generation Y das Smartphone/Tablet Standard im täglichen Leben. Der Konsumaugenblick, vielleicht mag man es als Konsumgenuss bezeichnen, ist wesentlich kürzer geworden. Oder etwa doch nicht?

Generell haben sich bei den einzelnen Generationen die Startbedingungen geändert. Die älteren Personen, die vor 1945 zur Welt gekommen sind, können noch von Kriegserlebnissen erzählen. Damals als man mit der Feindschaft konfrontiert wurde. Mittlerweile stirbt die Generation derjenigen aus, die den 1.Weltkrieg noch erlebt haben. Und auch nur wenige Kriegsveteranen des 2.Weltkrieges können von ihren Erlebnissen an der Front berichten. Es floss viel Wasser entlang der Mosel und viele kulturelle Begegnungen zeugen mittlerweile von einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich, woraus eine mittlerweile sehr lange Beziehungen geworden ist, die zusammen mit 28 Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union mündete.

Ich ertappe mich selber wie ich in der Straßenbahn ältere und jüngere Menschen beobachte, die im Laufe der Jahre immer wortkarger sich gegenüber sitzen. Teils auch nebeneinander. Es fühlt sich nicht gut an. Ich muss auch häufiger an eine ältere Person denken, die immer freudestrahlend mich begrüßte und zu einem kleinen Plausch zu haben war. Gott habe sie selig!

Daher würde ich gerne Danke sagen den älteren Mitmenschen, die das Land aus Schutt und Asche wieder aufgebaut haben, zu blühenden Gärten verhalfen und mit außerordentlichen Leistungen in Kunst, Kultur und Sport ein Wir-Gefühl im Land schufen. Teils über die Grenzen hinaus. Mit Kontroversen, so wie es in einer lebendigen Gesellschaft eben Usus ist. Leider ohne den griechischen Ouzo als Zeichen der Gastfreundschaft auf Kosten des Hauses. Mei holt noch Entwicklungspotential.. Dafür eine Generation mit dem Gedanken an die Jugend, zum Verzicht bereit und zum Sparen animierend.

Genug des Pathos. Die heutige Jugend definiert sich selbstbewusst und individuell. Mit Smartphone bewaffnet im alltäglichen Miteinander. Deutlich kommunikativer. Reisewütig im globalen medialen und realen Jetlag. Früher war es schwieriger zu publizieren. Man musste einen Verleger finden. Man musste einen TV-Sender finden. Man musste am besten bereits etabliert sein. Oder einen oder mehrere Unterstützer finden. Youtube, Facebook und Co. machen es heuer leichter viele Schritte auf einmal zu nehmen.

Früher gab es die Erziehung, heuer gibt es die Marktforschung. So ein bisserl Erziehung ist gar nicht so verkehrt. So ein bisserl Anstand. So ein bisserl weniger Grantigkeit, weniger Hass im Web.

Was sagt eigentlich PISA zu unseren Schülern und Schülerinnen?
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/s ... 99249.html

Die Spitzenpositionen nicht erreicht. Mei. Wos solls! Auf ein Neues. Ich hoffe trotzdem, dass die generationenübergreifende Anerkennung sich durchsetzen wird. Sich gegenseitig wiederfinden. Zur Entspannung des Bildungssektors und der Sicherung des Rentensystems! ;-)

Aber auch das Herz der Gesellschaft! Viele ältere Menschen sind ehrenamtlich tätig und erfüllen soziale Aufgaben, die der Staat nicht leisten kann. Für Obdachlose oder sozial schwächere Personen, aber auch in Vereinen. Beim Mittagstisch und bei den Schulaufgaben..
Die Schlacht um PISA ist noch nicht verloren!


Nachtrag: XV. Time For Change!

Blick auf das Internationale Klima: UN-Klimakonferenz in Madrid

Die fundierte Berichterstattung über den Klimawandel in den Medien ist niederschmetternd. Der Klimawandel kann nur abgeschwächt werden, wenn wir unser CO2-relevantes Verhalten ändern. Weltweit! Nebenbei auch noch Methan und alle anderen Klimaschädlichen Treibhausgase mindern.

Nach den politischen Unruhen in Santiago de Chile wurde die UN-Klimakonferenz kurzerhand nach Madrid verlegt, wo vom 2.12. bis zum 13.12.2019 die teilnehmenden Nationen um nachhaltige Vereinbarungen ringen, den Temperaturanstieg auf wenigstens 2Grad zu beschränken. Eigentlich schon deutlich zu hoch!

Zwischenzeitlich hat die EU den Klimanotstand ausgerufen, um europaweit die Dimensionen und Auswirkungen des Klimawandels ins Bewusstsein zu rücken. Das Thema spaltet ganze Nationen. Ob in Deutschland lokal oder in Europa, Amerika, Russland oder Australien. Hoffentlich wird sich China verpflichten ebenfalls an einem ambitionierten Vertrag teilzunehmen.

Mit welcher Abschlusserklärung verabschieden sich nun die Länder?

Krisen meistern! Mit dem Sport…

Der Sport trägt mit seinen weltumspannenden Veranstaltungen viele Werte in die jeweiligen Gesellschaften und ist somit ein Treiber von Veränderungen. So sind aktuell offizielle Fußballländerspiele der iranischen Nationalmannschaft auch für Frauen im Stadion gestattet. Ob sich hier eine grundlegende Veränderung der Frauenstellung im Iran abzeichnet, ist noch nicht ersichtlich.

Sehr dringend ist ein Umdenken beim Klimaverhalten. Hier muss der Sport intervenieren und nochmals an alle appellieren ein Umdenken anzustoßen. Kleine Änderungen, die große Wirkungen entfalten können!

Hierunter fällt z.B. auch ein Interview von Biathlet Arndt Pfeiffer zur CO2-Bilanz: «Wir sind Umweltsünder:
https://www.faz.net/agenturmeldungen/dp ... 09712.html
https://www.zeit.de/sport/2019-11/arnd- ... e-spaltung

Der Sport erreicht Menschen, die vielfach schwer zu erreichen sind. Hier gilt es zu sensibilisieren und die Leute mitzunehmen.

Umweltbewusstsein im Sport auch für den Kicker ein Thema:
https://www.kicker.de/757303/slideshow/ ... ans_reisen

Wie viel verbraucht die Fußballbundesliga? Hierbei werden die CO2-Emissionen der Auswärtsfahrer der Bundesligisten hochgerechnet. Als Durchschnittswert wird ein Verbrauch von 6,8 Litern herangezogen.
Auch die DFL als Verband wird in die Verantwortung gezogen:
https://www.kicker.de/757493/artikel/nu ... fl_waechst

Die Erdbevölkerung wächst jährlich um 80 Millionen Menschen, die irgendwann Essen, Wohnen, Lernen, Arbeiten, Mobilität und Kommunikation fordern. Waren es 1900 1,65 Mrd. Menschen auf der Erde, so sind es im November 2019 rund 7,75 Milliarden Menschen. Klimawandel bleibt in den nächsten Jahren akut!

Very very British…

… müssen dann auch Lösungen sein, um eine stetige Aufmerksamkeit auf den Umwelt- und Klimaschutz zu lenken! Ob EU-Austritt oder nicht – hoffentlich nicht – verspreche ich die Fußballweltmeisterschaft nach Hause zu holen! Nach Great Britain.

I hob auch scho mit dem Beckenbauer Franz sprechen wollen. Vielleicht klappt´s ja noch? Besser net! Sonst host nochher noch die Staatsanwaltschaft am Hals. Wie sog I´s der FIFA? Mit oinem Geldkoffer oder doch der goldenen Uhr? Oder doch Plan A:

Ein Fußballmärchen vor Weihnachten 2022? Oder erst 2026!

Letzteres könnte zur Folge haben, dass die Weltmeisterschaft 2022 in Groß Britannien stattfinden könnte. Für die Briten wäre es ein Weihnachtsgeschenk scho in 2019.

Die Austragung einer Weltmeisterschaft ist mit sehr vielen Anforderungen und Aufgaben verbunden, um bei den Fans ein unvergessliches Ereignis zu zaubern. Durch die vielen Fernsehrechteeinnahmen der Premier League wurden nicht nur Superstars finanziert, vielmehr wurden auch einige größere Stadionbauten realisiert, welche die hohen Anforderungen von UEFA und FIFA erfüllen.

Sehr viel Geld wurde in Katar in den Bau der acht Weltmeisterschaftsstadien investiert, die sich alle in maximaler Entfernung von 60 Kilometer befinden. In der Hauptstadt Doha werden vier Stadien liegen. Vier weitere Stadien verteilen sich in Städten der näheren Umgebung. Nehme man die WM 2006 als Vergleich, so würden in Rheinland-Pfalz acht Stadien entstehen. Dabei kämen sechs auf ein Fassungsvermögen von mehr als 40.000 Zuschauern, eins auf 60.000 Zuschauern und das größte Stadion auf 86.250 Zuschauern.

Der Vergleich mit Rheinland-Pfalz ist gar nicht mal so abwegig. In Katar leben insgesamt 2,7 Millionen Einwohner, wovon 587.000 Einwohner in der Hauptstadt Doha wohnen. Die Metropolregion um Doha umfasst knapp eine Million Menschen. 11.607 km² in Katar stehen 19.854 km² in Rheinland-Pfalz als Fläche gegenüber.

Die Fußballstadien in Rheinland-Pfalz sind bei weitem nicht so groß wie in Katar. Das Fritz-Walter-Stadien in Kaiserslautern hat ein Fassungsvermögen von 48.500 Zuschauern und auch in Mainz passen lediglich 34.000 Zuschauer in die dortige Arena. Je nach sportlicher Leistung sind die Stadien mindestens zur Hälfte ausgelastet.

Ist Rheinland-Pfalz mit knapp 4.100.000 Einwohnern im Vergleich zu Katar mit 2.700.000 Einwohnern deutlich größer, so fällt es schwer an die Nachhaltigkeit der Fußballweltmeisterschaft in Katar zu glauben.

Wie will Katar die Stadien mit Leben füllen? Zur Weltmeisterschaft dürfte die Auslastung sehr hoch sein, gilt Katar bzw. die Hauptstadt Doha als attraktives Reiseziel. Nach der Weltmeisterschaft könnte das Lusail Iconic Stadium mit seinen 86.000 Zuschauerplätzen Austragungsort für internationale Freundschaftsspiele von europäischen Clubmannschaften sein. Alle anderen Stadien werden es schwer haben.

Zum eingereichten Konzept für die WM 2022 in Katar gehört, dass zwei von acht Stadien in Entwicklungsländer wiederaufgebaut werden. Das Doha Port Stadion mit einer Kapazität von 45.000 Plätzen wird komplett abgebaut und gespendet. Die Tribünen des 60.000 Zuschauer fassenden Al-Khor Stadions sollen ebenfalls in Absprache mit der FIFA an Entwicklungsländer gespendet werden.

Die Intention ist sehr positiv zu werten. Würde sie die Nachhaltigkeit auf weitere Länder ausdehnen, die nicht in der Lage sind, Kosten für größere Stadien aufzubringen.

Dem stehen aber kritische Punkte der WM 2022 gegenüber, die weiterhin ein schlechtes Bild auf den Gastgeber werfen:

1.) Die Fußballweltmeisterschaft findet zwischen Ende November bis Ende Dezember 2022 statt. Viele Fußballfans in Europa können mit einer WM zu dieser Jahreszeit wenig anfangen. Sind die Weltmeisterschaften doch in den Sommermonaten beheimatet. Grillen, Sommerpartys und heiße Nächte in Kombination mit der WM gelten als europäische Tradition einer gelebten Fußballkultur. Die WM 2022 ist ein tiefer Einschnitt in diese Tradition und müsste unter anderen Voraussetzungen „gelebt“ werden. Positiv gelebt!

2.) Internationale Kritik rief die korrupte Abstimmung hervor. Viele europäische Zeitungsartikel und Kommentare beziehen sich auf das wenig transparente Abstimmungsverhalten der Mitglieder des FIFA-Exekutivausschusses. Die Sunday Times konnte zeigen, dass Vertreter von Tahiti und Nigeria ihre Stimmen für die WM-Vergabe zum Kauf anboten.

3.) Katar ist ein fußballerisches Entwicklungsland. Eine gewachsene Fußballtradition mit Clubstrukturen besitzt Katar nicht. Zum Zeitpunkt der Vergabe nahm Katar in der FIFA-Weltrangliste Platz 113 ein. Kürzlich errang man den Asienmeisterschaftstitel 2019. Ein Lichtblick?

4.) Die Arbeitsbedingungen auf Baustellen in Katar sind erschreckend schlecht. Viele Inder und Nepalesen arbeiten unter erschwerten Bedingungen bei Temperaturen von ca. 50 Grad. Insgesamt befinden sich 2 Millionen Gastarbeiter aus Indien, Nepal und Bangladesch in Katar.

Sport Inside berichtete von katastrophalen Wohn- und Arbeitsverhältnissen für Arbeiter, die jenseits der üblichen Presseanlaufpunkten zu finden sind. Viele Arbeiter sind machtlos bei nicht ausbezahlten Löhnen. Besonders trifft dies Familien in der Heimat, denen die Existenzgrundlage für Frau und Kinder entzogen wird.

In einer größeren Studie des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) 2014 wurden pausenloses Arbeiten bei 50 °C Hitze, mangelnde Ernährung, fehlendes Trinkwasser, ungenügende Arbeitssicherheit, medizinische Unterversorgung und Gewalt gegen Arbeitende aufgeführt.

Katar hat zumindest nachgebessert. So wurde das Kafala-System 2014 reformiert, so dass es den Arbeitgebern verboten ist die Reisepässe einzubehalten. 2015 wurde ein Elektronisches Bezahlsystem eingeführt und 2017 eine Mindestentlohnung von ca. 150€ im Monat.

Für weitere Unstimmigkeiten wurde 2018 ein Schlichtungskomitee eingerichtet. Neben den Arbeitsbedingungen bemängeln Menschenrechtsorganisationen den Umgang mit Homosexualität im Wüstenstaat.

Fazit:

1. Sollten diese Reformbemühungen dauerhaft in der Baubranche realisiert werden, dann hätte die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft einen positiven Nutzen. Ob der Staat Katar die Gastarbeiter ausbeutet kann ich nicht abschließend bewerten.

2. Die Stadien in Katar sind gebaut. Investitionen in die Infrastruktur geleistet und die Organisation geplant. Würde diese auch in 2026 noch bestehen? Würde Katar 2026 die Kritiker verstummen? Würde die Fußballtradition in Katar nachhaltiger?

3. Die Stadienarchitekturen scheinen deutlich futuristischer zu werden mit neuesten Funktionalitäten wie Solarenergie zur Kühlung der Stadien. Für eine Sportliche Nachnutzung überdimensioniert.

Links:
http://botschaft-katar.de/wm-2022/bewer ... d-konzept/
http://botschaft-katar.de/wm-2022/stadien/

Leichtathletik WM in Doha…

…vor leeren Rängen. Tiefe Depression im Wüstenstaat. Grau in Grau mit Laserschau
https://web.de/magazine/sport/fussball/ ... 2-34062508

Viel Kritik an Stimmung in Doha: Leichtathletik-WM in Doha/Katar
Kaum Zuschauer, wenig Stimmung und deutliche Kritik der Sportler: Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha sind ein atmosphärischer Tiefpunkt. Das wirft seinen Schatten voraus auf die Fußball-WM 2022 in Katar?
https://www.zdf.de/sport/leichtathletik ... r-100.html

Am spektakulärsten bei Leichtathletikweltmeisterschaften ist das 100-Meter-Finale. Lediglich 10.000 Zuschauer waren im Stadion vertreten, als es darum ging einen Nachfolger von Superstar Usain Bolt zu krönen. Der 23-jährige US-Amerikaner Christian Coleman setzte sich in der Jahresweltbestzeit von 9,76 Sekunden klar vor Titelverteidiger Justin Gatlin aus den USA (9,89 Sekunden) durch.

Auch der überraschende Triumph von Niklas Kaul im Zehnkampf fand in katarischer Ruhe statt. Oder sollte man es als cool(nes) bezeichnen! Mit 21 Jahren kommt der jüngste König der Leichtathleten aus Rheinland-Pfalz. Cool ist das scho!

Cool wäre auch das Wiedersehen mit den ärmsten der Armen. Ob Mensch, ob Tier. Hier der Eisbär!

Erlebnis Erde: Auf Wiedersehen Eisbär!
https://www.daserste.de/information/rep ... r-100.html



Beitragvon Alex76 » 10.12.2019, 23:30


XIX. Deutsche Handballnationalmannschaften vor der EM 2020 und den Olympischen Spielen 2020 in Tokio: Eine Bestandsaufnahme

Handball-WM der Frauen in Japan

Aktuell spielen die deutschen Handballfrauen bei der Weltmeisterschaft 2019 in Japan. Es geht auch um die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Vom 30.11.2019 bis zum 15.12.2019 heißt es daher Daumen drücken. Aktuell hat man in Gruppe B am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Holland die Teilnahme an der Hauptrunde gesichert und auch eine gute Aussicht auf das Halbfinale.
https://www.kicker.de/frauen-weltmeiste ... ag/2019/-1

Die Männer bei der Handball-EM im Schnee

Auch für die Männer bahnen sich im nächsten Jahr große sportliche Herausforderungen an. Zunächst lockt die Handball-EM 2020 nach Österreich, Norwegen und Schweden. Gleich drei wintersportbegeisterte Länder, die Gastgeber für insgesamt 24 europäische Nationen sind! Ein Blick auf Europa im Schnee.. Nach der Weltklimakonferenz in Madrid Motivation für weitere Anstrengungen im Klimaschutz.

Die Auslosung bescherte Deutschland in der Vorrundengruppe C Spanien, Lettland und die Niederlande. Das erste Spiel findet am 9.1.2020 gegen den Nachbarn aus Holland statt. Austragungsort ist Trondheim, wo auch die starke Gruppe D mit Frankreich, Norwegen, Portugal und Bosnien/Herzegowina gastiert. Weitere Spielorte sind Graz, Wien, Malmö und Göteborg.

9 Spiele in nur 18 Tagen, wenn man sich für das Halbfinale qualifiziert. Ein Mammut-Turnier mit 24 Nationen. Hier finden sich Spielplan, Spielorte und Modus:
https://www.sportschau.de/weitere/handb ... n-100.html
https://www.kicker.de/europameisterschaft-hb/spieltag

Große Belastungen und Verletzungen: Die Vielspieler in den Nationalmannschaften

Nach der Handball-EM ist gleichzeitig vor den Olympischen Spielen in Tokio. Daher ist auch die Belastung für die deutschen Nationalspieler sehr hoch. Aktuell fällt leider Simon Ernst (Kreuzband), Steffen Weinhold (Anriss der Plantar-Faszie im linken Fuß) und Sebastian Heymann (Kreuzband) aus. Es wäre schön, wenn diese Spieler bis zu den Olympischen Spielen in Tokio wieder fit wären.

Generell ist die Belastung für Nationalspieler, die mit ihren Clubs im internationalen Wettbewerb stehen, sehr hoch. So demonstrieren auch zahlreiche Nationalspieler unter dem Motto „Don´t play the players“ gegen die Strapazen:
https://www.youtube.com/watch?v=y1gwMOpEKrg

Wie ist die aktuelle sportliche Form?

Eine gute Bestandsaufnahme lieferten die zwei Begegnungen gegen Kroatien in Zagreb am 23.10.2019 sowie beim Tag des Handballs am 26.10.2019 in Hannover.

Leider gibt es vom ersten Spiel keine Aufzeichnung im ZDF. Daher ganz kurz ein Fazit aus der Liveberichterstattung: Zugegeben die deutsche Nationalmannschaft hat in Kroatien ein gutes Spiel abgeliefert mit zahlreichen Neuzugängen. Das Spiel Kroatien - Deutschland endete 25:26 (12:13). Unerklärlich allerdings die Schwächephase ab der 43. Minute als man einen 21:16 Vorsprung innerhalb kürzester Zeit verspielte, so dass Kroatien in der 49.Minute gar die Führung zum 22:21 erzielte. In meiner Erinnerung gab es hier und da noch spielerische Defizite, allerdings deuten zwölf verschiedene Torschützen auf eine mannschaftliche Vielfalt an Qualität.

Zur Not stünde Julius Kühn brachial zur Verfügung, so wie man das beim 26:25 von Melsungen gegen die Eulen aus Ludwigshafen 4 Sekunden vor der Schlusssirene sehen konnte.

Das zweite Spiel gegen Kroatien fand am Tag des Handballs in Hannover statt. Zunächst spielte die deutsche Herrenmannschaft gegen Kroatien. Danach trugen die Damen Ihre Begegnung gegen die kroatische Damenmannschaft aus, die mit 32:23 für Deutschland endete. Hier kann man das Spiel der Herrenmannschaft nochmals anschauen:
https://www.sportschau.de/weitere/handb ... r-100.html

Es war ein spannendes Spiel von der ersten bis zur letzten Minute. Am Ende sorgte ein gehaltener 7-Meter von Torhüter Quenstedt in der letzten Aktion für eine euphorische Stimmung in der Arena Hannover. Das Spiel ging mit 24:23 an Deutschland. Die Mentalität in der Mannschaft scheint zu stimmen.

Während des Spiels zeigten sich die Kroaten als ein ebenbürtiger Gegner, der besonders in den lang ausgespielten Angriffen seine Chancen witterte. Viele Wechsele im Rückraum sowie das Auflösen zu zwei Kreisspielern stellte die deutsche 6:0 Abwehr vor Herausforderungen. Auch wenn die kroatische Offensive recht statisch im Vergleich zur deutschen Mannschaft wirkte, wurden die Chancen teils sehr gut und routiniert herausgespielt. So stand es zur Halbzeit 11:13.

Der deutsche Angriff strotze in der 1. und 2. Halbzeit vor Tempohandball. Sobald Abwehr oder Torhüter den Ball erkämpfte, ging es mit Volldampf nach vorne. Im Positionsangriff setze der Bundestrainer Christian Prokop auf der Mitteposition Fabian Wiede und Paul Drux ein. Ein klassischer Spielmacher wird bei der Europameisterschaft fehlen, da Martin Strobel nach Verletzung noch nicht fit ist. Michael Kraus wohl keine Option. In der zweiten Halbzeit konnte Torhüter Quenstedt mit vielen Paraden den Rückstand in einen knappen Sieg münzen,

Wenn auch noch nicht alles klappte, kann man gespannt sein, wie sich die 6:0 Abwehr im Laufe des Turniers präsentieren wird. Kroatien wirkte sehr eingespielt und hatte mindestens drei Pfostentreffer und weitere gut herausgespielte Chancen, die ungenutzt blieben. Daher muss man die zwei Siege realistisch einschätzen.

Der vorläufige EM-Kader der Herren setzt sich aus 28 Spielern zusammen, der bis zur EM auf 16 Spieler gekürzt werden muss.
https://www.kicker.de/764294/artikel/em ... 28er_kader

Im Falle einer verpassten direkten Olympia-Qualifikation würde Deutschland in Berlin ein Turnier um einen Startplatz in Tokio spielen.

Handball in den Vereinen

Weiter oben schon aufgezeigt ist die Belastung aus verschiedenen Partien national, häufig auch international doch sehr groß. Handball kommt erst nach Fußball in das öffentliche Interesse zusammen mit weiteren Mannschaftssportarten. Früher gab es ein Topspiel der Handballbundesliga auf DSF (oder heuer Sport1). Heuer kann man auf Sky jede Partie einzeln und als Konferenz am Donnerstagabend bzw. sonntags anschauen. Zudem gibt es am Samstagabend ein weiteres Spiel.

