Alles zur WM 2010 in Südafrika

Beitragvon scheiss fc köln » 09.07.2010, 20:23


Ich scherze niemals....

Betrachtet man den gesamten Verlauf der WM, kann man mit Bestimmtheit von Augenhöhe sprechen. Hier ist die Rede von 90 Minuten, und es wäre angesichts des Dargebotenen keine unverhoffte Überraschung gewesen, wenn sich unser team durchgesetzt hätte.

Nichts erreicht, würde ich so auch nicht unterschreiben... kommt halt drauf an. Vorrangig ist erstmal die Art, wie man spielt, und da hat kein anderes team das deutsche vorgeführt.

Unglaublich, wenn man den Sieg über Australien und Ghana klein redet. Das ist ja ungefähr so, wenn ich behaupte, der FCK ist nur wegen dem FSV aus Frankfurt erstklassig.

WIR sprechen immer von Siegermentalität???????? Ich nicht. Mir langt das, was ich gesehen und erlebt habe. Übrigens hat Spanien bis jetzt auch nix erreicht... wenn wir schon dabei sind, unsere Finalteilnahmen als Lapallie einzuordnen... Immerhin standen sich beide teams im Finale 2008 gegenüber, und nun im Halbfinale 2010...das ist Augenhöhe.


Es ist ein Unding, Spanien über den grünen Klee zu loben, wenn man gleichzeitig keine realistische Einschätzung bezüglich der DFB-Elf parrat hat.

Ich bin, wie mehrfach betont, auch Fussball-Fan - und was Spanien abgeliefert hat, wäre mir keinen Euro wert. Auch, wenn DAS vermeintlich erfolgreich ist.

@ altmeister


Deine Vermutungen entbehren jeglicher Grundlage. Furchtbar. Im Vorfeld wurde hier einer komplett unbekannten Mannschaft jegliche Fähigkeit abgesprochen, und jetzt....

da halte ich jede Wette gegen dich....

Brasilien wird erst dann Weltmeister, wenn der FCK mal wieder Tabellenführer in Liga 1 ist. Am Ende der Saison. Versprochen.....

Never verteidigt Spanien den Titel...


jede Wette.... :prost:
R.I.P



Beitragvon Westkurvenveteran » 09.07.2010, 21:08


Das du niemals scherzt, ist mir bekannt, zumindest nicht außerhalb des Kellers.


Aber niemand hat das Spiel gegen SERBIEN oder GHANA klein geredet, sie waren nur nicht gut. Das ist alles.


Und Spanien war effektiv, nichts mehr. Aber klar überlegen effektiv. Du kannst dir im Spanien Spiel für die Leistung gegen England einen feuchten Duschvorhang kaufen. Aber sonst nichts.

Wir haben sportlich NICHTS erreicht, wofür man sich feiern lassen müsste.

Gute Spiele, gute Leistung, sportlich nichts Greifbares.

Oder hast du schon mal von den ruhmreichen Dritten oder Vierten der WM gehört ? Oder denen, die den schönsten Fußball der WM gespielt haben ?



Beitragvon tim_price » 09.07.2010, 23:56


Aha. Nun MUSS irgendwann mal der Titel her...

Schon witzig das ausgerechnet in nem Lauternforum zu lesen. Ich sage Euch, leider werden wir zu Lebzeiten (ausgenommen: die unter-10-jährigen Mitleser) keine Meisterschaft des FCK mehr feiern können.
Und ich sage Euch nochwas: das ist nicht schlimm, ja es ist beinahe fast egal...

Selbst wenn Löws Team in der jüngsten Zukunft keine Titel holt (was ich nicht glaube...) gesellt es sich in die Reihe der deutschen, erfolgreichen Nationalmannschaften hinzu. Sensationelle Bilanz bei den großen Turnieren. Und das ist nix ? Zählt nicht ?
Nur der Titel zählt ? Bißchen arrogant, wa ?
Irgendwie hab ich da grundsätzlich ein anderes Verständnis von SPORT als einige hier.

