Alles zur WM 2018 in Russland

Beitragvon Alex76 » 21.02.2019, 09:45


I. Ausblick auf den Handball in den nächsten Jahren

Von Dänemark lernen, heißt…


… siegen lernen. Die dänische Mannschaft setzte sich im Finale gegen Norwegen mit 31:22 durch. Deutschland verlor knapp im Spiel um den 3. Platz gegen den Ex-Weltmeister Frankreich mit 25:26. Keine Medaille für Deutschland. Dafür überwog die begeisternde Atmosphäre in Berlin, Köln, Hamburg und München. Und so ein bisserl kann man es den Dänen auch gönnen.

Handball im TV

Nach dem Gewinn der Handballeuropameisterschaft 2016 verhalf die in diesem Jahr gemeinsam mit Dänemark ausgetragene Weltmeisterschaft zu neuer Begeisterung für einen dynamischen Sport.

Bereits im Vorfeld sorgte die Sicherung der Übertragung im öffentlichen Fernsehen für Erleichterung bei Verband und Zuschauern. Und darüber hinaus sicherten sich die beiden Sender in Verhandlungen mit der Sportmarketingagentur Lagardère Sports gleich ein Mega-Paket. Denn neben der WM 2019 enthält die Vereinbarung auch die TV-Rechte an den Weltmeisterschaften 2021, 2023 und 2025. Zusätzlich werden die Europameisterschaften 2020, 2022 und die in Deutschland stattfindende EM 2024 von ARD und ZDF übertragen. Handballherz was willst du mehr?

So ein bisserl Platz ist noch vorhanden für Olympische Spiele. So auch in Tokio 2020. Zunächst steht aber das Qualifikationsturnier für besagte Veranstaltung an. Die Bewerbung für die Austragung des olympischen Qualifikationsturniers in Deutschland ist in der Schublade des DHB.

Stand out! Oder einfach Herausragend!

Wer waren die prägenden Spieler des Turniers? Das All-Star-Team der WM wurde vom Weltverband IHF gewählt und besteht aus folgenden Spielern: Niklas Landin (Tor, Dänemark), Magnus Jöndal (Linksaußen, Norwegen), Sander Sagosen (Rückraum links, Norwegen), Rasmus Lauge (Rückraum Mitte, Dänemark), Fabian Wiede (Rückraum rechts, Deutschland), Ferran Sole (Rechtsaußen, Spanien) und Bjarte Myrhol (Kreis, Norwegen). Als bester Spieler des Turnieres wurde Mikkel Hansen aus Dänemark ausgezeichnet.

Interessant war der Blick auf die jungen Wilden aus Spanien und Frankreich. In Kielce trainiert der ehemalige Welthandballer Talant Dujshebaev seine beiden Söhne Alex (26 Jahre) und Daniel (21 Jahre), die für die spanische Nationalmannschaft antreten dürfen. Auch Frankreich besitzt junge Spieler mit Perspektive. So ist vielen Handballfans der Name Richardson ein Begriff. Jackson Richardson war 1995 Welthandballer und spielte in Großwallstadt sowie kurze Zeit bei den Rhein Neckar Löwen. Sein Sohn Melvyn (22 Jahre) erinnert an den berühmten Vater. Zusammen mit Dika Mem (21 Jahre), Romain Lagarde (21 Jahre) und Ludovic Fabregas (22 Jahre) sieht die Zukunft für den französischen Handball rosig aus.

DHB-Nachwuchs in den Handballwindeln

Wie kann der Handballboom für den Nachwuchs auch in Zukunft genutzt werden? Es geht nicht darum den Fußball zu verdrängen. Holt oin bisserl ärgern. Die Herren des DFB haben es verdient. Wie erfolgreiche Jugendarbeit aussehen kann, zeigt der Blick nach Frankreich. Der deutsche Weltmeister von 2007 Dominik Klein hat dort gespielt und vergleicht:

„Das sind zwei unterschiedliche Systeme: In Frankreich ist das mehr zentralisiert. Die jungen Spieler, die das Talent haben, kommen früh zusammen. Sie trainieren unter der Woche schon sechs oder sieben Mal, das ist auch alles angepasst an die Schule. Am Wochenende spielen sie dann wieder in ihren eigenen Vereinen. Dieses Bewusstsein gibt es in Deutschland noch nicht. Es geht auch immer um die Ausbildung der Trainer. Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein Verein wie Nantes, bei dem ich gespielt habe, hat sechs festangestellte Jugendtrainer. Suchen Sie sich in Deutschland mal einen Verein, bei dem man diese Konstellation findet. Das wird man kaum finanziert bekommen. In Frankreich steckt auch der Staat dahinter. Das sind häufig Anstellungen, die von der Gemeinde oder der Stadt finanziert werden. Da gilt es in Deutschland, Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um für unsere Talente besser ausgebildete Trainer zu bekommen.“

Mei. Persönlich kann ich mich an früher erinnern und da war die Liebe zum Ball schon immer vorhanden. Ich kannte es von meinem Heimatverein, dass da eine tolle Trainerpersönlichkeit bereits die Kloinen und die ganz Kloinen Spuiler im Griff hatte. Das Spiel mit dem Ball und die altersgerechte Handhabe standen im Fokus. Damals trainierten und spielten Mädels und Jungen zusammen. Später trennten sich die Wege in zwei Mannschaften. Wir Jungs trainierten häufig zusammen mit einer etwas älteren Mädchenmannschaft.

Die Liebe zum Handball begleitete mich dann auch in der Schulzeit bis in weite Teile des Studiums. Wahrscheinlich hätte ich mich auch an ein höheres Level problemlos anpassen können. Wir hatten aber eine Mannschaft die mit den alltäglichen Problemen des Mannschaftssports konfrontiert war. Häufig waren nur 6 bis 10 Spieler im Training, so dass meist mehr Fußball als Handball gespielt ewurde. ;-)

Häufig fehlen den Vereinen auch schlicht Hallen(-zeiten), um eine erfolgreiche Jugendarbeit zu betreiben. Für jeden Verein, der eine Mannschaft abmelden muss, ist es schade, da auch bei der Jugend gerade die Derbys einen hohen Stellenwert haben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in der heutigen Zeit die Spielkonsole einen größeren Einfluss auf das Tagesprogramm hat als aktiver Sport. Was sehr schade ist. Handball und Schule passt perspektivisch sehr gut, auch für diejenigen die ohne fußballerisches Talent ausgestattet sind.

Jetzt noch bewerben für den dsj-Zukunftspreis…

„…Ein regelmäßiges Bewegungsangebot, bei dem ganz nebenbei auch Dinge wie Fairness, Respekt vor anderen, Verantwortungsübernahme, Selbstvertrauen oder der Umgang mit Sieg und Niederlage vermittelt werden, kann zu einer positiven Entwicklung von Kindern beitragen..."
https://www.lsb-rlp.de/medien/pressemit ... unftspreis

Nordsüdgefälle! Bundesliga Nord vs. Bundesliga Süd?!

Neben Bundesliga, Pokal, Europapokal und der Weltmeisterschaft ist das anstehende Qualifikationsturnier ein weiteres Turnier welches die Belastung für die Nationalspieler erhöht.
http://www.kicker.de/news/handball/star ... stung.html

Wie kann man den derzeitigen Modus anpassen, um die physische und mentale Belastung zu reduzieren? Spontan fällt einem die derzeitige Bundesliga bestehend aus 18 Mannschaften ein.

Die 1. Bundesliga ist bestückt mit vielen Traditionsvereinen, die auch viele Meisterschaften errungen haben. International gilt die 1.Bundesliga als die beste Liga der Welt. Aber auch in der 2.Bundesliga sind große namhafte Traditionsvereinen vertreten, wie z.B. TV Großwallstadt, TUSEM Essen, HSV Handball oder TuS N-Lübbecke.

Andere europäische Ligen sind wesentlich unausgeglichener als die 1.Bundesliga, was allerdings im internationalen Wettbewerb von Vorteil sein kann, da die Belastung und der Stress geringer sind. Aktuell stehen Paris St. Germain und der FC Barcelona in den Championsleaguegruppen jeweils an erster Stelle. Recht souverän. Die beiden deutschen Vertreter Rhein Neckar Löwen und SG Flensburg belegen die Positionen drei und vier.


II. Fußball und Kultur= Fußballkultur

So ein bisserl Kultur für die Allgemeinbildung. Man kann es ja mal sportlich sehen!

Besuch des Schuhmuseums in Hauenstein: Ausstellung Horst Eckel! Verlängert bis zum 1.Mai!

Versteckt im Pfälzer Wald liegt der Kurort Hauenstein mit ca. 4.000 Einwohnern. Das Museum zeigt einen einzigartigen Blick auf die Schuh- und Industriekultur Deutschlands ab 1740 bis in die heutige Zeit. Sehr interessant um die damalige Zeit aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Das Museum lädt zum Verweilen ein. Nebst Horst Eckel-Ausstellung hat der Sportbund Pfalz Schuhe von großen Sportlern ausgestellt und gewährt einen Blick in die Geschichte der pfälzischen Sportler. Ein Besuch zum Erkunden ist absolut empfehlenswert. An dieser Stelle nachträglich einen Herzlichen Glückwunsch an Horst Eckel zum Geburtstag.

Die Horst Eckel Ausstellung ist verlängert bis zum 1.Mai. Vom 13. April - 28. Juli 2019 findet eine Sonderausstellung zum 70. Geburtstag der BRD statt: Zeitgeist der BRD!
http://www.museum-hauenstein.de/schuh_museum/

Kulturdenkmäler: Fritz-Walter-Haus in Enkenbach-Alsenborn

Fährt man durch Enkenbach Alsenborn fällt einem das Schild Fritz-Walter-Haus auf. Vor längerem stand ich leider vor verschlossenem Tor, so dass ich das Fritz-Walter-Haus nicht besuchen konnte. Nur wenige Fußballspieler haben eine höhere bundesweite Bedeutung wie Fritz Walter. Neben seinen sportlich fußballerischen Leistungen war Fritz Walter ein menschliches Vorbild für die Nachkriegsgenerationen.

Umso erfreulicher dann die Nachricht über die abgesagte Versteigerung des Nachlasses von Fritz Walter. Auch wenn einige Bestandspositionen eventuell geringfügig sind, so beherbergt der Nachlass doch in seiner Gesamtheit einen kulturellen Schatz.

Fritz Walter stand als Kapitän und verlängerter Arm von Sepp Herberger 1954 auf dem Rasen des Berner Wankdorfstadions gegen die hoch favorisierte ungarische Nationalmannschaft. Schon 1952 errang die Mannschaft um Ferenc Puskás die olympische Goldmedaille in Finnland. Ab dem 14. Mai 1950 bis hin zum WM-Finale am 4. Juli 1954 im Wankdorf-Stadion in Bern verlor diese Mannschaft in 32 Pflichtspielen keine einzige Partie. Nach dem deutschen Halbfinalerfolg gegen Österreich und dem ungarischen Sieg gegen Uruguay standen folgende Spieler auf dem Platz:

Toni Turek – Josef Posipal, Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer – Karl Mai, Horst Eckel – Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer
Trainer: Sepp Herberger

Gyula Grosics – Jenő Buzánszky, Gyula Lóránt, Mihály Lantos – József Bozsik, József Zakariás – Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti, Ferenc Puskás , Zoltán Czibor, Mihály Tóth
Trainer: Gusztáv Sebes

Vor 62.500 Zuschauern entwickelte sich im Berner Wankdorf-Stadion ein spannendes Spiel, bei dem die deutsche Mannschaft nach Toren von Puskás und Czibor bereits mit 0:2 zurücklag. Nicht viel sprach für die Herberger-Elf. Morlock und Rahn konnten egalisieren, ehe dann die berühmte Radiostimme von Herbert Zimmermann den Siegtreffer in der 84. Minute einleitete:

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wa nkt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht [sic!] aus. Wie könnten sie auch – eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ …

Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 für einen emotionalen Schub, die deutsche Mannschaft wurde von zehntausenden jubelnden Menschen bei ihrer Rückfahrt entlang der Bahnstrecke gefeiert. Für viele Deutsche errang das „Wunder von Bern“ Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit. Von daher ist das Ereignis nicht zu unterschätzen, wenn man an das deutsche Wirtschaftswunder unter Ludwig Erhard in den 1950er und 1960er Jahre denkt.

Besuch des Auswärtsspiels in Münster:

Reger Besuch im altehrwürdigen Preussen-Stadion. Mehr als 10.000 Zuschauer besuchten das zweite Spiel des 1.FC Kaiserslautern in Münster seit Gründung der Fußballbundesliga.

Was kann man in Münster alles erkunden? Bekannt ist Münster für eine sehr schöne Altstadt mit historischen Bauten. Bundesweit ist das Verkehrskonzept mit zahlreichen Radwegen vorbildhaft.

Herausragend ist das historische Rathaus mit Friedenssaal. Im Friedenssaal beendete der Westfälische Frieden den 30jährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 Europa in Atem hielt. Bereits 1643 wurde der Frieden mit einem fünf Jahre währenden Kongress aller Kriegsparteien sowohl in Münster als auch im benachbarten Osnabrück initiiert. Es war der erste internationale Kongress, auf dem nahezu alle großen europäischen Mächte vertreten waren.

Dabei wurde in Münster der Münstersche Friedensvertrag zwischen dem Kaiser und Frankreich geschlossen. Der Osnabrücker Friedensvertrag beinhaltete einerseits Kaiser und Reich, auf der anderen Seite Schweden. Am 24. Oktober 1648 wurden in Münster und Osnabrück die Verträge von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich bzw. Königin Christina von Schweden unterzeichnet.

In einem separaten Friedensexekutionskongress sollten die Einzelheiten für eine vertragliche Friedensordnung verhandelt werden. Zwischen April 1649 und Juli 1650 fanden diese in Nürnberg statt (Nürnberger Exekutionstag).

Die Ursachen für den 30jährigen Krieg sind recht komplex und begannen mit dem Ständeaufstand in Böhmen, der eine Folge der religiösen, wirtschaftlichen und politischen Krise in Mitteleuropa zu Beginn des 17. Jahrhunderts war. Der Westphälische Frieden trug zur gesamteuropäischen Stabilität bei. Spätere Friedensschlüsse sollten sich an ihm orientierten.

Trotz Niederlage im Gepäck ging es mit neuen Eindrücken nach Hause.



Beitragvon Alex76 » 10.04.2019, 20:57


Bereits an anderer Stelle schon beschrieben, so ist der Klimawandel eine ernste Bedrohung für das Leben der Menschheit. Natürlich auch für Fauna und Flora. Ob nun Gletscherschmelze in den Alpen oder Rhein mit sinkendem Wasserpegel. Die Reduktion der CO2-Werte ist daher essentiell wichtig für die nächsten Generationen, um dem wissenschaftlich belegten Klimawandel zu stoppen. Nicht nur in Deutschland sondern überall auf dem Kontinent.

Die Sehnsucht nach den 1950er Jahren vielleicht bei dem ein oder anderem immer noch vorhanden. Damals als das Wirtschaftswachstum Deutschland zwar in den Bann zog und die Schornsteine sich über den Kontinent verteilten. Aber die Alpen noch mit schneebedeckten Gletschern überzogen waren. Dazu Sommermonate, die nicht von immer weiter steigenden Rekordtemperaturen geprägt waren.

Heuer ist die europäische Wirtschaft „wohl gefühlt“ nachhaltiger (mit Optimierungspotential). Zumindest wenn man sich auf einen grüneren Strukturwandel einigt: Mit einer effektiveren Energiepolitik bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.

Der Klimawandel kennt keine Grenzen. Ob Antarktis, Himalaya oder die Anden in Peru. Jeder ist betroffen. Bei steigender Bevölkerungszahl (z.B. Chinesen) und industriellem Wachstum (ebenso China).