International vertreten die SG Flensburg/Handewitt und der THW Kiel die Handballbundesliga in der Championsleague, wo sich namhafte Gegner wie FC Barcelona, PSG, Montpellier, Kielce, Veszprem oder Skopje gegenüberstehen. Daneben gibt es den EHF-Cup vertreten mit den deutschen Vereinen Füchse Berlin, SC Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen und der MT Melsungen. Es klingt nach Abenteuerreisen quer durch Europa. Aber auch nach langen Auswärtsfahrten und wenig Regenerationszeit. Persönlich fände ich es natürlich eher besser zu Reisen und zu Spielen. Lieber als zu Trainieren. Nun ja. Mittlerweile erkennt das TV das Potential, welches im internationalen Handball schlummert.
https://www.sportschau.de/weitere/allge ... f-100.html

Die Handballbundesliga genießt im hohen Norden einen besonderen Stellenwert. Was im Fußball Schalke gegen den BVB ist, wäre im Handball THW Kiel gegen SG Flensburg-Handewitt.

Mittlerweile tummeln sich in der 1. und 2. Bundesliga sehr viele ruhmreiche Vereine. Aber auch kleinere Vereine wie Balingen/Weilsteten. Die Bundesliga bietet interessante Spiele, die zu einem Besuch bei Kaffee und Kuchen einladen. Gerne auch beim geselligen Bier. Für viele Jugendliche laden Schnuppertrainings ein den Sport aktiv kennenzulernen. Handball bewegt! Handball fasziniert!



Beitragvon Alex76 » 31.12.2019, 20:18


XX. Weltklimakonferenz in Madrid 2019: CO2-Doping zur Steigerung des Wohlstandes bei den Superreichen!

Rund 29.000 Teilnehmer aus allen Teilen der Welt nahmen an der zweiwöchigen Klimakonferenz in Madrid teil. Aufgrund der politisch instabilen Lage in Chile wurde die Konferenz Ende Oktober kurzerhand in die spanische Hauptstadt verlegt. Positiv übertragen auf die globale Klimadebatte demonstriert die kurze Organisationszeit, dass vieles in kurzer Zeit noch möglich sein kann, wenn man den geschlossen agieren will.

Im Vorfeld haben sich diverse Wissenschaftler mit Hiobsbotschaften an die Öffentlichkeit gewandt und aufgezeigt, dass die Planungen der knapp 200 Mitgliedsstaaten des Pariser Klimaabkommens noch nicht ausreichend sind, um den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Auf Deutschland bezogen ist es im Mittel 1,5 Grad wärmer als zur vorindustriellen Zeit. Durchschnittlich im Rest der Welt beträgt die Erwärmung 1,0 Grad.

In Paris 2015 konnten sich die Staaten auf ein Abkommen einigen, um die Erwärmung weltweit auf höchstens 2 Grad zu begrenzen. Nach Möglichkeit auf 1,5 Grad. Im letzten Jahr konnten die Staaten sich in Kattowitz auf ein Regelwerk einigen, nach dem Klimafortschritte berichtet werden sollen. Bei der aktuellen Konferenz in Madrid waren drei Themen im Fokus:

Neue Klimaziele vorstellen
Nach dem Pariser Klimaabkommen sollen im Zyklus von 5 Jahren immer ehrgeizigere nationale Klimaschutz-Pläne vorgelegt werden. Bisher war von den G20-Staaten noch keine Ziele ausgegeben. Daher sollte in Madrid Druck auf die Staaten ausgeübt werden, um für das kommende Jahrzehnt bzw. gar bis 2050 neue ehrgeizige Ziele zu formulieren.

Internationaler Handel mit Klimaschutz
Bisher noch nicht verbindlich festgelegt ist der Handel mit Klimaschutz. Erfüllt ein Staat seine Ziele über, kann er sein CO2-Budget verkaufen. Andere Staaten, deren CO2-Bilanz schlechter ist, können es kaufen. Gleiches ist für Unternehmen und Konzerne angedacht.

Geld für Klimaschutz
Für Schäden und Verluste sollen Fondskonzepte angedacht werden, um das existentiell finanzielle Risiko zu verteilen. 2013 wurde dafür der sogenannte Warschau-Mechanismus eingerichtet. Allerdings leiden arme Staaten unter schlechteren Bonitäten bei der Kreditaufnahme, da einige Staaten als klimaverletzlich eingestuft werden.

Die Folgen des Klimawandels

Klimawandel – Die Fakten mit Harald Lesch
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzei ... h-100.html
https://presseportal.zdf.de/pm/klimawan ... ald-lesch/

06.06.2019: h+ live: Klimawandel aufhalten?
Was müssen wir jetzt tun, um den Klimawandel aufzuhalten? Darüber spricht das ZDF mit dem Energieexperten Volker Quaschning von "Scientists for Future".
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-pl ... m-100.html

19.09.2019: h+ live: Klimawandel stoppen?
"Was muss die Politik tun, um den Klimawandel aufzuhalten, Harald Lesch?"
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-pl ... n-100.html

02.12.2019: Weckruf oder Panikmache: Braucht das Klima eine Öko-Revolution?
https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfa ... --102.html

Ablauf der Konferenz: 1. Halbzeit in Madrid

Sehr drastische Worte formulierte UN-Generalsekretär Guterres an die Weltgemeinschaft zu Beginn der 25. UN-Klimakonferenz. Er mahnte zu einer globalen Veränderung der Lebensstile. "Wir müssen endlich zeigen, dass wir es ernst meinen damit, den Krieg gegen die Natur zu beenden." So sind vor allem die Länder mit dem größten Ausstoß an Treibhausgasen gefordert mehr zu tun. Zumal Technologien und Werkzeuge bereitstehen, um den positiven Wandel zu beschleunigen. Aktuell würde sich während der letzten zehn Jahre der jährliche Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um 1,5 Prozent erhöhen. Stattdessen müssten die jährlichen Emissionen jährlich um 7,6 Prozent gesenkt werden, um die Pariser Ziele zu erreichen. Eine Reduktion der Kohleverbrennung ist zwingend erforderlich.

Guterres ist der Überzeugung, dass Europa in einer Position wäre, mit China, Indien, den Vereinigten Staaten und Russland zu verhandeln.

Die neue EU-Kommissionschefin von der Leyen sagt, Europa sei bereit, seinen Beitrag zu leisten. Sie kündigte für den März 2020 ein umfangreiches EU-Umweltgesetz an. Der Handel mit Verschmutzungsrechten solle auf alle Sektoren ausgeweitet werden. Aktuell seien lediglich Energiewirtschaft und energieintensive Industriebetriebe erfasst. "CO₂ müsse einen Preis bekommen", sagte von der Leyen.

Darüber hinaus solle ein Green Deal eine neue Wachstumsstrategie für Europa einleiten. Massive Investitionen von etwa eine Billion Euro über die kommenden zehn Jahre sollen Helfen den Good Will in konkretes Handeln zu übertragen. Nichtstun würde noch viel teurer sein!

2. Halbzeit in Madrid

Nach einer Woche Klimakonferenz in Madrid zeichnen sich zwei entgegengesetzte Pole ab. Zum einen die Länder, welche dafür kämpfen die Abschlusserklärung in der Sprache abzuschwächen, um damit ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Hier zeichnen sich China und Brasilien leider sehr negativ aus. Auf der anderen Seite vertritt Greta Thunberg als Person die Proteste von Schülern und Klimaaktivisten, die auf dem Messegelände lautstark zum Handeln auffordern.

In der Mitte befinden sich Diplomaten, die sich beharrlich um den Verhandlungstext kämpfen mit dem Ziel den Klimaschutz voranzutreiben. Die deutsche Bundesregierung ist mit ihrem Klimapaket Mitte September 2019 in Vorleistung getreten und hatte mit Kohleausstieg, CO₂-Preis, ein eigenes Gesetz und ein Milliardenpaket für den Klimaschutz deutliche Absichten formuliert.

Begleitet von Vize-EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans stellt Ursula von der Leyen Mitte der Konferenz den European Green Deal in Brüssel vor. Im Mittelpunkt steht die Absicht bis 2050 klimaneutral zu werden. Bis 2030 will die Europäische Union klimaschädliche Emissionen um 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken.

Zudem versprach von der Leyen weitere 30 Millionen Euro für einen Fonds, der ärmeren Ländern helfen soll sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dabei ist Deutschland größter Geber. Ob dies alles reicht? Olaf Brandt, Chef des Umweltverbands BUND betont, dass es ums Handeln ginge und um konkrete Maßnahmen. Klimaziele sollen daher rasch aufgestockt werden.

Zurzeit haben alle Länder Aufholbedarf was auch der Klimaschutz-Index der Entwicklungsorganisation Germanwatch aufzeigt. Der Klimaschutzindex bewertet sowohl die Klimapolitik als auch die Emissionsminderung. Dänemark hat sich mit seinem Klimapaket als Vorbild in der Klimapolitik entwickelt. Was bereits für den Handball galt, gilt wohl mittlerweile auch für die Klimapolitik: „Von Dänemark lernen, heißt siegen lernen!“

Verlängerung und Endergebnis: Abschlusserklärung der COP 25 in Madrid

Wenige neue Klimaziele vorgestellt: Europas Green Deal!
Nach zwei zusätzlichen Tagen Nachspielzeit einigten sich die Staaten auf einen Minimalkompromiss. Dabei konnten die hohen Erwartungen im Vorfeld, besonders durch Bewegungen wie „Fridays for Future“, nicht erfüllt werden. Im Vergleich zur Konferenz in Paris 2015 geht von Madrid keine große Aufbruchstimmung aus. Hatten sich in Paris 196 Staaten darauf geeinigt alles zu tun, um den Anstieg der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad – wenn nicht gar auf 1,5 Grad – zu begrenzen, so beschäftigten sich die Verhandlungen in Madrid um Details vergangener Abkommen.

Eine Kernbotschaft, die in der Abschlusserklärung im Vergleich zum ersten Entwurf deutlich verschärft wurde, war der Appell an die Staaten im kommenden Jahr ihre Ziele beim Klimaschutz deutlich zu verschärfen. Damit erhofft sich die Staatengemeinschaft die Pariser Messlatte noch zu erreichen.

Vielleicht kann Europa mit dem Green Deal Vorbild für weitere Industrieländer sein, die sich in Madrid noch zögerlich zeigten. Für die deutsche Delegation ist angesichts des Klimanotstandes, der Erwartungen der Zivilgesellschaft und dessen was im 'European Green Deal' vorgeleistet wurde, das Resultat noch zu gering. Nebst Zielsetzungen für 2030 und 2040 gilt es im Jahr 2050 klimaneutral zu sein, so dass nicht mehr an Treibhausgasen ausgestoßen als eingespart wird.

Großer Widerstand kam aus den USA, Brasilien und Australien. Die Industrienationen verhinderten die benötigte Dynamik für die Notstandssituation.

Durchbruch für Internationalen Handel mit Klimaschutzzertifikaten in Arbeit
Zweites großes Thema beim Klimagipfel war der Handel mit Klimaschutzzertifikaten. Bei Artikel 6 der Paris-Vereinbarung geht es um Ausstoßgutschriften, die von Staaten und Unternehmen gehandelt werden können. Auch hier kam es noch nicht zu einem Durchbruch, der einen wirksamen Mechanismus zur Eindämmung der Klimafolgen wäre. Dieser Mechanismus würde Staaten, die ihre CO2-Ziele nicht erreichen, erlauben ihre Treibhausgasbilanz zu neutralisieren, sofern sie Klimaschutzprojekte in anderen Ländern realisieren.

Die EU und Deutschland verweigerten eine Lösung, wonach es zu Doppelzählungen gekommen wäre. Investiert etwa die Schweiz in ein Solarkraftwerk in Brasilien, wodurch der Kohle- und Ölverbrauch begrenzt würde, profitierten die Klimabilanzen beider Länder.

Zudem wurde verhindert, dass alte Zertifikate aus der Zeit des weltweit ersten Klimavertrags von Kyoto in den Handel gebracht werden. Genau das hatten Länder wie Brasilien, Indien und China vor. Einen endgültigen Beschluss mit Regeln für einen schnellen und besseren Handel wurde auf die nächste Konferenz vertagt.

Mehr Geld für Klimaschutz notwendig
Die großen Industrienationen blockierten die Forderung nach einem eigenen Fonds für Entwicklungsländer und verwiesen auf den bereits bestehenden Grünen Klimafonds. Aktuell stellt sich die Frage wie hoch dieser ausgestattet sein sollte/muss, um einen fairen Ausgleich für die entstehenden Schäden und Verluste durch Stürme, Dürren und Überschwemmungen zu realisieren, die das Resultat von Emissionen der Industrienationen sind. Experten gehen von jährlichen Schäden in Höhe von 50 bis 580 Milliarden US-Dollar aus.

Die größeren Umweltverbände wie Greenpeace und WWF kritisierten die bisherigen Verhandlungen in Madrid als zu schwach, um Länder wie China, Indien oder Brasilien zu zwingen mehr für den Umweltschutz zu tun.

Quellen: Das sagen die Medien…
2. Dezember 2019, 13:40 Uhr: Klimakonferenz in Madrid: UN-Generalsekretär Guterres dringt auf Tempo beim Klimaschutz
https://www.sueddeutsche.de/politik/kli ... -1.4706038
10. Dezember 2019, 18:58 Uhr: Klimagipfel: "Time for action, Frau Schulze"
https://www.sueddeutsche.de/politik/kli ... -1.4717914
13. Dezember 2019, 20:03 Uhr: Konferenz in Madrid: Wird das Klima wieder vertagt
https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... .html#void
15. Dezember 2019, 18:04 Uhr: Klimakonferenz - Das Desaster von Madrid
https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... 01382.html
15. Dezember 2019, 15:10 Uhr: Weltklimakonferenz in Madrid - Weit entfernt von Fortschritt
https://www.tagesschau.de/ausland/un-kl ... z-133.html
15.12.2019 15:52 Uhr: Weltklimakonferenz in Madrid - "Müde Delegierte, müder Kompromiss"
https://www.tagesschau.de/ausland/un-kl ... z-135.html
16. Dezember 2019, 09:27 Uhr: Reaktionen auf Klimakonferenz - Wut und Enttäuschung über "Bremser-Staaten"
https://www.tagesschau.de/ausland/un-kl ... z-137.html

Reaktionen

Generell haben die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz Enttäuschung und Frustration ausgelöst, der sich bei dem einen oder anderen Protagonisten in Kampfeslust wandelte.

So auch bei Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der die G20-Staaten in die Verpflichtung zum Handeln mahnte und das, ohne auf die nächste COP zu warten. Weiter forderte er die Industriestaaten auf ihr Versprechen einzulösen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsstaaten bereitzustellen.

Unzufriedenheit mit dem Kompromiss äußerten auch UN-Generalsekretär António Guterres und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali fand es erschreckend, dass die Interessen der Reichen und Mächtigen mit einem klimaschädlichen Wirtschaftssystem weiter ungestört Profit zu machen, offenbar immer noch wichtiger seien, als das Interesse der Allgemeinheit an einem intakten Planeten.

Die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, befand, dass beim Klimagipfel eine Riesenchance vertan wurde. Deutschland dürfe sich von den "Bremser-Staaten wie Brasilien und USA jetzt nicht lähmen lassen". Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte Deutschland auf "jetzt erst recht eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einzunehmen“. Auch wenn sein Fraktionsvize Oliver Krischer die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung durch die verfehlten Klimaziele beschädigt sieht.

Auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer zeigte sich ob der Ergebnisse enttäuscht. So haben die Verantwortlichen die "Fridays for Future"-Jugendbewegung und den Stand der Wissenschaft offensichtlich ignoriert.

Fazit

Seit mehr als 100 Jahren werden fossile Energiequellen wie Öl, Gas und Kohle in dem Maße, in dem die CO2-Konzentration angestiegen ist, verbrannt. Ursprünglich lag die Konzentration in der Atmosphäre bei 280 ppm (Parts per Million). Mittlerweile bei über 400 ppm.

Die Klimakonferenz in Madrid war bisher die längste in der Geschichte. Viele Unterhändler haben die letzten beiden Tage durchgearbeitet, um an finalen Lösungen zu arbeiten. Bisher kam es noch zu keinen tragfähigen strategischen Lösungen, welche speziell den Handel mit Umweltzertifikaten betreffen. Eine kleine Lösung um des Gipfels Erfolg wäre zu kurz gedacht. Hier geht es vielmehr um einen Mechanismus, der von den vielfältigen Partnern, wie Staaten und Unternehmen, akzeptiert und eingehalten wird.

Ein weiterer strategischer Ansatz ist der Grüne Klimafonds. Es zeichnet sich eine Aufstockung des Budgets an, so dass Entwicklungsländer und Industrienationen sich annähern.

Das Rückspiel in Glasgow 2020 rückt schon jetzt in den öffentlichen Fokus. Erstmalig stehen die Zusagen der Staaten im Mittelpunkt, wonach alle fünf Jahre neue und verschärfte Ambitionen beim Klimaschutz getroffen werden sollen. Nach Glasgow müssten alle mit höheren nationalen Zielen kommen, sagt Vize-EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans. Dafür müsse die Abschlusserklärung ambitionierter sein als bisher, mahnte er.

Deutschland muss vorangehen und eine Vorreiterrolle übernehmen. Dazu sind zwei Schritte notwendig. Zum einen muss innerhalb der EU der European Green Deal als Gesetz beschlossen werden. Darauf aufbauend müssen andere Industriestaaten überzeugt werden, strengere Klimaziele einzuhalten.

Die Chancen diese beiden Ziele zu erreichen, stehen nicht schlecht. Im nächsten Sommer besitzt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft und veranstaltet im September in Leipzig den EU-China-Gipfel. Mit 28 Prozent Anteil an den weltweiten Emissionen ist China der größte Verursacher von CO2. Sollten sich mehrere Industriestaaten bewegen, könnten weitere ihnen folgen. Bisher zeigten sich China, Indien, Kanada, Australien, Japan und andere G20-Staaten auf dem Klimagipfel in Madrid sehr reserviert. Ganz zu schweigen von den USA.

TIME FOR ACTION? TIME FOR CHANGE!

Bund und Länder feilen am nationalem Klimapaket

Das Klimapaket der Bundesregierung musste auf dem Weg zur Gesetzesvorlage noch von den Ländern abgenommen werden. Es kam zu Nachverhandlungen beim CO2-Preis sowie der Pendlerpauschale. Der Kompromiss wurde im Bundestag abgesegnet. 426 Abgeordnete aus CDU, SPD und Grüne stimmten für die Veränderungen. 221 Abgeordnete aus FDP, AfD und der Linkspartei stimmten dagegen bei einer Enthaltung.

Beim neuen Klimapaket soll sich der CO2-Preis deutlicher erhöhen als im ersten Entwurf der Bundesregierung. So sollen ab 2021 25€ pro Tonne Kohlenstoffdioxid im Verkehr und bei Gebäuden statt 10€ fällig werden. Dadurch würde der Liter Benzin bei 25€ pro Tonne um 7,5Cent teurer werden. Schrittweise soll bis 2025 die Tonne CO2 auf 55€ statt 35€ erhöht werden.

Die Pendlerpauschale wird ab 2021 ab dem 21.Entfernungskilometer um 5 Cent pro Kilometer steigen von 30Cent auf dann 35Cent pro Kilometer. Ab 2024 bis 2026 um weitere 3 Cent auf 38 Cent/km. Mit der Pendlerpauschale soll der Preisanstieg für Diesel und Benzin abgefedert werden.

Zusätzliche Einnahmen aus der Erhöhung des CO2-Preises sollen nach Beschluss des Vermittlungsausschusses vollständig an die Bürger zurückgegeben werden. So soll ab 2021 der Strompreis sinken. Die umstrittene EEG-Umlage zur Förderung Erneuerbaren Energien soll verringert werden.



Beitragvon Alex76 » 08.01.2020, 23:34


Fortsetzung: XIX. Deutsche Handballnationalmannschaften vor der EM 2020 in Schweden, Norwegen und Österreich

2200 Kilometer liegen zwischen Trondheim und Wien. Zusammen mit Graz, Malmö und Stockholm veranstalten insgesamt fünf Städte in drei Ländern die Europameisterschaft 2020. Ein erstes sportliches Highlight mit den Olympischen Spielen in Tokio als absoluten Höhepunkt.

Man mag kein großer Fan eines Turniers in drei Ländern sein. Spannend bleibt die Frage wie man diese großen Distanzen überbrücken will. Das gilt für die Mannschaften aber auch die Fans. Ob mit Auto, Flugzeug oder der Bahn? Herausforderungen welche auch bei der Fußballeuropameisterschaft 2020 in elf europäischen Städten und einer asiatischen Stadt (Baku) auftreten werden.

Termine, Spielplan und Modus der Handball-Europameisterschaft finden sich unter diesem Link:
https://www.kicker.de/752211/artikel/ha ... sterschaft

Zahlen und Fakten zur EM: Wo Deutschlands Handballer einzigartig sind
https://www.kicker.de/766649/artikel/za ... artig_sind

Testspiele vor der ersten Etappe in Norwegen (Trondheim)

Vor dem ersten EM-Spiel gegen die Niederlande am 9.1.2020 standen zwei Testspiele gegen Island und Österreich an.

Das erste Spiel gegen Island endete mit 33:25 in der Mannheimer SAP-Arena für die deutsche Nationalmannschaft. Über 12.000 Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre und eine würdige Verabschiedung Richtung Wien. Und letztlich zur EM.

Bei Island fehlte leider der Weltklassespiele Aron Pálmarsson, der dem Rückraum mehr Schlagkraft verliehen hätte. So konnte Deutschland mit einer guten Abwehr und einer guten Torhüterleistung sowie schnellem Umschaltspiel überzeugen. Für großen Unterhaltungswert und einem Raunen im Publikum sorgte der 1,98m große und 215 Kilo schwere Kreisläufer Kári Kristján Kristjánsson, der die deutsche Abwehr hier und da vor unüberwindbare Probleme stellte. Nichtsdestotrotz war die kollektive Abwehr Garant des Sieges.

Im letzten Test in Wien gewann die deutsche Nationalmannschaft mit 28:32. Ein Test, der dem deutschen Trainer Christian Prokop nützliche Erkenntnisse lieferte. In der ersten Halbzeit konnte der Underdog aus dem Alpenland überraschend gut mithalten. Der deutsche Angriff scheiterte mehrmalig an den sehr guten österreichischen Torhütern. In der zweiten Halbzeit setzte sich Deutschland mit vier Toren Unterschied durch ohne zu Glänzen.

Der deutsche EM-Kader

Nach dem Testspiel in Österreich hat sich Christian Prokop auf einen finalen Kader festgelegt, bestehend aus

Torwart: Johannes Bitter (TVB 1898 Stuttgart), Andreas Wolf (PGE VIVE Kielce, Polen)

Außen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar-Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf), Patrick Zieker (TVB 1898 Stuttgart)

Rückraum: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Marian Michalczik (TSV GWD Minden), Kai Häfner (MT Melsungen), Julius Kühn (MT Melsungen), Fabian Böhm (TSC Hannover-Burgdorf), Paul Drux (Füchse Berlin)

Kreis: Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar-Löwen)

Auf Abruf: Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) am Kreis

Erfolgsfaktoren

Die 6:0 Abwehr zusammen mit Pekeler und Wiencek könnte das Abwehrprunkstück des DHB während der Europameisterschaft werden. Dahinter stehen mit Andreas Wolf und Joggi Bitter zwei erfahrene Torhüter, so dass auch die großen Nationen diese Abwehr erst einmal knacken müssen.