Was sagt Argentinien dazu, was Frankreich, England, Holland (und eigentlich ja auch Spanien...). Oder was sagt USA dazu ?
Einige tun so, als sei Spanien auf ewig unbesiegbar...

Und noch ganz nebenbei auch früher wurden Halbfinals oder Finalspiele verloren. Gegen Italien 82 und Argentinien 86 das waren auch keine Glanzleistungen. Weder im Endspiel noch teilweise im Turnierverlauf. Klar 1990 hat man dann gewonnen, aber warum soll das dem jetzigen Team in einer immer schwierigeren und engeren Weltspitze nicht auch gelingen?

Und wenn jetzt einzelne Spiele oder gar Halbzeiten der WM 2010 als schlecht tituliert werden: welches Team hat die schlechten Spiele nicht gehabt ? Jetzt komm bitte keiner mit Spanien...



Beitragvon Westkurvenveteran » 09.07.2010, 23:58


Was genau wird Ballack immer anheften ?

Das er nichts gewonnen hat außer Premier League mit Chelsea.


Und so ist es auch hier:

Keiner erinnert sich an eine "große" Mannschaft, die nichts gewonnen hat.

Aber ich kann dir heute noch aufsagen, wer in Rom aufgelaufen ist.

Niemand gibt dir einen Pokal für den 3.Platz.

Sind wir schon so weit, das wir mit 3.Plätzen zufrieden sind ?

Sorry, ich nicht.


Arrogant ? ABER SICHER ! Seit 1974 hab ich 2 Weltmeisterschaften 1974 und 1990, 3 verlorene Endspiele 82,86,2002, und einen Dritten Platz gesehen. Einzig 78 und die unseligen 90'er Jahre mit 94 und 98 waren nichts.

Ja. Arrogant. Wir sind die Deutschen. Frag bei den Engländern nach.



Beitragvon Altmeister » 10.07.2010, 10:23


Brasilien wird erst dann Weltmeister, wenn der FCK mal wieder Tabellenführer in Liga 1 ist.


Also ich glaube nicht, dass ich nochmal eine Meisterschaft des FCK erleben werde. Aber dass Brasilien im eigenen Land Weltmeister wird, erwarten eigentlich die meisten. Der Heimvorteil macht in der Regel enorm viel aus.
Aber weil ich die Brasilianer nicht so wirklich mag, hoffe ich, dass Du richtig liegst. Trotzdem wird dann stattdessen Deutschland eher kein Weltmeister.
Und warum soll Spanien 2012 den Titel nicht verteidigen? Die Mannschaft ist noch nicht zu alt. Wenn Dir deren Stil nicht gefällt, ok, aber objektiv betrachtet waren sie klar überlegen gegen uns. Auch ein Trainerwechsel hat sie in ihrem Erfolgsstil nicht aus der Bahn gebracht.
Da müssen wir erstmal hinkommen, sie wieder zu schlagen.
Klar ist das möglich, aber das bleibt abzuwarten. Was die deutsche Mannschaft angeht: Ich habe ja mehrfach geschrieben, dass sie sich gut verkauft hat. Trotzdem muss man irgendwann auch mal wieder einen Titel fordern dürfen. Bei dem Aufwand, den die betreiben.
Abgesehen davon, dass sie ja selbst (vernünftigerweise) Weltmeister werden wollten. Da darf man sich bei aller Zufriedenheit über ein insgesamt sehr ordentliches Abschneiden schon mal fragen, woran es liegt, dass deutsche Mannschaften seit Jahren keinen Titel mehr holen(ok, bei den Junioren schon). Nur wenn man daran arbeitet, wird man mal wieder was holen. Da helfen blinde Jubelarien für Löw nicht weiter.
Alles muss analysiert werden, und dann geht`s mit neuen Erkenntnissen weiter. Von mir aus auch mit Löw. Und hoffentlich irgendwann auch mal wieder in Richtung eines Titels.