Daher auch nochmals erwähnenswert, dass bei der Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark Werbung für ein Umdenken in der Klimastrategie gemacht wurde. Ein Verband mit vielen Mitgliedern, ähnlich wie beim DFB, hat das Potential um gewaltige Veränderungsprozesse zu initiieren und zu begleiten. Seelisch und Moralisch. Von oben nach unten! Oder von unten nach oben!

III. Appel an die Einhaltung der Ziele für nachhaltige Entwicklung 2015-2030 der Vereinten Nationen (UN):

Während der Weltmeisterschaft in München öfters angeklungen: den Blick auf die Agendapunkte 6 und 13 zu richten. Wos ist gemeint? Hier geht es um die Wasserversorgung und den Klimaschutz.

Agenda 6: Wasser und Sanitärversorgung für alle – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Agenda 13: Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen

Recht vernünftig was man 2012 auf der Rio+20-Konferenz beschlossen hat.

Am Tag vor dem Endspiel um die Handballweltmeisterschaft konnte die Kohlekommission einen Abschlussbericht vorlegen: „Es ist geschafft!“

Weißer Rauch über der Kohlekommission. Ein Ausstiegskonzept für die Braunkohle passt leider nicht auf einen Bierdeckel. Letztlich verfasste die Kohlekommission - bestehend aus Industrie, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Wissenschaften und Politik – einen 336 Seiten langen Bericht. Ziele waren die Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Joberhalt in Einklang zu bringen.

Waren es Ende 2017 mehr als 42,6 Gigawatt Kohlekraft am Markt, so sollen bis 2022 12,5 GW vom Netz gehen. Bis 2030 werden höchstens 17 GW am Markt sein. Bevor dann 2038 der komplette Ausstieg eingeläutet wird.

Der Bund wird mehr als 40 Mrd. € für den Strukturausgleich zahlen! Zusätzliche 32 Mrd. € gehen an die Verbraucher zur Kompensation der Strompreiserhöhung. Es bleibt abzuwarten wie sich die deutsche Energielösung auf die europäischen Nachbarstaaten auswirkt.
https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 13460.html

Auch immer mehr Jugendliche interessieren sich für die Folgen des Klimawandels. So startete Greta Thumberg, eine 16jährige Umweltaktivistin, ihre Aktion „Schulstreiks für das Klima“ am 20.08.2018. Mittlerweile handelt es sich um eine globale Bewegung, die unter dem Namen „Fridays for Future“ auch deutsche Schüler zum Protest bewegt.

IV. Deutschland, Europa und die EU! Irgendwie very very British!

Zahlreiche Debatten in Groß Britannien fanden nach dem Ausstiegsreferendum statt. Bei dem Referendum votierten ca. 51,9% der Britten für einen Ausstieg aus Europa. Ein sehr knappes Ergebnis, welches wie ein Keil durch das Land wirkt.

Besonders in den wirtschaftlich abgehängten Midlands, die vom Strukturwandel stark betroffen sind und den Umland von London, war die Zustimmung für den Brexit besonders stark.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 99133.html

Die Historie zwischen England und der EU ist ein großes Thema für sich. Wie auch immer sich das britische Parlament (House of Commons) entscheidet, es wird bei der derzeitigen Konstellation Verlierer geben. Verfolgt man oberflächlich die Debattenkultur im House of Commons, bekommt man ein nostalgisches Gefühl für Demokratie. Auch wenn sich die Wiege der Demokratie in Griechenland befindet, so würde ich als Europäer das Parlament zum UNESCO Weltkulturerbe vorschlagen!

Mei. Schon 1987 gemacht..

Wos konnst noch für das Britische Volk machen?

Um wieder ernst zu werden, es geht um Solidarität, Menschlichkeit und Nächstenliebe: Ein Land das am Boden liegt die Hand reichen, um wieder aufzustehen. So wie Gorbatschow zusammen mit Helmut Kohl den Deutschen die Wiedervereinigung 1990 ermöglichte. So wie mehrere Fanclubs des 1.FCK incl. Fanbeirat 1992 Hilfskonvois nach Kroatien und Bulgarien organisierten..

Heuer kann man nur als deutscher Europäer mit pfälzischem Sportkulturverständnis versuchen die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Great Britain holen: Football is coming Home! Nach Europa! Und vielleicht auch in die EU! ;-)



Beitragvon Alex76 » 20.04.2019, 22:09


Als Besitzer eines WM-Stadions sollte die Stadt Kaiserslautern auch die nächsten Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele verfolgen, um Ideen zu entwickeln oder neue Anregungen zu bekommen. Auch neue Kundengruppen generieren. Im Optimalfall würde man das Fritz-Walter-Stadion als Vorzeigeprojekt für künftige Weltmeisterschaften bewerben.

V. Nächste Weltmeisterschaften: Katar 2022 (2026). Und in Saudi Arabien?

Ich wage einen Blick in die FIFA-Glaskugel und gehe davon aus, dass die nächste Weltmeisterschaft 2022 in Groß Britannien stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit dürfte bei 66% liegen. Katar wird dann die Weltmeisterschaft 2026 austragen. Ob mit oder ohne Saudi Arabien?! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Heißt, dass Katar (und Saudi Arabien) im Mutterland des Fußballs nochmals Einblicke in den Traditionssport gewinnen könnte(n), um dann 2026 ein tolles Ereignis auf die Beine stellen zu können. Für ein Fußballentwicklungsland die Möglichkeit nochmals vier weitere Jahre eine gute Mannschaft zu bilden und die eigenen Spieler qualitativ auszubilden.

Aktuell echauffieren sich doch die meisten traditionellen Nationen an der Winter(Weihnachts-) veranstaltung. Statt Bier und 30 Grad, dann Glühwein mit Schneeverwehungen. Eine respektvolle verständnisvolle Weltmeisterschaft ist so doch nicht gewährleistet. Anders sieht es bei einer Verschiebung aus, dann wären mit Sicherheit die vielen Kritiker milde(r) gestimmt, so dass einer tollen Winterweltmeisterschaft 2026 nichts mehr im Wege stehen würde.

2030 würden dann die Weltmeisterschaften in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen werden, die eigentlich für 2026 geplant waren.

VI. Die EU: Wo sind die Vorteile?

Mittlerweile bietet die EU Möglichkeiten über den EFRE-Fonds (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), den ESF (Europäischer Sozialfonds) bzw. Erasmus-Fonds spezifisch projektbezogene Fördermittel zu beantragen, so dass der Eigenanteil für Investitionen zwischen 20-40% liegen würde, während die EU 60-80% der Kosten übernehmen könnte.

Damit wird man das aktuelle Fritz-Walter-Stadion nicht direkt finanzieren können. Auch keine Gelder der GmbH & Co.KGaA zukommen lassen. Vielmehr geht es darum die Infrastruktur aufzubessern, um eine wettbewerbsfähige Gesamtstruktur anzubieten:

Stadionnah könnte man eine Kooperation initiieren, die das Stadion quasi 365 Tage im Jahr nutzbar und ertragreich macht. Stadionfern bzw. Nachwuchsleistungszentrumnah könnte man ein kleineres Stadion bauen, welches Anlaufpunkt für Touristen wäre, gleichzeitig aber auch die Amateure und die A-Jugend beherbergt.



Beitragvon Alex76 » 17.06.2019, 16:57


VII. Endspuil Verbandspokal in Pirmasens: Through the Eyes of a Child!

Mittlerweile wohnen in Pirmasens nur noch rund 40.000 Einwohner. Im Vergleich zu den Jahren 1950 und 1960 sind dies ca. 20.000 Einwohner weniger. So wundert es nicht, schlendert man durch die Stadt mit den vielen Hügeln, dass doch viele Häuser abgenutzt aussehen. Viele Läden sind dicht. Arm aber Sexy?

Aus der Region - für die Region: Jugendherberge Pirmasens

Gerne hätte ich mir schon das Verbandspokalspiel FK Pirmasens gegen den 1.FC Kaiserslautern angeschaut. Zeitlich nur mit Übernachtung möglich gewesen. Durch die Finalansetzung bot sich die Gelegenheit in Pirmasens zu übernachten.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... t-100.html

Der Umbau der ehemaligen Haupt-Post in eine der modernsten und imposantesten Jugendherbergen Deutschlands ist für Pirmasens ein wichtiger Mosaikstein in der Stadtentwicklung. „Besonders vorteilhaft ist natürlich die absolut zentrale Lage, die den Übernachtungsgästen zahlreiche Möglichkeiten bietet. Das heute vorgestellte Musterzimmer vermittelt jetzt schon ein eindrucksvolles Bild des hohen Komforts, der die Gäste erwartet“, zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis überzeugt. Ebenso wichtig für die Stadtentwicklung ist die Schaffung von ca. 50 Arbeitsplätzen und auch Ausbildungsstellen. Zugleich verspricht sich Pirmasens über steigende Übernachtungszahlen wertvolle Impulse in der touristischen Entwicklung mit Auswirkungen auf die Kaufkraft im Einzelhandel und in der Gastronomie.

https://aktuelles.diejugendherbergen.de ... erzimmers/

Für die Großen ökonomisch wichtig. Für die Kloinen entwicklungspädagogisch wichtig ist oin Spuilparadis, welches im untersten Stockwerk des ehemaligen Postgebäudes eingerichtet wurde. Hohe Decken. Viele hunderte von Quadratmetern Laufflächen. Laut Toben und Spielen mit Papa, Mama oder Opa und Oma. Speziell im Alter von 2 bis 15 Jahren gibt es ein so noch nie gesehener Bereich mit vielen Spielstationen. So auch ein kleiner Fußballcourt, mehrere Klettergeräte und Rutschen.

Deutschland verdummt!

Provokante Aussage. Ganz interessant für einen Papa in spe. Hoffentlich! Quasi Papa in Progress! ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=gjP8KD4eYQs

Generell denke ich, als jemand der aus einer Nichtakademikerfamilie entstammt, dass es mit den neuen Medien einfacher wäre sich in der Schule zu behaupten. Quasi in allen Schulfächern. Viele Erklärvideos, Apps oder Webseiten, die in meiner Schulzeit unvorstellbar waren. Was ist los mit Euch Schülern? Wo sind die Lehrer? Koine Disziplin? Nicht mal höchste Disziplin á la Jogi Löw. Bitter! Dafür sind die Haare gerichtet.

Bevor Deutschland verstummt…

Verwässerte Schulfächerinhalte. Vollgepackter Terminkalender. Was geht und ging in Deutschlands Kinderentwicklung verloren? Ist eine Rückbesinnung auf das Abitur in 13 Schuljahren sinnvoll? Wo ist der Mittelstand und das qualifizierte Handwerk?

Aktuell herrscht Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen. Zuletzt in den ARD-Nachrichten vernommen. Die Hoffnung ruht auf besser bis gut ausgebildeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen zur Not noch die Möglichkeit auf einen qualifizierten Berufsabschluss eingeräumt wird.

Welche Möglichkeiten bietet der Sport in der Bildungskrise? Kann der Sport als Motor fungieren? Man darf den Sport nicht überbewerten, aber auch nicht unterschätzen!

Generell dient der aktive aber auch passive Sport als Kommunikationsplattform. Fördert die Gemeinschaft/Geselligkeit unter Gleichaltrigen in Jugendmannschaften bzw. in Dörfern, Gemeinden und Stadtbezirken.

Viele positive Aspekte des Sports können bei der beruflichen/fachlichen Weiterbildung abgerufen werden. So sind Disziplin und Ausdauer wichtige Merkmale von verschiedenen Sportarten, die auch in der fachlichen und persönlichen Weiterbildung wichtig sind.
Mittlerweile gibt es so viele und unterschiedliche Sportarten, so dass jeder eine geeignete Sportart finden müsste. Ob Schach, Tischtennis, Tanzen, …
Wo sind die sanierten Sporthallen? Wo sind die neuen Sporthallen?

Stadtentwicklung aus der Sicht eines Kindes?

Auszeit vom Smartphone… Puh. Wo sind die Bäume zum Klettern? Wo sind die Parks zum Verweilen? Wo sind die Erlebnisbereiche? Wo sind die alten abgestellten Schrottautos aus früheren Tagen? Leicht eingezäunt. Leicht verstaubt. Leicht verwildert. Spannung und Abenteuer auch ohne Schokolade!

Als Kind war das Naturschutzgebiet durch die Truppenübungen der Alliierten tabu. Heuer kann man die Natur beim Spazierengehen oder Fahrradfahren genießen. Heute existieren in den Städten aber immer weniger Grünflächen. Auch die (Vor-)Gärten werden nicht mehr grün bepflanzt, sondern häufig mit Steinen aufgefüllt. Pflegeleichte Steinwüste. Aber auch in Sommermonaten mit erheblich aufgeheizten Temperaturen in der Stadt verbunden.

Für das Lernen und Wohlbefinden wichtig ist eine angenehme Atmosphäre. Zumindest geht mir das so. Ein grau in grau macht depressiv. Wo ist das Grün? Wo sind die Wohlfühloasen? Zu meiner Schulzeit habe ich mein Schulgebäude „gehasst“. Nunja. Verschmäht!

Mittlerweile erkenne ich meine alte Schule nicht mehr. Mit einer Mensa, neuer Halle, Beachvolleyballplätzen, Kunstplatzfeld mit zwei Toren, wohl vielen Lern- und Verweilplätzen und neuem Anstrich.

Wenn man den Kontrast zwischen dem Grau der 80er und 90er Jahre und dem neuen Farbkonzept bewusst wahrnimmt, müsste man sich ja rundum wohlfühlen. Mei. So ein bisserl grau finde ich durchaus inspirierend.

Fazit: Für den 1.FCK wichtig die Rückbesinnung auf das Gallische Dorf von einst. Es ist möglich. Gar in Kaiserslautern, dort wos die Stadtbibliothek Einblick in die Welt von Asterix und Obelix gibt. Gar auf Latein!

Vielleicht fehlt es an Entdeckergeist oder einer spielerisch kreativen Herangehensweise an Themenstellungen?

Spielerische Physik

Zugegeben in Physik hatte ich den Absprung in einen Leistungs- oder in einen Grundkurs leider nicht geschafft. Fehler! Ebenso nicht in den Mathematik Leistungskurs gewechselt zu sein. Die Mathematik hatte mich während des Studiums eingeholt und mehrfach abgewatscht. So ziemlich jedes Fach in der BWL beinhaltete Mathe.

Egal ob Betriebswirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen… Leider hatte ich koinen (Berufs-)Berater, der mich während der 10.Klasse optimal unterstützen konnte. Viele Entscheidungen waren letztlich marginal, wohingegen die Auswirkungen für meine bescheidene Karriere relevant waren. Sport als Leistungsfach gab es nicht. Kunst auch nicht.
im Dynamicum Pirmasens bekommt man einen spielerischen Zugang in die Physik (aber auch teils in den Sportbereich) aufgezeigt. Nicht ohne Grund gehört das Mitmachmuseum zu den insgesamt 365 Orten der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. https://land-der-ideen.de/projekt/dynam ... asens-1763

Wer in Pirmasens war, sollte auch einen kurzen Besuch in Hauenstein einlegen. Sind beide Städtchen doch mit der Schuhindustrie sehr eng miteinander verbunden. Zeugnis von der damaligen Zeit beherbergt das Deutsche Schuhmuseum. Speziell in der heutigen hoch medialen Zeit ist die Bodenhaftung in Hauenstein gewährleistet. ;-) Führt doch ein Rundgang durchs Haus in die Anfänge der Schuhmanufaktur von 1740 bis 1918. Die Darstellung der Zeit- und Sozialgeschichte setzt sich im 2. Obergeschoss für die Jahre 1918 bis 1945 fort. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei meiner Visite dieses Geschoss zu Lasten der Horst Eckel Ausstellung und des Pfälzer Sportmuseums im 3.Obergeschoss vernachlässigt. Die Zeit reichte nicht aus, so dass ich auch leider nicht die vielen Promischuhe zu Gesicht bekam. Den Besuch des Museums sollte man daher auch etwas großzügiger einplanen.