Darauf aufbauend bietet das Tempogegenstohßverhalten sehr viel Potential. Gegen Island waren die Fehler beim Gegenstoß quasi nahe null. Einfache und schnelle Tore.

Der Kader ist gespickt mit internationaler Topklasse. Besonders die Außen Uwe Gensheimer und Tobias Reichmann haben ihre Qualitäten schon zeigen können. Auch sind im Vergleich mit anderen Nationen der Kreis und die Torhüterposition top!

Auf der Suche nach einem Spuilmacher

Entwicklungsfähig ist der deutsche Rückraum, wo doch viele Positionen neu besetzt sind, so dass Automatismen und Feinheiten erst erarbeitet werden müssen. Dies funktioniert mit Trainingsarbeit aber in erster Linie mit Spielpraxis.

Daher finde ich es extrem spannend wie sich die einzelnen Protagonisten schlagen werden. Im Vergleich zu anderen Topnationen und im Vergleich zu früheren deutschen Nationalmannschaften fehlt es aktuell Deutschland an einem starken Spieler der in der Lage ist in spielentscheidenden Momenten auf Topniveau das Tempo vorzugeben. Zu Beschleunigen, aber auch zu drosseln.

Prognose

Stockholm ruft zum Halbfinale. Zwischen Platz 1-5 ist vieles möglich.

Eine Zusammenfassung der EM folgt am 30.01.2020. Bis dahin, ein schönes Turnier!



Beitragvon Alex76 » 30.01.2020, 21:20


XXI. Da wos der Zauberberg ruaft: Weltwirtschaftsforum in Davos (World Economic Forum)

Für vier Tage, vom 21. bis 24. Januar, beherbergte Davos in der Schweiz 2.800 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum 50. Weltwirtschaftsforum. Bei dieser Veranstaltung soll über die wichtigsten Themen der Menschheit diskutiert werden. Insgesamt waren 53 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt anwesend. So u.a. auch Donald Trump, Angela Merkel oder die EU-Kommissionspräsidentin Ulrike Von der Leyen.

In den ersten Jahren des WEF sollten politische Platzhirsche, Wissenschaftler und milliardenschwere Firmenbosse alle an einem Tisch sitzen, um sich gegenseitig auszutauschen. Das war die Vision von Klaus Schwab, dem 81jährigen Gründer des World Economic Forums. Aktuell scheint es dringend erforderlich die „Alleingänge“ einiger Staaten und Unternehmen auf ein gemeinsames Ziel zu richten, um die Zukunft bewältigen zu können. „Je mehr Treffen es in einem informellen Rahmen gibt, wo man sich austauschen kann, desto besser. Und deswegen ist auch Davos sinnvoll“, erklärt Claudia Schmucker, die bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik über globalen Handel forscht.

Auf der Agenda standen wirtschafts- und sozialpolitische Themen. Während sich Donald Trump am ersten Tag ausschließlich über wirtschaftspolitische Themen Amerikas äußerte, bildete der Klimaschutz das thematische Gegengewicht, vertreten durch Wissenschaftler und Non-Profit-Organisationen, wie z.B. Greenpeace.

Der Klimawandel ist wohl schwerlich zu verleugnen. Dafür sind aktuell die Großbrände im Amazonas und in Australien eindeutiger Beweis. Auch in hiesigen Gefilden sind die Temperaturen der letzten 20 Jahre auf einem Rekordniveau angelangt. Dürre und Überschwemmungen tauchen immer häufiger auf. Ohne eine Eindämmung von fossilen Brennstoffen wird es schwierig die Klimakrise in den Griff zu bekommen.

Dafür ist ein Umdenken der Unternehmen grundlegend notwendig. Schaut man sich den Kapitalanleger in der heutigen Zeit an, so fußen dessen Ziele nicht nur auf einer renditeorientierten Sicht. Vielmehr finden sich unter den Kapitalisten Kinder, Eltern, Großeltern nebst dem klassischen Investor. Daher muss auch Platz für eine ökologische Nutzenperspektive sein, die den persönlichen Nutzen eines Investments widerspiegelt.

Die Unternehmen sollten daher auch diese persönlichen ökologischen Nutzenkomponenten in ihre unternehmerischen Entscheidungsprozesse miteinbeziehen. Gleichzeitig müssen die Regierungen die Regeln verschärfen, damit aus der Marktwirtschaft Innovationen Richtung Klimaschutz wirken.

Bereits im Vorfeld hat sich Philipp Hildebrand, Vizechef des weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, zur Klimakrise geäußert: „Wir müssen festhalten, dass Klimarisiken auch Investitionsrisiken sind.“ Er wolle seine Anteilsunternehmen dazu bewegen grünen Investments Vorrang zu geben. Bei 2.500 Unternehmen wäre dies ein Impuls in die richtige Richtung.

Grün zu werden kann helfen, neue Käuferschichten zu generieren. Zudem kann es sein, dass ein Umstieg auf grünes Wirtschaften weniger Kosten verursacht als der Klimawandel. Manch einem Manager mag eine klimafreundliche Zielvereinbarung ein weiterer Anreiz sein, etwas zu bewegen.. Einen Bonus gibt es nur, wenn der CO₂-Ausstoß der von ihnen verantworteten Abteilung sinkt.

Greta Thunberg (Fridays for Future) war auch in Davos anwesend und beschwerte sich über die Entscheidungsträger: "Wir sind mit Forderungen nach Davos gekommen - und die sind komplett ignoriert worden." Aber das habe sie nicht anders erwartet, die Wissenschaft werde "komplett ignoriert".

Luisa Neubauer (Fridays for Future) ergänzt, dass sie in Davos wahrgenommen habe, dass anders über das Klima gesprochen werde, allerdings fehle das Handeln.

Die Bundeskanzlerin Angelika Merkel hielt ihre Rede am 23.01.2020. Anders als Donald Trump beschwor Kanzlerin Merkel die Sustainable Development Goals, die eine Roadmap bis zum Jahr 2030 aufzeigen. Der Handlungsdruck habe zugenommen und erfordere ein gemeinsames Handeln, um die Klimaziele aus der Pariser Erklärung von 2015 einhalten zu können, die die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen sollen. Neben den Klimazielen ist der Erhalt der Artenvielfalt ein weiteres wichtiges Ziel.

Jedes Land müsse seinen Beitrag leisten, um die Ziele der Pariser Erklärung zu erfüllen. Deutschland möchte bis 2050 klimaneutral ein. Ein Ziel dem sich weitere europäische Länder anschließen. Für Deutschland stellt es einen großen Transformationsprozess dar, der die Gesellschaft in Stadt und Land unterschiedlich beeinflusst.

Während die Landbevölkerung zur Arbeitsstelle meist in der Stadt pendeln muss, hat die Bevölkerung in der Stadt eine ausgeprägte Infrastruktur vor der Haustür. Neben der Mobilität müsse die Landbevölkerung für die Energieversorgung mit Windkraft begeistert werden, statt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Ob Jung oder Alt, die Klimawende tangiert alle. Die Jüngeren allerdings wesentlich länger. Gesellschaftliche Konflikte sollten durch Kommunikation gelöst werden. Emotionen mit Fakten versöhnt werden.

Aktuell resultieren 22% des Energieverbrauchs aus der Stromproduktion. Die restlichen 78% ergeben sich aus Heizen, Mobilität und Industrie. Mit der E-Mobilität werde weiterer Strom benötigt, der mit grünen Technologien hergestellt werden solle. Ein Ende der Kohle, die zurzeit 30% der Energiegewinnung ausmacht, solle bis spätestens 2038 realisiert werden. Stattdessen sollen 2/3 aus erneuerbaren Energien für die Stromproduktion (wie Wind- und Sonnenenergie) bis 2030 gewonnen werden. Dafür müssen neue Leitungsstrukturen zum Energieerzeugungsort aufgebaut werden.

Da die Energiegewinnung erneuerbarer Energien in Deutschland begrenzt ist, rückt die Gewinnung von Grünem Wasserstoff außerhalb Deutschlands bzw. außerhalb Europas in den Fokus. Grüner Wasserstoff ist in vielen Ländern wesentlich günstiger herzustellen. Viele Produkte werden aufgrund der Transformation in anderen Wertschöpfungsprozessen hergestellt werden.

Der Preis des Nichthandelns sei größer als des Handelns. Die Kanzlerin verwies auf Deutschland als Innovations- und Forschungsstandort, gestützt durch den Bloomberg Innovation Index, der Deutschland auf Platz 1 führt. Viele Investitionen im Automobilsektor, der im Transformationsprozess stehe, seien der Grund für das positive Abschneiden.

Deutschland setze auf Marktwirtschaftliche Lösungen aber auch auf Ordnungsrecht bei der Realisierung von Innovationen. Am Beispiel der Umlage der Erneuerbaren Energien habe sich gezeigt, wie der Staat eine neue Technologie zur Marktfähigkeit heranführen könne. Die Bürger müssen einen Aufschlag auf den Strompreis zahlen. Im Jahr beträgt die Subventionierung der Erneuerbaren Energien 30 Mrd. €, den die Bürger bezahlen müssen.

Die Industrieländer haben eine Bringschuld, da die G20 Mitgliedsstaaten ca. 80% der CO2-Emissionen verursachen. Daher resultiere auch eine technologische Verpflichtung der Industrieländer innovative Wege zu gehen. Die Industrienationen haben den Anteil von CO2 schlicht aufgebraucht.

Wie entwickelt sich die Energiewende außerhalb Europas? Deutschland gebe 4 Mrd. € aus, um in den internationalen Klimaschutz zu investieren. In vielen Regionen herrschen andere Wohlstandssituationen. Afrika und Asien leiden teilweise bereits unter den Folgen des Klimawandels.

Außenpolitisch nahm Angelika Merkel Stellung zur Iran- und Syrienkrise. Deutschland könne sich nicht abkapseln von internationalen Spannungen.

So dürfen unvollkommene Abkommen nicht weggeworfen werden, sondern sollen durch bessere Abkommen ersetzt werden. Damit meint Merkel das Atomabkommen mit dem Iran. Deutschland und die EU haben Hebel zur Streitschlichtung in gang gesetzt.

Rückblickend hält es Angelika Merkel für einen Fehler in der Asylpolitik, nicht die Bedingungen geschaffen zu haben, dass die Menschen in ihren Ländern bleiben können!

In Syrien und Libyen müssen Friedensprozesse gestärkt werden, so dass Flucht- und Migrationsursachen behoben werden.

Auf europäisch politischen Ebenen werde Deutschland im zweiten Halbjahr die Präsidentschaft in der EU übernehmen und gleich zwei Schwerpunkte setzen. Erster Schwerpunkt ist ein EU-Gipfel mit Afrikanischen Staaten in Brüssel. Merkel betont, dass die Afrikaner sich eine eigene Entwicklungsagenda auferlegt haben und eine eigene Freihandelszone gebildet haben. Die Europäer können von den Afrikanern gewinnen, wenn sie sich mit der afrikanischen Kreativität und Lebensfreude auseinandersetzen.

Zweiter Schwerpunkt wird in Leipzig ein EU-Chinagipfel sein. Bisher gibt es seitens der Europäer keine einheitliche Chinapolitik. Im September soll der Gipfel mit 27 Mitgliedsstaaten stattfinden, bei dem drei Themen auf der Tagesordnung stehen. Erstens geht es um ein Investitionsschutzabkommen. Zweitens soll der gemeinsame Klimaschutz in den Fokus rücken, da China ein eigenes Emissionshandelssystem aufbaut, welches in Einklang mit dem europäischen System gebracht werden könnte. Beim dritten Punkt geht es um ein Drittstaatsabkommen, welches durch die Vereinbarungen mit den Afrikanern abgewickelt werden könnte.

Rede von Angela Merkel am 23.01.20 in Davos:
https://www.youtube.com/watch?v=LHTs96LRAu8

Ulrike Von der Leyen (EU-Kommissionspräsidentin) warb in Davos für den europäischen Green Deal. Bis 2050 soll Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden und seiner globalen Verantwortung gerecht werden: Dem Planeten mehr zurückgeben, als man entnimmt.

Um zu verhindern, dass Industriebetriebe wegen schärferer Vorgaben aus Europa abwandern und auf anderen Kontinenten Klimagase in die Atmosphäre blasen, denkt die Kommission über ein sogenanntes CO₂-Grenzausgleichssystem nach, eine Strafabgabe auf Importe aus Ländern mit laxen Standards. Ein "Grenzausgleichssystem" für CO2 sei notwendig, um Klima und Unternehmen vor unfairer Konkurrenz zu schützen. Keinen Sinn mache es „Treibhausgas-Emissionen nur zu Hause zu senken, wenn wir zugleich den Import von CO2 aus dem Ausland erhöhen".

Durch Multilateralismus, globale Kooperation und einander Zuhören solle weltweit ein Impuls zu nachhaltigerem Wirtschaften angestoßen werden.

Ursula von der Leyen speaks at the World Economic Forum | LIVE
https://www.youtube.com/watch?v=_A7Q514z_dw


Fazit:

Nur Bäume aufforsten wird dem Klimawandel nicht gerecht. Zudem ist der Erhalt der Ur-und Regenwälder, als CO2-Speicher sehr wichtig.

Um es mit dem Gründer des Weltforums Klaus Schwab zu formulieren: „We need Dreams!“

Davos 2020 in den Medien

21. Januar 2020, 11:46 Uhr: Davos 2020: 119 Milliardäre und Politiker – und ein großes Thema
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 52874.html

22. Januar 2020, 18:00 Uhr: Weltwirtschaftsforum: Die Klimakrise erschüttert Davos
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4766988

22. Januar 2020, 20:21 Uhr: Weltwirtschaftsforum: Handelsstreit auf offener Bühne
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4767735

23. Januar 2020, 18:51 Uhr: Davos: Die eine gegen den anderen
https://www.sueddeutsche.de/politik/dav ... -1.4768521

23. Januar 2020, 17:34 Uhr: Weltwirtschaftsforum: Warum Merkel in Davos so gut ankommt
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4769041

23. Januar 2020, 22:33 Uhr: Investor Soros in Davos: Die Welt ist schlecht, hier sind eine Milliarde Dollar
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4769839

24. Januar 2020, 14:52 Uhr: Davos:Greta Thunbergs ernüchterte Bilanz
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4770438



Beitragvon Alex76 » 30.01.2020, 22:25


Fortsetzung: XIX. Deutsche Handballnationalmannschaft bei der EM 2020 in Schweden, Norwegen und Österreich

Am Ende wurde es für den Deutschen Handballbund der 5.Platz. Eine ausführliche Zusammenfassung des Turniers kann man hier nachlesen:
viewtopic.php?p=1265713#p1265713


Europameisterschaft XXL in Norwegen, Schweden und Österreich: Dream-Win-Remember

24 Mannschaften sorgten für ein Mammutturnier. In sechs Vorrundengruppen setzten sich die besten 12 Mannschaften durch und gelangten so in die beiden Hauptrundengruppen in Wien und Malmö.

Insgesamt besuchten 492.628 Zuschauer die 65 Begegnungen der Handball-Europameisterschaft, was im Durchschnitt 7.579 pro Spiel bedeutet. Aufgrund des großen Teilnehmerfeldes bedeutet dies ein Rekordwert in der Gesamtzuschauerbetrachtung. Durchschnittlich dürfte die Europameisterschaft in Polen 2014 den Rekordwert von 8.350 Zuschauern pro Spiel inne haben.

Die meisten Spielminuten absolvierten die Spieler aus Kroatien und Norwegen, deren Halbfinale zwei Mal verlängert werden musste. Ebenso wie Kroatien und Norwegen traten die Slowenen und Spanier zu 8 Spielen an. Deutschland kam auf 7 Spiele innerhalb von 18 Tagen Handball-EM.

Trotz des frühzeitigen Scheiterns der dänischen und französischen Mannschaften wurde das Turnier von großer Faneuphorie getragen. Dazu trugen auch die kroatischen und norwegischen Fans bei, die beide am Turniersieg kratzten, allerdings den Spaniern den Vorrang leisten mussten.

Norwegen war nach der Vorrunde mein großer Favorit und beendete das Turnier lediglich mit einer knappen 1-Tore-Rückstand Niederlage nach zweifacher Verlängerung gegen das aufopferungsvoll kämpfende Kroatien, die selbst nur eine Niederlage im Endspiel hinnehmen musste.

"Dream - Win - Remember" war das Motto des ersten großen sportlichen Turniers dieses Jahres, der Handball-Europameisterschaft. 'DREAM TODAY, WIN TOMORROW, REMEMBER FOREVER.´so lautet die lange Version des Mottos. Die Offiziellen der drei Ausrichterländer kommentierten es dahingehend:

Bernd Rabenseifner, Generalsekretär ÖHB: "Mit 'WIN TOMORROW' kann aufgezeigt werden, dass nicht nur der Europameister ein Gewinner ist. Der Außenseiter, der die Hauptrunde erreicht, gewinnt. Die Fans, die die Möglichkeit haben, die EHF EURO 2020 in ihren Heimatländern zu erleben, sind Gewinner. Ein Schiedsrichter, der zum ersten Mal für ein großes Turnier nominiert wurde, kann ein Gewinner sein.“

Krister Bergström, CEO Handbolls-EM 2020 AB, Schweden: "Diese drei Worte passen perfekt, um Geschichten über die EHF EURO 2020 in vielerlei Hinsicht zu erzählen. ´DREAM TODAY' ist sehr emotional. Ein Kind kann davon träumen, einmal Handballprofi zu werden, ein Spieler kann davon träumen, eine Medaille zu gewinnen oder ein Organisator kann davon träumen, die beste EHF EURO aller Zeiten zu schaffen".

Erik Langerud, Generalsekretär Norwegischer Handballverband: „Wir werden mit Sicherheit auf das Jahr 2020 zurückblicken, die EURO 2020 wird ein Ereignis sein, an das wir uns für immer erinnern werden. Es ist die erste EHF EURO, bei der 24 Nationen teilnehmen werden. Zum ersten Mal arbeiten drei Ausrichter zusammen. Der EHF EURO Cup als Vorbereitungsturnier für die Gastgeberländer, plus Spanien, ist eine Premiere - und zum ersten Mal wird das Finale in einer Fußballarena ausgetragen."

https://www.oehb.at/de/infos-service/ne ... -euro-2020

Let´s Make the Wave: for goal 6 & 13
https://www.youtube.com/watch?v=_ZP1yEH7kOI


Ausblick: Olympisches Handballturnier in Tokio 2020

Insgesamt sollen bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 12 Mannschaften vom 25. Juli bis 8. August antreten. Die Spiele finden in der Sporthalle Yoyogi statt, die Platz für 10.500 Zuschauer in der großen Halle und 3.202 Zuschauer in der kleinen Halle bietet. Berühmt ist die Nationale Sporthalle Yoyogi für ihre Hängedachkonstruktion.

Bereits fest qualifiziert sind die Kontinentalmeister, der Weltmeister und der Gastgeber: Argentinien, Bahrain, Ägypten, Spanien, Dänemark und Japan. Vom 16. bis 19. April 2020 werden die Qualifikationsturniere für die weiteren Teilnehmer ausgetragen. Deutschland hat sich durch die Halbfinalteilnahme bei der WM 2019 für die Teilnahme qualifiziert und trägt in Berlin eins von drei Turnieren aus. Gegner werden Schweden, Slowenien und Algerien sein. Hochklassige Gegner. Mindestens den zweiten Platz muss man belegen, um bei Olympia dabei zu sein.

Die weiteren Qualifikationsturniere tragen Norwegen (mit Brasilien, Chile, Südkorea) und Frankreich (mit Kroatien, Tunesien, Portugal) aus. Alle Turniere sind sehr gut besetzt.

Für die Handballerinnen findet vom 26.Juli bis zum 9. August das Olympische Handballturnier statt. Leider haben sich die deutschen Damen nicht für Olympia qualifizieren können. Bei der Weltmeisterschaft in Japan errang die Mannschaft den undankbaren 8.Platz, obwohl die starken Mannschaften aus Dänemark und Brasilien in der mit Abstand schwersten Vorrundengruppe geschlagen wurden.

In der Hauptrunde waren die Teams leistungsmäßig dicht beieinander. Die Damen besiegten gar den späteren Weltmeister Niederlande mit 25:23. Gegen Serbien mit 28:29 und Norwegen mit 29:32 setzte es knappe Niederlagen, so dass lediglich das Spiel um Platz 7 erreicht wurde. Hier setzte es eine klare Niederlage mit 24:35 gegen Schweden, die den Olympischen Traum enden ließ.


Zukunftsfähig Werden: Fünf Missionen

Der DHB ist mit 750.000 Mitgliedern in ca. 4.200 Vereinen weltweit größter Handball-Dachverband. Im Vergleich dazu spielen nur 50.000 Mitglieder in Spanien Handball. Mit so vielen Mitgliedern rückt die soziale Verantwortung des DHB in den Vordergrund. Und die fängt in den Schulen und kleinen Vereinen an. Respekt und Toleranz im zwischenmenschlichen Bereich ist untereinander wichtig. In der Schule. Aber auch in den Vereinen. Besonders auch im Umgang mit den Schiedsrichtern.

Der Handball kann faszinieren und auch den Fußball bei einer Weltmeisterschaft kurzfristig in der Gunst der Fernsehzuschauer überholen. Das Halbfinale zwischen Deutschland und Norwegen bei der WM 2019 sahen 11,901 Millionen Zuschauer in der ARD. Damit rangierte der Handball knapp vor dem EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland gegen die Niederlande, welches auf RTL zu sehen war.

Bei der Europameisterschaft 2020 bewegten sich die Einschaltquoten zwischen 5,15 Mio. zu Beginn des Turniers über 6,40 Mio. Zuschauern beim Spiel gegen die kroatische Nationalmannschaft. Durch das Verpassen der Halbfinalspiele wurden nur noch 4,81 Mio. Zuschauer vor den Fernseher gelockt.

Neben der TV-Präsenz ist der Handball ein Sport zum Anfassen und des Miteinanders. Während der Fußball elitär die Herren und Damen trennt, kann der Handball mit dem „Tag des Handballs“ vereinen. In der Tui-Arena in Hannover spielten bei den Herren Kroatien vs. DHB 23:24 und bei den Frauen ebenfalls Kroatien vs. DHB 23:32. 10.000 Zuschauern in der Tui-Arena feierten gemeinsam den Tag des Handballs, ebenso wie 180 Vereine zeitgleich.


Für die nächsten Jahre hat sich der Verband Entwicklungsmissionen auferlegt:

1. Sportlicher Erfolg der Nationalmannschaften als Leuchttürme des Handballsports (Leistungssport)

2. Mitgliederentwicklung als Grundlage der Entwicklung und Etablierung des Handballsports in der Breite

3. Status „Stärkste Ligen der Welt“ als Hauptziel der Ligaverbände und Sicherung der Konkurrenzfähigkeit

4. Weitere Professionalisierung und wirtschaftlicher Erfolg als Basis für die Umsetzung der Verbandsziele

5. Credo „Wir sind alle DHB“ zur Stärkung des Wir-Gefühls und einer Besinnung auf den gemeinsamen Weg


Back to Basis..

Gott sei Dank muss man beim Handball koin Abseits erklären wie beim Fußball. Auch keinen Handelfmeter. Für den Rest gibt es die ARD! ;-)

Schritte, Strafen, Schiris: Regelkunde Handball
https://www.sportschau.de/weitere/handb ... e-100.html

Wechsel, Kreisläufer, 6-0-Abwehr: Basiswissen Handball https://www.sportschau.de/weitere/handb ... n-100.html


… und für die Trainerausbildung
http://www.dhb-rtk.de



Beitragvon Alex76 » 03.02.2020, 15:51


XXII. Da wos der Betzenberg ruaft: Die Suche nach Investoren

4-Säulen-Modell

Die letzte Mitgliederversammlung des 1.FC Kaiserslautern hat gezeigt, dass der Verein lebt. Teils bebt.