Beitragvon Schärjer » 10.07.2010, 10:37


Also für mich ist das Erreichen des HF mehr als man erwarten durfte.Und bis dahin war das erreichte auch absolut verdient,genau so wie die dann folgende Niederlage gegen Spanien.Ich bin ja kein Pessimist,was die Grundhaltung gegenüber unserer sogenannten Nutellaboys betrifft.
Aber lieber im HF gegen Spanien verlieren,als im Finale gegen Holland. :lol: Und diesmal haben wir uns nicht durchgemogelt,sondern sind gegen England und Diegos Supertruppe durchmaschiert.Das verdient Anerkennung.
so das wars mal wieder von mir.Ab nächste Woche kann ich selbst wieder online sein.
Gruß an alle Singles im Forum :lol:



Beitragvon bene667 » 10.07.2010, 10:40


Wenn das Erreichen des Halbfinales einer Wm mit Siegen über England und Argentinien hier klein geredet werden, verstehe ich die Welt nicht mehr!
Sprecht doch mal mit Italienern, Brasilianern, Franzosen oder Portugiesen!

Unfassbar...Arroganz oder Dummheit? Das ist hier die Frage..
"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde."
Eckhardt Dagge, Superweltergewichts-Weltmeister 1976

"Eine Frau, die schweigt, sollte man nicht unterbrechen."



Beitragvon Westkurvenveteran » 10.07.2010, 12:50


@Altmeister: Genau so ist es. GENAU SO !

Und du über mir:

Ja, sprich mal mit Italienern, Franzosen, Brasilianern. Denn die drei waren 1998, 2002, 2006 WELTMEISTER. 2 davon auf ihrem Weg dahin gegen uns.....

Da nehm ich ein solches Ausscheiden in Kauf.

Wir dagegen haben 14 jährige, die sich gar nicht an ein gewonnenes Turnier erinnern können, und wer sich an einen Weltmeister erinnern will, muss mal mindestens 20 Jahre alt sein, eher älter.....

Wie weit ist es mit Fußball Deutschland gekommen, das wir dritte Plätze feiern wollen ? Die Weltmeister von '90 haben kein solches Geschiss veranstaltet wie vor 4 Jahren die Sommermärchenspieler.

Sind wir zufrieden, ein "gutes" Turnier gespielt zu haben, wollen wir nicht mehr gewinnen ?

Gott sei Dank sehen das die Spieler offensichtlich ähnlich, denn sie haben keine Lust, sich den Eventfans, die alle 2-4 Jahre auftauchen, als Pfingstochse vorführen zu lassen.

Und ich hab die ganze Zeit überlegt, ob ich auf deine dämliche Frage am Ende eingehe....ich denke nicht....Eiche.....schubbern....du weißt schon....



Beitragvon Lautern-Fahne » 10.07.2010, 13:38


Ich stimme Verstkurvenveteran zu.

Persönlich sehe ich lieber richtig beschissenen -aber erfolgreichen- Fussball in der Nationalmannschaft, mit dem wir Weltmeister werden, als Superfussball, der uns nur Platz 3 oder 4 einbringt.
Schaut doch über die Grenze zu den Holländern: die haben über Jahrzehnte immer tollen Fussball gespielt, hatten nur Spieler bei Real, Barca und co. die Presse hat sich mit Lobhudeleien überschlagen- und am Schluss haben sie nichts in der Hand gehabt. 2006 oder 2008 hätten sie das Spiel gegen Uruguay noch verloren- weil sie weiter stur nach vorne gespielt hätten. Dieses Jahr waren sie schlauer, haben den Sieg verwaltet und nicht blind alles nach vorne geworfen- und können Weltmeister werden.