Wäre ich Lehrer, so hätte ich mit dem Besuch in der Südwestpfalz in den Fächern Physik, Geschichte und Kunst recht anschaulich meinen Schülern die Fächer näher bringen können. Interesse wecken können für wichtige Schulfächer. Frühes Interesse für potentielle Berufsfelder…

Wäre ich Lateinlehrer, so würde mich die Stadt Trier wohl am meisten interessieren.

Kreativ sein in Pirmasens: Vorblick auf die KREATIVVITTI 2.0

Neben den Kloinen Besuchern wartet die Stadt Pirmasens mit einer Messe für Innovation, Kultur- und Kreativwirtschaft auf dem international bekannten Messegelände für die Größeren auf. Vom 15. bis 17. November 2019 lautet das Motto: „Inspiration. Innovation. Business.“
https://www.kreativvitti.com/ps-kreativ/


VIII. Retterspiel gegen den FC Bayern München

Mit so viel Kreativität aus Pirmasens lässt sich das Retterspiel des FC Bayern München leichter ertragen. Das Erstrunden-DFB-Pokalspiel als Verbandspokalsieger ist gesichert.

48.500 Zuschauer. Große Kulisse. Wer ist hier der DFB-Pokalsieger? Wer soll wem helfen? Nachdem der Vertrag mit BMW nicht zustande gekommen ist, helfen wir den Bayern natürlich..

18. Mai 2019, 14:16 Uhr: Sponsoring - BMW wird doch nicht Sponsor des FC Bayern
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4452463

Heuer würde ich es noch als Abschiedsspiel für Florian Dick titulieren. Leider hat der nicht mitgespuilt, so dass wir noch ein Spuil gegen die Bayern frei haben. Ich würde vorschlagen, dass wir die Einnahmen einer wohltätigen Organisation spenden.

Olympische Winterspuile in München 2026! Wenn nicht jetzt, wann dann?

So wie ich den Hoeness Uli kenne, hats der aus lauter Hilfsbereitschaft sämtliche Klos im Stadion geputzt, den Rasen im NLZ gemäht und die noch verbliebenen Restkarten auf dem Schwarzmarkt verkauft. Also vielen Dank Uli Hoeness!

Spaß beiseite. Die Freude wächst. Bei meiner Spuilvorbereitung lese ich heraus, dass die Möglichkeit für Olympische Winterspiele 2026 in München realistisch ist. BWM könnte als Local Hero bereit sein mehrere hunderte von Millionen € in eine Austragung zu investieren. Aus der Historie heraus hatte München bereits 2018 eine gute bis sehr gute Bewerbung erstellt. Damals war man gegen Pyeongchang gescheitert, die allerdings auf einen Erfahrungsschatz von zwei gescheiterten Bewerbungen zurückblicken konnten. Eine Frage der Ehre!

Eine Bewerbung für Olympia München 2022 kam leider nicht zustande, da insgesamt vier Bürgerentscheide 2013 (in München, in Garmisch-Partenkirchen, Landkreis Traunstein, Landkreis Berchtesgadener Land) negativ ausfielen. Schade!
Times are changing. Zeiten ändern sich.

Olympia hat die Menschen verloren (11. November 2013)

Jetzt also auch die Deutschen. Die Herren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dürften einigermaßen schockiert sein. Denn sie sind Schuld an der Glaubwürdigkeitskrise. Sie haben die olympische Idee zu Tode kommerzialisiert. Das IOC steht durch Korruption, Intransparenz, Protzerei und Kuscheleien mit China oder Russland nicht viel besser da als der vielgescholtene Fußballweltverband Fifa. Der hatte beim Confederations Cup im Sommer in Brasilien auf den Deckel bekommen, als Millionen Brasilianer auf die Straße gingen und gegen die WM im kommenden Jahr protestierten.

https://www.zeit.de/sport/2013-11/olymp ... 2-wahl-ioc

KLARES „NEIN“ ZU OLYMPIA 2022 IN MÜNCHEN: Das Ende des Wintermärchens

„Deutliches Zeichen nicht gegen den Sport“
Der Trend gegen Olympia war von der Auszählung der ersten Wahlbezirke an so deutlich, dass schon lange vor dem Endergebnis aus Garmisch-Partenkirchen der Anführer der Bewerbungsgegner von „NOlympia“, der Grünen-Politiker Ludwig Hartmann, Glückwünsche für den sich andeutenden „4:0-Sieg“ entgegen genommen hatte.
Er wertete das Votum als „deutliches Zeichen nicht gegen den Sport, sondern gegen die Profitgier des Internationalen Olympischen Komitees.“ Zuerst müsse sich das IOC ändern, dessen Intransparenz und die Machenschaften „von einer demokratischen Gesellschaft nicht hingenommen werden können“.

https://www.faz.net/aktuell/sport/winte ... 57703.html

Klares Votum bei Bürgerentscheiden - Münchner Olympia-Projekt gescheitert:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/2. ... -1.1815333

Abpfiff für die Olympiagegner!

Zumindest ist seit dem 1.1.2018 die Nolympia-Webseite eingefroren. Passend zu den Olympischen Winterspuilen: http://www.nolympia.de/
Vielleicht auch eine Reaktion auf die Agenda 2020 des IOC? Schaust:
https://cdn.dosb.de/alter_Datenbestand/ ... 012014.pdf

BMW und der FC Bayern - Abpfiff in letzter Minute
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4453107

Abpfiff für den FC Bayern in letzter Minute…

… oder Anpfiff in letzter Minute für die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele in München 2026! So könnte auch die Aufwertung des Olympiaparks auf ein neu entflammendes Interesse für Winterspiele in München 2026 hindeuten. Eine neue Sporthalle in der Eishockey und Basketball stattfinden soll:

Neue Sporthalle in München - Hoeneß freut sich auf "Leuchtturmprojekt"
httpaas://www.kicker.de/742370/artikel/ ... urmprojekt

Ich klaue jetzt mal die Worte vom schwedischen Chef der Stockholmer Bewerbung, Richard Brisius. Bleibt ja in der EU;-) :


Wir hoffen, damit drei Dinge zu erreichen: Als erstes Sport und die allgemeine Gesundheit. Wir haben ein Problem:
Die Menschen sitzen immer mehr und bewegen sich immer weniger. Das gilt für alle Altersgruppen – Kinder wie Erwachsene. Durch den Sport haben wir einen ganz natürlichen Weg, um Menschen dafür zu begeistern und zu motivieren, sich mehr zu bewegen. Das ist das erste große Ziel.

Das zweite dreht sich um Integration und Inklusion. Schweden ist ein großes Land. Wir sind zehn Millionen Menschen und fast 20 Prozent davon sind in einem anderen Land geboren. Wir wollen dieses fantastische Projekt dazu nutzen, alle in Schweden einzubeziehen, sich zu beteiligen, sich zu integrieren und als ein Land zusammenzukommen.

Und drittens ist uns die Nachhaltigkeit wichtig. Da wollen wir neue Maßstäbe setzen.

https://www.deutschlandfunk.de/schweden ... _id=446177

Was sind die weiteren Vorteile von Olympischen Winterspuilen in München 2026?

Neben dem aktiven Sport und der Integration/Zusammenhalt gibt es weitere Punkte, die für eine Bewerbung Münchens sprechen:

• Im Vergleich zu anderen Bewerbungen wie in Pyeongchang oder Sotschi sind die Kosten für Sportstätten deutlich geringer. Die Bewerbung basiert auf bestehenden Wettkampfstätten. Ein Gigantismus wird wohl nicht beabsichtigt.

• München im Stau kennen wohl sehr viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Auch Touristen. Der öffentliche Nahverkehr lahmt. Mehrere S-Bahnen fahren morgens unpünktlich und überfüllt - wenn sie überhaupt fahren. Ein zuverlässiges Nahverkehrskonzept ist daher anzudenken, um verlässlich zum Arbeitsplatz zu kommen.

• Viele weitere Investitionen in die Infrastruktur in Deutschland sind nötig. Begleitet von Investitionen in die sportliche Infrastruktur mit effektiven Hallenkonzepten und sanierten Schwimmbädern.

• München zählt zu den teuersten Städten Deutschlands. Sozialer Wohnungsbau ist begrenzt möglich. Allgegenwärtig ist der Kontrast zwischen Reich und Arm. Oder Arm und Reich! Hier muss man auch den Breitner Paul nennen, der sich wöchentlich ehrenamtlich für die Münchner Tafel engagiert. Erwähnenswert auch die vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen.

• Sehr gut vorstellbar, dass die Bewerbung als Turbobooster für den Klimaschutz (Industrie, Konsumenten, Ausstieg aus der Kohle, …) wirkt.

Also losgelöst vom Sportlichen Stellenwert, den Olympische Spiele für die Athleten und Zuschauer hat, wirkt das Ereignis nach. Speziell wenn es um gesellschaftliche Themen wie Rente, Pflege oder Armut geht. Vielleicht ist dass der wahre Olympische Gedanke nebst Glamour für die Bewerberstadt.

Mit der Bewerbung würde die Vorfreude des lokalen Events auf Deutschland übertragen einhergehend mit notwendigen Reformen, die auch bei den Kloinen Leuten ankommen, so dass die soziale Schere verringert wird.


IX. Handball-Schock in Gummersbach – Riesige Freude in Friesenheim!

Freude und Trauer nach einem der wohl spannendsten letzten Spieltage in 53 Jahren Handball-Bundesliga. Sowohl der Titelkampf wurde nach einer großen Aufholjagd des THW Kiel nochmals richtig spannend, als auch der Abstiegskampf blieb bis zur letzten Sekunde dramatisch und tränenreich.

Der Meister und meisterhafte Trainerpersönlichkeiten

Der Vorjahresmeister SG Flensburg-Handewitt rettete seinen 2-Punkte-Vorsprung ins Ziel und konnte mit 64 Punkten (2-Punkte-Regel) den ersten Rang ergattern. Lediglich vier abgegebene Punkte zollen von einer verdienten Meisterschaft, wenngleich der THW Kiel ein würdiger Konkurrent war und auch auf ein meisterhaftes Niveau von lediglich sechs Minuspunkten kam. Nach der abgeschlossenen Saison verabschiedet sich der deutsche Handball von zwei großartigen Trainern, die die Bundesliga geprägt haben wie wohl nur wenige Trainer vorher.

Schaut man sich die Seite von Wikipedia über Alfreð Gíslason an, dann entdeckt man viele Erfolge als Spieler und Trainer. Viele Zahlen der Superlative, die wohl auch durch viele Anekdoten und Geschichten in einem Buch angereichert werden müssten. Die Zeit dürfte der Isländer ja wohl jetzt haben. ;-)

Nikolaj Bredahl Jacobsen wirkt dänisch zurückhaltender bei seinen Erfolgen was die Anzahl betrifft. Die Krönung seiner Trainerkarriere erlebte Jacobsen im Februar 2019 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft Dänemarks. Bekannt ist Jacobsen im Südwesten mit den Meisterschaften der Rhein-Neckar Löwen 2016 und 2017 sowie dem Pokalsieg 2018. Zusammen mit Andy Schmid machte es Spaß den Rhein Neckar Löwen zuzuschauen, auch wenn die Saison national und international eher enttäuschend verlief.

Beide Trainer haben eines gemeinsam. Sie sind einfach coole Socken, auch wenn sie gegen mich im 1:1 hoffnungslos unterlegen gewesen wären. Da hätte ich gar eine Pfälzer Rieslingschorle in der linken Hand und eine Schweinshaxen in der Goschen haben können. ;-)

Der Abstiegskrimi

Zahlreiche verletzte Spieler bei den Eulen Ludwigshafen sorgten während der Saison für Frustration am Tabellenende, wenngleich sich schon recht früh zeigte, dass die Mannschaft prinzipiell funktioniert. Man bewegte sich als Tabellenschlusslicht. Das traurige Schicksal im zweiten Jahre 1.Liga? Viele Spiele wurden anfangs nur knapp verloren. Die Tordifferenz zeugte von Substanz mit der Hoffnung auf schnelle Rückkehr der verletzten Valiullin, Held, Müller, etc.

Am letzten Spieltag konnten sich noch die SG BBM Bietigheim und der VFL Gummersbach aus eigener Kraft durch einen Sieg im Abstiegsendspiel retten. Die Eulen aus Ludwigshafen konnten den Abstieg nur durch einen eigenen Sieg bei gleichzeitigen Unentschieden in Bietigheim verhindern.

Abwegig war ein Unentschieden in Bietigheim nicht. Abstiegskampf. Nervenkrieg. Viele Fans aus Gummersbach traten den Weg nach Bietigheim an. Es war die wie von Eulen-Trainer Ben Matschke prognostizierte enge und umkämpfte Partie, die auf das Wunder hoffen ließ. Gummersbach, die ebenfalls zwei wichtige Leistungsträger während der Saison ersetzten mussten, konnte einen mehrere Tore Vorsprung von Bietigheim egalisieren und ging in der Schlussphase selbst zwei Mal in Führung. Es sollte nur zum Unentschieden nach 60 Minuten reichen. Michael Kraus vergab die letzte Chance wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Kurz vor Ende der Partie in Ludwigshafen wurde der Endstand unter frenetischem Jubel durchgesagt. Es folgten die vielleicht schon legendären Szenen mit dem 31:30 von Scholz vom Kreis.

Tränen in Bietigheim und Gummersbach

Mit dem knappsten Abstieg den man sich vorstellen kann, lediglich ein Tor fehlte in der Tordifferenz(!), muss der traditionsreiche VFL Gummersbach den Weg in die zweite Liga antreten. Begleitet von der SG BBG Bietigheim um den Ex-Weltmeister von 2007 Mimi Krause.
Wie geht es in Gummersbach weiter? 12 mal deutscher Meister, 11 mal Europacupsieger. In den letzten Jahren eher magere Kost, die von Finanzierungsschwierigkeiten begleitet waren. Einst füllte man die Köln-Arena. Heuer reicht die sportliche Substanz nicht mehr für Liga 1.

In jeder Krise steckt auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Klinkt abgedroschen. Bitter wenn man sieht wie die großen Vereine TV Großwallstadt oder TuSEM Essen Schwierigkeiten haben in der zweiten Liga mitzuhalten. Parallelen zum Fußballdino werden vom Kicker aufgezeigt:
https://www.kicker.de/751076/artikel/pa ... r/handball
https://sport.sky.de/handball/artikel/g ... 8964/34274



Beitragvon Alex76 » 30.07.2019, 00:12


X. Oin Europa! Mehrere Länder! Bündelung der Stärken!

Man kann es historisch, wirtschaftlich und auch sportlich betrachten: Europa und die EU. Für viele ist Europa Heimat und Identität! Gewachsen über mehrere Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die EU als ein Friedensprojekt mit Vorbildcharakter. Entstanden über mehrere Dekaden, in denen aus Feinden Freunde geworden sind. Zeiten in denen Vertrauen aufgebaut wurde; aufbauend auf dem Gedanken der Demokratie als Geschenk der Griechen an die Menschheit.

Europa hat zwei Seiten: eine Nationale und eine Europäische. So wie man das bei der gemeinsamen Währung, dem Euro, leicht erkennen kann. Es gibt belgische, deutsche, estische, finnische, französische, griechische, irländische, italienische, lettische, litauische, luxemburgische, maltesische, niederländische, österreichische, portugiesische, slowakische, slowenische, spanische und zypriotische Münzen, die durch die zweite Seite eine europäische Gemeinsamkeit aufweisen. Der Euro ist eine wichtige Grundlage einer europäischen Währungsunion und prägt die Wirtschaftsunion.