Nach der durch die Mitglieder beschlossenen Ausgliederung der Profiabteilung in eine GmbH & Co. KGaA im Juni 2018 und der Vorstellung des Lautrer 4-Säulen-Modells, prägte die Suche nach einem finanzkräftigen Investor das letzte Jahr. Es kam zu vielen Spannungen und Konflikten, die in der Jahreshauptversammlung 2019 aufgearbeitet wurden. Ein neuer Aufsichtsrat für den Verein wurde gewählt bestehend u.a. aus Markus Merk, Rainer Kessler und Martin Wagner.

Einstimmig bestellte der Beirat der GmbH Soeren Oliver Voigt mit Wirkung vom 3. Dezember 2019 zum neuen Geschäftsführer der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH.

Ein wichtiger Teil der aktuellen Arbeit von Geschäftsführung und Aufsichtsrat wird das Akquirieren von Investoren sein, fußend auf dem erarbeiteten Investorenmodell. Insgesamt beinhaltet das 4-Säulen-Investorenmodell folgende Komponenten:
• Fans als Investoren,
• Investoren & Sponsoren aus der Region,
• Stille Gesellschafter und
• Großunternehmen & Finanzinvestoren.
https://zukunft.fck.de/das-lautrer-modell

Der Blick richtete sich recht früh nach Luxemburg, wo der Baulöwe Flavio Becca sportliches Investoreninteresse am 1.FC Kaiserslautern zeigte. Darüber hinaus städtebauliche Ideen?!. In Zeiten der 50+1 Regel kollidierten Interessen des potentiellen Investors mit den vereinspolitisch legitimierten Strukturen, speziell mit Teilen des alten Aufsichtsrates. Die Suche nach einem größeren Investor ist noch nicht final abgeschlossen.

KaiserKarree

Oberbürgermeister Klaus Weichel präsentierte auf der Stadtratssondersitzung zum Thema FCK und Fritz-Walter-Stadion ein Konzept zur Quartiersentwicklung in und um das Fritz-Walter-Stadion. Zusammen mit dem Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer habe man das Konzept entwickelt:

Neues Konzept für Fritz-Walter-Stadion
...
Es sieht eine nachhaltige, städtebaulich verträgliche Entwicklung auf dem Betzenberg-Areal und eine intensivere Nutzung des Fritz-Walter-Stadions bei fortlaufendem Spielbetrieb vor. Es soll das Fundament einer langfristigen Rentabilität sein und einen Gewinn für alle Stakeholder versprechen.

Ausgehend vom Fritz-Walter-Stadion würde das „KaiserKarree“ ein neues Zentrum bilden, das dem Anspruch der Stadt Kaiserslautern als Innovations- und Entwicklungsstandort gerecht wird. Das vorgestellte Konzept sieht eine Mischnutzung vor, die verschiedenste Einrichtungen unter einem Dach vereint:

Ein „Haus des Sports“ soll Raum für Physiotherapie, Senso-Zone, Bistro, Verbände & Vereine, Sportschulen, Sport-Akademie und Veranstaltungen bieten. Durch die unmittelbare Nähe zu einem „Haus sportnaher Gesundheitsdienstleistungen“ sollen kurze Wege zu Synergieeffekten führen.

Die Ansiedlung von Wohnbebauung kann ebenfalls helfen, den Betzenberg wieder stärker zu beleben und zugleich die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der potenziellen Nutzungen sicher zu stellen.

Um die Verweilqualität und Nutzungsvielfalt in und um das Stadion zu steigern und das Areal für eine weitere Nutzung attraktiv zu machen, werden gastronomische Möglichkeiten für viele der potenziellen Nutzungen von Interesse sein. Gegenüber des Stadions soll deshalb ein Areal mit Veranstaltungsflächen, Hotel und Spa entstehen, das auch eine Gastronomie mit Außenbestuhlung beinhaltet.

Nicht zuletzt kann das Fritz-Walter-Stadion für UnternehmerInnen vielfältige Möglichkeiten für exponierte Büroflächen, z. B. im Logenturm oder in Teilen der Tribünen, bieten. Damit dieser Prozess nicht am knappen Angebot von Büroflächen scheitert, könnten etwa in der Südtribüne moderne und kreative Co-Working-Spaces realisiert werden, ohne den Spielbetrieb zu beeinflussen oder einzuschränken.

Mithilfe von Containermodulen können diese auch kurzfristiger und kostengünstiger angeboten werden.
Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Nutzungen kann so auf dem Betzenberg ein funktionierender Stadtteil in bester Lage entstehen, der das Stadion umrahmt und ergänzt, ohne dass es seine Funktion und Anziehungskraft innerhalb Kaiserslauterns verliert.

„Wir brauchen eine Strategie, die den Betzenberg wieder zu dem macht, was er ist und immer war: Ein unzerstörbarer Mythos. Deshalb wollen wir ihn nicht nur erhalten, sondern mit dem KaiserKarre aus dem Stadtteil Betzenberg ein Areal für alle machen. Das Fritz-Walter-Stadion selbst wird dabei Mittelpunkt einer lebendigen Stadtteilentwicklung, die weit über den Fußball hinaus reicht, ohne dessen starke Wurzeln zu vergessen“, so Oberbürgermeister Klaus Weichel.

Tradition braucht Zukunft. Mit dem KaiserKarree könnten wir einen Platz schaffen, an dem nicht nur der FCK sondern auch das Leben spielt und wir Potentiale unserer Stadt mit einem Zentrum der Innovation und Entwicklung mit überregionaler Strahlkraft heben. Die Einnahmen über vermietbare Flächen und Pachterlöse stehen in einem gesunden Verhältnis zu den Ausgaben für Umbau, Vermarktung und Finanzierung. Dies schafft uns finanzielle Möglichkeiten und Freiräume, die wir in der aktuellen Situation weder als Stadt, noch als Stadiongesellschaft besitzen um den 1. FC Kaiserslautern bei der Konsolidierung des Vereins und seiner sportlichen Zukunft zu unterstützen.“
https://www.stadionwelt.de/sw_stadien/i ... ews_detail

https://www.kaiserkarree.de/

Fazit: Das Kaiserkarree ist ein interessanter Ansatz, der Platz für Kreativität schafft, sowohl auf als auch neben dem Platz. In Garmisch-Partenkirchen wurde das Viertel um den Bahnhof neu gestaltet mit einigen Parallelen zum Kaiserkarree.

Aktueller Antrag auf Mietminderung für die Saison 2020/2021: Zur politischen Debatte

Bereits zur Saison 2018/2019 war eine Senkung der Stadionmiete im Stadtrat angedacht, da die damals ligaunabhängige Miete von 3,2 Millionen € in der 3. Bundesliga nicht zu stemmen war. Ob Hertha BSC Berlin oder der 1.FC Köln, beiden Mannschaften wurde die komplette bzw. ein Teil der damaligen Stadionmiete erlassen. Beide Mannschaften waren damals in der 2.Bundesliga unmittelbare Konkurrenten um den Aufstieg in die 1.Bundesliga.

Fußball und Politik scheint wohl generell eng verzahnt zu sein und betrifft jetzt nicht nur den 1.FC Kaiserslautern, sondern auch viele andere Vereine. Der ehemalige Ministerpräsident von Bayern Edmund Stoiber sei als Beispiel hier stellvertretend für den FC Bayern München erwähnt. Für den Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern Klaus Weichel nicht einfach eine neutrale unabhängige Rolle einzunehmen.

In der kommunalpolitischen Debatte um die Minderung der Stadionmiete im Frühjahr 2018 wurde parallel eine Erhöhung der Grundsteuer angedacht zur Kompensation der entstehenden städtischen Aufwendungen. Diese wurde aber explizit von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) unabhängig von der Mietminderung an die Stadt Kaiserslautern getragen. Trotzdem ein gefundenes Fressen für die Presse. Am nächsten Tag wurde in den Medien und in der Stadt von der FCK-Steuer gesprochen.

Am 17. Februar 2018 stand in der Rheinpfalz: Es werde keine Erhöhung der Grundsteuer und Gewerbesteuer im Zusammenhang mit einer Senkung der Stadionmiete zugunsten des 1. FCK geben. Die Stadt darf den Mietausfall, der sich aus der reduzierten Stadionpacht ab der Saison 2018/2019 ergibt, auch ohne Anhebung aus dem Haushalt finanzieren. Vom Aufsichtsrat der Stadiongesellschaft wurde eine Mietminderung für die 2. Und 3. Bundesliga empfohlen: In der Ersten Liga solle die Stadionmiete pro Jahr von zunächst 3,6 Millionen Euro auf mindestens 4,5 Millionen Euro im dritten Jahr ansteigen. Für die Zweite Liga solle der neue Vertrag weiterhin eine Miete von 2,4 Millionen Euro vorsehen, für die dritte Liga von mindestens 425.000 Euro.

In der Rheinpfalz vom 10.03.2018 wurden die oben genannten Zahlen weitestgehend bestätigt und galten für die Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020. Jedoch sind noch weitere Klauseln in die Beschlussvorlage eingebaut:

- Für die zweite Liga reduziert sich die Miete von 3,2 Millionen € auf 2,4 Millionen €.

- Für die dritte Liga erhöht sich die Miete von 425.000€ um 100.000€, sollte ein Zuschauerschnitt höher als 19.000 Zuschauern realisiert werden.

- Für den Fall der Rückkehr des FCK in die Erste Fußball-Bundesliga ist eine Staffelmiete festgeschrieben, die sich an der Fernsehgeldtabelle orientiert und der Stadt die Möglichkeit eröffnet, erlittenen Mietausfall wiedergutzumachen. Die Staffelmiete reicht von maximal 4,6 Millionen Euro für die ersten drei Plätze und bis zu 3,6 Millionen Euro für die Plätze 13 bis 18.

Dabei reicht das dritte Szenario über die Spielzeiten 2019/2020 hinweg und scheint somit langfristig gültig zu sein.

Fazit:

Ein Blick ins Innere Deutschland zeigt die Brisanz des Themas Fußball und Kommunalpolitik. Die soziale Schere zwischen dem Profifußball auf der einen Seite und der breiten Gesellschaft auf der anderen Seite: Hier seien als Beispiel z.B. die hart arbeitende Krankenschwester (generell Pflegeberufe), der Handwerker, die alleinerziehende Mutter oder die Rentnerin mit Zusatzverdienst als Beispiel genannt.

Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, dass die Stadt den FCK auf Kosten dieser Personengruppen „subventioniert“. Dass sie das nicht tut, wurde ja schon von vielen Forenschreibern und Herrn Banf ausführlich behandelt: Seit 2003 hat der FCK mehr als 45 Millionen Euro Pacht für das Stadion bezahlt, 15 Millionen für Reparaturen aufgewendet, zehn Millionen Euro Nebenkosten bezahlt.

Dazu kommen noch diverse Steuern und Konsumausgaben, die aus anderen Regionen in die Stadt und den Kreis Kaiserslautern fließen. Persönlich habe ich den Eindruck, dass der FCK für Nachbarregionen wie dem Kreis Pirmasens einen wichtigen Identitätsanker bildet. Eine gegenseitige moralische Unterstützung kann ich da schon vernehmen.
http://www.allgemeine-zeitung.de/politi ... 420281.htm

Der 1.FCK ein großer Imageträger weit über die Grenzen der Stadt hinaus. In Nürnberg traf ich einen aus London stammenden fußballinteressierten Messestandbetreiber, der den 1.FC Kaiserslautern und Fritz Walter gleich richtig assoziieren konnte.

Naming Right Alternative zur Wettbewerbsfähigkeit

Vorgeschichte:

Als erster Verein in Deutschland gelang es dem Hamburger Sportverein mit dem Partner AOL im Juli 2001 das Naming Right in Deutschland zu etablieren. Statt dem werbefreien Volksparkstadion als Name, gingen die Zuschauermassen nun bis Juni 2007 in die AOL-Arena, bis Juni 2010 in die Nordbank Arena, in die Imtech-Arena und heuer wieder ins Volksparkstadion.

Pro Jahr konnten so 3,5 Millionen €/Jahr aus dem Verkauf der Namensrechte erwirtschaftet werden. Bei der Allianzarena beläuft sich die Summe auf 6 Millionen €/Jahr und der Signal Iduna Park in Dortmund beschert dem BVB Erlöse in Höhe von 3,5 Millionen €/Jahr.

Nehme man den HSV als Beispiel, so käme man innerhalb von 15 Jahren auf Gesamteinnahmen in Höhe von ca. 50 Millionen € (diskontiert auf das Basisjahr 2001). Auch für den FC Bayern München, dem BVB oder kleineren Vereinen wie z.B. Mainz dient das Naming Right als ein nicht zu unterschätzender Posten in der Bilanz. Wild geschätzte 66% aller Erst-und Zweitligisten haben einen Naming Right Partner!

Die Idee und eine Sogwirkung

Im Winter 2007 reifte die Idee der Naming Right Alternative, welche speziell auf die Besonderheiten und Bedürfnisse des Stadionnamens in Kaiserslautern angepasst werden sollte. Seit dem 2.November 1985 trägt dieses den Namen des Ehrenspielführers der deutschen Nationalmannschaft: Fritz Walter. Eher zufällig, im tristen Zweitligaalltag, entwickelte sich die Idee aus einer Debatte über die finanzielle Schieflage des 1.FC Kaiserslautern. Aus der Vergangenheit hafteten noch diverse Altlasten (Steuernachzahlungen, Verkauf des vereinseigenen Stadions, …) am Verein.

Das ursprüngliche Konzept zum Erhalt des Namens Fritz-Walter-Stadion sah zwei Unternehmen vor, welche den Stadionnamen schützen vor dem branchenüblichen Naming Right. Neben einer informativen Berichterstattung in den Printmedien, wäre im Bereich der mittleren Werbebande im Fernsehfokus der Name Fritz Walter Stadion, umrahmt von zwei „Namensschützern“. Durch die Bandennutzung könnte eine jährliche Summe von vorsichtig geschätzten ca. 2,5 Millionen €/Jahr erzielt werden.

Aus der Idee und einer dezenten viralen Marketingkampagne entwickelte sich im Sommer 2008 in Braunschweig das Konzept Eintracht-Stadion, welches der damals drittklassigen Eintracht immerhin zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 250.000€ bescherte (Vgl. Interview mit Dr. Lutz Tantow, Landessparkasse Braunschweig, in der Zeitschrift 11Freunde). Nebenbei spürte man in Braunschweig einen gestiegenen Zusammenhalt, der die gelb blauen Löwen sogar ein Jahr in die Bundesliga schwemmen sollte.
https://www.blsk.de/wir-ueber-uns/spons ... details%2F
http://www.11freunde.de/interview/dr-lu ... aunschweig

Mit dem Aufstieg von der 3.Liga in die 2.Bundesliga steigen sowohl die Stadionzuschauerzahlen als auch die TV- und Printkontakte. In der 1.Bundesliga würden zusätzliche Medienkontakte auf die Namensgebung aufmerksam gemacht haben. Neben dem sympathischen Auftreten der Braunschweiger Fans, berichtete man aus dem Stadion an der Hamburger Straße oder aus dem Eintracht-Stadion.

Analog zum Eintracht-Stadion gebar auch die TSG 1899 Hoffenheim ,ebenfalls im Sommer 2008, den Namen Rhein Neckar Arena. Auch hierbei fungierten wie in Braunschweig fünf lokale Unternehmen als Namensstifter, welche ca. 2,5 Millionen €/Jahr zusätzliche Einnahmen aufbrachten.

Zur Saison 2017/18 sicherte sich die Consorsbank die Namensrechte am Stadion in Nürnberg für drei Jahre, verzichtete jedoch auf ein klassisches Namens-Sponsoring, sondern rief zu einem Crowdfunding auf, um die Umbenennung in Max-Morlock-Stadion zu ermöglichen. Unterstützer beteiligten sich mit insgesamt 330.000 €, die Bank übernahm 2,4 Millionen €.
Die Nürnberger-Lösung, mit mindestens einem Unternehmen, ist der ursprünglichen Lösung für das Fritz-Walter-Stadion am ähnlichsten. Generell lebt der professionelle Fußball nicht nur von Wettbewerb, sondern auch Kooperationen.

der richtige Zeitpunkt!

Der DFB prämiert seine besten Jugendspieler jährlich mit der Fritz-Walter-Medaille, was verdeutlicht, dass der Stadionname auch für den DFB wichtig und schützenswert ist.

Mehr als 60 Jahre nach dem Wunder von Bern, sowie einer langen Phase von diversen Naming Rights, welche Geld in die Kassen der Bundesligavereine und Stadionträger spülte, ist die Zeit gekommen auch in Kaiserslautern die Stadionfinanzierung zu stemmen; und somit der aufkommenden Kritik des Bund der Steuerzahler entgegen zu treten.

Wer uns findet, findet uns gut! So lautet ein Slogan der Stadt Kaiserslautern.
(Ab hier die Ergänzung. Entschuldigung für die Verspätung)

Ansätze für eine Erweiterung des KaiserKarree

So ein bisserl Innovation, so ein bisserl Kreativität und so ein bisserl Sportsgeist steckt in der Naming Right Alternativen und passt daher ganz gut auf den Betzenberg, ins KaiserKarree. Kreativität auf und neben dem Platz. Auf dem Rasen fußballerisch virtuoses Spiel nebst Kämpferherz, als eine Einheit. Stadiongesellschaft, Stadt und Verein als ein gemeinsames Wir!

Damit dies funktionieren kann, sollte sich das Areal harmonisch weiterentwickeln und den Partnern Wertschöpfungspotential bieten. Der 1.FC Kaiserslautern als etablierter und wichtigster Partner hat als Gastgeber noch brachliegende Flächen, die am Spieltag das Gedränge entzerren könnten, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stadions. Weniger dichtes Gedränge am Einlass und Platz für schnellere Abwicklungen an den Kioskständen wären möglich.

Außerhalb der Spieltage wirkt das Stadion wie im Schlaf. Es verirren sich wenige Besucher zur Geschäftsstelle oder zum Fanshop. Die Vermischung von Gastronomie, wohl im Bereich der Südtribüne, und Co-Working-Atmosphäre halte ich für spannend. Würde man das Areal um das Stadion thematisch mit dem Olympiapark in München in Verbindung bringen, dann würde die Stadt an Strahlkraft gewinnen. Sowohl der aktive als auch der passive Sporttreibende könnte somit angesprochen werden. Vom Schuldenberg zu einem nachhaltigen Vorzeigeprojekt.

Da ich als Bürger sowohl die FDP, die CDU und auch die SPD gewählt habe, bitte nicht weitersagen, würde ich mich auch für andere Bauten wie einer Jugendherberge, einem Kolpinghaus oder sozialem Wohnungsbau aussprechen. Letzteres wird in Wien von den Einwohnern zu großen Teilen als vorbildlich wahrgenommen, wenngleich sich zeigt, dass der Immobilien- und Wohnungsmarkt schwierig ist, speziell für diejenigen die auf der Suche nach einer Wohnung sind. Die optimale Lösung wird es nicht geben. Ein Blick auf das Konzept lohnt sich trotzdem:

Sozialer Wohnungsbau - Warum Wiener günstig wohnen
https://www.deutschlandfunk.de/sozialer ... _id=428615

Vorbild Österreich? Wenn die Reichen in der Sozialwohnung leben
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... intPreview

Die meisten Wiener leben in einer geförderten Wohnung. Was paradiesisch klingt, taugt dennoch nicht als Vorbild in der Wohnungspolitik
https://www.nzz.ch/wirtschaft/in-wien-l ... ld.1480080

In Zeiten des Fachkräftemangels aber auch der Bildungsdebatten, halte ich die Kolpinghäuser für sehr interessant und spannend. Dort können Jugendliche günstig wohnen und ihre Ausbildung machen. Eher im handwerklichen Bereich angesiedelt.

Architektonisch spannend ist das Kolpinghaus in Trier, auch wenn die Übernachtungsräume einer Modernisierung bedürfen, so ist die Atmosphäre mit einem schattigen Innenhof traumhaft schön. Speziell bei sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad.
https://www.kolpinghaeuser.de/
https://www.kolpinghaus-muenchen-zentra ... aidhausen/
https://www.kolpinghaus-warsberger-hof. ... gendwohnen

Hier kann man sich über die Brisanz des Fachkräftemangel so ein bisserl informieren. Für die IHKs und HWKs natürlich interessant:
Informatik, Altenpflege, öffentliche Verwaltung - Fachkräftemangel in 400 Berufen: Wie sich der Missstand in Deutschland beheben lässt
https://www.focus.de/finanzen/news/arbe ... 69988.html
Fachkräftesicherung - Fachkräfte für Deutschland
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossie ... erung.html

Moderner als die Kolpinghäuser präsentieren sich da schon die Jugendherbergen. Immerhin in Rheinland-Pfalz und im Saarland in mehr als 45 Städten angesiedelt.

Das spannende und interessante an der Gestaltung eines Viertels ist die zugrundeliegende Architektur und der Bezug zur Umwelt. Das sorgt für Behagen, Lebensfreude und allgemeines Wohlbefinden. In Zeiten des Klimawandels kann man nur appellieren nicht alles zuzubauen. Vielmehr auch Platz für frische Bergluft zuzulassen.



Beitragvon Alex76 » 15.02.2020, 00:34


Zum Valentinstag eine kleine Liebeserklärung an den Sport, Europa, Deutschland und den Menschen

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Speziell die Kleinsten der Kleinen haben ein Recht auf Leben und Bildung in einer friedlichen Welt! Und in ihrer Heimat! Gleichzeitig gilt es in Deutschland die Ungleichheit bei den Großkopferten zu reduzieren. Die Menschen motivieren an einem Strang zu ziehen. Da wo der Staat versagt, die Menschen in die Verantwortung zu nehmen.

Ich habe mich entschieden den Eintritt in die FDP zu vollziehen, in den nächsten Tagen. Schon länger angedacht, allerdings damals lieber im Hintergrund und mit familiärer weiblicher Unterstützung. ;-) Dazu mit mehr Kraftreserven.

Nun also wohl dann doch eher präsenter. Schau ma mal, dann seng ma scho!

In die FDP aus familiären Gründen, aber auch aus persönlichen Gründen. Gleichzeitig muss man als Politiker das Beste für die Region (RLP), den Verein (1.FCK), die Partei und die Familie(n) wollen. Wichtig ist holt oin Twitter-Account ..

Die Liebe zum Ball…

… ist kein deutsches oder europäisches Phänomen. Vor allem in armen Ländern und Kriegsgebieten heilt die Liebe zum Ball den alltäglichen Schmerz. Spendet Trost oder sorgt für Lebensfreude, wenn sie geteilt wird.

Nicht jeder wächst in einem intakten Umfeld auf. Statt im Naturschutzgebiet zu spazieren, zu spielen oder sich aufzuhalten, sieht man amerikanische Panzer. So zumindest meine Erinnerung als kleines Kind. Einerseits imposant, wenn ein Panzerzug aus mindestens 10 Einheiten von der Kaserne bis ins Truppenübungsgelände fährt, andererseits auch beklemmend. Ängstigend. Und später normal, begleitet mit dem sukzessiven Abzug der amerikanischen Truppen und einer Wandlung hin zu einem normalen Wohngebiet mit Einkaufszentrum, dort wo früher die Kaserne war.