Was ich bei deutschen Teams in den letzten Jahren so ein bisschen vermisse war eine "wir drehen dieses Spiel jetzt noch mit allen Mitteln"-Mentalität. Das Spiel der Nationalelf hat mich sehr an das Uefa-Pokal-Finale Bremen-Donesk erinnert: es war kein kämpferisches Aufbäumen zu sehen nachdem man 1-0 hinten lag. Der Gegner machte die Räume ein kleines bisschen eng und es lief nichts mehr.
Ein Bekannter von mir ist Holland-Fan, und ich habe immer zu ihm gesagt, dass das Problem von den Holländern ist, dass sie einen Sieg nicht erkämpfen/ermauern können. Wenn sie ihr Spiel nicht 100%ig durchziehen können, läuft überhaupt nichts mehr. Das sehe ich so ein bisschen bei unseren Mannschaften.

Und letztendlich zählen nur Erfolge wenn man angesehen sein möchte- oder glaubt hier jemand, dass irgendwer uns als Traditionsverein sehen würde, wenn wir in den 90zigern nicht 2mal Meister und Pokalsieger gewesen wären? Wir hätten wahrscheinlich ein Image wie Hertha oder Freiburg- eine graue Maus.



Beitragvon Westkurvenveteran » 10.07.2010, 13:42


Keiner erinnert sich an die Dritten der WM-Turniere.

The winner takes it all.



Beitragvon Altmeister » 10.07.2010, 14:08


Marcel Reif mit einer, wie ich finde, fundierten Taktik-Kritik an Löw nach dem Spanien-Spiel. Genauso sieht es aus. Womit man andererseits natürlich keinesfalls alles in Schutt und Asche reden muss. Macht Reif natürlich auch nicht. Trotzdem: Ohne fundierte Analyse, was da gegen Spanien daneben ging, wird die Nationalmannschaft nicht weiterkommen.
Egal, wie gut sie gg. England und Maradonien war.

http://www.11freunde.de/bundesligen/131 ... e_ohne_los



Beitragvon bene667 » 10.07.2010, 17:07


[quote="Westkurvenveteran"]@Altmeister: Genau so ist es. GENAU SO !

Und du über mir:

Ja, sprich mal mit Italienern, Franzosen, Brasilianern. Denn die drei waren 1998, 2002, 2006 WELTMEISTER. 2 davon auf ihrem Weg dahin gegen uns.....

Da nehm ich ein solches Ausscheiden in Kauf.

Wir dagegen haben 14 jährige, die sich gar nicht an ein gewonnenes Turnier erinnern können, und wer sich an einen Weltmeister erinnern will, muss mal mindestens 20 Jahre alt sein, eher älter.....

Wie weit ist es mit Fußball Deutschland gekommen, das wir dritte Plätze feiern wollen ? Die Weltmeister von '90 haben kein solches Geschiss veranstaltet wie vor 4 Jahren die Sommermärchenspieler.

Sind wir zufrieden, ein "gutes" Turnier gespielt zu haben, wollen wir nicht mehr gewinnen ?

Gott sei Dank sehen das die Spieler offensichtlich ähnlich, denn sie haben keine Lust, sich den Eventfans, die alle 2-4 Jahre auftauchen, als Pfingstochse vorführen zu lassen.

Und ich hab die ganze Zeit überlegt, ob ich auf deine dämliche Frage am Ende eingehe....ich denke nicht....Eiche.....schubbern....du weißt schon....[/quote

Glaub mir, ich hätte sie auch lieber gewinnen sehen! Ich gehöre zu den Fans, die heute noch geknickt sind, während andere jetzt Holland den Sieg gönnen, weil die es ja auch mal verdient hätten.
Ich kann da nur kotzen, ich habe 1990 nicht vergessen.
Daß jetzt aber das ganze Turnier, das die Mannschaft gespielt hat komplett runtergeredet wird, finde ich einfach nur daneben.
"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde."
Eckhardt Dagge, Superweltergewichts-Weltmeister 1976

"Eine Frau, die schweigt, sollte man nicht unterbrechen."



Beitragvon Westkurvenveteran » 10.07.2010, 17:10


Nein, das tut keiner. Oder zumindest ich nicht.

WIR sind die Holländer von 2010.

Und die Holländer werden die Deutschen 2010.