Richtet man den Blick auf die Politik und Gesellschaft, dann stellt man fest, dass die EU noch nicht final abgeschlossen ist. Zu groß sind die Unterschiede der jeweiligen Länder einerseits, andererseits prägt die Geschichte eines Landes die Individualität.

Vorbild für eine gelungene Einheit kann Deutschland sein, wo der Osten nach 30 Jahren Einheit auf eine durchschnittliche Wirtschaftskraft von 75% des West-Niveaus kommt. Ausgangslage waren 30%. Deutlicher wird der Unterschied, wenn man das ostdeutsche Pro-Kopf-Einkommen von 95% des Westniveaus heranzieht.

Ein Rumäne oder Bulgare wird nicht 1-2 mal im Jahr in den Urlaub fahren können. Ein faires Angleichen des Einkommens und ordentliche Lebensverhältnisse muss allerdings im Interesse aller EU-Bürger sein!

Probleme bei den nächsten großen Sportereignissen

Schwere Ausschreitungen in Hong Kong und diverse Verletzungen gegen die Menschenrechte erschweren die Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 und die Wüstenweltmeisterschaft in Katar 2022.

Es scheint, dass je inkompetenter die Führung ist, desto größer die Restriktionen, desto geringer die Beachtung der Menschenrechte! Oder bedeutet die Austragung eines großen Events eine Verbesserung für das gesamte Land?

Leider werden aktuell diese Menschenrechte von global agierenden Sportverbänden ignoriert. Man schaut einfach weg, wenn in Katar Arbeitskräfte nicht entlohnt werden oder deren Ausreisepässe einkassiert werden. Trotz Abschaffung des Kafala-Systems hungern und leiden die daheimgebliebenen Familien in Nepal, Indien oder Bangladesch.

Wenn Intelligenz (politische Führung) das Herz einer Weltmeisterschaft (einfache Arbeiter) zerstört, dann kann man die Weltmeisterschaft nur ignorieren. Europa solidarisch! Europa fortschrittlich! Gegen Katar 2022! Für eine Weltmeisterschaft Groß Britanniens 2022! Gerne für Katar 2026!!!

Jung(geblieben)es Europa! Sportlich…

Auch in der heutigen dynamischen Zeit, wo die Menschen vor großen Problemen und Krisen stehen, sollte man an der europäischen Idee festhalten und das positive suchen.

Mal kurz gesucht und gefunden: Deutsch Französisches Jugendwerk. Gefördert über das Erasmus-Programm der Europäischen Union, steht der persönliche und sportliche Austausch der B-Jugend Handballnationalmannschaften von Deutschland und Frankreich im Vordergrund.
https://handball-deutschland.tv/handbal ... aylistId=0

Nebenbei interessant wie sich die Spieler auf der Handballplatte in Aktion zeigen. Was unterscheidet Deutschland und Frankreich? Interessante Frage! In Frankreich ist sowohl die Politik als auch die Jugendarbeit zentralistisch angelegt. Paris steht immer im Mittelpunkt. Demgegenüber ist Deutschland mit den diversen Landesverbänden föderalistisch strukturiert.

Bereits an anderer Stelle hat Domenik Klein den Vergleich beider Ausbildungssysteme vorgenommen:
„Das sind zwei unterschiedliche Systeme: In Frankreich ist das mehr zentralisiert. Die jungen Spieler, die das Talent haben, kommen früh zusammen. Sie trainieren unter der Woche schon sechs oder sieben Mal, das ist auch alles angepasst an die Schule. Am Wochenende spielen sie dann wieder in ihren eigenen Vereinen. Dieses Bewusstsein gibt es in Deutschland noch nicht. Es geht auch immer um die Ausbildung der Trainer. Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein Verein wie Nantes, bei dem ich gespielt habe, hat sechs festangestellte Jugendtrainer. Suchen Sie sich in Deutschland mal einen Verein, bei dem man diese Konstellation findet. Das wird man kaum finanziert bekommen. In Frankreich steckt auch der Staat dahinter. Das sind häufig Anstellungen, die von der Gemeinde oder der Stadt finanziert werden. Da gilt es in Deutschland, Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um für unsere Talente besser ausgebildete Trainer zu bekommen.“

U21-Europameisterschaft in Italien

Ohne Spuiler vom 1.FC Kaiserslautern bot die U21 eine respektable Vorstellung, bei einem schwierigen Turniermodus. Drei Gruppen, bei denen sich die Erstplatzierten und der beste Zweitplatzierte im Halbfinale gegenüberstehen.

Wider Erwarten konnten sich der Gastgeber aus Italien sowie die Engländer in den Gruppenspielen nicht durchsetzen. Im Halbfinale trafen Frankreich und Spanien aufeinander. Spanien setzte sich souverän mit 4:1 durch. Deutschland spielte gegen die Mannschaft aus Rumänien. Nach einem 1:2 zur Halbzeit konnte sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit steigern und kam mit einem 4:2 ins Endspiel.

Fazit: Das Niveau bei der U21 war hoch. Eine Endspielteilnahme daher auch nicht selbstverständlich. Deutschland gegen Spanien nun im Finale Grande. Finale Grande daher, weil bereits das vorige Endspuil 2017 zwischen beiden Mannschaften stattfand. Eine Frage der Ehre für die Spanier nach dem letzten verlorenen Endspiel. So sah man sehr engagierte Spanier, die am Ende mit 2:1 die Oberhand hatten und den Siegerpokal gen Himmel recken konnten.

Abstecher nach Asien: Olympische Spuile in Tokio 2020 mit Hand und Fuß? Ohne Frauenpower?

Spanien, Rumänien, Frankreich und die deutsche U21-Nationalmannschaft sind bei den nächsten Olympischen Spielen in Tokio 2020 vertreten. Die Mannschaft von Stefan Kuntz hat die Chance auf Olympisches Gold in Japan, dort wo wohl auch wieder die Brasilianer und Argentinier antreten. 2016 verlor die deutsche U21 erst im Endspiel in Maracana recht knapp mit 1:1 n. V. (1:0) und 4:5 i. E. gegen Neymar & Co. Horst Hrubesch wird wohl immer noch von der Stimmung im Maracana beeindruckt sein.

Für den gewöhnlichen Fußballer eine Mehrbelastung. Für andere eine Frage der Ehre!

Die deutsche Frauenmannschaft konnte sich leider nicht für die Olympischen Spuile 2020 qualifizieren. Wie schaut es bei den Handballern und Handballerinnen aus?

XI. Feintuning am Fröhnerhof: Spielerisch

Was wird aus der U23 (U21), U19 und der U17? Mittlerweile ist Gunther Metz vom DFB zurückgekehrt und fungiert als Bindeglied zwischen den einzelnen Jahrgängen.
https://www.der-betze-brennt.de/news/11 ... dliebe.php

Das Ziel der jungen Spieler ist natürlich der Sprung in die Bundesliga. Am liebsten mit dem 1.FCK.
Derweil steht der 1.FCK in starker Konkurrenz im Südwesten mit der TSG 1899 Hoffenheim, Mainz 05 und der Frankfurter Eintracht. Man kann nur hoffen, dass der FCK dennoch wieder zu einem Gentlemen Agreement zurückfindet, welches zuletzt vom zurückgetretenen NLZ-Leiter Paula gebrochen wurde.

Handball DHB-Pokal: 1.Runde

Große Freude in Kaiserslautern. Beim TuS Kaiserslautern Dansenberg. Es wartet im Pokal der Erstligist und mehrfache Deutsche Meister Frisch Auf Göppingen. Klingt nach Turnvater Jahn (Frisch, fromm, fröhlich, frei). Aber auch nach dem Gründer des Kempa-Tricks, Bernhard Kempa. Es riecht nach Spielfreude und einer beeindruckenden Atmosphäre in der Hölle Süd! 5600 Zuschauer fasst die EWS Arena in Göppingen, die 1967 erbaut und 2009 erweitert und grundlegend modernisiert wurde.
https://www.spiegel.de/sport/sonst/fris ... 78072.html

Am 17.8.2019 trifft die Mannschaft des TuS KL Dansenberg aus der 3.Liga in der Hölle Süd auf die Mannschaft aus dem Schwabenland. Ein Besuch dürfte sich lohnen. Am 18.8.2019 wird dann der Sieger gegen Bayer Dormagen oder Rhein Vikings um den Einzug in die nächste Runde des DHB-Pokals antreten.

Hoffentlich übertragen sich die Spielfreude und taktischen Finessen eines Bernhard Kempa auf den Fröhnerhof. Und vielleicht können wir ein bisserl von der stimmungsgeladenen Atmosphäre Richtung Kaiserslautern transferieren! Quasi als wichtigster Neuzugang.

Freundschaftsspiele der 1.Mannschaft in der Saisonvorbereitung

Mei ich dachte schon der 1.FCK spuilt in der Vorbereitung Handball als ich den ersten Gegner vernommen habe. Balingen-Weilstetten (Baden Württemberg, 34.049 Einwohner) ist gerade in die 1.Handballbundesliga aufgestiegen. Wird sich mit der aktuellen Creme de la Creme der Handballbundesliga messen können.

Stattdessen also doch ein Fußballfreundschaftsspiel gegen Bahlingen am Kaiserstuhl (Baden Württemberg, 3.907 Einwohner). Das Spiel endete 6:2 für den 1.FCK. Dem fügten sich zwei Testspielniederlagen gegen die Viertligisten FSV Frankfurt (1:4) und FC Homburg (1:3) ein. Recht deutliche Niederlagen, die lediglich durch einen 1:0 Sieg gegen Zweitligist SV Sandhausen geschönt wurden.

Daher zog es viele neugierige Fans nach Weingarten in der Pfalz, wo der AFC Wimbledon zum Freundschaftsspiel antrat. Sowohl der FCK als auch der AFC spielen in der dritten Profilliga, so dass der Vergleich schon sehr aufschlussreich sein kann. Das Green auf dem Fußballplatz rückte zunächst in den Vordergrund, regnete es doch vor Spielbeginn heftig. Ähnlich wie dies häufiger beim Tennis im Londoner Vorort anzutreffen ist, verbunden mit den nostalgischen Spielunterbrechungen. Doch pünktlich um 19:00 konnten beide Mannschaften ohne Regen den Rasen betreten.

Das Spiel endete mit einem 1:0 durch ein Abstaubertor von Bjarnason. Weitere Torchancen wurden speziell von Pick vorbereitet. Der AFC Wimbledon wirkte sehr passiv.

Was erwartet man von der Vorbereitung zur zweiten Drittligasaison? Ein Komplettaustausch der Mannschaft wurde diese Saison vermieden. Stattdessen konnte man die Mannschaft punktuell verstärken. Auffällig ist die Zunahme der Körpergröße was auf gute Lauterer Tugenden schließen lässt!

Bachmann (1,96 m), Bjarnason (1,93 m), Grill (1,91 m), Kraus (1,90 m), Thiele (1,88 m), Matuwila (1,86 m), Sickinger (1,83 m), Hercher (1,82 m), Hemlein (1,81 m), Schad (1,76 m), Pick (1,76m)

Spielerisch war noch viel Luft nach oben. Sowohl beim Test in Weingarten als auch im Eröffnungsspiel gegen Unterhachingen. Jetzt geht es darum an Flanken, Standards und Eckbällen zu feilen, um die Höhenmeter geschickt einzusetzen.

Handball WM 2019 der U19 in Skopje (Mazedonien): Time for Africa!

Die deutsche U19 Nationalmannschaft zeigte einen tollen Handball bei einer WM, die viele Überraschungen bot. So spielten der portugiesische und der ägyptische Nachwuchs ein beeindruckendes Turnier. Zur Überraschung vieler Experten.

Sowohl Portugal, Ägypten, Deutschland und Dänemark erreichten das Halbfinale und setzten sich gegen große Nationen wie Spanien und Frankreich durch.

Insgeheim habe ich ja schon mit Deutschland als Weltmeister gehofft. Am Schluss bleibt die Silbermedaille für Deutschland mit besonderen Auszeichnungen für Einzelspieler. Mann des Turniers war der großgewachsene Ägypter Hassan Walid Ahmed, der sich mannschaftsdienlich in ein sehr gutes Team einfügte.
https://www.handball-world.news/o.red.r ... 17575.html

Ägypten wurde verdient Weltmeister, wie man auch hier nochmals nachschauen kann. Verlustpunktfrei was ob der Gegner wirklich respektabel ist!
https://handball-deutschland.tv/handbal ... d-aegypten

Das Niveau des Handballs ist extrem zusammengewachsen. Interessant wie sich das auf die folgenden Männerturniere auswirken wird.



Beitragvon Alex76 » 25.08.2019, 16:49


XII. Let´s play Football! WM 2022 in Katar und der Niedergang des 1.FCK

Der ein oder andere deutsche Nationalspieler wird sich noch an die Handball-WM 2015 in Katar erinnern. Per Wildcard durfte der am Boden liegende DHB am Turnier teilnehmen und konnte spielerisch überzeugen. Allgemein sehr getrübt war die Stimmung in der internationalen Handballfamilie durch viele Einbürgerungen von etablierten erstklassigen Handballspielern, die sich dem Team Katar anschlossen.

Es kam zum Viertelfinale gegen Katar, bei dem sich der Wüstenstaat mit 26:24 gegen Deutschland durchsetzen konnte. Im Spiel unterliefen den Schiedsrichtern einige Aussetzer, die das Endspiel Frankreich gegen Katar letztlich ermöglichten.

Nehme man diese Umstände als „regulatives Mittel“ der doch recht umstrittenen FIFA bei der WM in Katar 2022, dann wird der Fußball extrem geschädigt! Verliert noch mehr an Glaubwürdigkeit, so wie der DFB doch eine lachhafte Fassade namens Fußballbundesliga am Leben hält. Zum großen Nachteil des 1.FC Kaiserslautern und der Stadt Kaiserslautern.

Wir wollen Fußball auf dem Niveau von Groß Britannien. Dazu gehört Tradition, Leidenschaft, maßvolle Innovation und Fairplay. Anders als die geklauten Aufstiege in der Saison 2013/2014, 2014/2015 oder die Relegationsspiele gegen Hoffenheim 2012/2013.
https://www.wahretabelle.de/statistik/w ... aisonId=97
https://www.wahretabelle.de/statistik/w ... isonId=203

International ist der britische und spanische Fußball doch weit enteilt. Der deutsche Fußball ist tot. Und der 1.FC Kaiserslautern stirbt langsam, sofern er dies nicht schon ist! Bereits vor der Relegation, am 06.03.2013, wird erwähnt, dass die Lieblingsfirma von Dietmar Hopp Partner des DFB wird.
https://telematik-markt.de/telematik/de ... WGK5eMzb4Y

Keine investigative Recherche über 400 Arbeitsstunden, vielmehr ein zusammenaddieren von Zahlen, die die Chancenlosigkeit dieser Relegation zum Ausdruck bringt. Da stehen 350 Millionen € eines Investors in das Projekt TSG 1899 Hoffenheim zusammen mit der Partnerschaft als „Offizieller Premium-Partner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und seiner A-Nationalmannschaft“!

Das voraussehbare DFB-Dilemma: Gleichzeitig muss der DFB auch jeweils einen Premium-Schiedsrichter mit Linienrichter für zwei Relegationsspiele auswählen.