Die Abneigung auf die Amerikaner war spürbar. In Nordrhein-Westfalen hätte man wohl britische Panzer gesehen und im ehemaligen Osten russische. Die Zeit heilt die Wunden des Krieges. Langsam und meist erst über Generationen hinweg. Später sieht man den ehemaligen Feind als Partner, als Freund und als jemandem, den man die Hand reicht und ihn unterstützt.

Times are changing! Die Zeiten ändern sich. Hysterie, Fake News, Hass und Ängste dürfen den Baum des Vertrauens nicht vergiften, sondern es müssen neue Bäume gepflanzt, gehegt und gepflegt werden! Auf dass wir die Liebe zur Natur wiederentdecken. Wer die Natur mag, der mag auch Amerika, der mag auch Russland und andere Länder. Und verfolgt mit Sorge das Aussterben diverser Tierarten auf diesem Planeten, begleitet mit dem nicht mehr zu leugnenden Klimawandel, der bei uns in Deutschland und in Europa für Dürren und Überschwemmungen sorgte. Und auch die Alpen leiden unter Schneemangel.

Was ist also die Alternative für Deutschland? Was ist die Alternative für Europa? Hier muss in aller Deutlichkeit ein Bündnis aus Schwarz, Rot, Gold entstehen. Damit die aktuelle Regierungskrise abgewendet werden kann und eine Kanzlerschaft von Merkel fortbestehen kann!

Irgendwann stolpert jede(r) Kanzler(in) und vergleicht man die letzten zwei Kanzlerschaften, dann hätte Frau Merkel eine Fortführung verdient. Gut erzogen und so ein bisserl Macho im Frauenstaat hilft man dann doch wo man kann. So ein bisserl Eigennutz ist wohl platziert, als Rheinland-Pfälzer, der wos dem Seehofer immerhin einen Goldenen Plan abgeluchst hat. Schaust:

07.12.2019: Goldener Plan - Seehofer stellt Sport-Milliardenprogramm in Aussicht
https://www.faz.net/aktuell/sport/sport ... intPreview
… Seehofer strebt auch für den Goldenen Plan III eine gemeinsame Finanzierung von Bund, Ländern und Gemeinden an; er müsste, legt man die Zahl des DOSB zugrunde, über die Jahre mindestens zehn Milliarden Euro aufbringen.

Interessant für alle Kommunen, deren Sportanlagen saniert werden müssen. Für den Profisport, speziell den Fußball, dann doch inakzeptabel dort noch die Hand aufhalten zu wollen.

Stattdessen müsste gezielt versucht werden die DAX-Unternehmen anzusprechen. Die MAN AG habe ich auf dieser Seite auch schon mehr als 115mal erwähnt. Man schaue bitte mit der Suchfunktion mal nach. Auch andere DAX-Unternehmen kann man bewegen so ein bisserl sich im Dunstkreis eines starken Europas zu bewegen.

Sichtbare Reformen im Sport…
… hin zum Klimaschutz


Ich hatte bereits in 2017 angeregt über eine Bundesliga Nord und eine Bundesliga Süd bestehend aus jeweils 18 Vereinen nachzudenken. Highlight wären dann die Halbfinalspiele bzw. das/die Endspiele um die deutsche Meisterschaft.

Mittlerweile ist der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Liga geringer. Die Stadien sind nahezu alle erstligatauglich. Die Erstligazugehörigkeit würde bei vielen jetzigen Zweitligisten für einen Zuschauerschub hin zu mehr Dauerkarten bzw. ausverkauften Stadien führen.

Weitere Folgen?

1. Zwei Halbfinalspiele sowie ein/zwei Endspiel/e um die Deutsche Meisterschaft schärft die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

2. Die Endspiele steigern die Attraktivität der Liga. Folglich könnte ein viel besserer TV-Vertrag ausgehandelt werden.

3. Wahrscheinlich könnten mehrere Vereine als jetzt europäisch spielen.

4. Gleichzeitig bekämen auch andere Mannschaften was vom Kuchen ab, die nicht so im Fokus stehen. Die Stadt Berlin hätte quasi jede Saison ein Derby. Lange Auswärtsfahrten nach Freiburg (800km) wären erstmals gestrichen.

5. Statt aktueller Drittklassigkeit besteht für den 1.FCK die Möglichkeit schon in der nächsten Saison in der obersten Liga zu spielen, sollten sich die Vereine auf eine Reform für das nächste Jahr einigen und der FCK den Aufstieg schaffen!

6. Die Neugliederung wäre ein öffentlich wahrnehmbarer Einschnitt, der den Fokus auf die Einhaltung der Klimakonferenzziele lenken würde.

viewtopic.php?p=1163865&sid=44aa6c2d65f544be964d86ebe063b357#p1163865



Beitragvon Alex76 » 04.05.2020, 23:45


XXIII. Die Folgen der Corona-Pandemie treffen die Gesellschaft

In Corona-Zeiten fällt es schwer hier weiterzuschreiben. Mein Mitgefühl gilt den betroffenen Familien und Angehörigen. Tod und Krankheiten prägen die heutige Zeit und die mediale Berichterstattungen. Dazu kommen existentielle Ängste.


Gesundheitliche Situation in Deutschland und Europa

Ausgehend vom chinesischen Wuhan legte der Corona-Virus viele Staaten lahm. Die WHO, Weltgesundheitsbehörde, bezeichnete die Lage als Pandemie. Besonders ältere Menschen und Risikogruppen müssen das Virus fürchten. Richtet man den Blick nach Italien und Spanien, so ist dort die Lage deutlich dramatischer als in Deutschland. Das dortige Gesundheitssystem ist wesentlich anfälliger und weniger krisenfest.

Bis zum Montag den 23.03.2020 waren in Italien bereits 6.078 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, insgesamt 63.900 Italiener wurden positiv getestet. Bis zum Montagmittag wurden in Spanien rund 33.000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte in Spanien auf knapp 2.200.

Kurz vor dem Kollaps stehen die Krankenhäuser in Norditalien. In Italien kommen auf 100.000 Einwohner nur 8,4 Intensivbetten. In Deutschland sind es fast 34 Betten. Insgesamt sind es in Italien 5.200, in Spanien 4.400 und in Deutschland 25.000 Intensivbetten. Laut einer Studie wird der Höhepunkt der Pandemie in Italien im Anfangsdrittel des Aprils erreicht werden. Bis dato seien mindestens 4.000 neue Betten auf Intensivstationen erforderlich.
https://www.derstandard.de/story/200011 ... s-im-krieg

Jeder Tod beinhaltet auch eine eigene individuelle Lebensgeschichte, an welche man in Zeiten von Massensterben aufgrund der Pandemie denken sollte.

Wer sind die Toten in Italien?
    Folgende Erkenntnisse und Mittelwerte kamen heraus: Das durchschnittliche Alter der Verstorbenen liegt bei 79,5 Jahren. Die deutlich am stärksten betroffene Altersgruppe sind die 80- bis 89-Jährigen. Nur fünf Menschen waren unter 40 Jahre, alle waren krank, ehe sie sich mit dem Virus infizierten. 70 Prozent der Opfer sind Männer. Drei Personen (0,8 Prozent) starben offenbar ausschließlich "am" Coronavirus - "ohne wenn und aber", wie die Italiener sagen. Alle anderen litten an mindestens einer schweren Vorerkrankung. Die Hälfte hatte drei oder mehr Krankheiten, die häufigsten waren: Bluthochdruck, Diabetes, Krebs, Herz- und Atembeschwerden.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... errer=push

Im weiteren Verlauf des Artikels werden vier Gründe für die hohe Sterblichkeit in Italien angeführt:

1.) Demographie. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei 46,3 Jahren. Fast 14 Millionen Italiener sind über 65 Jahre alt.
2.) Das "Epizentrum" der Ausbreitung ist in Norditalien vorzufinden, wo das wirtschaftliche und industrielle Zentrum Italiens ist. 40 Prozent der Italiener leben dort. In Norditalien ist die Luftverschmutzung innerhalb Europas am größten, so dass viele ältere Bewohner an Atemwegsbeschwerden leiden.
3.) Italien besitzt ein öffentliches, allen zugängliches Gesundheitswesen. Allerdings sind im vergangenen Jahrzehnt 21 Prozent Finanzkürzungen vollzogen. Viele Wissenschaftler und Ärzte sind daher ins Ausland ausgewandert.
4.) Als erstes Land hat Italien ein Ein- und Ausreiseverbot nach China eingeführt. Viele Passagiere aus China reisten daher ungetestet über Paris, Frankfurt und Zürich nach Italien ein.

In den vergangenen Tagen mussten Patienten aus Italien, Frankreich und Spanien nach Deutschland ausgeflogen werden. Die deutsche Intensivbettenkapazität scheint noch nicht am Belastungslimit zu sein. Wohingegen große Probleme bei der Bereitstellung von Schutzkleidung bestehen. Hier nachzulesen:

30. März 2020, 18:00 Uhr: Schutzkleidung in Deutschland - Es fehlt(e) an allem
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... errer=push

3. April 2020, 13:53 Uhr: Coronavirus in Deutschland - "Ein Cent-Produkt ist gerade Gold wert"
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... errer=push

7. April 2020, 17:23 Uhr: Coronavirus in Deutschland - Acht Millionen Schutzmasken angekommen
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... errer=push

In der ersten Phase der Corona-Pandemie ging es darum die Neuinfektionsrate zu minimieren, um die Gesundheitskapazitäten nicht zu übersteigen. Zahlreiche Maßnahmen wurden auf der Ebene der Länder und Bundesländer ergriffen. So wurden als erstes die nationalen Grenzen teils geschlossen, teils stärker kontrolliert. Lediglich der LKW-Lieferverkehr und Grenzpendler dürfen die Landesgrenzen passieren.

Sowohl für drinnen als auch draußen wurde eine Kontaktspeere verhängt. Geschlossen sind Sporteinrichtungen und Schwimmbäder, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen, Theater, Konzerthäuser, Museen, Messen und Ausstellungen, Tier- und Freizeitparks und andere Freizeitaktivitäten. Spielplätze, Sportanlagen, Zusammenkünfte in religiösen Gebäuden, Zusammenkünfte in Vereinen und Bildungsangebote dürfen nicht besucht werden.

Sechs Wochen später hat sich die Zahl der Infizierten und der Toten deutlich erhöht, allerdings wurde der exponentielle Anstieg weitestgehend verhindert.

Nach der Johns-Hopkins-Universität (Stand: 4. Mai 2020, 18.00 Uhr) haben sich in Italien 210,717, in Spanien 217,466, in Deutschland 165,745, in Groß Britannien 187,842, in Frankreich 168.925, in der Türkei 126.045 und in den USA 1.161.346 Personen infiziert. Verstorben sind in Italien 28.884, in Spanien 25.264, in Deutschland 6.866, in Groß Britannien 28.446, in Frankreich 24.864, in der Türkei 3.397 und in den USA 67.686 Personen.

Mittlerweile verzeichnet Russland auf dem Tableau mit 145.268 Fällen weltweit die siebt meisten Infektionen, gefolgt von Brasilien an neunter Stelle mit 101.826 Fällen, dem Iran an zehnter Stelle mit 98.647 Fällen und China an elfter Stelle mit 83.965 Fällen.


Medizinisch virologische Perspektive: Wie ist der Stand der Forschung & Entwicklung?

Der Corona-Virus ist omnipräsent. Kein Tag vergeht ohne die Berichterstattung über die Anzahl der Neuinfektionen und Toten. Dabei handelt es sich beim Coronavirus um den Oberbegriff für eine Familie von Viren, die Menschen oder Tiere befallen. Der Coronavirus aus Wuhan wurde im Februar 2020 SARS-CoV-2 benannt.

Durch SARS-CoV-2 kann die schwere Lungenkrankheit COVID-19 ausgelöst werden. Im folgendem sind Informationen zu Übertragungsweg, Inkubationszeit, Symptomen und Behandlung aufgeführt.

Die Übertragung des SARS-CoV erfolgt über Tröpfcheninfektion oder über Schmierinfektion. Erstere breiten sich von den Atemwegen des Virusträgers auf die Schleimhäute des Infizierten aus. Zweitere durch Berührung eines Objektes oder Lebewesens in Verbindung mit dem Griff Richtung Mund.

Die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der Symptome (Inkubationszeit) beträgt 5–6 Tage. In Ausnahmefällen auch bis zu 14 Tagen. Unsicher ist die Infektiosität, also wie wahrscheinlich eine Ansteckung im Falle einer Aussetzung mit dem Virus ist. Zum Teil ist die Infektiosität durch das Virus selbst bestimmt, zum Teil durch die Anzahl an Viren und zum Teil wie gut das Immunsystem auf das Virus regiert. Grobe Schätzungen gehen von einer deutlich höheren Infektiosität als bei SARS aus, aber kleiner als beispielsweise bei Masern.

Nach einer neueren Studie ist der Gipfel der Infektiosität ein Tag vor Symptombeginn am höchsten. Vier Tage nachdem die Symptome aufgetreten sind, ist der Infizierte fast nicht mehr infektiös. Nach 1 Woche Symptomatik überhaupt nicht mehr.

Während des Krankheitsverlaufs können folgende Symptome auftreten: Frösteln, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Atemprobleme, möglicherweise Fieber und Husten wie bei einer Grippe, auch Kopfschmerzen und Durchfall sind möglich. Viele Symptome sind der einer gewöhnlichen Grippe ähnlich, wenngleich die Sterblichkeit aktuell höher ist.

Weltweit forschen Mediziner gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Bisher ist noch kein Medikament gefunden bzw. erprobt.

Die Herangehensweise bei der Suche nach Medikamenten ist dabei verschieden. So fußen zum einen Ansätze auf der Entwicklung neuer Medikamente, die speziell gegen SARS-CoV-2 konzipiert sind. Hierunter fallen Projekte für Antikörper zur Passivimmunisierung und Projekte zur Neuentwicklung geeigneter Wirkstoffe.

Schnellere Lösungen könnten durch die Umwidmung therapeutischer Medikamente erzielt werden. So könnten Antivirale Medikamente die z.B. gegen HIV, Ebola, Hepatitis C, Grippe, SARS oder MERS (zwei von anderen Coronaviren hervorgerufene Krankheiten) auf den Einsatz gegen Covid-19 geprüft werden. Antivirale Medikamente sollen die Vermehrung der Viren blockieren oder verhindern, dass sie in Lungenzellen eindringen. Ein zweites Projekt welches unter die Umwidmung therapeutischer Medikamente fällt, sind Immunmodulatoren. Sie begrenzen bei schwerem Lungenbefall die Abwehrreaktionen des Körpers. Dadurch soll nicht mehr Schaden angerichtet werden als die Viren selbst. Dritter Ansatz sind Medikamente für Lungenkranke.

Zu Therapeutischen Medikamenten:
https://www.vfa.de/de/arzneimittel-fors ... n-covid-19

Zur Eindämmung der Pandemie ist es wichtig die Zahl der Neuinfektionen zu begrenzen. Erst eine Immunität von 60-70% der Bevölkerung stellt sicher, dass jeder Infizierte statistisch nur noch eine weitere Person ansteckt, so dass ein exponentielles Wachstum an Erkrankungen ausgeschlossen ist und die Krankenhauskapazitäten ausreichend sind.

Neben der Genesung von Erkrankten, einhergehend mit Immunisierung, ist der Einsatz von Impfstoffen entscheidend um die Herdenimmunität zu erlangen. Dabei muss jedes Impfstoffprojekt fünf Phasen durchlaufen, um zur Massenproduktion zugelassen zu werden:
1.) Analyse des Virus
2.) Design des Impfstoffs
3.) Erprobung mit Tieren
4.) Erprobung mit Freiwilligen
5.) Zulassungsverfahren

Der Einsatz neuer Technologien und Erfahrungen mit verwandten Coronaviren ermöglichen eine enorme Beschleunigung, so dass spätestens im neuen Jahr Impfstoffzulassungen incl. Massenproduktion realisierbar sein werden. Vereinzelte Unternehmen und Forschungsgruppen vermelden das Erreichen von Phase 4, der Erprobung mit Freiwilligen.

Auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gibt es verschiedene Herangehensweisen und Arten von Impfstoffen:
1.) Lebendimpfstoffe mit Vektorviren
2.) Totimpfstoffe mit Virusproteinen
3.) Genbasierte Impfstoffe

Zu Impfstoffen
https://www.vfa.de/de/arzneimittel-fors ... -2019-ncov

Inwiefern eine Tuberkulose-Impfung gegen Covid-19 hilfreich ist, muss sich noch herausstellen. Auch hier ist die Idee, dass eine Impfung die generelle Immunabwehr gegen Keime stärkt und hilfreich sein kann SARS-CoV-2 abzuwehren bzw. die Schwere der Krankheit zu mildern.

Zwischenfazit:
Der Kampf gegen das Coronavirus und die Erkrankung COVID-19 wird auf vielen Ebenen geführt. Sowohl bei der Herstellung von Medikamenten, von Impfstoffen und beim Verhalten jedes Einzelnen. Internationale Kooperationen könnten für schnelle Lösungen bei der weiteren medizinischen Entwicklung sorgen. Aktuell sind weltweit mindestens 102 (Aufstellung vom 30.04.2020) Impfstoffprojekte angelaufen. Es gibt klinische Studien, die aber im Fall von Impfstoffen noch weiter ausgedehnt werden müssen, damit man verlässliche Aussagen über Wirkungen und Nebenwirkungen treffen kann.


Ohne Sie wäre der Staat am Ende!!!

Neben der gesundheitlichen Krise wächst eine gesellschaftliche Nähe zu den Männer und Frauen an der Gefährdungsfront.

Die vielen Millionen Beschäftigten in Krankenhäusern, im Handel und auf den Straßen ermöglichen weiterhin unser zivilisiertes Zusammenleben. Ohne sie verliert die Gesellschaft an Stabilität, wird roh und lieblos. Denn es sind die Grundbedürfnisse, die durch Verkäufer und Polizistinnen, durch Krankenpfleger und Landwirte gestillt werden.
Nahrung, Gesundheit, Sicherheit. Werden diese Güter knapp, dann kommt es zu Verwerfungen, dann kämpfen die Menschen darum, ein Stück der Reste zu ergattern - koste es, was es wolle und jeder für sich.
Es ist deshalb auch nicht erstaunlich, dass es Berufe jener Branchen sind, in denen es einen enormen Mangel an Fachkräften gibt. Wo sogar Politiker, wie der Gesundheitsminister, im Ausland auf Personalsuche gehen.

https://www.sueddeutsche.de/karriere/co ... errer=push

Die Liste lässt sich noch um die Bäckereifachverkäuferin, den schnellen Postboten, den vielen hilfsbereiten Nachbarn und der klassischen Putzfrau ergänzen und doch noch keine Vollständigkeit erlangen..

Deutschland sagt Danke!


Richtiges Benehmen während der Corona-Pandemie: Zusammenfassend!

Wie schon oben beschrieben ist die Corona-Krise für jüngere Menschen und Nichtrisikogruppen weniger gefährlich. Für ältere Menschen und Risikogruppen ist die Gefahr einer Infektion allerdings bedenklich und eventuell mit einem schlimmen Krankenverlauf bzw. dem Tod verbunden.

Eine Weiterverbreitung der Viren muss gestoppt werden, da dadurch das Gesundheitssystem überlastet wäre. Verlangsamt man den Verlauf in Kombination mit einem Impfstoff würde die gesundheitliche Situation sich wesentlich verbessern. Hier ist also Gemeinschaft und Teamgeist gefordert, damit wir alle wieder „gesunden“.

Wie sollte man sich deshalb verhalten?

Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus im Alltag und im Miteinander (Privates Umfeld und Familienleben, Berufliches Umfeld, Öffentliche Verkehrsmittel und Reisen, Öffentliches Leben):
https://www.infektionsschutz.de/coronav ... egeln.html

Printmaterialien zur Hygiene:
https://www.infektionsschutz.de/mediath ... alien.html

Die 10 wichtigsten Hygienetipps (Vgl. Plakat "10 Hygienetipps" für genaue Anleitungen):
1. Regelmäßig Hände waschen
2. Hände gründlich waschen
3. Hände aus dem Gesicht fernhalten
4. Richtig husten und niesen
5. im Krankheitsfall Abstand halten
6. Wunden schützen
7. Auf ein sauberes Zuhause achten
8. Lebensmittel hygienisch behandeln
9. Geschirr und Wäsche heiß waschen
10. Regelmäßig lüften

Tipps vom Profi: https://www.youtube.com/watch?v=yDbbzaEXWqs

Zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie haben sich Bund und Länder auf Maßnahmen geeinigt, so dass die folgenden Verhaltenseinschränkungen künftig in Deutschland für mindestens die nächsten zwei Wochen gelten (Stand: 23. März 2020):

• Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

• In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als seinem Begleiter/seiner Begleiterin ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten. "Besser zwei Meter", sagte Kanzlerin Merkel.

• Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Mehr als zwei Menschen dürfen sich also nicht zusammen draußen aufhalten - es sei denn es sind Menschen aus dem gemeinsamen Haushalt. Es bleibt demnach also erlaubt mit einem Freund, einer Freundin spazieren zu gehen - nicht aber gleichzeitig mit zwei Freunden. Ausnahmen sollen gelten für: Beerdigungen, Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs, zwingend notwendige Zusammenkünfte aus gesellschaftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen. Aber: In Bayern darf man ohne triftigen Grund auch weiterhin niemanden treffen, der nicht zur Familie gehört. Und in Hessen ist es nur noch allein erlaubt, die Wohnung zu verlassen - außer jemand braucht Unterstützung.

• Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben erlaubt. Aus den Regelungen einzelner Bundesländer geht hervor, dass auch Ehe- und Lebenspartner aufgesucht werden dürfen. Besuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen sind durch die Landesregierungen weitgehend eingeschränkt oder, etwa in NRW, bis auf Ausnahmen untersagt.

• Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen "sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel", so Merkel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen auch sanktioniert werden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Bayerns Landesvater Markus Söder (CSU), Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), kündigten Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten in Höhe von 25 000 Euro sowie bei besonders heftigen Verstößen weitere strafrechtliche Konsequenzen bis zur Freiheitsstrafe an.

• Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

• Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben aber weiter möglich.

• In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.4854198

Bleibt gesund!



Beitragvon Alex76 » 05.05.2020, 22:34


Politik stabilisiert die Wirtschaft

Durch die Epidemie verbunden mit den Ausgangsspeeren leidet sowohl die deutsche als auch die globale Wirtschaft. Für viele kleinere und größere Selbständige ist die Corona-Epidemie äußerst dramatisch, da viele Messen, Konzerte und Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Ob Gage, Auftrag oder Trinkgelder, es fehlt an wichtigen existentiellen Einkommen um kurzfristig Miete und Fixkosten begleichen zu können.

Welche Hilfen stellt der Staat zur Verfügung?

Um den finanziellen Schaden abzufedern, hat der deutsche Staat ein großes Hilfsprogramm in die Wege geleitet, um perspektivisch zeitig reagieren zu können.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds enthält folgende Instrumente:

• einen (Staats-)Garantierahmen von 400 Milliarden Euro, der Unternehmen dabei helfen soll, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren (Überbrückung von Liquiditätsengpässen)
• eine Kreditermächtigung (direkte staatliche Beteiligung) über 100 Milliarden Euro zur Kapitalstärkung von Unternehmen (Rekapitalisierung)
• eine weitere Kreditermächtigung über 100 Milliarden Euro zur Refinanzierung der KfW-Sonderprogramme

Adressiert werden dabei Wirtschaftsunternehmen, die mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:
1) eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro
2) mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse sowie
3) mehr als 249 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt

Geprüft werden kann im Einzelfall auch die Beteiligung kleinerer Unternehmen, die für die kritische Infrastruktur wichtig sind.