Beitragvon bene667 » 10.07.2010, 17:13


Westkurvenveteran hat geschrieben:Nein, das tut keiner. Oder zumindest ich nicht.

WIR sind die Holländer von 2010.

Und die Holländer werden die Deutschen 2010.



Sollte Holland gewinnen dreh ich durch!! Dann brauch ich ne Schorle oder mehr..
"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde."
Eckhardt Dagge, Superweltergewichts-Weltmeister 1976

"Eine Frau, die schweigt, sollte man nicht unterbrechen."



Beitragvon bene667 » 10.07.2010, 17:15


Und zu meiner "dämlichen" Frage.. hier hat doch kaum einer unserer Mannschaft was zugetraut, jetzt erreichen sie das Halbfinale und man redet ihre Leistung klein..wie nennt man sowas?
Damit meine ich nicht Dich, nicht falsch verstehen..
"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde."
Eckhardt Dagge, Superweltergewichts-Weltmeister 1976

"Eine Frau, die schweigt, sollte man nicht unterbrechen."



Beitragvon Mathias » 10.07.2010, 17:46


bene667 hat geschrieben:
Westkurvenveteran hat geschrieben:Nein, das tut keiner. Oder zumindest ich nicht.

WIR sind die Holländer von 2010.

Und die Holländer werden die Deutschen 2010.



Sollte Holland gewinnen dreh ich durch!! Dann brauch ich ne Schorle oder mehr..

Ich? Mehr.
„Haters don't really hate you. They hate themselves, because you're a reflection of what they wish to be.“ (Paulo Coelho)

Olé rot-weiß - so laafd die Gschischd!

„Bundesligaspiele sind keine russische Wahlen, bei denen immer gewonnen wird." (Gyula Lorant)



Beitragvon FCK58 » 10.07.2010, 18:21


@Altmeister
Du hast ja sicherlich auch nicht geglaubt, daß wir als Aufsteiger Meister werden. Und an den 1. Abstieg habe ich auch nicht geglaubt. Bis zum Abpfiff :wink:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse



Beitragvon Marky » 10.07.2010, 20:08


Nachdem die größten Experten bei DBB ihren Senf zum Spiel gegeben haben, habe ich mal herausgesucht, wie renommierte Sportjournalisten die Lage der Nation einschätzen:

Auszüge:

Michael Horeni, "FAZ"

In den vergangenen vier Wochen in Südafrika hat sich die deutsche Fußballwelt verändert. Eine junge Mannschaft hat die Schönheit und Leichtigkeit des Fußballs für sich und für ihre Fans neu entdeckt. Von dieser Ästhetik made in Germany mit herausragenden Auftritten in der K.o.-Runde gegen England und Argentinien wollten in Südafrika weder Bundestrainer Löw, die Spieler noch ihre weltweit zunehmende Anhängerschaft genug bekommen.

Dass dieses Entdeckungs- und Erweckungserlebnis in der Begegnung mit Spanien am Mittwochabend in Durban ein jähes Ende fand, ist aber weder bitter, noch ungerecht. Das neue Fußball-Deutschland musste im Halbfinale mit an- und einsehen, dass andere trotz des spielerischen Sprungs immer noch besser Fußball spielen können. Beim Europameister Spanien ist über viele Jahre sportliches Selbstbewusstsein und Selbstverständnis gewachsen, das sich aus Qualität und Erfahrung speist – und nicht erst in den vergangenen sechs, sieben Wochen in einem teils berauschenden Schnellverfahren entstand.

[...] Es ist ein kopernikanisches Kabinettstück, das in Südafrika für den deutschen Fußball seinen Anfang genommen hat. Das deutsche Fußball-Bild steht auf dem Kopf. Deutschland mochte bei dieser WM nicht mehr „deutsch“ zum Erfolg kommen, mit Kampf und Kraft. Es kehrte mit Eleganz und Leichtfüßigkeit in die Weltspitze zurück.