Als sportlich Drittplatzierter nach Hertha BSC Berlin und Eintracht Braunschweig, eine Bundesligabelastungsprobe, welche nach dem knappen wegen Abseits zurückgenommenen 2:1 von Idrissou in der 67 Minute im Rückspiel fast zu einer ekstatischen Stadionatmosphäre geführt hätte, die selbst mit älteren Betzenbergatmosphären mithalten konnte. Damals hatte der Schiedsrichter in dieser kritischen Situation die Augen eines Videoschiedsrichters aus Köln, ohne dass es diesen gegeben hatte! Man mag im Hinspiel beim Stande von 0:0 auch über eine kontroverse Abseitsposition streiten wollen, an der Stelle spare ich uns jetzt aber das Lamentieren über die Schiedsrichter.

Schon von der regionalen und betriebswirtschaftlichen Ebene war der Vergleich ähnlich, wie wenn jemand 350 Millionen € in den Waldhof gesteckt hätte: Man muss sich die regionalen Unternehmen teilen, die Stadionbesucher, die selbst in der Pfalz endlich sind und die Rheinpfalz (Presse).

Alles zusammen muss man die Relegation mit dem Vermerk iRelegation! deutlich markieren!

Sorry! Der Frust über den 1.FC Kaiserslautern ist nachwievor riesengroß.

Gleichzeitig habe ich die Vorahnung auf eine ähnliche delikate Situation bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar 2022 so wie bei der Handballweltmeisterschaft 2015. Daher auch ein großes Plädoyer für die Ausrichtung der WM 2022 in Groß Britannien. Dem Mutterland des Fußballs. Dem Ort großer legendärer Sportgeschichte. Dem Ort großer deutscher Enttäuschung (wenn es damals schon den Videoschiedsrichter gegeben hätte!). Für Katar wäre es Learning by Doing. Zur Not mit Wildcard!

It´s Time for Britain, Great Britain! In the EU, Mr. Johnson!


XIII. Time for Brasil!

Der Blick auf den brasilianischen Amazonas gerichtet..


Nicht nur! Ist die Klimakrise nicht nur in Brasilien sichtbar, sondern in vielen Ländern der Welt. Der Regenwald des Amazonasbeckens umfasst sechs Millionen Quadratkilometer in neun Ländern. In Brasilien befinden sich ca. 60 Prozent des Amazonas-Regenwaldes, gefolgt von Peru mit 13 Prozent und Kolumbien mit 10 Prozent. Die restlichen Teile sind in Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Suriname sowie Französisch-Guyana.

Der Amazonas-Regenwald umfasst mehr als die Hälfte des weltweit verbliebenen Tropenwaldes und weist die größte Biodiversität aller tropischen Wälder auf. Weitere tropische Regenwälder existieren entlang des Äquators in Mittelamerika, Afrika, Südasien und Südostasien sowie Australien. In den immerfeuchten Tropengebieten wird zwischen Tieflandregenwald bis etwa 1000 Meter und Bergregenwald bis in Höhen von rund 2000 Metern unterschieden. Darüber hinaus ragt der tropische Wolken- und Nebelwald.

Die Flora erstreckt sich vertikal über verschiedene dichte Stockwerke. Dabei handelt es sich um:

• die Bodenschicht, bestehend aus dem Wurzelwerk der Pflanzen sowie aus einer meist sehr dünnen Humusdecke
• die Krautschicht, zu der beispielsweise Moose, Farnpflanzen und andere Bodendecker mit sehr geringem Lichtbedarf gehören können
• die Strauchschicht bis zur Höhe von ca. 5 m, zu der auch junge Bäume gehören
• die Schicht der niedrigen Bäume
• die Kronenschicht mit ihrem Hauptkronendach in ca. 40 m Höhe
• die als „Baumriesen“ bekannten so genannten Überständer, die vereinzelt bis in ca. 60 m Höhe über das Hauptkronendach hinausragen

Der Amazonasgürtel gilt als die (größte) grüne Lunge dieses Planeten. Nebst Fauna, mit sehr großer Artenvielfalt, bietet der Regenwald Platz für zahlreiche indigene Völker. In der Regel sind die Urwaldbewohner Jäger und Sammler, bauen aber auch Obst und Gemüse an. Im Gegensatz zu den großen Plantagenfarmer in Form des ökologisch sinnvollen Stockwerkanbaus (Etagenanbau).

Der Stockwerkanbau hat ökologische Vorteile gegenüber dem Plantagenanbau, bei dem einzelne Kulturpflanzen in Monokulturen angebaut werden. Die Baumschicht spendet Schatten und Schutz vor der sehr starken Sonneneinstrahlung. Auf der Ebene der Boden- und Krautschicht schützt die ursprüngliche Vegetation vor starken Regen und Tropengewittern, so dass die angebauten Pflanzen nicht weggeschwemmt werden.

Im Gegensatz zu den tropischen Wäldern sind die Böden der gemäßigten Breiten eher für den Ackerbau geeignet. In den gemäßigten Breiten sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden und nur 20 % in der Vegetation gespeichert. In den tropischen Böden ist dieses Verhältnis ungünstiger, teils sogar umgekehrt.

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert war die Brandrodung unter nachhaltigen Gesichtspunkten bei einer dünnen Besiedlung eine wertvolle Technik. Dem Boden stand nach der Rodung und dem Anbau eine ausreichende Brachphase von 15 Jahren zu. Dadurch entwickelte sich der Sekundärwald, dem eine ausreichende Regeneration gewährt wurde. Wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium oder Magnesium wurde dem Boden wieder natürlich zugesetzt, der daraus Vegetation und Humus bildete.

Aufgrund des großen Bevölkerungswachstums wurde später die Brachzeit teils auf unter 5 Jahre verkürzt. Folglich hatte der Boden weniger Nährstoffe und konnte/kann weniger CO2 binden.

Wie wichtig jeder einzelne Baum ist, speziell die älteren (Ur-)Bäume, zeigt der folgende Artikel:

    Klimaorakel: Wie viele Bäume sind nötig, um eine Tonne CO2 zu binden?

    Wie viel CO2 ein Baum bindet und wie schnell er das tut, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Baumart, das Alter des Baumes, dessen Holzdichte oder Zuwachsrate. Aber auch äußere Faktoren wie das Klima, die Bodenqualität oder die Wasserversorgung spielen eine Rolle. Deswegen sind allgemeingültige Aussagen auf diese Frage schwierig.

    Um dennoch eine grobe Vorstellung über die CO2-Bindungskapazität von Bäumen zu bekommen, hilft dieses Beispiel: Stellen Sie sich eine normal gewachsene Buche (im Bestand gewachsen) vor, die 23 Meter hoch ist und auf einer Stammhöhe von 1,30 Meter einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern besitzt.

    Dieser Baum speichert circa 550 Kilogramm Trockenmasse in seinen Blättern, Ästen und seinem Stamm. Schätzt man noch etwa zehn Prozent hinzu, die in der Wurzelbiomasse gespeichert sind, so werden insgesamt etwa 600 Kilogramm Trockenmasse gebunden. Diese Menge Trockenmasse kann eine Tonne CO2 binden.

    Um eine Tonne CO2 aufnehmen zu können, muss die Buche etwa 80 Jahre wachsen. Das heißt: Pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilo des Treibhausgases. Sie müssten also 80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne CO2 durch Bäume wieder zu kompensieren.

    Zu beachten ist, dass Bäume in den ersten Jahren nach Pflanzung eher geringe Biomassevorräte anlegen. Erst mit zunehmendem Alter wird vermehrt CO2 gebunden.

    Das Klima-Orakel ist eine Aktion der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne "Klima sucht Schutz" in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt. Weitere Fragen ans Klima-Orakel finden Sie unter der Adresse http://www.klima-sucht-schutz.de

https://www.handelsblatt.com/technik/en ... bhausgases.

Forscher schätzen, dass der Regenwald jährlich etwa 400 bis 650 Millionen Tonnen Kohlendioxid aufnimmt. Leider mit rückläufiger Tendenz. So sind von den Neunziger- bis zu den Nullerjahren nur noch 380 Millionen Tonnen aufgenommen worden. In der Biomasse und im Boden befinden sich Schätzungen zufolge 150 bis 200 Milliarden Tonnen CO2 gespeichert.

Als Resümee beeindruckt die große Bedeutung und Werthaltigkeit des Regenwaldes für die Menschen. Bis in unsere Breiten. Die Last, die sich auf den Schultern der großen Wälder bei steigender Erdbevölkerung befindet, ist immens. Hoffentlich findet die (industrielle) Agrarwirtschaft nachhaltige(re) Lösungen, die weit entfernt von Glyphosat sind. Auch kann man nur hoffen, dass eine langfristig nachhaltige Betrachtung einkehrt.

Hilfreiche Links zum Thema:
https://www.wwf.de/klimakrise/amazonas/
https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... 24299.html
http://www.faszination-regenwald.de/inf ... wandel.htm


Der Mensch als Feind des Regenwaldes. Der Mensch als Feind eines gesunden Klimas?!

Für die derzeitigen katastrophalen Bilder der vielen Feuer im Amazonasgebiet ist u.a. auch das Wetterphänomen El Niño verantwortlich. Die Ursachen/Wirkungen sind recht komplex, da neben dem Wetter auch das menschliche (Nutzungs-)Verhalten starken Einfluss auf die Brände hat. Das Wetterphänomen El Niño verursacht extreme Trockenheit in weiten Teilen Südostasiens, Lateinamerikas und gar im russischen fernen Osten. So zeugen Feuerkatastrophen der Jahre 1997/1998 und 2015 von den negativen Folgen, die zu riesigen Waldbränden in Brasilien und Indonesien geführt haben. Genau dort wo vorher Farmer durch Holzeinschlag den Wald gelichtet hatten, der dann der schutzlosen Austrocknung ausgeliefert war. In Indonesien wurden 1997/98 fünf Millionen ha und 2015 2,6 Millionen ha Wald zerstört. Eine Gesamtfläche in die das Saarland 30 Mal reinpassen würde. Die Rauch- und Gasverschmutzungen belasteten die Gesundheit von 70 Millionen Menschen. Für die Wissenschaftler sind verkürzte El Niño-Zyklen, einhergehend mit mehreren Trockenperioden, realistisch.

Neben den Wetterkapriolen trägt das globale Konsumverhalten und die Industrie Mitschuld an den Verlusten an Waldflächen. Rohstoffe wie Zellstoff, Palmöl oder Kautschuk werden auf riesigen Plantagen angebaut, für die vorwiegend indonesische Wälder weichen müssen. Sicher stellen die weltweiten Handelsprodukte einen großen Wirtschaftsfaktor für den Inselstaat dar. Allerdings werden in Indonesien natürliche Torfmoorwälder entwässert und ausgetrocknet, die nach Brand große Mengen an CO2 wieder in die Atmosphäre schleudern. Und somit den Treibhauseffekt beschleunigen.

Besonders bedrohlich sind die neuen Machtverhältnisse in Brasilien. Aufgrund der wirtschaftlichen und vieler sozialer Probleme wurde der rechtskonservative Jair Messias Bolsonaro 2018 von den Brasilianern zum Staatspräsident gewählt. Provokant ist seine Aussage aus dem 2015 abgeschlossenen Pariser Weltklimaabkommens auszusteigen. Innenpolitisch drohte er mit militärischer Härte gegen Beschützer des Amazonas-Regenwaldes und indigener Volksgruppen vorzugehen.

Seit der Amtszeit von Jair Messias Bolsonaro wird verstärkt der brasilianische Regenwald brandgerodet. So gab er riesige Flächen zur Abholzung frei und schwächte die Umweltschutzbehörde. Viele Urwälder werden daher von Ackerbau mit Monokulturen (Soja- oder Palmölplantagen etc.) ersetzt, die die Artenvielfalt erheblich reduzieren.

Die Lockerungen von Jair Messias Bolsonaro bzgl. Agrarflächen nach Brandrodung sind ein mahnendes Signal, dem man mit Nachdruck entgegentreten muss. Viele indogene Stämme und Minderheiten sind von der Politik Bolsonaros betroffen, daher sollte man einerseits große Wertschätzung dem Land Brasilien entgegen bringen, anderseits das kürzlich Ende Juni 2019 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mercosur kritisch nachverhandeln.

Gilt Bolsonaro politisch eher rechtskonservativ, so ist der Staatspräsident von Bolivien Evo Morales linksgerichtet. Auch in Bolivien stehen große Flächen Regenwald in Brand. Auch dort wird man den lodernden Feuern nicht her.

Am Samstag, den 7.9.2019 trafen sich bis auf Bolsonaro sieben Regenwaldanrainerstaaten bei einem Gipfel im kolumbianischen Leticia. Nach der katastrophalen Lage beschloss man Maßnahmen, um der Situation entgegen zu wirken. Der Leticia-Pakt für den Amazonas beinhaltet die Aufforstung der Wälder, ein Überwachungssystem gegen illegale Abholzungen und Minen sowie staatliche und private Finanzierungen vor.

"Wir töten die Erde", erklärte Ecuadors Präsident Lenin Moreno. Er verwies auf seine artenreiche Heimat wo er aufgewachsen ist, die von vielfältigen Tier- und Pflanzenarten geprägt ist. Dem schloss sich auch der bolivianische Präsident Eva Morales an, der den Kapitalismus für die Brände mitverantwortlich machte:
„Die Profite, der Luxus und das Konsumverhalten, die einige wenige genießen, richtet großen Schaden bei jenen an, die die Erde bevölkern." Weiter sagte er: „Unser Planet kann ohne Menschen existieren, doch die Menschheit kann nicht ohne Mutter Erde existieren."

Sollte das Tempo und die Intensität der Rodungen derart weiter betrieben werden, dann gerät der komplette Planet noch weiter in Schieflage. Hochsensible Mikroökosysteme könnten aus den Fugen geraten. Der Mensch gestaltet sich sein eigenes Grab!

Hilfreiche Links zur aktuellen politischen Situation:
Waldbrände am Amazonas: Bolsonaros Macht über das Feuer
https://www.sueddeutsche.de/politik/ama ... -1.4573586
G7-Gastgeber Macron - Der Präsident als Klimaaktivist
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 83512.html
Evo Morales und die Amazonas-Brände - Boliviens linker Bolsonaro
https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... 84042.html
Amazonas-Gipfel: Schöne Bilder, doch der Wald brennt weiter
https://www.sueddeutsche.de/politik/ama ... -1.4591659
Neuer Anlauf zum Schutz des Amazonas
https://www.sueddeutsche.de/politik/reg ... -1.4591618
Amazonasgipfel - Ein Pakt, der für wenig Optimismus sorgt
https://www.tagesschau.de/ausland/amazo ... l-107.html



Beitragvon Alex76 » 08.10.2019, 22:30


Fortsetzung: XIII. Time for Brasil!

Was ist von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro übriggeblieben?


Schuldenberge? Teils! Korrupte Geldflüsse? Wohl auch! Negative Berichterstattungen vor, während und nach den Spielen? Viele!

Brasilien ist und war damals schon ein Entwicklungs- bzw. Schwellenland. Großartige Landschaften mit viel Natur und Regenwäldern bereichern große Teile des Landes. An der Atlantikküste finden sich die großen Städte wie São Paulo und Rio de Janeiro, denen schon menschliche Wesenszüge zugesprochen werden. So vergleicht ein Journalist die beiden Städte mit einer Liebesbeziehung aus Herz und Verstand:

„Es wird ihr wieder gelingen, ich spüre es. Ihre spektakulären Kurven, ihre markante Stimme und ihr exotischer Geruch werden mich verführen, und ich werde ihr erliegen, mich ihr hingeben – wie jedes Mal, wenn ich in ihrer Nähe bin. Eigentlich gehöre ich ja einer anderen. Sie ist reich, modern, intelligent, hat einen breiten Horizont. Doch ihr fehlen der Charme, die Lebensfreude und die Sinnlichkeit, und sie neigt zur Arroganz. Dennoch habe ich sie lieben gelernt in den letzten Jahren, auf den vierten Blick vielleicht und dann immer tiefer. Ich werde ihr treu bleiben, das steht fest. Doch nun bin ich hier bei der anderen und kann ihr nicht widerstehen. Ach Rio de Janeiro, warum nur machst du es mir so schwer?! Ich bin doch so glücklich in São Paulo.“

Rio de Janeiro ist bei vielen Menschen Liebe auf den ersten Blick. Lage am Zuckerhut und Traumhafte Strände. Für Touristen und Besucher gibt es noch zahlreiche weitere Anziehungspunkte wie die 38 Meter hohe Christusfigur und die bekannte Copacabana, der wohl berühmteste Strand der Welt. Jährlich findet der Karneval von Rio statt, zu dem die vielen Sambaschulen der Stadt einladen. Es ist die größte Parade der Welt. Kunst, Kultur und Lebensfreude bilden dabei eine innige Einheit.