Ein Hilfspaket der Bundesregierung Für Freelancer, Freiberufler*innen und Kleinstunternehmen ergibt Finanzmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Euro.

Die Auszahlung der Gelder sollen voraussichtlich aufgeteilt werden in:
• ca. 10.000 Milliarden Euro für Zuschüsse
• ca. 30.000 Milliarden Euro für Darlehen

gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten werden nicht rückzahlbare Zuschüsse für eine Dauer von maximal drei Monaten in Höhe von:
• 9.000 bis 10.000 Euro für Firmen mit bis zu fünf Mitarbeiter*innen bzw.
• bis zu 15.000 Euro für Firmen bis zu zehn Mitarbeiter*innen
gewährt.

Auch die Bundesländer haben eigene Rettungsprogramme in Höhe von knapp 90 Milliarden € beschlossen. Insgesamt betragen die Kosten für Bund und Länder knapp 750 Milliarden €.

Um Zuschüsse und Darlehen zu bekommen muss eine Existenzbedrohung oder ein Liquiditätsengpass eidesstattlich versichert werden - und auch, dass dies vor März 2020 noch nicht der Fall war. Der 11. März gilt als offizielles Stichdatum für den Beginn der Corona-Krise.

Zur Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen hat die deutsche Regierung einen Nachtragshaushalt für 2020 in Höhe von 122,5 Mrd. Euro gewährt. Bundestag und Bundesrat haben ihn im Eilverfahren gebilligt. Statt 362 Milliarden Euro sieht der Haushalt nun Gesamtausgaben in Höhe von 484,5 Milliarden Euro vor.

Weitere Informationen und sehr wertvolle Tipps für Solo-Selbstständige, Freelancer, Freiberufler und Kleinstfirmen:
https://www.projektwerk.com/magazin/all ... 2020-03-16

Allgemein für Unternehmer und Selbständige: Mit aller Kraft gegen die Corona-Krise - Schutzschild für Deutschland:
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... nFile&v=18

Zu weiteren Anträgen wie Kurzarbeitergeld, KfW-Krediten, sozialer Sicherung und steuerlicher Hilfsmaßnahmen in Verbindung mit den oben dargestellten Hilfsprogrammen gibt Seite 5 einen sehr guten graphischen Gesamtüberblick.

Wie sieht die Zukunft aus? Szenarien für das Wirtschaftswachstum

Bundeswirtschaftsminister Altmaier geht aktuell von einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung von -6,3% in 2020 aus, gefolgt von einer Erholung um 5,2% in 2021.

Zuvor haben bereits die Wirtschaftsweisen Prognosen über das künftige Bruttoinlandsprodukt berechnet. Im Basisszenario ging man von einem Rückgang in 2020 von -2,8% aus. Im darauffolgenden Jahr rechnete man mit einem Wachstum von 3,7%. Ein zweites Risikoszenario ging von -5,4% in 2020 und 4,9% in 2021 aus. Im dritten Risikoszenario kalkulierten die Experten mit -4,5% in 2020 und 1% Wachstum in 2021.
https://de.statista.com/statistik/daten ... szenarien/

Im unteren Link sind verschiedene Institute mit ihren Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes für 2020 und 2021 aufgeführt. Die Werte unterscheiden sich sehr stark, was zurückzuführen ist auf den Zeitpunkt der gegebenen Prognose, aber auch aufgrund der Bewertung der Unsicherheiten. Alle Prognosen teilen einen positiven Wachstumsverlauf in 2021:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ko ... se114.html


Finanzierung der Nachtragshaushalte in Europa:

Aufgrund der Krise wurden die Defizitkriterien gelockert, wodurch die Neuverschuldung der EU-Länder auf über 3% angehoben werden können. Gleichzeitig darf auch die Gesamtverschuldung mehr als 60% des BIP betragen.
https://www.tagesschau.de/ausland/coron ... n-101.html

Um weitere Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen zu können, gibt es zwei alternative Standpunkte:

1. Alternative

Der Vorschlag von Deutschland zur Finanzierung schlägt ein Portfolio aus drei Elementen vor, die von der EU-Kommission, der Europäische Investitionsbank (EIB) und dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) bereit gestellt werden sollen.

Als erstes schlägt die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Instrument namens "Sure" vor, das besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugutekommt. Mit Sure sollen Kurzarbeiter gefördert werden. Mittels Garantien aller Mitgliedstaaten von 25 Milliarden Euro, sollen Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro bereit gestellt werden.

Zweites Element ist Bürgschaften der Europäische Investitionsbank (EIB) für kleinere und mittlere Unternehmen. Das Volumen der Bürgschaften soll 50Mrd. Euro betragen.

Drittes und letztes Instrument ist der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) der im Zuge des „Euro-Rettungsschirms“ 2012 gegründet wurde. Insgesamt 410 Mrd. an Krediten wären abrufbar verbunden mit zu leistenden Auflagen/Reformen. Passend zur aktuellen Situation wären Investitionen in Gesundheit, Sozialversicherung (Kurzarbeitergeld), Gastronomie, … Als Vorschlag stehen 2% des BIP im Raum.

2. Alternative

Corona-Bonds werden von den betroffenen Ländern aus Frankreich, Spanien und Italien bevorzugt. Bei Corona-Bonds handelt es sich um Anleihen, die gemeinsam von allen EU-Staaten herausgegeben werden zur Aufnahme neuer Schulden. Alle Länder haften gemeinsam für die Schulden, wodurch geringere Zinsen erzielt werden können.


Zahlreiche deutsche Autoren und Wissenschaftler haben in einem offenen Brief an die Solidarität der EU-Länder appelliert:
"Die Länder der Europäischen Union müssen sich - auch im ureigenen deutschen Interesse - ökonomisch maximal gemeinsam solidarisch verhalten und sich gegenseitig absichern. (...) Die Lage verlangt konkrete, sofortige Solidarität, sprich: Corona-Bonds zu etablieren, gemeinsame, von den Eurostaaten emittierte Anleihen." https://www.spiegel.de/kultur/corona-bo ... f11582b54b


Am 09.04.2020 einigten sich die europäischen Finanzminister auf ein 500 Milliarden Euro Finanzpaket, welches Arbeitnehmer, Firmen und schlingernde Staaten den Weg aus der Krise leiten soll, bestehend aus Sure, Bürgschaften der Europäische Investitionsbank (EIB) und dem angepassten Europäische Stabilitätsmechanismus.

Die italienische Regierung erklärte am 13.04.2020 die ihr zustehenden Mittel aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus in Höhe von 39 Milliarden Euro nicht annehmen zu wollen. Italien werde lediglich auf das Programm zur Unterstützung bei der Kurzarbeit und Darlehen der Europäischen Investitionsbank zugreifen.

Weitere Verhandlungen fanden beim EU-Gipfel am 23.04.2020 zwischen den 27 europäischen Staats-und Regierungschefs statt. Das vor zwei Wochen beschlossene Corona-Rettungspaket wurde um einen Recovery Fund (Wiederaufbaufonds) ergänzt, der in der Verantwortung der Kommission liegen wird. Neben des Wiederaufbaus der europäischen Ökonomie sollen große Teile dem Klimaschutz gewidmet sein. Insgesamt haben die finanziellen Zuwendungen ein Volumen von 1000 Milliarden.

News zu den EU-Verhandlungen über Corona-Hilfen:

Stand: 02.03.2018, 07:55 Uhr:
Europäischer Stabilitätsmechanismus - So funktioniert der Rettungsschirm ESM
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/esm110.html

05.04.2020, 10:30 Uhr
Zur Thematik über die Wahl eines geeigneten Instruments: Corona-Bonds - Und jetzt alle für alle
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... duced=true

07.04.2020, 05:10 Uhr
EU-Krisenhilfen - Drei Säulen und ein Reizwort
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/co ... m-101.html

09.04.2020, 11:42 Uhr
EU und Corona-Bonds - Nationale Alleingänge in der Krise
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu ... a-101.html

09.04.2020, 22:43 Uhr
Beratungen der Finanzminister - EU einigt sich auf Corona-Hilfen
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-fi ... n-101.html

10.04.2020, 03:33 Uhr
Einigung der EU-Finanzminister - 500 Milliarden gegen die Corona-Krise
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-fi ... n-103.html

10. April 2020, 12:44 Uhr: Corona-Hilfspaket - Die EU-Staaten werden sich dramatisch verschulden müssen
https://www.sueddeutsche.de/politik/eu- ... errer=push

14.04.2020
Coronavirus-Hilfen - Italien sagt Nein zu 39 Milliarden der EU
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-hi ... n-101.html

24.04.2020, 08:47 Uhr
EU-Hilfen gebilligt - Ein Gipfel als Symbol der Einigkeit
https://www.tagesschau.de/corona-eu-ret ... t-101.html


Sportnachrichten Teil I: Problemlage

Die letzten Wochen während der Corona-Epidemie waren sehr nervenaufreibend für viele Sportbegeisterte. Mit Hoffnung und mit ernüchternden (Sport-)Meldungen. Zweitere überwogen letztlich.

Dabei ging es nicht nur um die 1. und 2. Fußballbundesliga, sondern auch um die weiteren Fußballligen, die vom DFB betreut werden. So auch die 3.Liga. Doch nicht nur der Fußball ist betroffen, sondern auch alle weiteren Ligen in Deutschland. Der Virus hält den Sport in Atem. Die Gesundheit von Sportlern und Zuschauern ist gefährdet. Wie ist die Lage bei den anderen wichtigen Mannschaftssportarten im Handball, Basketball, Volleyball, Eishockey und in den Individualsportarten?

Welche Restriktionen bestehen? Welche Einnahmen stehen auf dem Spiel? Welche könnten wegbrechen? Welche Kosten müssen gedeckt werden? Viele Fragezeichen!

Recht zeitig und besonders niederschmetternd ist die Absetzung der Playoff-Eishockeyspiele der DEL, DEL2 und der Oberligen bereits am 10.03.2020 nach Verkündigung des Verbots von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern in Bayern und NRW. Hier ist der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga, Gernot Tripcke, im Interview zur Absage des regulären Spielbetriebs: https://www.sportschau.de/weitere/eisho ... s-100.html.

Was erst recht unscheinbar im Eishockey zur Absage führte, mündete auch in den Fokus der Fußballöffentlichkeit. Der Blick war auf die Deutsche Fußballliga (DFL) gerichtet. Am 16.03.2020 beantwortete Christian Seifert von der DFL auf einer Pressekonferenz die Frage wie es mit der Bundesliga weitergeht: https://www.youtube.com/watch?v=SAV2lyFItu4.

Die PK war stark von der Unsicherheit aufgrund der Epidemie und dem ersten Geisterspiel der Bundesligageschichte M´Gladbach gegen den 1.FC Köln am 11.03.2020 vor leeren Rängen geprägt. Die Vertreter der 36 Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga haben sich bis auf weiteres auf eine Verlegung der Bundesliga auf den 2.4.2020 geeinigt. Es gibt derzeit drei Szenarien wie die DFL die weitere Handhabe einschätzt:
Szenario 1: Saison geht am 3.April weiter
Szenario 2: Saison geht zu späterem Zeitpunkt weiter
Szenario 3: Saison wird abgebrochen


Seit dem ist bundesweit eine Kontaktsperre verhängt worden. Nicht nur Veranstaltungen mit 1.000 Zuschauern sind untersagt, sondern auch Zusammenkünfte mit mehr als drei Personen. Je nach Bundesland variieren die einzelnen Maßnahmen, so dass die weitere Handhabe der restlichen Bundesligaspiele sehr problematisch ist. Wie wird sich die Epidemie weiterentwickeln? Was passiert wenn Spieler sich infizieren? Wann wären Termine für Großveranstaltungen wie Fußballbundesligaspiele möglich?

Vor dem Hintergrund, dass die Einnahmen aus Ticketverkäufen für Spiele in nationalen und internationalen Wettbewerben in der Bundesliga 12,9% und in der 2.Bundesliga 16,8% betragen, bezogen jeweils auf den Gesamtumsatz (Quelle: DFL Wirtschaftsreport, Die ökonomische Situation im deutschen Fußball), sind die wirtschaftlichen Schäden von Geisterspielen in den beiden Fußballbundesligen eher gering einzuschätzen. Die Haupteinnahmequellen resultieren aus der Medialen Verwertung mit 36,9% (2.Bundesliga: 32,0%) und der Werbung mit 21% (2.Bundesliga: 20,2%).

Weitere Einnahmen ergeben sich aus Transfers, Merchandising und Sonstiges mit Anteilen zwischen 16,8% und 4,4%.

In der Saison 2018/2019 erzielten die 18 Vereine der 1.Bundesliga einen Umsatz von 4,02 Milliarden Euro, was einen Durchschnitt von 223 Millionen Euro pro Verein bedeutet. Deutlich dahinter lagen die Zweitligisten mit 782 Millionen Euro.

Die 3.Liga mit ihren 20 Vereinen erwirtschaftete 2018/2019 einen Rekordumsatz von 185,6 Millionen Euro. Dabei lagen die Ausgaben bei 216 Millionen Euro, so dass pro Klub im Durchschnitt ein Verlust von 1,5 Millionen Euro entstanden ist.

Die Deutsche Eishockey Liga, die Basketball Bundesliga und die Handball-Bundesliga konnten zwar ihre Gesamtumsätze 2018/19 allesamt steigern, jedoch ist der Unterschied zu den beiden Fußballbundesligen gravierend. Die DEL liegt mit 130 Millionen Euro vor der BBL mit 128 Millionen Euro. Deutlich abgeschlagen rangiert die HBL mit 105 Millionen Euro.
https://www.focus.de/sport/mehrsport/al ... 99815.html

Leider hab ich keine belastbaren Zahlen über die Zusammensetzung der Umsätze gefunden. Es ist aber davon auszugehen, dass die Bedeutung der Zuschauereinnahmen und des Sponsoring für die 3.Liga, die DEL, die DHB und die DBB im Gegensatz zu den beiden Bundesligen sehr groß ist. Ein Abbruch der jeweiligen Liga muss unter gesundheitlichen und Kosten-Nutzen-Aspekten betrachtet werden. Gleichzeitig sollte der Sport auch immer Sieger sein!

News zum Eishockey

10.03.2020:
Abbruch der Saison aufgrund der Coronakrise - Keine Play-offs in der DEL - Kein Meister!
https://www.kicker.de/771849/artikel/ke ... n_meister_

11.03.2020:
Liga hofft auf finanzielle Unterstützung der Politik - DEL-Boss Tripcke: "Brutal, aber alternativlos"
https://www.kicker.de/771951/artikel/de ... rnativlos_

21.03.2020:
Weltverband verkündet Absage des in der Schweiz geplanten Turniers - "Harte Realität": Eishockey-WM fällt wegen Corona-Pandemie aus
https://www.kicker.de/772596/artikel/_h ... ndemie_aus

25.03.2020:
Schließung der Trainingszentren beschlossen - NHL verschiebt Draft und weitere Termine auf unbestimmte Zeit
https://www.kicker.de/772836/artikel/nh ... immte_zeit

27.03.2020:
Geschäftsführer Tripcke befürchtet schwere Zeiten - Durch Play-off-Ausfall: Bis zu 20 Millionen Euro Verlust für DEL-Klubs
https://www.kicker.de/772949/artikel/du ... _del_klubs

30.03.2020:
Corona-Krise beschäftigt auch die amerikanische Sportwelt weiterhin - NHL würde Saison auch bis August verlängern
https://www.kicker.de/772985/artikel/nh ... erlaengern

News zum Handball

11.03.2020:
Gislason-Debüt unter Ausschluss der Öffentlichkeit - Handball-Länderspiel vor leeren Rängen - Pokalfinale wohl ebenfalls ohne Fans
https://www.kicker.de/771990/artikel/ha ... _ohne_fans

12.03.2020:
Liga pausiert zunächst bis zum 22. April - Handball-Bundesliga setzt vorerst aus - auch Final Four verschoben
https://www.kicker.de/772086/artikel/ha ... verschoben

13.03.2020:
Mannschaft stellt gemeinsamen Trainingsbetrieb ein - Flensburg: Weltmeister Glandorf für 14 Tage in Quarantäne
https://www.kicker.de/772177/artikel/fl ... uarantaene

13.03.2020:
Schwenker kündigt Härtefälle an - Handball-Ligapräsident: "Glaube nicht, dass in dieser Saison noch gespielt wird"
https://www.kicker.de/772686/artikel/ha ... ielt_wird_

16.03.2020:
Pokal-Finalturnier neu terminiert - HBL will Saison zu Ende spielen - Profis sollen auf Gehalt verzichten
https://www.kicker.de/772282/artikel/hb ... erzichten_

20.03.2020:
Verzicht liegt wohl bei rund 25 Prozent - "Sitzen alle in einem Boot": Handball-Profis verzichten auf Gehalt
https://www.kicker.de/772548/artikel/_s ... auf_gehalt

21.03.2020:
Coronakrise: Prominente Fälle in der Handball-Bundesliga - Groetzki und Füchse-Coach Roth positiv getestet
https://www.kicker.de/772584/artikel/gr ... v_getestet

22.03.2020:
Vorzeitiges Ende der Saison steht im Raum - Handball-Bundesliga will Lizenzierung vorzeitig beenden
https://www.kicker.de/772625/artikel/ha ... ig_beenden

23.03.2020:
Gehaltsverzicht bei den Füchsen Berlin - Drux: "Alle haben mitgemacht, um dem Verein Luft zu verschaffen"
https://www.kicker.de/772677/artikel/dr ... rschaffen_

30.03.2020:
Corona-Pandemie und die Folgen für den Sport - Balingen-Weilstetten in Not: "Gallier" kämpfen um die Existenz
https://www.kicker.de/773055/artikel/ba ... e_existenz

02.04.2020:
Ausnahmen und Regelungen von der HBL festgelegt - Aufatmen in der Handball-Bundesliga: Lizenz für Klubs
https://www.kicker.de/773280/artikel/au ... fuer_klubs

02.04.2020:
Es regt sich Widerstand gegen eine Saison-Fortsetzung - Spiel auf Zeit: Handball-Bundesliga will Pause verlängern
https://www.kicker.de/773289/artikel/sp ... erlaengern

03.04.2020:
Kein DHB-Pokal 2020/21 - HBL: Fortsetzung spätestens 16. Mai - Bei Abbruch keine Absteiger
https://www.kicker.de/773353/artikel/hb ... _absteiger

News zur DFL

14.01.2020:
Neuer TV-Vertrag und Projekt Zukunft mit dem DFB - DFL-Chef Seifert sieht "große Herausforderungen"
https://www.kicker.de/767130/artikel

08.03.2020:
DFL plant Treffen mit Klubs - Seifert über Coronavirus: "Saison muss bis Mai zu Ende gespielt werden"
https://www.kicker.de/771726/artikel

14.03.2020:
Es droht ein hoher wirtschaftlicher Schaden - TV-Gelder: DFL bangt um dreistelligen Millionenbetrag
https://www.kicker.de/772209/artikel/tv ... onenbetrag

31.03.2020:
Abbruch würde "große finanzielle Leiden" bedeuten - Rummenigge: Klubs stehen "sehr solidarisch zusammen"
https://www.kicker.de/773162/artikel/ru ... _zusammen_

31.03.2020:
Klubs sollen Corona-Auswirkungen bewältigen können - Punktabzüge und Liquidität: DFL passt Lizenzierung an
https://www.kicker.de/773139/artikel/pu ... zierung_an

News zum DFB

20.03.2020:
DFB rechnet mit erheblichen Verlusten - Schatzmeister Osnabrügge: "Ich erwarte einen klaren Solidaritätsbeitrag"
https://www.kicker.de/772554/artikel/sc ... tsbeitrag_

23.03.2020:
Generalsekretär befürchtet Geisterspiele bis Jahresende - 50 Millionen Euro Verlust: DFB rechnet "Worst-Case-Szenario" vor
https://www.kicker.de/772703/artikel/50 ... enario_vor


Sportnachrichten Teil II: Wie geht es weiter mit den Großsportveranstaltungen?

Genauso wie die Fußballeuropameisterschaft nehmen auch die Olympischen Spiele in Tokio einen festen Termin im Kalender 2020 ein, auf den alle nationalen Meisterschaften bzw. Qualifikationsturniere abzielen.

Die Corona-Krise entwickelte sich im März von der Epidemie zur großen Pandemie. Die Entscheidungsträger mussten die Großsportveranstaltungen letztlich auf das nächste Jahr verschieben. Am 17.03.2020 verschob die UEFA die Europameisterschaft, die vom 12.06.2020 bis zum 12.07.2020 stattfinden sollte, auf den 11.06.2021. Das Endspiel wird am 11.07.2021 ausgetragen. Durch die Absage und Verschiebung ins nächste Jahr bekommen die jeweiligen nationalen Fußballligen Freiräume, um die Wettbewerbe noch abzuschließen, sofern es die medizinisch-virologische Situation zulässt. Gleiches gilt für die europäischen Wettbewerbe.

Die Olympischen Sommerspiele hätten mehr als einen Monat später stattfinden sollen, vom 24.07.2020 bis zum 9.08.2020. Daher überraschte es nicht, dass das IOC aufgrund der Tragweite der Entscheidung, seine finale Entscheidung hinaus zögern wollte. Neben dem Veranstalter und den Sponsoren, hat eine Verlegung auch große Auswirkungen auf die Athleten, deren Karrierehighlight die Olympischen Spiele sind. Durch die Corona-Krise wurden immer mehr Qualifikationsturniere abgesagt. Ein funktionierendes Antidopingsystem war wegen des Einhaltens von Sicherheitsabständen schwerlich möglich.

Der Vorsitzende des IOC, Thomas Bach, stellte die Möglichkeit einer Verschiebung der Olympischen Spiele in den Raum, sofern die WHO eine Absage empfehlen würde. Nachdem Japans Premierminister Shinzo Abe am 23.03.2020 ebenfalls eine Verschiebung vor dem Parlament als Option darlegte, wurde der Druck seitens der Sportler, die ein Ende der Hängepartie verlangten, auf das IOC immer größer.

Folgerichtig gab das IOC am 24.03.2020 die Verlegung der Olympischen Spiele ins nächste Jahr bekannt. Am 30.03.2020 wurde die Verlegung auf den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 mitgeteilt. Fast auf den Tag ein Jahr nach dem ursprünglichen Termin. Auch die Paralympics werden am 24. August 2021 in Tokio beginnen.

Die Verschiebung von Olympia und Paralympics wird aller Voraussicht nach große Kosten für den Veranstalter Japan nach sich ziehen. Experten gehen von 5,7 Milliarden Euro aus. Würden die Spiele komplett abgesagt werden, läge der Verlust bei 17 Milliarden Euro zuzüglich der entgangenen Verluste aus dem Tourismus.

Als Small Town Boy sind Zahlen jenseits der Millionengrenze schon sehr außergewöhnlich. Bei kolportierten Kosten von 27 Milliarden Euro (im Worst Case) stellt sich die Frage wie diese Kosten einem Kostenträger zuzuordnen sind. Die reinen Organisationskomiteekosten sind relativ transparent bei 11,3 Milliarden Euro. Anders sind Investitionen in die Infrastruktur oder den Tourismus. Hier kommt es zu Überschneidungen.

Bei Gesamtkosten von 27 Milliarden bezogen auf eine Megastadt mit knapp 10 Millionen Einwohnern, entfallen auf jeden Bewohner 2.700 Euro Kosten. Rechnet man die Metropoleinwohner dazu, dann käme man auf 38.505.000 Einwohner, wodurch die Kosten auf 700 Euro pro Bewohner einpendeln würden.