Das Team hat Maßstäbe gesetzt wie keine andere Mannschaft seit der Auswahl von 1972, die das bisher gültige deutsche Schönheitsideal verkörperte. Dass in Südafrika die Frage nach der Qualität des Spiels überhaupt in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt ist, und die Wahrnehmung der Deutschen nicht mehr allein von der Ergebniseffizienz geleitet wird, hat eine sechsjährige Entwicklung zu ihrem vorläufigen Höhepunkt gebracht: vom Rumpelfußball zum Zukunftsfußball.

http://www.faz.net/s/RubAE3E0805439F480 ... ezial.html

Roland Zorn "FAZ"

Die verdiente 0:1-Niederlage gegen Europameister Spanien im Halbfinale von Durban als Scheitern zu bewerten, wäre indes unangemessen. Dafür hat das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Laufe des Turniers viel zu oft die Massen daheim und am Kap begeistert.

Mit ihrem jugendfrischen, phantasievollen Erobererfußball hat diesmal die erste Fußballelf des Landes die Welt überrascht – vier Jahre, nachdem das gastfreundliche Land bei der WM 2006 die Entdeckung schlechthin war. Es hieß in der Republik am Kap Abschied zu nehmen von der zum Klischee geronnenen Vorstellung, die Deutschen könnten auf dem Fußballplatz ihre Aufgaben nur mit dem Ethos harter, disziplinierter, dafür leider auch unattraktiver, uninspirierter Arbeit lösen. In Südafrika setzte sich der Spieltrieb einer multikulturell grundierten Mannschaft durch, die ihre notwendigen Pflichten mit einer Kür für Genießer verband, die zuweilen atemraubend aufregend anmutete.

Sie haben so oder so diese oft zähe, manchmal gar langweilige WM mit ihrem mutigen, intelligenten Angriffsfußball erobert.

http://www.faz.net/s/RubAE3E0805439F480 ... ntent.html

Christof Kneer "Süddeutsche Zeitung"

Wer einen Blick auf die Turniere 2006, 2008 und 2010 wirft, erkennt hinter all der Partystimmung eine Linie, die nicht das Partyvolk, sondern die Experten beschäftigen dürfte. Wie kommt es, dass die deutsche Elf erst Lust & Laune, im entscheidenden Moment aber ein Gefühl von Ernüchterung und Entzauberung hinterlässt? Warum hört der Spaß immer im entscheidenden Moment auf? Die seriöse, planvolle Arbeit des Trainers Löw hat die Elf auf neue Höhen geführt, aber auf der höchsten Höhe ist die Luft noch zu dünn.

Es gibt keinen Zweifel an jenem Weg, den Löw mit seinem Team geht, aber wenn sich der Bundestrainer nun an die Inventur macht, wird er auch sich selbst ein paar konkrete Fragen stellen müssen. Wie kommt es, dass die Elf in entscheidenden Turnierspielen auf etwa anderthalb Torchancen kommt? Wie kommt es, dass im Mittelfeld nur Bastian Schweinsteiger die nötige Wettkampfhaltung und Wehrhaftigkeit entwickelt hat? Wie kommt es, dass nur der Gegner Gefahr aus Eck- und Freistößen zieht?

Fragen wie diese wird Löws akademisch veranlagte Crew nur beantworten können, wenn sie auch mal den Computer beiseite legt. Um auf der höchsten Stufe anzukommen, fehlt dem kopflastigen deutschen Spiel gelegentlich der Bauch. Es ist die Gefahr einer Elf, die so sehr nach Plan spielt: Wenn die Elf der Plan verlässt, wenn er nicht aufgeht oder der Gegner zu gut für den Plan ist - dann gelingt es der Internats-Generation nicht, die Ur-Instinkte dieser Sportart zu aktivieren. Die Hoffnung ist: Es gelingt ihr noch nicht.

http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-nat ... h-1.972270

Thomas Hummel "SZ"

Deutschland war trotz des schwächlichen 0:1 im Halbfinale das Ereignis dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Dass die Spanier die beste Mannschaft schicken, ahnte man vorher. Dass die Niederlande mit ihrer beachtlichen Offensivkraft und ein bisschen Glück gegen Brasilien das Endspiel erreichen, erschien möglich. Dass einige Mächte der Fußballwelt sich lächerlich machen (Frankreich), zu alt sind (Italien) oder sich selbst überschätzen (England, Argentinien), ist schon vergessen. Doch dieses aufregende, blühende Deutschland wird in Erinnerung bleiben.