Rio de Janeiro hat 6,7 Millionen Einwohner und die Metropolregion Rio de Janeiro hat rund 13,3 Millionen Einwohner. São Paulo ist fast doppelt so groß wie Rio de Janeiro. Rund 12,252 Millionen Menschen in der Stadt direkt und 21 Millionen Einwohner in der Metropolregion Grande São Paulo.

Beide Städte sind wichtige Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentren Brasiliens sowie wichtige Verkehrsknotenpunkte.

Was bleibt nun von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro?

Mit den olympischen Spielen ist eine nachhaltige Infrastruktur entstanden, die Arbeit und Wohnen vereint und natürlich auch die touristischen Hotspots verbindet. So zumindest meine Einschätzung aus 9556 km Entfernung.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ca. 12 Milliarden €. Nach den Olympischen Spielen und der Fußballweltmeisterschaft 2014 ist Brasilien in eine wirtschaftliche Rezession geraten. Auch erklärbar, da die Wettkampfstätten und Infrastrukturprojekte fertig gestellt wurden. Hohe Investitionskosten sind teils vorgezogen worden. Derzeitige aktuelle Projekte aufgrund der Schuldenkrise verschoben. Olympische Spiele sind ein Großprojekt, welches wohl auch erst in ca. 50 Jahren eine Wiederholung erfahren könnte!

Aus dem Zeitungsartikel „Rio und das Erbe der Spiele“ geht hervor, dass vor Ort vieles im Argen zu liegen scheint. Es mangelt in erster Linie an privaten Trägern, die die Sportarenen betreuen. Zur Verwaltung der Anlagen wurde zu Beginn eine gemeinsame Instanz von Bundesregierung, des Gliedstaates und der Stadt Rio de Janeiro gegründet, welche unter dem Namen Autoridade Pública Olímpica (APO) das Erbe der Olympischen Spiele beaufsichtigen sollte. 2016 wurde sie aufgelöst und durch das vom Sportministerium gegründete Organ Autoridade de Governança do Legado Olímpico (Aglo) ersetzt.

Aktuell ist die Aufteilung der Sportanalagen so, dass das Aglo das Tennisstadion, die Arenen Carioca 1 und Carioca 2 sowie das Velodrom betreut, die alle im Olympiapark liegen. Die Reit- und Schiessanlagen sowie die Landhockey-Arena in Deodoro wurden von der Armee übernommen. Die Stadt Rio ist für die restlichen Sportanlagen zuständig.

Der Olympiapark ist nur am Wochenende geöffnet. Die Hallen und Stadien stehen ungenutzt im Vorort Barra de Tijuca, 30 Kilometer vom Zentrum von Rio entfernt. Einladend wirkt der Park nicht. Auch wenn er eineinhalb Mal so groß wie der Olympiapark München ist. Viel Grau, wenig grün! Die Arenen stehen dicht an dicht nebeneinander. Wohlfühlatmosphäre kommt nicht auf. Klar, dass Rio de Janeiro wenig Fläche bietet und die Favelashütten nicht ohne Grund dicht an dicht nebeneinander gebaut sind. Es fällt schwer sich in den Olympiapark Rio de Janeiro zu verlieben sowie in die Stadt eingangs beschrieben, wenn man den Olympiapark München mit all seinen Facetten schätzen und lieben gelernt hat.

Leider sind bisher nachhaltige Konzepte für die weiteren Sportanlagen noch nicht realisiert. So sollten einige schicke Hallen zu Trainingsstätten für Athleten werden. Vier öffentliche Schulen sollten aus dem Material der demontierten Handballhalle, der Arena do Futuro, gebaut werden. Die Sportsekretärin der Stadt Rio de Janeiro erklärt: „Wir haben noch nicht einmal das Geld, um die Arena abzubauen.“

Eigens für die Olympische Spiele wurde im Norden von Rio, in Deodoro, eine künstliche Wildwasserstrecke für die Kanuten angelegt. Daraus sollte nach Olympia ein Badesee für die Bevölkerung entstehen, die weit von den im Süden befindlichen Traumstränden wohnen. Vor kurzem wurde der See für Monate gesperrt. Mittlerweile ist er zu den Wochenenden offen.

Ex-Beacholympiasiegerin Jackie Silva kritisiert, dass die Nachhaltigkeit für die Stadt und das Gastgeberland durch die olympischen Spiele in den Hintergrund rückt. Vielmehr ginge es um die Vorteile der Sport-Funktionäre, der Bauunternehmer und der Politiker.

„Keiner denkt wirklich bis zum Ende, was der olympische Sport eigentlich bedeutet, was er der Welt Gutes bringen könnte. Ich habe den Eindruck, es geht nur um Macht und Geld bei dieser Geschichte – und um Korruption. Der Olympische Geist geht da irgendwo auf dem Weg verloren. Diese Leute interessiert es nicht, dass etwas Tolles entsteht. Sie wollen nur, dass ihr Vermögen wächst. Als sie hier die Olympischen Spiele organisiert haben, haben sie keinen Gedanken daran verschwendet, was die Spiele Brasilien bringen könnten. Welche Botschaft man aussenden könnte. Wie die Olympischen Spiele eigentlich rüberkommen sollten. Sie haben nur an das Geld gedacht, das sie daran verdienen.“

Aufgrund der sozialen Probleme sind große Teile der Bevölkerung ähnlicher Meinung, dass die Investitionen rausgeworfenes Geld sind und nicht bei den kleinen Leuten ankommen.

Eine neutrale Einschätzung über den Nutzen der Ausrichtung Olympischer Spiele in Rio de Janeiro ist nicht einfach sondern recht komplex und müsste sich im Nachgang einer Kosten-Nutzen-Analyse unterziehen.
Mit dem Olympiapark, neuer Wettkampfstätten und dem Athletendorf sind bleibende architektonische Bauten entstanden, die vom Olympischen Ereignis zeugen. Was bei vielen nicht mehr wahrgenommen wird, sind die Eröffnungs- und Abschlussfeiern, welche das Land oder die Stadt vorstellen und eine gesellschaftskritische Botschaft in die ganze Welt ausstrahlen.

An der Eröffnungsfeier der Spiele in Rio de Janeiro waren Hunderte von Sambatänzern beteiligt. Zusammen mit den Auftritten von Model Gisele Bündchen und Musikern wie Caetano Veloso, Ludmila Ferber und Gilberto Gil. Auf einer emotional künstlerischen Ebene richtete man einen Appell gegen Umweltzerstörung, Klimawandel und die Abholzung des Regenwaldes!

Rio de Janeiro als Auftrag zum Handeln, um den Natur- und Umweltschutz in die Industrienationen zu transferieren! Gleichzeitig zeigt Rio 2016 die gesellschaftlichen Probleme resultierend aus der sozialen Schere, Verschuldung und Kriminalität.

Olympia 2016 - Rio und das Erbe der Spiele
https://www.deutschlandfunk.de/olympia- ... _id=409645
Rio ärgert sich über die Olympischen Spiele: «Das war eine Menge rausgeworfenes Geld»
https://www.nzz.ch/sport/weiterer-sport ... ld.1301965
Ex-Gouverneur Sérgio Cabral packt aus - Wie sich Rio de Janeiro die Olympischen Spiele kaufte
https://www.tagesspiegel.de/sport/ex-go ... 28762.html


Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Was ist übriggeblieben?

Bereits zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fand die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien statt. Zum zweiten Mal nach 1950 beherbergte der fünfmalige Weltmeister die Teilnehmer aus 32 Ländern.

Das Eröffnungsspiel fand in São Paulo statt, das Finale wurde in Rio de Janeiro ausgetragen, wo zwei Jahre später dann die Olympischen Spiele stattfanden. Bis auf Brasilia, Cuiabá und Manaus waren die restlichen neun Spielorte an der Atlantikküste verortet. Dabei hatten die Stadien ein Fassungsvermögen zwischen 39.631 Plätzen und 74.738 Plätzen.

Vor der Vergabe der WM an Brasilien konnte keines der Stadien die FIFA-Anforderungen für Fußball-Weltmeisterschaften und anderen Sicherheitsstandards erfüllen. Für 2.53 Milliarden € wurden mehrere Stadien daraufhin neu gebaut oder modernisiert. In den Spielorten Natal, Manaus, Brasilia und Cuiaba gab es 2014 keinen erstklassigen stadionfüllenden Fußball.

Im Rahmen der WM investierte Brasilien für den Um- und Neubau der zwölf Stadien, der Verkehrsinfrastruktur, der innerstädtischen Infrastruktur und der Telekommunikation sowie für Hotels und den Sicherheitsbereich rund 10,5 Milliarden Euro.

Fußball ist ähnlich wie in Deutschland, England, Italien, Argentinien ein wichtiges (Sport-) Kulturgut Brasiliens.

Vielleicht auch ein Weltkulturgut, das in Brasilien sehr gut aufgehoben ist. Fußball wird in Brasilien überall gespielt. Sowohl in den Favelas als auch am Strand jeweils barfuß. Nicht so gut organisiert wie in den Nachwuchsleistungszentren in Europa. Dafür mit Herz und sehr viel Spielfreude, Technik und Magie.

Der sechste WM-Titel ist Brasilien verwehrt geblieben. Der Fußballgott hat Deutschland auserkoren, dass sich im Campo Bahia sehr wohlfühlte. Ähnlich wie 1950 triumphierte also ein anderes Land in Maracana. Ganz Brasilien war in tiefer Depression. Erst der Gewinn des Olympischen Fußballturniers zwei Jahre später ließ Brasilien die Alltagsprobleme vergessen und das Land aufjubeln.

WM-Bilanz in Brasilien - Die Schattenseiten der Fußballparty
https://www.spiegel.de/sport/fussball/w ... 80949.html
Ein Jahr nach der WM - Was wurde aus dem Campo Bahia?
https://www.spiegel.de/sport/sonst/camp ... 43822.html


Welche Effekte haben die beiden großen Sportveranstaltungen in Brasilien?

Ähnlich wie Südafrika ist auch Brasilien ein Schwellenland mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Anders als die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 sollte Brasilien aus eigener Kraft die Möglichkeit haben, die vielen Stadien auch zu nutzen, sofern die Betriebskosten für die Fußballvereine darstellbar sind. Der Stellenwert von Fußball in Brasilien ist ähnlich hoch wie in Europa.

Für Südafrika besteht u.a. die Möglichkeit anderweitige landestypische Sportarten in die Stadien zu bringen. Im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika fiel auch der Begriff der Weißen Elefanten. Hierunter zählen Stadien, die nach dem Event nicht mehr genutzt werden. Somit mit viel Geld für ein sportliches Ereignis gebaut wurden. Nachhaltige Stadionbauten sehen ein Nutzungskonzept über mehrere Jahre vor, welches z.B. Konzerte oder die ein oder andere Sportart einbindet.

Rio de Janeiro war schon immer eine Topdestination für Touristen. Die Effekte auf den Tourismus vor, während und nach den Olympischen Spielen dürfte auf einem ähnlichen Niveau liegen. Anders sieht es bei weniger bekannten Austragungsorten aus, die durch die Olympischen Spiele nachhaltig touristisch profitieren. Nehme man Sotschi als Vergleich, so ist der Effekt Olympischer Spiele auf die Stadt als Tourismusdestination wesentlich höher als bei Rio de Janeiro.

Großereignisse haben Einfluss auf das Leben der Menschen in der gastgebenden Region. Positiv wie auch vereinzelt leider negativ. Olympische Spiele generieren sehr viele Einnahmen aber auch Ausgaben, die teils andere Ausgaben verdrängen. Besonders gravierend fällt dieses Missverhältnis z.B. im Gesundheits- und Sozialwesen auf. Verstärkt, wenn ein Land sich in der Rezession befindet. Vielleicht müsste hier das IOC intervenieren, da der Imageschaden die Olympischen Spielen nachhaltig trifft.

Generell stehen Gelder, die für die Olympischen Spiele verwendet werden, nicht in gleichem Umfang für alternative Projekte zur Verfügung. Die Ausgaben setzen sich aus Steuergeldern aber auch aus TV-Geldern, Sponsoring, Tickets, Lizenzen, etc. zusammen. Letztere würden ohne die Austragung der Olympischen Spiele nicht realisiert werden.

Durch die Olympischen Spiele bzw. die Fußballweltmeisterschaft werden Wohlfahrts-, Image- und soziokulturelle Wirkungen angestrebt.

Ein großes Sportereignis kann auch als eine große Chance gesehen werden. Hierbei kann die Austragung Olympischer Spiele oder Fußballweltmeisterschaften dazu führen, dass ein langfristiger Nutzen, ein sogenannter Event-Legacy, erzielt wird, indem ein gewünschter Wachstumspfad weiterentwickelt wird. Die Investition führt langfristig zu erhöhter Produktivität der Unternehmen, erhöhter Lebensqualität der Bevölkerung und trägt zu einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei.

Zukunftsfähig auch für andere Bewerbungen sind nachhaltige Konzepte wie für die Arena do Futuro. Aus dem Material der demontierten Handballhalle sollten vier öffentliche Schulen entstehen. Die Kombination Wettkampfstätte mit Bildungseinrichtung ist auch für Kinder aus den Favelas eine Kombination des Orientierens und des Träumens.

Generell warten auf Rio de Janeiro wie auch auf das Land Brasilien viele Lösungen für Umweltprobleme, soziale Spannungen, Bildung, Kriminalität oder Schulden!

Rio de Janeiro ist eine Stadt, die Werbung für weitere Entwicklungsländer macht mit all ihren Problemen aber auch vielen Sehenswürdigkeiten. Es gibt Leute mit Geld, die dieses in Projekte vor Ort investieren könnten.

Made in Brasil! Irgendwie Sexy!


XIV. Von Rio bis nach Paris!

Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung


Brasilien, genauer Rio de Janeiro, war 1992 im öffentlichen Fokus als „Austragungsort“ des ersten Erdgipfels. 178 Länder sowie eine breite Beteiligung von Nicht-Regierungs-Organisationen aus vielen Ländern nahmen an der Konferenz teil.

In der Deklaration von Rio über Umwelt und Entwicklung wurde verabschiedet, dass wirtschaftlicher Fortschritt langfristig einzig und allein in Verbindung mit Umweltschutz möglich ist. Dazu ist eine neue und gerechte Partnerschaft unter Beteiligung der Regierungen, des Volkes und der Schlüsselelemente der Gesellschaften nötig.

Im Kern geht es darum internationale Vereinbarungen zum Schutz der Umwelt und des Entwicklungssystems zu treffen, wobei die Umweltpolitik nicht in ungerechtfertigter Weise zu Einschränkungen des internationalen Handelns missbraucht werden dürfe.

Erstmals wurde das Recht auf nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development) formuliert. Insgesamt 27 Prinzipien (Grundsätze) umfasst die Deklaration, zu der auch das Vorsorge- und das Verursacherprinzip zum Schutz der Umwelt aufgenommen wurden.
https://www.un.org/Depts/german/conf/agenda21/rio.pdf

Allgemein wurde die Konferenz als positiver Schritt für eine globale Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft betrachtet.