Noch ungeklärt ist, inwiefern die Athleten das Olympische Dorf bewohnen können, da viele Appartements des Olympischen Dorfes bereits an Privatpersonen veräußert sind.
https://www.welt.de/sport/article206770 ... piele.html

Vor dem Hintergrund von vielen betroffenen Patienten und Todesfällen aufgrund der Corona-Krise ist die Verschiebung der Europameisterschaft und der Olympischen Spiele ins nächste Jahr moralisch wie auch organisatorisch alternativlos. Mit der Verschiebung der Europameisterschaft bekommen die nationalen Ligen Zeitpuffer zur Austragung der Wettbewerbe.

News zur Europameisterschaft und den Olympischen Spielen:

17.03.2020, 21:34 Uhr
Was der EM-Beschluss für die Bundesliga bedeutet - Verschiebung der Problemzone
https://www.spiegel.de/sport/fussball/e ... 848e404ea2

17.03.2020
Fußball-Europameisterschaft wird auf 2021 verschoben
https://www.welt.de/sport/article206608 ... rlegt.html

24.03.2020
IOC gibt historische Entscheidung bekannt - Die Olympischen Spiele in Tokio werden verschoben
https://www.kicker.de/772666/artikel/di ... verschoben

30.03.2020
Olympische Spiele starten am 23. Juli 2021 - Neuer Olympia-Termin: "Wertvolle Klarheit für alle Betroffenen"
https://www.kicker.de/773085/artikel/ne ... troffenen_

03.04.2020:
IOC muss eine Entscheidung fällen - Für Olympia 2021: FIFA empfiehlt Anpassung der Altersgrenze
https://www.kicker.de/773396/artikel/fu ... tersgrenze

07.04.2020:
Neue Frist endet am 29. Juni 2021 - IOC verlängert Frist für Olympia-Qualifikation
https://www.kicker.de/773593/artikel/io ... lifikation

08.04.2020
DOSB-Präsident Hörmann: „Keine Sportart, um die wir uns nicht ernsthaft Sorgen machen“
https://www.sponsors.de/news/magazin/do ... t-hoermann

12.04.2020:
IOC-Präsident verteidigt sich gegen Kritik - Bach: Entscheidung über Verlegung "nicht aus dem Bauch heraus"
https://www.kicker.de/773795/artikel/ba ... ch_heraus_



Beitragvon Alex76 » 21.05.2020, 22:46


Corona Update I: Wie sehen die Lockerungen aus? Welche Maßnahmen bleiben bestehen?

Am 15.04.2020 versammelten sich die deutsche Bundeskanzlerin zusammen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher sowie Vizekanzler Olaf Scholz zu einer Pressekonferenz. Die Teilnehmer gaben einen Überblick über die Wirkungen der getroffenen Maßnahmen seit dem 23.03.2020, dem Beginn des Lockdowns in Deutschland. Oberstes Ziel war die Eindämmung der Neuinfektionszahlen, so dass ein exponentieller Anstieg vermieden wird.

Die Verdoppelungszeit von 12 bis 14 Tagen ist ein weiterer positiver Wert, der die getroffenen Maßnahmen stützt. Ebenso wie der Reproduktionsfaktor von 1 (der angibt wie viele Personen eine infizierte Person insgesamt ansteckt).

Wie werden die weiteren Maßnahmen ausschauen? Dazu hat die Bundesregierung die Expertise der Leopoldina-Wissenschaftler konsultiert, damit verschiedene gesellschaftliche Perspektiven mit einbezogen werden können. Neben Epidemiologen und Virologen sind auch Wirtschaftsexperten, Soziologen und Ethiker gefragt.

Bereits vor einer Woche haben die Wissenschaftler das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit befürwortet. Zudem empfiehlt Leopoldina die Ausweitung der Testkapazitäten, um sowohl die Corona-Infektion aber auch gebildete Antikörper nachzuweisen.

Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf verschiedene Maßnahmen verständigt, die hier aufgezählt sind:

WELCHE CORONA-MAßNAHMEN SICH ZUNÄCHST NICHT ÄNDERN:

• Um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden, haben sich Bund und Länder geeinigt, dass die Kontaktbeschränkungen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern aufrechterhalten bleiben. „Das gilt weiterhin, und die Verstöße dagegen werden auch weiterhin von den Behörden geahndet“, kündigte Kanzlerin Angela Merkel an.

• Weiterhin gilt, dass sich Personen in der Öffentlichkeit nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten dürfen.

• Großveranstaltungen wie Fußballspiele bleiben weiter grundsätzlich untersagt und zwar bis zum 31. August. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte am Abend, dass in dieser Saison keine Bundesligaspiele mehr vor Publikum stattfinden werden.

• Das wegen des Coronavirus verhängte Versammlungsverbot in Gotteshäusern bleibt bis auf Weiteres in Kraft.

• Im Kampf gegen das Coronavirus bleiben Gastronomiebetriebe in Deutschland vorerst weiter geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

• Auch Kultureinrichtungen bleiben geschlossen.

• Auch Zoos und Botanische Gärten bleiben geschlossen.

• Auch Spiel- und Sportplätze bleiben geschlossen.

• Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe (mit Ausnahme von Friseuren) bleiben geschlossen.

• Die Menschen in Deutschland sollen vorerst weiter auf private Reisen verzichten. Das gilt auch für überregionale touristische Tagesausflüge. Die weltweite Reisewarnung wird aufrechterhalten. Übernachtungsangebote im Inland sollten weiterhin nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden.
Bund und Länder vereinbarten zugleich vorsichtige Lockerungen der Einschränkungen des täglichen Lebens.

WELCHE CORONA-MAßNAHMEN ANGEPASST WERDEN:

• So sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter Auflagen ab Montag wieder öffnen dürfen.

• Autohäuser, Fahrrad- und Buchhändler dürfen unabhängig von der Größe wieder öffnen.

• Der Schulbetrieb soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Vor der Öffnung sollen umfassende Hygienepläne erstellt und Möglichkeiten für die Beförderung der Schüler, wie Schulbusse, geschaffen werden.

• Die Kultusministerkonferenz soll bis zum 29. April ein Konzept für weitere Schritte vorlegen, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann.

• An Hochschulen dürfen Prüfungen abgenommen werden. Auch Lehrveranstaltungen, die spezielle Labor- bzw. Arbeitsräume erfordern, sind unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen erlaubt.

• Friseure dürfen unter Einhaltung von Hygienevorschriften ab 4. Mai wieder öffnen.

https://www.tagesspiegel.de/politik/loc ... 44256.html
https://www.bundesregierung.de/breg-de


Die nächste Pressekonferenz ist am 30.04.2020 anberaumt, um den Status darzulegen. Bis 3.Mai sollen die Kontaktbeschränkungen mindestens bestehen. Besonders in den Schulen, Altenheimen, Einzel-und Großhandel und Gastronomie sind kontroverse Diskussionen in den folgenden Wochen zu erwarten, da die Maßnahmen gegen die Corona-Krise massiv in die Freiheitsrechte der Individuen eingreifen.

Neben dem Profisport hat die Corona-Pandemie auch den Breiten- und Freizeitsport vorrübergehend lahmgelegt. Die Sportvereine mussten den Trainingsbetrieb einstellen. Durch das Social Distancing sind auch Fitnessstudios und Schwimmbäder geschlossen. Um dennoch sportlich fit zu werden, kann man an der frischen Natur Joggen, Nordic Walken, Fahrradfahren oder zuhause Hometraining mit Youtube (Yoga, Zumba, Ganzkörperworkout...) oder Fitnessgeräten machen.


Sportnachrichten Teil III: Welche Szenarien sind für den Ligabetrieb denkbar?

Durch die Verschiebung der Europameisterschaft in das nächste Jahr gewannen die nationalen Fußballverbände nochmals Zeit, um ihre Wettbewerbe austragen zu können. Auch die UEFA befürwortet einen Fortgang der Saison sowie die Austragung der beiden europäischen Wettbewerbe. Champions League und Europa League sollen entweder parallel zu den wieder gestarteten nationalen Ligen ausgespielt werden oder im Anschluss bis spätestens August.

Eine Austragung des Champions League Finales am 29. August und eine Austragung des Europa League Finales am 27. August stehen zurzeit im Raum. Austragungsorte werden Istanbul und Danzig sein.

Laut UEFA haben die einzelnen Ligen jedoch Vorrang. Neben dem Fußball in den jeweiligen Spielklassen stehen auch andere Mannschaftssportarten vor der Entscheidung wie es weiter gehen soll. Wie sieht es bei den anderen wichtigen Mannschaftssportarten im Handball, Basketball, Volleyball, Eishockey, Hockey und in den Individualsportarten aus?

Um die Sportligen „Ausspielen“ zu können, muss der Blick auf die medizinisch virologische Situation in Verbindung mit den politischen Beschränkungen gerichtet sein. Einige Virologen sind auch für den Rest des Jahres skeptisch, ob man vor Publikum Spiele wird austragen können.

Die Besorgnis überwiegt daher auch bei vielen Funktionären die jeweilige Liga zu Ende zu spielen. Einhergehend mit der Unsicherheit, gibt es auch organisatorische Probleme. Allen voran Probleme über die genaue Vertragslaufzeit der Spielerverträge.

Am 16.04.2020 gab die Europäische Handballföderation bekannt, dass Final4 auf Ende Dezember verlegen zu wollen. Grotesk! So könnte der Spieler Sandor Sagosen mit seinem alten Verein Paris St. Germain gegen seinen neuen Verein THW Kiel spielen. Der alte Wettbewerb wurde quasi in die neue Saison verschoben. Auch das Final-Four um den DHB-Pokal wurde auf Februar 2021 und damit in die nächste Saison gelegt.

Der Fußball müsste Arbeitsverträge, die generell auf den 30. Juni 2020 befristet sind, entsprechend den geänderten Wettbewerbsbedingungen anpassen. Weniger problematisch sofern die Wettbewerbe zeitnah zum regulären Vertragsbeginn beendet werden.

Wie werden sich die Spieler verhalten, die ab dem 1. Juli schon bei einem neuen Verein unter Vertrag stehen? Die Erwartungshaltung der Fans beruht auf Lösungen im Sinne des Sports und des Fairplays, so dass die Sportler gerecht am sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg partizipieren. Die Sportler müssten daher auch bereit sein bis zum tatsächlichen Saisonende für den Club zu spielen.

Warum sollten die Wettbewerbe überhaupt beendet werden?

Betrachtet man die Ligenlandschaft, dann stünden noch zwischen sieben (Deutsche Handballbundesliga) und elf (3.Liga) Spieltage aus, die über Meisterschaft, Pokalsieg, Qualifikation für europäische Wettbewerbe sowie Auf-und Abstiege entscheiden. Die DEL hat ihren Spielbetrieb nach der Zwischenrunde und ohne die Austragung der Playoff-Spiele beendet. Anhand der Zwischentabelle können die Qualifikanten für die europäische Wettbewerbe gemeldet werden.

Im Gegensatz zur Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind die restlichen Ligen noch nicht ausgespielt, so dass ein integeres Tabellenbild augenblicklich nicht besteht. Um auf die Auswirkungen der Corona-Krise adäquat reagieren zu können, sind für die anderen Ligen drei Handlungsoptionen vorstellbar:

1.) Abbruch
Die Saison wird nicht weiter ausgespielt. Die Tabelle wird entweder annulliert oder eingefroren. Nach dem Abbruch muss man die Modalitäten für die nächste Saison bestimmen. Wie sieht die neue Saison aus?

2.) Geisterspiele
Die Saison wird ohne Zuschauer zu Ende gespielt. Sämtliche Meisterschaften, Pokalspiele, Auf-und Abstiege und Qualifikationen können aufbauend auf den bisherigen Leistungen ausgespielt werden.

3.) Publikumsspiele
Aktuell unrealistisch. Die Fortsetzung der Liga mit vollen Stadien und Hallen.

Bisher haben Belgien, Frankreich und die Niederlande ihre Ligen abgebrochen, so dass der FC Brügge und Paris St. Germain zum Meister gekürt wurden. In den Niederlanden gibt es keinen Meister, keinen Absteiger und keinen Aufsteiger, was zu wütenden Empörungen führte. Speziell beim Aufstiegskandidaten Cambuur, der in der2.Liga acht Spieltage vor Schluss satte elf Punkte Vorsprung auf Platz drei hatte und nicht aufsteigen darf.

News zur Thematik:

Profifußball in der Coronakrise - Verlieren Vereine ihre Spieler vor Saisonende?
https://www.lto.de/recht/hintergruende/ ... ison-ende/

08.04.2020:
Spielervermittler schießen in Corona-Krise gegen FIFA: Empfehlung zu Vertragslaufzeiten "purer Aktionismus"
https://www.sportbuzzer.de/artikel/spie ... iga-nubel/

9. April 2020, 9:09 Uhr:
Vertragslaufzeiten im Fußball - "Da sehe ich ein hohes Streitpotenzial"
https://www.sueddeutsche.de/sport/vertr ... -1.4872578

18.04.2020:
Immunologe Fauci nährt Hoffnung auf Fortsetzung der Saison - Alternativplan: NHL-Play-offs in Grand Forks oder Manchester möglich
https://www.kicker.de/774127/artikel/al ... r_moeglich

24.04.2020:
Niederlande: Kein Meister, kein Absteiger und kein Aufsteiger - "Größte Schande in der Geschichte des niederländischen Sports"
https://www.kicker.de/774461/artikel/_g ... en_sports_

Stand: 24.04.2020, 17:49
Corona-Pandemie - Leere Ränge oder Saisonabbruch: So planen Europas Fußball-Ligen
https://www.sportschau.de/fussball/inte ... e-100.html

News zum Handball

09.04.2020:
Ex-Nationalspieler skeptisch bezüglich Saison-Fortsetzung - HBL-Boss Schwenker: "Halten uns alle Optionen offen"
https://www.kicker.de/773720/artikel/hb ... nen_offen_

15.04.2020:
Nach Beschluss von Bund und Ländern - HBL-Justiziar Thiel: Liga-Fortsetzung "kaum noch vorstellbar"
https://www.kicker.de/773973/artikel/hb ... rstellbar_

16.04.2020:
Ungewöhnliche Maßnahme mit Klubs abgesprochen - EHF verlegt Final Four der Champions League auf Ende Dezember
https://www.kicker.de/774004/artikel/eh ... e_dezember

17.04.2020:
Am kommenden Dienstag wird erneut beraten - Handball-Saison vor Abbruch - Quotientenregel am gerechtesten?
https://www.kicker.de/774087/artikel/ha ... echtesten_

News zum Basketball

04.05.2020:
Ergebnis einer Schaltkonferenz am Montag - Geplantes BBL-Finalturnier: München erhält den Zuschlag
https://www.kicker.de/774912/artikel/ge ... n_zuschlag

07.05.2020:
Sicherheitskonzept eingereicht - Genehmigung steht noch aus - BBL gibt Gruppeneinteilung und Turniermodus bekannt
https://www.kicker.de/775160/artikel/bb ... s_bekannt_


Corona Update II: Wie sehen die neuen Lockerungen aus? Welche Maßnahmen bleiben bestehen?

Die Bundesregierung will zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen verhandeln. Dies gab Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz am 30.4. bekannt. Bis zum 6.5. sollen Pläne für die Öffnung von Schulen, Kitas, Spielplätze, Museen und Zoos erarbeitet werden. Ebenso soll über die Fortsetzung der Bundesliga beraten werden.

Es fanden schwierige Verhandlungen zwischen dem Bund und den einzelnen Ländern statt. Die Sorge des Bundes besteht in einer laschen Handhabe der Bundesländer auf größere neue Ausbrüche. Wohingegen die Länder auf ihre Kompetenz vor Ort verwiesen. Man sei näher am Geschehen. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten verständigten sich am 6.5.2020 auf folgende Lockerungen und Maßnahmen.

WAS GILT WEITER?

• Großveranstaltungen: Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Straßen- oder Schützenfeste sowie Kirmes-Veranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie untersagt - voraussichtlich bis mindestens zum 31. August.

• Maskenpflicht: In ganz Deutschland muss beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

• Friseure, Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

• Tracing-App: Es wird die „doppelte Freiwilligkeit“ des Einsatzes sowie einer möglichen Datenweitergabe an das Robert-Koch-Institut betont. Gebe ein Bürger die Daten nicht frei, habe dies keinen negativen Einfluss auf die Nutzungsmöglichkeiten der App. Ein konkreter Termin zur Einführung der App wird nach wie vor nicht genannt.

• Industrie und Mittelstand: Da man weiterhin in der Pandemie lebe, müssten nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden vermieden werden. Zugleich müssten allgemeine Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Infektionsrisiken bei erforderlichen Kontakten durch besondere Maßnahmen minimiert werden. Die für den Arbeitsschutz zuständigen Behörden sowie die Unfallversicherungsträger sollen die Unternehmen dabei beraten und Kontrollen durchführen.

WAS IST NEU?

• Kontaktbeschränkungen/Mindestabstand: Als weiterhin entscheidend gilt zwar, dass Bürgerinnen und Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Dies sei die wichtigste Maßnahme gerade angesichts der Öffnungen. Sie werde „noch für lange Zeit“ erhalten bleiben. Verlängert wurden auch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen in Deutschland bis zum 5. Juni. ABER: Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten einigten sich auch auf eine Lockerung: So sollen sich künftig auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Alle, die jetzt schon etwas anderes beschlossen haben, dürfen daran festhalten. Heißt: In Sachsen-Anhalt dürfen bis zum 5. Juni auch weiter 5 Leute zusammen vor die Tür. Das Bundesland war mit dieser Regel schon am Wochenende vorgeprescht.

• Besuche: Die Besuchsbeschränkungen in Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sollen gelockert werden. Jedem Patienten oder Bewohner soll wiederkehrender Besuch durch eine festgelegte Person ermöglicht werden. NRW und Bayern hatten hier im Vorfeld schon Besuchsmöglichkeiten ab dem Wochenende angekündigt.

• Geschäfte: Die Länder können alle Geschäfte wieder öffnen - ohne Quadratmeterbegrenzung. Es müssten Auflagen zur Hygiene, der Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen erfüllt werden. Wichtig sei dabei, dass eine maximale Personenzahl von Kunden und Personal bezogen auf die Verkaufsfläche vorgegeben werde.

• Gastronomie, Hotels, Ferienwohnungen: Über schrittweise Öffnungen der Gastronomie sollen die Bundesländer selbst entscheiden. Dies gilt auch für Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Einige Länder wie Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein stellten bereits eigene Pläne auch für die Gastronomie und Tourismusbranche vor. Erste Restaurants könnten bereits am 9. Mai wieder unter Auflagen öffnen.

• Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos: Die Länder werden in eigener Verantwortung vor dem Hintergrund über die schrittweise Öffnung der Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos mit Auflagen auf der Grundlage von gemeinsamen Hygiene- und Abstandskonzepten der Kulturministerkonferenz entscheiden.

• Profifußball: Der Bund gibt dem deutschen Profifußball grünes Licht für die Wiederaufnahme des seit Mitte März ausgesetzten Spielbetriebes in der 1. und 2. Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte. Allerdings gibt es vorerst nur Geisterspiele.

• Breitensport: Bund und Länder wollen den wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlauben. Die Freizeitsportler müssten sich aber an bestimmte Auflagen halten.

• Schulen: Allen Schülern soll schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglicht werden. Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwa wegen der häuslichen Situation oder der technischen Ausstattung sollten „möglichst umgehend gezielte pädagogische Präsenzangebote an den Schulen erhalten“. Berlin kündigte am Mittwochabend an, allen Schülern bis spätestens zum 29. Mai Teilzeit-Unterricht in den Schulen ermöglichen zu wollen.

• Kinderbetreuung: Um die schwierige Situation von Familien mit Kindern zu erleichtern, kann vom 11. Mai an eine erweiterte Notbetreuung in allen Bundesländern eingeführt werden. Dazu gehören vordringlich unter anderem Kinder mit besonderem pädagogischen oder Sprachförderbedarf, Kinder die in beengten Wohnverhältnissen leben - etwa wenn ein eigenes Kinderzimmer fehlt - sowie Kinder, die am Übergang zur Vorschule oder Schule stehen. Einige Länder haben bereits weitergehende Kita-Öffnungspläne bekanntgegeben. So hatte Niedersachsen die Aufnahme des Kita-Regelbetriebs ab 1. August angekündigt. Berlin hatte seine Notbetreuung bereits Ende April auf Kinder von Alleinerziehenden und aus schwierigen Familienverhältnissen ausgeweitet.

Ein wichtiger Aspekt bei den getroffenen Maßnahmen ist die Implementierung einer Infektionsnotbremse, die eine Obergrenze für Neuinfektionen in den Landkreisen registriert und zu schnellen Gegenmaßnahmen zwingt.

Im Ergebnis bedeutet die Infektionsnotbremse: Die Länder sollen sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

https://www.tagesspiegel.de/politik/cor ... 04716.html

Viele Lockerungen sind auf die Bedürfnisse der Länder angepasst und unterscheiden sich im Inhalt und der Fristsetzung von anderen Bundesländern. Auf der folgenden Seite kann man den jeweiligen Status in Erfahrung bringen:
08.05.2020, 14:00 Uhr
Lockerungen der Länder - 16 Wege aus der Corona-Krise
https://www.tagesschau.de/inland/corona ... r-103.html

Weitere Links zu aktuellen Corona-Lockerungen:

30.04.2020, 19:06 Uhr
Bund und Länder debattieren Lockerungen - Gottesdienste wieder möglich – aber Schulen, Kitas und Gastronomie müssen warten
https://www.tagesspiegel.de/politik/bun ... 91888.html

01.05.2020, 16:51 Uhr
Zähes Ringen zwischen Bund und Ländern Ein Virus namens Misstrauen
https://www.tagesspiegel.de/politik/zae ... 94516.html

UPDATE 06.05.2020, 22:22 Uhr
Corona-Gipfel mit Merkel - Was ist neu, was bleibt? Die Ergebnisse im Überblick
https://www.tagesspiegel.de/politik/cor ... 04716.html

06.05.2020, 17:37 Uhr
Corona-Lockerungen - Was sich ändert, was weiterhin gilt
https://www.tagesschau.de/inland/corona ... d-103.html



Beitragvon Alex76 » 22.05.2020, 15:25


Sportnachrichten Teil IV: Auf dem Weg zur Fortsetzung der Fußball-Bundesliga – Von PK zu PK

Die betrachteten Sportverbände sind mit ihren Wettbewerben untereinander recht heterogen, aber auch mit vielen Gemeinsamkeiten behaftet. So weisen alle Teamsportarten einen Ligabetrieb und einen Pokalwettbewerb auf. Das Meisterschaftsrennen wird im Eishockey um ein Playoff-System erweitert, welches Spannung bis zum letzten Match gewährleistet und für „meisterliche“ Emotionen sorgt.

Laut dem Geschäftsführer der DFL Christian Seifert existieren in der Bundesliga fünf sportliche Wettbewerbe: Kampf um die Meisterschaft, Kampf um die Championsleague-Plätze, Kampf um die Europa-League-Plätze, Kampf um den Relegationsplatz sowie Kampf um die Abstiegsplätze. Viele Plätze in der Bundesliga, wie auch die Meisterschaft, sind recht früh ausgespielt, so dass die Spannung sich letztlich auf den Abstiegskampf und einzelne Platzierungen für den europäischen Wettbewerb beschränkt. Hinzu kommt der Kampf um die TV-Gelder in Abhängigkeit der Platzierung.

Seit der Saison 1963/64 hat die Bundesliga bestand. Und auch einige Krisen hinter sich.