Auf der sogenannten Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 wurde die 359 Seiten lange Agenda 21 beschlossen, die sich auf Soziale und wirtschaftliche Dimensionen, Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen für die Entwicklung, Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen und Möglichkeiten der Umsetzung fokussiert.

Abgeleitet aus der Agenda 21 mit einem vierzig Punkte umfassenden Aktionsprogramm, sollten die lokalen Agenden diese vor Ort realisieren.

http://www.agenda21-treffpunkt.de/archi ... /index.htm

https://www.un.org/Depts/german/conf/ag ... nda_21.pdf

"Global denken - lokal handeln": Unter diesem Motto wurde seit der Konferenz von Rio in vielen Städten und Gemeinden versucht, den Gedanken einer nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen.

Aus der Rio-Konferenz resultierte auch die Klima-Rahmenkonvention, dass Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau stabilisiert werden solle, so dass keine Gefahr für das Klimasystem der Erde entstehe.


Kyoto-Protokoll 1997

Das Kyoto-Protokoll wurde von 183 Staaten unterzeichnet und sah für die großen Industrienationen bis 2015 die Reduzierung der CO2-Emissionen um 5 % gegenüber 1990 vor. Jährlich soll(t)en Klimakonferenzen (Conference of Parties – COP) die Ziele überprüfen.


Rio 2012 oder Rio+20

Galt Rio 1992 wegweisend für die Bildung einer globalen Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft, so ist zwanzig Jahre nach dem Ersten Erdgipfel in Rio de Janeiro und dem auslaufendem Kyoto-Protokoll Ernüchterung eingetreten.

Der große Wurf blieb mit Rio 2012 aus. Die Teilnehmer bekannten sich zu nachhaltigem Wirtschaften als auch dem Modell der Green Economy. Desweiteren wurden gemeinsame Ziele im Kampf gegen den Hunger, Armut, Bodenerosion, den Klimawandel und dessen Folgen formuliert sowie die Millenniumsziele bekräftigt.

Es wurden keine verbindlichen Abmachungen für die Umsetzung der erarbeiteten Ziele getroffen.

Die Konferenz in Rio 1992 brachte wichtige Dokumente wie die Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung, die Klimarahmenkonvention, das Biodiversitätsabkommen und die Agenda 21 auf den Weg. Schaut man 2012 auf das Ergebnis, so wurde der zu Beginn der Konferenz eingereichte Entwurf als Abschlusserklärung verabschiedet.

Speziell der Klimawandel hat an Relevanz zugenommen. Ein schnelles effektives Handeln ist/wäre unumgänglich. Daher wurde Rio 2012 zu Recht als enttäuschend eingestuft.


Paris 2015 (COP21): Weltklimakonferenz

Am 12. Dezember 2015 einigten sich die Teilnehmerländer auf ein weitreichendes Klimaabkommen, welches die Erwärmung des globalen Klimas auf weniger als 2°Grad, möglichst 1,5°Grad, bis 2100 beschränkt. Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll haben sich nach vielen Jahren intensiver Verhandlungen fast alle Staaten dazu verpflichtet eigene selbstbestimmte nationale Klimaschutzziele (NDC =Nationally Determined Contributions) zu definieren.

Im Zyklus von fünf Jahren sieht das Abkommen vor neue Ziele vorzulegen, die deutlich ambitionierter als die vorigen sind. Die Einhaltung der Verpflichtungen wird durch ein Komitee zur Umsetzungskontrolle sowie Regeln zur Transparenz sichergestellt.

Ärmere weniger entwickelte Länder werden finanziell sowie durch Wissens- und Technologietransfer unterstützt, ihre Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen.

Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens, haben nun alle Marktteilnehmer langfristige und zuverlässige Entscheidungsgrundlagen, um die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu transformieren.

Zusammen mit den EU-Mitgliedsstaaten hat Deutschland sich verpflichtet bis 2030 eine Treibhausgasemissionsreduktion von mindestens 40% verglichen mit 1990 zu erreichen. Die EU-weiten Treibhausgase sollen bis 2050 um 80 bis 95% reduziert werden (bezogen auf 1990).

Paris ist als deutliches Signal für eine neue bessere Klimapolitik zu werten! Und fordert ein Wirtschaften, das die natürliche Grenze des Planeten berücksichtigt!


XV. Time For Change!

Die Worte des Präsidenten von Ecuador Lenin Moreno und des bolivianischen Präsidenten Eva Morales hallen noch nach. Auch wenn sie wohl bei vielen in wenigen Wochen in Vergessenheit geraten werden. Leider! Die Amazonaskrise trifft zunächst diejenigen, die sich nicht wehren können. Sowohl die Urwaldbewohner als auch die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Auch die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, mit einem klaren Statement zum Klima, sollte noch im Gedächtnis der Entscheidungsträger sein: 50% des Klimaabkommen basieren auf dem Waldschutz. Dabei ist der Amazonas so groß wie Europa und speichert große Mengen an CO2. Wird aus dem Regenwald Weidefläche für Rinder, so wird der Treibhauseffekt mindestens doppelt verstärkt, da auch noch Methan freigesetzt wird.


Warum sollte sich Deutschland für eine aktive(re) Klimapolitik einsetzen?

Seit Beginn der Industrialisierung (1880) ist die globale Durchschnittstemperatur um ca. 1° Grad angestiegen. In Deutschland beträgt der Anstieg ca. 1,5°Grad und ist somit höher als im globalen Mittel. Gemessen wird die Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere. Laut Weltklimarat würde eine Erwärmung um mehr als 2°Grad bis 2100 im Vergleich zum vorindustriellen Niveau gravierende Folgen haben

Die Erdatmosphäre ist durch den anthropogenen (menschlich zurückzuführenden) Treibhauseffekt einer stetigen schnellen Erwärmung ausgesetzt, die zu vielfach unumkehrbaren Auswirkungen für Mensch und Natur führen. Ursachen für die Erwärmung sind der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Fluorierte Gase. Zu unterscheiden ist der natürliche Treibhauseffekt, der dafür verantwortlich ist, dass die Durchschnittstemperatur der Erde bei etwa +14 °C liegt. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge sie bei etwa −18 °C.

Was passiert bei einer stärkeren Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre?

Treibhausgase lassen die von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung weitgehend ungehindert auf die Erde durch, absorbieren aber einen Großteil der von der Erde ausgestrahlten Infrarotstrahlung. Dadurch erwärmen sich die Treibhausgase und emittieren selbst Strahlung im langwelligen Bereich. Diese atmosphärische Gegenstrahlung bewirkt, dass Energie im Bereich der Erdoberfläche verbleibt und den Treibhauseffekt steigert.

Durch die Globale Erwärmung erwarten Klimaforscher Meereis- und Gletscherschmelze, ein Meeresspiegelanstieg, das Auftauen von Permafrostböden, wachsende Dürrezonen und zunehmende Wetter-Extreme. Die Auswirkungen werden für Mensch und Tier spürbar sein.

Die Höhe und Dauer der Erderwärmung bestimmen das Ausmaß der Folgen. Diese können teils irreversibel sein. Zudem unterscheidet man Kippelemente im Erdsystem, die die globale Erwärmung ihrerseits wieder beschleunigen, etwa durch Freisetzung des Treibhausgases Methan aus den aufgetauten Permafrostböden.

Würde man keine zusätzlichen Maßnahmen treffen, dann wäre ein Temperaturanstieg um mehr als 3% höchstwahrscheinlich.

Die Kosten für den Klimaschutz sind mit großer Sicherheit geringer als die Kosten für die späteren Klimafolgen! Daher sollte man proaktiven Umwelt- und Klimaschutz betreiben. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit.

Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ist eine Basis gelegt, um die globale Erwärmung auf 1,5°Grad zu reduzieren.


Wie viel CO2 verbrauchen die großen Industrienationen?

Mehr als 50% der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger wird von China, USA, Indien und Russland verursacht. Von 1990 bis 2015 stiegen die globalen CO2-Emissionen aus Kohle, Erdöl und -gas von rund 21 auf über 32 Mrd. Tonnen pro Jahr. Mehr als die Hälfte des Zuwachses erzeugte China, das mittlerweile mit ca. 25% als größter CO2 Emittent gilt, gefolgt von den USA (17%), Indien (6%), Russland (5%), Japan (4%) und Deutschland (2,5%).

Werden die Pro-Kopf-CO2-Emissionen ausgewertet, dann rangieren Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi Arabien in 2016 auf den ersten drei Plätzen mit Ausstößen zwischen 30,77t und 16,34 t CO2 pro Kopf. Würde man die drei Staaten rausnehmen, so wären Australien (16t), USA (14,95t), Kanada (14,91t) auf den ersten drei Plätzen, gefolgt von Südkorea (11,5t), Russland (9,97t), Niederlande (9,23t), Japan (9,04t) und Deutschland (8,88t).

China befindet sich mit 6,57t auf dem 14ten Platz. Aufgrund der Bevölkerungszahl von 1,4 Milliarden Menschen ist China allerdings der wichtigste Emittent. Im Durchschnitt verbraucht der Mensch 4,8 t CO2 im Jahr.

https://www.co2online.de/klima-schuetze ... mittenten/
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/ ... 018_bf.pdf
https://de.statista.com/statistik/daten ... einwohner/


Viele Zahlen… Mehr Umweltbewusstsein lokal?! Mehr Umweltbewusstsein global!!!

Durch den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umstieg auf die Erneuerbaren Energien hat Deutschland seine internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz vermeintlich eingebüßt.

Zwischen 1990 und 2017 waren allerdings in fast allen Sektoren rückläufige Emissionswerte feststellbar. Ausgehend von 1251 Tonnen CO₂ - Äquivalenten in 1990 ist der Gesamtausstoß um 27,5% auf 907 Tonnen CO₂ - Äquivalenten in 2017 gesunken. Bis 2030 soll die Reduktion auf 55% vollzogen werden.

Den größten Anteil an den Gesamtemissionen hatte 2017 der Energiesektor mit 35,8%. Es folgen der Industriesektor mit 22,1%, der Verkehrssektor mit 18,4%, der Gebäudebereich (Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) mit 14,6%, der Landwirtschaft mit 8,1% und der Abfallwirtschaft mit 1,1%.

Lediglich der Verkehr ist auf einem konstant schlechten Niveau zu 1990 geblieben. Alle anderen Sektoren weisen Reduktionen zwischen 75% in der Abfallwirtschaft und 22% in der Landwirtschaft auf. So recht habe ich die Zahlen nicht kapiert. Am liebsten würde ich da mal oinen Experten konsultieren..

Ähnlich wie bei den letzten politischen Wahlen drängt das Umweltbewusstsein der Bevölkerung in den Fokus von Gesellschaft, Industrie und letztlich wieder in die Politik. Am Freitag den 20. September tagte das Klimakabinett der Regierung. Zugleich fand vom 21. September bis zum 23. September der UN-Klimagipfel in New York statt. Am 2.Dezember beginnt in Santiago de Chile die UN-Klimakonferenz 2019!

Der Hambacher Forst scheint gerettet zu sein! Als Rheinland-Pfälzer positiv zu bewerten. Ein Symbol der Nachhaltigkeit gegen die Braunkohle erkauft mit Windrädern vor der Dorfkulisse? Green and Grey? Oder Grey and Green? Ein Spannungsfeld welches Feingefühl erfordert. Eigentlich unlösbar. Ich mag die Solidarität der Kumpel untereinander. Ich mag den nachhaltig wirtschaftenden Ökobauer mit Übernachtungsmöglichkeit.

„The world is calling us“(Ursula von der Leyen). Globale Klimaverantwortung als Zukunftschance! Der Ruf der Deutschen und Europäer als Exportweltmeister ist gefragt, wenn es darum geht zukunftsorientierte Technologien und Innovationen zur Verbesserung der Umwelt in anderen Ländern neu einzuführen. Effektiv und Effizient..


Wie geht es weiter mit dem Klima? Erst mal politisch! Schaust aufs Klimakabinett der Regierung

Nach einer knapp 19-stündigen Sitzung einigte sich die Regierung aus SPD und CDU auf ein Maßnahmenpaket mit dem die Bundesrepublik ihre verbindlichen Klimaschutz-Ziele für 2030 schaffen will. Insgesamt hat das schwarz-rote Klimaschutzpaket ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro.

Inhaltlich umfasst das Maßnahmenpaket folgende Punkte

1.) CO₂-Preis: Als zentrales Element soll klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) einen Preis bekommen und Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern - es ist aber ein Einstieg auf einem moderaten Niveau geplant. Die CO₂-Bepreisung soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne CO₂ starten. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen. Erst danach soll der Preis der Verschmutzungsrechte sich über den Markt bilden und innerhalb eines Korridors von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Mit diesen Verschmutzungsrechten müssen nicht die Endkunden handeln, sondern Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern. Trotzdem wird es dadurch an der Tankstelle und beim Heizen teurer.

2.) Höhere Pendlerpauschale: Im Gegenzug für den CO₂-Preis, der dem Staat Milliarden an Mehreinnahmen bringt, soll unter anderem die Pendlerpauschale steigen. Pro Entfernungskilometer sollen demnach 35 statt 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden können - aber erst ab dem 21. Kilometer und befristet bis Ende 2026.

3.) Billigere Bahn- und teurere Flugtickets: Die Koalition will zudem Bahnfahren billiger und Flüge teurer machen. So soll die Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr von derzeit 19 auf sieben Prozent sinken. Im Gegenzug soll die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1. Januar 2020 angehoben werden.

4.) Mehr Elektroautos: Um die schwache Nachfrage nach Elektroautos zu erhöhen, soll die von Bund und Herstellern getragene Kaufprämie erhöht werden - für Autos mit einem Preis von unter 40 000 Euro. Die Kfz-Steuer soll stärker als bisher an den CO₂-Emissionen ausgerichtet werden. Elektroautos werden bis 2025 von der Kfz-Steuer ausgenommen.

5.) Abkehr von Ölheizungen: Wer eine alte Ölheizung gegen ein klimafreundlicheres Modell auswechselt, soll mit einer "Austauschprämie" von bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert werden. Der Einbau neuer Ölheizungen soll von 2026 an verboten sein - "in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist". Für die energiesparende Gebäudesanierung ist eine steuerliche Förderung geplant. Die höheren Energiekosten sollen auch bei staatlichen Leistungen wie Hartz-IV-Zahlungen berücksichtigt werden.

6.) Mehr Ökostrom: Zwar soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms ab 2021 gesenkt werden, aber der Ausbau des Ökostroms soll beschleunigt werden. Derzeit stockt vor allem der Ausbau der Windkraft an Land, weil es lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen gibt. Um die Akzeptanz für neue Windräder zu erhöhen, sollen Kommunen künftig eine finanzielle Beteiligung am Betrieb von Anlagen erhalten. Beim Ausbau von Photovoltaik soll eine bisherige Förder-Begrenzung aufgehoben werden.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/kli ... -1.4609673

Weitere Artikel:
Klima-Ergebnisse der Bundesregierung - Mehr Päckchen als Paket
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 87857.html
Klimapolitik - Enttäuschung über Klimapaket von Union und SPD
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... nett?print



Beitragvon Alex76 » 09.11.2019, 09:59


Nachbesserungen erwünscht? Von der Politik auf den Markt..

Mal schauen wie der politische Prozess weiter geht. Die Gesetzesvorlage wurde von der Bundesregierung eingereicht und geht zur Stellungnahme an den Bundesrat, dann zurück zur Bundesregierung. Der Bundesrat kann eine Gegenäußerung verfassen. Im nächsten Schritt gelangt der Entwurf in den Bundestag.

Wie antwortet der Markt? Hoffentlich mit nachhaltig bezahlbaren Innovationen. Der Mobilsektor ist besonders interessant, da bis heute die Einsparungen zu 1990 quasi bei null liegen. Somit gibt es in diesem Sektor großes Potential bei Einsparungen.

Für die einzelnen Fahrzeugflotten der Autobranche gelten in Zukunft EU-weit strengere Abgaswerte. So soll bis 2021 ein Grenzwert von 95g CO2/km im Schnitt für alle neu zugelassenen Pkw gelten. Durchschnittlich entspricht dies einem Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin pro 100 km. Bis 2030 sollen CO2-Emissionen um weitere 37,5 Prozent sinken.

Um die aktuellen und die in Zukunft zu erwartenden Grenzwerten einhalten zu können, muss sich die Autoindustrie neu erfinden. Die aktuelle Debatte um Zukunftstechnologien in der Politik ist recht komplex, da strategische Entscheidungen zu treffen sind mit einem Horizont von 10 bis 30 Jahren. Zudem gibt es eine individuelle Sicht, aber auch eine volkswirtschaftliche Gesamtbetrachtung.

Auf der individuellen Ebene sind aktuell Kriterien wie Reichweite, Effizienz, Kosten, Tankstellennetz oder Betankungsdauer bei der Wahl des Neuwagens kaufentscheidend. Bei der volkswirtschaftlichen Betrachtung geht es primär um die Energieversorgung und Energiesicherheit. Die Batteriefahrzeuge werden meist zu Stoßzeiten mit dem Stromnetz verbunden, so dass zu gewissen Zeiten ein sehr großer Bedarf an Energie zur Verfügung stehen muss. Demgegenüber kann ein Auto mit Brennstoffzellentechnologie zeitlich und räumlich entkoppelt von der Stromproduktion in kurzer Zeit vollgetankt werden. Dies funktioniert mit der Power to Gas-Technologie: Überschüssige Windenergie oder Solarenergie wird in Wasserstoff umgewandelt und kann gespeichert werden.

Aktuell sagt mir mein Bauchgefühl, dass sich die Batterietechnologie für kleine bis mittlere Autos lohnt. Wohingegen ab einem bestimmten Level die Batterie zu schwer wird. Grüner Wasserstoff könnte gar in Bussen, LKWs und Zügen zum Einsatz kommen.

Aktuell hat der Neuwagenkäufer perspektivisch die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten beim Kauf eines Autos, auch wenn die Infrastruktur zum Teil noch nicht zufriedenstellend ist:

1.) Elektromobilität
Batteriefahrzeuge + direkte Stromnutzung
Brennstoffzellenfahrzeuge + Wasserstoff (Power to Gas)

2.) Verbrennungsmotoren (ICE = Internal Combustion Engine = Motor mit interner Verbrennung) und synthetische Kraftstoffe
ICE-Fahrzeuge + Synthetisches Methan (Power to Gas)
ICE-Fahrzeuge + Synthetische Flüssigkraftstoffe (Power to Liquid)

Mir war noch nicht bewusst, dass die neuen Technologien bereits sehr gut im Fernsehen beschrieben wurden. Speziell die Elektromobilität scheint ausreichend erforscht zu sein. Ein Blick auf den japanischen Markt zeigt wohl die Zukunft im Automobilsektor. Von den deutschen und europäischen Automobilherstellern im Lande sind in der Forschung bereits mehrere Patente angemeldet und verteilt worden, so dass in näherer Zukunft spannende Neuprodukteinführungen zu erwarten sind.

Hier gibt es Informationen zum Stand der Technik und der aktuellen Probleme bei den neuen Technologien:

Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=TswNLBnAPjU

Verlorenes Wissen: Alternative Antriebe | Terra X mit Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=dcrXdvgvhi0

Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch
https://www.youtube.com/watch?v=Az-Fr8DkhMQ

VDI/VDE-Studie Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeuge
https://www.vde.com/resource/blob/18752 ... e-data.pdf


Dieselskandal und E-Auto-Hype. Weiterentwicklungen notwendig!

Die nahezu vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung in Deutschland bis 2050 wird durch den Ausbau erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und die schrittweise Abkehr der Verbrennung fossiler Brennstoffe vorangetrieben.

Klimaschutz ist ein Transformationsprozess, der neue Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen kann! Leider werden wohl auch zahlreiche Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben bzw. bei Automobilherstellern dem Wandel zum Opfer fallen. Viele Menschen werden neue Aufgabenbereiche finden.

Was passiert mit der bestehenden Fahrzeugflotte?

Auch hier scheint es Lösungsansätze zu geben, die synthetisch gewonnen Kraftstoff aus CO2 einsetzen! Ob diese Verfahren marktreif sind, bleibt erst mal abzuwarten. Würde dadurch auf sicherem Wege Kohlendioxid und andere Treibhausgase vermieden oder reduziert werden, wäre dies eine gute Sache.

Ich habe nach wie vor die Hoffnung auf einen Green(er) Diesel bzw. Effizienzsteigerungen beim Otto-Verbrennungsmotor als Zwischenlösung auf dem Weg zur Dekarbonisierung 2050. Schafft es die Politik Anreize für Nachbesserungen bzw. für effizientere Methoden zu kreieren, könnte man Arbeitsplätze und Klimapolitik miteinander verbinden.

Durch den Einsatz der Batterie fallen klassische Produktionsschritte und Komponenten weg, die bei konventionellen Verbrennungsmotoren anfallen. Aktuell werden zusätzliche Ingenieure benötigt, um die vielen neuen Modelle zur Marktreife zu entwickeln. Für die alten Antriebe werden weit weniger Ingenieure nachgefragt.

Vergleicht man die verschiedenen (Antriebs-)Technologien, so müsste man die Klimaschutzkriterien um Umweltaspekte erweitern, so dass die Lithiumgewinnung für die Batterien mit sehr hohem Wasserverbrauch einhergehend ebenso ins Auge gefasst wird wie der noch abzusehende Lebenszyklus der Batterien. Was passiert bei der Batterieentsorgung! Werden die verschiedenen Komponenten und Stoffe getrennt? Wie teuer ist dieser Prozess? Eine Entsorgung wie sie in afrikanischen Ländern bei Elektroschrott vollzogen wird, muss man glaubhaft ausschließen! Zum Wohle des Klimas!

Warum die Zukunft nicht in den Elektroautos liegt
https://www.cicero.de/wirtschaft/automo ... utos-liegt

Batteriefahrzeug verliert gegen Brennstoffzelle
https://www.erneuerbareenergien.de/batt ... stoffzelle


XVI. Die Soziale Marktwirtschaft als Motor von Innovationen..

Kurz zusammengefasst schützt die Soziale Marktwirtschaft die Freiheit der Wirtschaft und einen funktionierenden Wettbewerb. Gleichzeitig fördert sie Wohlstand und Soziale Sicherheit in Deutschland.


Die Wirtschaftsordnungen in DDR und BRD

Eingeführt wurde die Soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland von Ludwig Erhard 1948. Mit Beginn der Währungsreform am 20. Juni 1948 begann das vielgepriesene Wirtschaftswunder der Fünfzigerjahre. Die soziale Marktwirtschaft basiert auf einem Wirtschaftssystem, das auf Wettbewerb, Vertragsfreiheit, freie Preisbildung, Privateigentum und Haftung für wirtschaftliche Entscheidungen setzt.

Die Regierung der sowjetischen Besatzungszone leitete die Industrie- und Bodenreform 1945/46 ein, mit der die Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse vorbereitet wurde. Produktionsmittel aus privatem Besitz gehen in die Hand des Staates über. Im Jahre 1948, und noch vor Gründung der DDR am 7.Oktober 1949, wurde der erste Wirtschaftsplan aufgestellt. Man erhoffte sich Planungsvorteile, Rationalisierungen und gesteigerte Produktivität.

Als extremer Kontrast zur Marktwirtschaft etablierte die DDR die Planwirtschaft, die sich sehr stark an der Sowjetunion orientierte. Bei der Planwirtschaft bzw. Zentralverwaltungswirtschaft plant, lenkt und steuert eine zentrale Planungsbehörde die Wirtschaftsprozesse. Dies erfolgt unter politischen und wirtschaftlichen Blickwinkeln. Merkmale der Planwirtschaft sind u.a. Kollektiveigentum an den Produktionsmitteln, zentrale Wirtschaftsplanung, staatliche Festlegung der Preise für Güter und Dienstleistungen und Löhne.

In der Folgezeit litten Europa und speziell Deutschland politisch und wirtschaftlich unter der Teilung in West und Ost. Während die Bundesrepublik das Wirtschaftswunder feiern konnte, offenbarten sich im Osten die Schattenseiten der Planwirtschaft. Eine hoch verschuldete Wirtschaft, deren Produktivität der westlichen Wirtschaft deutlich hinterherhinkte.

Erst mit der Wiedervereinigung am 3.Oktober 1990 und der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
näherten sich Ost- und Westdeutschland wieder einander an.

Aufgaben des Staates in der Sozialen Marktwirtschaft

Auch in der Sozialen Marktwirtschaft hat der Staat Aufgaben zu erfüllen, um eine funktionierende Marktwirtschaft unter sozialen Gesichtspunkten aufrechtzuerhalten:

Der Staat setzt dabei den Rechtlichen Rahmen und ist für die Stabilisierung der Wirtschaftslage verantwortlich. Mit der Vermeidung von Monopolen, Kartellen und Korruptionen soll der Wettbewerb geschützt werden.

Schwächere Regionen und Branchen sollen gefördert werden. Forschung und Entwicklung, Bildung, Technologie, Gesundheit, Kultur, Sicherheit und Infrastruktur befinden sich auch noch im Aufgabengebiet des Staates.

Jedoch verursachen die letztgenannten Aufgaben hohe Kosten, so dass viele Ausgaben für Bund, Länder und Kommunen anfallen. Hier ist überlegenswert, ob sich Private Personen an den Kosten beteiligen, indem sie Teile ihres Vermögens zu Gunsten des Gemeinwohls spenden. Freiwillig! Wenn diese Spende gleichzeitig eine Investition in das Gemeinwohl und die Zukunft ist, wären mit Sicherheit viele Spender zufriedengestellt..

Herausforderungen an die Soziale Marktwirtschaft

Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Sei es die Globalisierung, Digitalisierung, demographischer Wandel, die Entwicklung Europas und die Energiewende.

Dabei ist sozial auch immer mit dem Begriff Fairplay verbunden.

Wie kann eine faire Globalisierung ausschauen?
Wie kann eine faire Digitalisierung erreicht werden?
Wie kann der demographische Wandel fair gestaltet werden?
Wie kann Europa, wie kann die EU fair weiterentwickelt werden?
Wie kann die Energiewende fair strukturiert werden?

Viele Fragen sind nur in Gesprächen mit anderen Ländern zu beantworten. Viele Diskussionen sind subjektiv unterschiedlich zu beantworten.

Hin zur Ökosozialen Marktwirtschaft

Aufgrund der ökologischen Debatte um den Umwelt- und Klimaschutz müsste man die Soziale Marktwirtschaft um eine ökologische Dimension erweitern. Quasi als Ökosoziale Marktwirtschaft!

Die Energiewende sollte so gestaltet werden, dass die Versorgung jederzeit gesichert ist, die Energiepreise wettbewerbsfähig für Unternehmen sind und die Endverbraucher möglichst wenig belastet werden. Ein Anreiz zum Energiesparen sollte konstant gewährleistet und belohnt werden.

Eine neue, breite Gründungsoffensive sichert Jobs. Innovationen, Vielfalt und Einsatzfreude begünstigen neue Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand. Und eine neue Mentalität in Deutschland und Europa. Und sonstwo!

Von der Deutschland AG zur Deutschland GmbH! Aber gemeinnützig solls scho soin...

Ein Schlagwort der letzten Jahre ist Corporate Social Responsibility bzw. soziale Unternehmensverantwortung, welche in die Unternehmen implementiert ist. Hier geht es darum der Gesellschaft etwas zurückzugeben.


XVII. 30 Jahre Mauerfall und die Deutsche Einheit: Bilder sagen mehr als Worte

Vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 existierte die Berliner Mauer und riegelte die DDR von West-Berlin hermetisch ab. Daneben gab es die innerdeutsche Grenze, welche auf 1400km die Staatsgebiete der BRD und der DDR markierte.

Seit der Gründung am 7.Oktober 1949 befand sich die DDR im Jahre 1989 in der größten politischen und wirtschaftlichen Existenzkrise. Die Macht der SED um DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker bröckelte. Entdeckte Manipulationen bei Kommunalwahlen am 7.Mai 1989 sorgten für Proteste in Leipzig, an denen sich zunächst 50 Personen beteiligten.

Am 19. August flüchteten 600 DDR-Bürger beim sogenannten Paneuropäischen Picknick im ungarischen Sopronpuszta spontan in den Westen. Für kurze Zeit war die österreichisch ungarische Grenze aus Anlass einer geplanten Friedensdemonstration Oppositioneller geöffnet. Am 4.September protestierten 1000 Menschen vor der Nikolaikirche in Leipzig und forderten Reisefreiheit. Aus dieser Demonstration entstanden die berühmten Montagsdemonstrationen.

Weitere Ereignisse bis zum Mauerfall:

10.September:
Öffnung der ungarischen Grenze nach Österreich für die ausharrenden DDR-Bürger. Bis Oktober gelangen 50.000 Menschen in die Bundesrepublik.

30.September:
Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet vom Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ Der Rest geht im Jubel unter.

7.Oktober:
In mehreren Städten kommt es am 40. Jahrestag der DDR-Gründung zu Protesten.

9.Oktober:
Bei der bisher größten Montagsdemonstration skandierten 70.000 Menschen in Leipzig: „Wir sind das Volk – keine Gewalt“.

18.Oktober:
Egon Krenz wird Nachfolger von Erich Honecker als Staats-und Parteichef. Honecker wurde von seinen Ämtern entbunden.

3./4.Oktober:
Rund 5.000 Menschen sind in die Prager Botschaft geflüchtet, von wo sie wohl auf Druck der tschechoslowakischen Regierung direkt in die BRD ausreisen konnten. Insgesamt fanden 62.500 den Weg in den Westen.

4. November:
Großdemonstration von 500.000 bis 1.000.000 Menschen am Alexanderplatz in Berlin.

7.November
Rücktritt der DDR-Regierung.

8.November
Umstrukturierung des höchsten Führungsgremiums der SED, das SED-Politbüro.

9.November
Auf einer Pressekonferenz kündigt Politbüromitglied Günter Schabowski beiläufig die Öffnung der Grenzen und die Reisefreiheit an. „Das trifft … nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich.“ Daraufhin bevölkerten schon kurze Zeit später mehrere tausend DDR-Bürger Berliner die Mauer.

Zum Mauerfall am 9. November 2019
https://www.zdf.de/dokumentation/moment ... r-102.html


Nach dem Mauerfall …

Damals nach der DDR (1): Freiheit und Auflösung
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... g-100.html

Damals nach der DDR (2): Aufbruch und Abschied
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... d-102.html

Damals nach der DDR (3): Flitterwochen und Rosenkrieg
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... g-102.html

Damals nach der DDR (4): Einheitsfrust und Einheitslust
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... r-100.html

Damals nach der DDR (5): Schatten der Vergangenheit
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... t-100.html

Damals nach der DDR (6): Aufbruch und Chaos
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... s-100.html


Einigkeit und Recht und Freiheit …

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (1): Einigkeit
https://www.daserste.de/information/rep ... 1-100.html

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (2): Recht
https://www.daserste.de/information/rep ... 2-100.html

ARD: Geschichte im Ersten: Unser Deutschland (3): Freiheit
https://www.daserste.de/information/rep ... 3-100.html




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