Kontrovers muss man die Fortsetzung der Bundesliga abwägen. Nach einer Kickerumfrage sind lediglich 50,82% für einen Wiederbeginn. Wird hier eine Branche ungerecht bevorteilt im Vergleich zu anderen Branchen, die nachwievor unter dem Lockdown leiden? Werden verschiedene Bevölkerungsgruppen ungerecht behandelt? Geht es nur ums Geld? Oder haben Sportler und Fußballspieler speziell jetzt eine Vorbildfunktion, wenn es darum geht ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept zu realisieren?

Richtiges Verhalten ist wichtig, um die Infektionsraten niedrig zu halten. Jedes Bundesligaspiel zeigt die Aktualität der Pandemie. Generell deutet sich an, dass die Bundesliga bestehend aus DFL und DFB für Reformen sensibilisiert ist, die ohne Coronakrise nicht ins Bewusstsein gerückt wären.

Stellvertretend für weitere Sportligen lohnt sich ein Blick auf die Deutsche Fußball Liga, um die weitere Handhabe bei der Fortsetzung des Ligabetriebs nachzuvollziehen. Bei der ersten DFL-Pressekonferenz am 16.03.2020 zur Corona-Pandemie wurde die existentielle Bedrohung vieler Vereine angedeutet. Zwei Wochen später, am 31.3.2020, haben sich die 36 Bundesligavereine aus der 1. und 2.Liga bei einer Vollversammlung auf folgende Beschlüsse geeinigt:

• Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga wird bis zum 30. April ausgesetzt

• Es werden an jedem Bundesliga-Standort Produktionskonzepte für Geisterspiele bei möglichst geringem Personalaufwand entwickelt

• Das Lizenzierungsverfahren wird angepasst - u.a. gibt es vorerst keine Punktabzüge bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

• Eine neue "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" soll ein Konzept mit dem Ziel einer medizinisch vertretbaren Fortführung des Spiel- und Trainingsbetriebes erstellen

• Die nächste Mitgliederversammlung soll am 17. April stattfinden

Das Ziel der DFL ist die Bundesliga bis zum 30.06.2020 zu beenden. Aktuell ist das Mannschaftstraining untersagt. Die Clubs müssen mit den örtlichen Behörden Abstimmungen für einen regulären Trainingsbetrieb unter medizinisch virologischen Voraussetzungen treffen.

Durch einen Ausfall der restlichen Spiele könnten den Vereinen Einnahmen in Höhe von geschätzten 750 Millionen € wegbrechen. Mindestens 13 Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga kämen in Liquiditätsprobleme. Aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen fallen die Zuschauereinnahmen definitiv weg. Mit der Option von Geisterspielen besteht die Möglichkeit Teile der Gelder aus Medienrechten und Sponsoring wie gewohnt zu erhalten. Die Bundesliga hat die mit Abstand flächendeckendste Berichterstattung im Profifußball.

Um den Start des sportlichen Wiederbeginns zu initiieren soll die Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb einen Leitfaden für Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen erstellen. Wesentliche Ziele sind die Vermeidung von Gesundheitsgefährdung bei den Spielern, der permanente Austausch mit Mannschaftsärzten und dem Dialog mit lokalen Behörden und Vertretern des Bundes.

Christian Seifert geht davon aus, dass die nächste normale Saison erst 2021/22 möglich sein wird. Im Vergleich mit den ausländischen Ligen hält er die Bundesliga finanziell stabil. Dank des guten Gesundheitssystems und der Leistungsfähigkeit der deutschen Behörden ist es zum jetzigen Zeitpunkt möglich an eine Fortsetzung der Bundesliga zu denken.

Für die UEFA wird es sehr komplex werden alle Wettbewerbe auszutragen, da hier die Vereine aus den verschiedenen Ländern mit individuellen Problemen zu kämpfen haben, die eine einheitliche sportorganisatorische Richtung erschweren.

Die gesamte Pressekonferenz der DFL mit Geschäftsführer Christian Seifert am 31.03.2020 (50:24 Min.) zu den aktuellen Plänen der Vereine der 1. und 2. Bundesliga:
https://www.sportschau.de/fussball/bund ... l-100.html
https://www.kicker.de/5e82fff0efd767b35 ... rt_aktuell

Seit dem 5.April durften die meisten Bundesligisten wieder in Kleingruppen trainieren, sofern strenge Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Bedeutet auch, dass Zweikämpfe und Körperkontakt vermieden werden musste.

Um im Wettkampfmodus anzugelangen, müssen Körperkontakte unter Berücksichtigung von strengen Sicherheitsmaßnahmen möglich sein. Dazu hat die DFL ein Medizinisches Konzept für Training und Spielbetrieb im professionellen Fußball in den Monaten April bis Juli 2020 entwickelt.

Am 23.04.2020 wurde das Corona-Konzept der DFL zur Fortsetzung der Bundesliga vorgestellt. An der Pressekonferenz nahmen Christian Seifert (Sprecher des DFL-Präsidiums und DFL-Geschäftsführer), Prof. Dr. med. Tim Meyer (Leiter der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“), Prof. Dr. med. Barbara Gärtner (Mitglied der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“) und Christian Pfennig (Mitglied der DFL-Geschäftsleitung) teil. Die zentralen Punkte der DFL-Pressekonferenz:

• Die DFL plant ohne fixen Starttermin. Sie reagiert vielzur Coronamehr kurzfristig auf die Beschlüsse und Anordnungen der Politik.

• Es gibt eine Einigung mit den Medien. Die TV-Gelder fließen demnach im Mai und bringen den Vereinen die dringend benötigte Liquidität ein.

• Das rund 50-seitige DFL-Konzept für die Austragung von Geisterspielen sieht unter anderem vor: Hygienevorschriften (auch für zu Hause), regelmäßige Tests und eine begrenzte Zahl an Personen im Stadion.

• Ein möglicher Infektionsfall während des Spielbetriebs erfordert nicht zwingend eine zweiwöchige Quarantäne für die gesamte Mannschaft.

• Die Saison soll im Bestfall vor dem 30. Juni beendet werden. Das ist das erklärte Ziel der DFL, die es sich aber offen hält, notfalls auch im Juli Spiele austragen zu lassen.

• Die DFL unterstützt die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga mit 7,5 Millionen Euro. Die Zahlung sei "an keine weitere Bedingung geknüpft", erklärt Seifert.

Sehr erleichtert wirkte Christian Seifert über die Einigung mit den Medienpartnern. Dadurch fließen 300 Millionen € an Fernsehgeldern den Vereinen zu und sorgen in der schwierigen Situation für Liquidität.

Die Pressekonferenz vom 23.04.2020 war sehr stark von der medizinisch virologischen Perspektive geprägt. Prof. Dr. med. Tim Meyer und Prof. Dr. med. Barbara Gärtner stellten der Öffentlichkeit ein Medizinisches Konzept für Training und Spielbetrieb vor.
https://dynamic.faz.net/download/2020/C ... sliga2.pdf

Zur Realisierung des Konzepts benötigt jeder Verein eine/n medizinisch kompetente/n Hygienebeauftragte/n, der/die für die Einhaltung der Regeln sowie die entsprechende Information an alle betroffenen Personengruppen verantwortlich ist.

Um möglichen Infektionen zuvor zu kommen und eine Übertragung auf Mannschaftskollegen oder Funktionären zu verhindern, sieht das medizinische Konzept folgende drei Maßnahmen vor:

• Beim Infektmonitoring werden alle Covid-19-Erkrankungen und deren Verläufe ab dem 27. März bis zum letzten Saisonspiel erfasst

• Regelmäßige Tests der Spieler/Funktionäre, die an Training und Wettkampf beteiligt sind, auf Covid-19-Ansteckungen

• Vorkehrungen für Trainingsstätten und Stadien zur Minimierung der Übertragungsgefahr.

Für das Stadion, die Trainingsstätte, das Hotel oder zu Hause gelten hygienische Vorgaben, die in einer zweiten Präsentation an die Journalisten weitergetragen wurden. Das Konzept der Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb im Profifußball beinhaltet auf 41 Slides Vorgaben für organisatorische Vorkehrungen im Stadion, Vorgaben für ablauforganisatorische und hygienische Vorkehrungen im Stadion, Vorgaben für die TV-Produktion, Vorgaben zur Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings, Vorgaben für eine Hotelunterbringung, Vorgaben für die häusliche private Hygiene im Alltag und Vorgaben für die häusliche private Hygiene in Quarantäne.

Für ein Geisterspiel sieht das Konzept 98 Personen im StadionInnenraum, 115 im Tribünenbereich und bis zu 109 im Außengelände vor.
https://dynamic.faz.net/download/2020/C ... sliga1.pdf

Während der Vorbereitung und im Wettkampf sollen insgesamt zwischen 14.000 und 20.000 Tests durchgeführt werden. Dafür kooperiert die DFL mit fünf Laboren. Deutschlandweit ist die Gesamtkapazität auf 818.000 Tests pro Woche angestiegen und wird aktuell nur zu 50% ausgeschöpft. Der Profifußball würde lediglich 0,2 % der Tests in Anspruch nehmen. Sollte sich die Situation verschlechtern würde der Fußball zurücktreten.

Ein Pflichttest ist direkt am Tag vor den Spielen abzunehmen. Sollte ein Spieler auf das Coronavirus positiv getestet werden, so ist nicht zwangsläufig eine zweiwöchige Quarantäne für die gesamte Mannschaft erforderlich. Der Ablauf sieht vor, dass der Fall beim Gesundheitsamt gemeldet wird. Das Gesundheitsamt entscheidet über Quarantäne des Einzelnen. Der betroffenen Spieler wird dann isoliert. Im schlimmsten Fall könnte eine Quarantäne für die komplette Mannschaft drohen. Sollten mehrere Spieler das Coronavirus in sich tragen und krank sein, so greift ab einer Anzahl von lediglich 13 spielberechtigten Spielern Paragraph 15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung. Die DFL hat hierfür mögliche Zeitfenster vorgesehen, die eine Verlängerung über den 30.06. erlauben.

Vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs sollten zwei Wochen, zumindest 10 Tage, Mannschaftstraining absolviert werden, damit der Körper sich auf die Belastungen einstellen kann.

Fazit: Die DFL und der DFB haben Rahmenbedingungen geschaffen, um den Trainings- und Spielbetrieb fortzusetzen. Zusammen mit der Task Force „Sportmedizin“ wurden Maßnahmen zusammengestellt, die zur Durchführung von Fußballspielen mit vertretbarem medizinischem Risiko für alle Beteiligten beitragen.

Die DFL Pressekonferenz zum Corona-Konzept der Bundesliga am 23.04.2020 (59:49 Min.):
https://www.youtube.com/watch?v=v_EiTlZYoTA
https://www.kicker.de/5eb3b6c281e1aaf6a ... liveticker

Am 30.04.2020 startete die DFL mit flächendeckenden Corona-Tests in der ersten und zweiten Bundesliga. Die erste Testwelle ergab 10 Infektionen. Die zweite Testreihe, die binnen 48 Stunden durchgeführt wurde, hatte nur noch zwei positive Fälle als Ergebnis. Insgesamt wurden 1400 Tests gemacht. In Köln wurden drei Spieler positiv getestet. Das lokale Gesundheitsamt ordnete eine 14tägige Quarantäne für die Spieler an. Die Mannschaft durfte sich weiter im Mannschaftstraining auf den Wiederbeginn am 16.05.2020 vorbereiten.

Für ein skandalöses Facebook-Video sorgte der Berliner Stürmerstar Salomon Kalou, der bei einem Rundgang Einblick in die Tagesabläufe bei Hertha BSC gab und diverse Fehlverhalten aufdeckte. In der Konsequenz wurde der ehemalige Nationalstürmer der Elfenbeinküste mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Nach der Vorstellung des Hygiene- und Gesundheitskonzeptes ist in Einklang mit dem Robert-Koch-Institut und dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine positive Abnahme des Konzepts erfolgt. Am 6.Mai erlaubte Bundeskanzlerin Angelika Merkel zusammen mit den 16 Ministerpräsidenten die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Bundesliga zur zweiten Hälfte des Mai. Als Starttermine standen der 16. oder 23.Mai zur Debatte.

Christian Seifert stellte auf einer DFL-Pressekonferenz am 7.5.2020 die Modalitäten für die Fortsetzung des Spielbetriebs vor:

• Der Spielbetrieb wird am Samstag, den 16. Mai wieder aufgenommen - unter anderem mit der Partie zwischen Dortmund und Schalke. Bremen beschließt den 26. Spieltag am Montagabend mit einem Heimspiel gegen Leverkusen.

• Für den zeitnahen Wiederbeginn gibt es mehrere Gründe: das avisierte Saisonende Ende Juni, die DFB-Wettbewerbe, die ebenfalls noch beendet werden sollen, und die erforderliche Flexibilität.

• Eine finale Antwort auf die Frage, ob die Partien im Free-TV zu sehen sein werden, steht noch aus. Aber, so DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: Es werde "sehr spezielle und auf die Situation zugeschnittene und angemessene Maßnahmen" der Medienpartner geben.

• Für den Fall, dass Spieler während des Spielbetriebs in Quarantäne gehen müssen, hat die DFL einen Plan, will diesen aber erst veröffentlichen, wenn der Fall tatsächlich eintritt.

• Das Konzept der DFL könne Vorbild für andere Länder und andere Sportarten sein, so Seifert. Das Interesse sei "riesengroß".

Der Terminkalender sieht zwei Englische Wochen und ein Saisonende am 27. Juni vor, dem sich die Relegation anschließt. Am 9.Juni und am 10.Juni werden die beiden Pokalhalbfinalspiele ausgetragen. Das DFB-Pokal-Endspiel ist für den 4.Juli vorgesehen. Aufgrund des großen Pensums und um ein gewisses Maß an Flexibilität zu haben, ist ein zeitiger Wiederbeginn sinnvoll. Zumal aus arbeitsrechtlichen Gründen die Saison nach Möglichkeit am 30.06.2020 beendet sein sollte.

Vor dem Re-Start soll es eine einwöchige Quarantäne in Form eines Trainingslagers geben, bei dem weitere Testungen aufgezeichnet werden.

Die Wiederaufnahme der Bundesliga ist ein Zusammenspiel zwischen Politik, Gesellschaft und Vereinen. Es sollte für alle klar sein, dass die Bundesliga auf Bewährung spielt. Ohne die akribische Einhaltung der Hygienemaßnahmen ist die Fortsetzung der Bundesliga nicht möglich.

Mit den Erkenntnissen aus den Geisterspielen und des Hygiene- und Gesundheitskonzeptes könne ein Ausblick auf die nächste Saison 2020/21 geworfen werden. Aufgrund der Europameisterschaft 2021 planen alle Ligen mit einem Beginn der nächsten Spielzeit im August. Dies sei allerdings noch nicht beschlossen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die nächste Saison z.T. auch von Geisterspielen geprägt sein, so dass die Vereine mit moderaten Zuschauereinnahmen kalkulieren müssten.

Christian Seifert in der PK am 7.5.2020 zum geplanten Neustart der Fußball-Bundesliga (53:11 Min.):
https://www.youtube.com/watch?v=jsQks9clc3M
https://www.kicker.de/5eb3b6c281e1aaf6a ... liveticker

Im "Aktuellen Sportstudio" am 9.5.2020 verteidigte Christian Seifert das Konzept zur Wiederaufnahme der Bundesliga. Auch ein negativer Test bei Zweitligist Dynamo Dresden, der eine 14-tägige Quarantäne der Mannschaft zu Folge hat, sei in Worst-Case-Szenarien der DFL bedacht. International würde das Konzept der Bundesliga sehr interessiert und positiv wahrgenommen.

Am Donnerstag den 14.05.2020 einigten sich die Vereine bei einer DFL-Video-Konferenz auf folgende fünf Beschlüsse:

1. Die Saison soll vollständig zu Ende gespielt werden - notfalls im Juli

2. Das DFL-Hygienekonzept ist nun rechtlich verbindlich

3. Künftig sind fünf Wechsel pro Spiel möglich

4. Das DFL-Präsidium bekommt weitere Befugnisse

5. Die DFL kann Spiele an einen anderen Ort verlegen
https://www.kicker.de/775510/artikel/di ... _konferenz

Besonders die Beschlüsse 3 und 5 haben einschneidenden Charakter für den Fußballsport.

So ist es möglich bei drei Wechselgelegenheiten und zur Halbzeit maximal fünf Spieler einzuwechseln. Eine sinnvolle Regeländerung vor dem Hintergrund von sommerlichen Temperaturen im Laufe der Saison, aber auch bezogen auf die Möglichkeit Ersatzspieler Einsatzzeiten zu geben.

Der letzte Beschluss eröffnet für die DFL die Möglichkeit Heimspiele an anderen Orten anzusetzen, sollte es „übergeordnete zwingende rechtliche, organisatorische und/oder sicherheitstechnische“ Gründe geben.

Im vierten Beschluss wird dem Präsidium der DFL eingeräumt das Saisonende 2019/20 und den Beginn der 2020/21 „unter Berücksichtigung der Vorgaben der FIFA und des DFB“ zu bestimmen. Desweiteren kann die DFL die Transferfenster im Sommer und Winter verändern, sofern sie mit dem vorgegebenen Rahmen der FIFA passen.

Mit einem Saisonabbruch wird die Liga sich erst in zwei Wochen beschäftigen.

Bevor die Bundesliga am Samstag den 16.05.2020 u.a. mit dem Revierderby starten darf, sorgte der neue Trainer von Augsburg Heiko Herrlich für einen Lapsus, als er aus der Quarantäne heraus in einer Tankstelle Besorgungen tätigte. Da er seiner Vorbildfunktion nicht gerecht wurde, habe er sich als Strafe auferlegt das nächste Training nicht zu leiten und auch beim Spiel die Mannschaft nicht als Trainer zu betreuen.

News zur DFL

20.04.2020:
Voraussetzung: Behördliche Prüfung des Konzepts - Ministerpräsidenten: Geisterspiele ab 9. Mai denkbar
https://www.kicker.de/774230/artikel/mi ... ai_denkbar

21.04.2020:
Maximal 300 Personen als Obergrenze - Ablauf und Hygiene: Das Geisterspiel-Konzept der DFL-Task-Force
https://www.kicker.de/774295/artikel/ab ... task_force

22.04.2020:
DFL Task Force nennt 18 Bedingungen - Kein Wellness, kein Buffet: So sehen die Hotel-Vorgaben aus
https://www.kicker.de/774317/artikel/ke ... rgaben_aus

22.04.2020:
Task Force der DFL präsentiert 31-Punkte-Plan - Die Vorgaben zur Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings
https://www.kicker.de/774306/artikel/di ... strainings

28.04.2020:
Konzept der DFL "ist sinnvoll und arbeitsschutzrechtlich akzeptabel" - Bundesliga erhält grünes Licht in Sachen Arbeitsschutz
https://www.kicker.de/774669/artikel/bu ... itsschutz_

29.04.2020:
Heikle Themen: Umgang mit der Risikogruppe und Quarantäne - Ab Donnerstag wird in der Liga auf Corona getestet
https://www.kicker.de/774719/artikel/ab ... a_getestet

30.04.2020:
Infektionsgefahr nur für Risikogruppe unzumutbar - Arbeitsrechtsexperte: "Wer sich weigert, wird vertragsbrüchig"
https://www.kicker.de/774801/artikel/ar ... sbruechig_

30.04.2020:
Deutsche Fußball Liga bestätigt kicker-Bericht - DFL bestätigt: Corona-Tests bei Bundesligisten starten heute
https://www.kicker.de/774758/artikel/df ... rten_heute

03.05.2020:
Der 1. FC Köln bleibt bisher die Ausnahme - Mindestens 14 Bundesliga-Klubs ohne Corona-Fall
https://www.kicker.de/774913/artikel/mi ... orona_fall

04.05.2020:
Nach über 1700 Tests - DFL meldet zehn Corona-Fälle in 1. und 2. Bundesliga
https://www.kicker.de/774937/artikel/df ... bundesliga

04.05.2020:
DFL äußert sich: "Keine Toleranz" - Stürmer entschuldigt sich - Kabinen-Vorfall: Hertha-Profi Kalou "mit sofortiger Wirkung" suspendiert
https://www.kicker.de/774968/artikel/ka ... uspendiert

05.05.2020:
Abstände, Abstrich-Diagnostik, Schutzausrüstung, Türen - Der Fall Kalou: Wo Hertha wirklich die Vorgaben missachtete
https://www.kicker.de/775007/artikel/de ... issachtete

06.05.2020:
Genauer Starttermin für den 15. Mai festgelegt - Politik gibt grünes Licht für Fortsetzung der Bundesliga-Saison
https://www.kicker.de/775054/artikel/po ... iga_saison

07.05.2020:
Live-Konferenz an den ersten beiden Spieltagen - Die 1. und 2. Bundesliga kommen teilweise ins Free-TV
https://www.kicker.de/775011/artikel/di ... ns_free_tv

07.05.2020:
UEFA-Präsident zeigt sich vom deutschen Weg erfreut - Ceferin: "Bundesliga als leuchtendes Beispiel"
https://www.kicker.de/775159/artikel/ce ... _beispiel_

08.05.2020:
Regelung gilt zunächst bis Ende des Jahres - IFAB stimmt zu: Fünf Wechsel vorübergehend erlaubt
https://www.kicker.de/775213/artikel/if ... nd_erlaubt

09.05.2020:
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL stellt sich - Seifert verteidigt DFL-Konzept: Dresden "bringt unseren Zeitplan nicht ins Wanken"
https://www.kicker.de/775284/artikel/se ... ns_wanken_

09.05.2020:
"Wir haben keinen Sitz am Tisch" - Subotic beklagt fehlende Einbindung der Spieler
https://www.kicker.de/775283/artikel/su ... er_spieler

11.05.2020:
Klubs reagieren auf die Sorgen von Profis - Freiwilligkeit als Konsens: Subotics Botschaft kommt an
https://www.kicker.de/775324/artikel/fr ... t_kommt_an

11.05.2020:
DFB gibt Neuansetzungen bekannt - Finale am 4. Juli: So geht es im DFB-Pokal weiter
https://www.kicker.de/775373/artikel/fi ... kal_weiter

12.05.2020:
Ordneranzahl, Tagesakkreditierungen, Fiebermessungen - "Ausgehungerte Fans"? So planen Klubs und Polizei für Geisterspiele
https://www.kicker.de/775305/artikel/_a ... sterspiele

14.05.2020:
Gastbeitrag von Axel Hellmann (Vorstand Eintracht Frankfurt) - Ein Abbruch würde Beliebigkeit bedeuten
https://www.kicker.de/775494/artikel/ei ... t_bedeuten

14.05.2020:
Verlegung von Heimspielen möglich, Saisonende notfalls im Juli - Die fünf Beschlüsse der DFL-Konferenz
https://www.kicker.de/775510/artikel/di ... _konferenz

15.05.2020:
Kein Catering, keine Mixed Zone, kein Maskottchen - Blitzblanker Ball und offene Türen: Zehn Fakten zu Corona-Geisterspielen
https://www.kicker.de/775598/artikel/bl ... terspielen

15.05.2020:
Geschäftsführer des BVB äußert sich im Gespräch mit DAZN - Watzke vor Neustart: "Freude ist eher der falsche Ausdruck"
https://www.kicker.de/775620/artikel/wa ... _ausdruck_

15.05.2020:
Drei Gelegenheiten für Spielerwechsel - zusätzlich zur Halbzeit - Wann darf gewechselt werden? DFL passt neue Regel nochmal an
https://www.kicker.de/775624/artikel/wa ... nochmal_an

18.05.2020:
Reaktionen zum Neuanfang - "Der deutsche Weg könnte zum Muster für andere Länder werden"
https://www.kicker.de/775739/artikel/_d ... er_werden_




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