Dabei hatte noch nie eine deutsche WM-Delegation mit so viel Unbill zu kämpfen gehabt wie vor diesem Turnier. Rolfes, Adler, Ballack, Träsch, Westermann verletzten sich, Hitzlsperger geriet total außer Form, Podolski und Klose reisten verunsichert an. Die Lage schien aussichtslos - und genau das nutzte Joachim Löw für sein Meisterwerk.

http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-joa ... t-1.972008

Nochmal Thomas Hummel "SZ"

Die Frage, ob ein Thomas Müller auf dem Spielfeld der Partie eine andere Wendung hätte geben können, waberte durch die Katakomben in Durban. Die mit Abstand meist genannte Antwort war: ja.

Manager Bierhoff bemängelte, die Mannschaft habe "gerade in der ersten Halbzeit Nervosität und Unsicherheit gezeigt". Thomas Müller war noch nie nervös oder unsicher. "Wir hatten nicht diese Lust und die Frische, unsere Konter zu fahren" beklagte Miroslav Klose. Niemand spielte lustvoller und frischer bei dieser WM als Thomas Müller. Torwart Manuel Neuer kritisierte: "Das Umschalten haben wir heute nicht so gut gemacht." Thomas Müller war der schnellste Umschalter in ganz Afrika.

http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-spa ... t-1.971742

Johannes Aumüller "SZ"

Dabei bedeutete dieses Turnier in Südafrika wahrscheinlich die einschneidenste und positivste Zäsur in der Geschichte der Nationalelf. Innerhalb von knapp vier Wochen haben Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller & Co. die Wahrnehmung eines Landes verändert. So bald gibt es keine Vergleiche mehr zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Panzern, stattdessen nur viel Respekt, Anerkennung und sogar Sympathie - selbst bei englischen Fans. Wäre der Begriff Sommermärchen nicht vergeben für jenes vielumjubelte, aber mindestens ebenso sehr verklärte Heim-Turnier vor vier Jahren - er böte sich nun an.

Die deutsche Mannschaft hat bei dieser WM drei Mal (gegen Australien, England und Argentinien) vorzüglichen und drei Mal (gegen Serbien, Ghana und Spanien) immer noch sehr anständigen Fußball gezeigt. Sie hat dabei die Verbindung mit den sogenannten deutschen Tugenden gekappt, sie ist nicht raubeinig, grobschlächtig und rumpelfüßlig aufgetreten, sondern filigran, intelligent und voller feinem Esprit. Bisweilen hat sie sogar gezaubert. Und wenn jemand vor dem Halbfinale behauptet hatte, bislang sei Deutschland die spielerisch überzeugendste Mannschaft gewesen, konnte niemand ernsthaft widersprechen.

http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-deu ... t-1.971733

Jens Weinreich "Spiegel Online"

Nur: Zur Dialektik des Fußballs gehört ganz einfach das Prinzip von Wirkung und Gegenwirkung. Die Spanier waren nicht bereit zuzulassen, was England und Argentinien zuließen. Andersherum: Die Deutschen waren kaum einmal in der Lage, in Spaniens Abwehrblock, der in den vergangenen Spielen einige Schwächen offenbarte, Unheil anzurichten. Deutschland konnte nicht wirkungsvoll kombinieren, vielleicht weil diesmal der Mut fehlte, aber auch weil die Spanier das verhinderten.

Die Südeuropäer hatten Respekt vor den Deutschen, das war in den ersten Minuten deutlich zu beobachten, doch dann zogen sie ein Pressing ungeahnter Qualität auf, weit in der gegnerischen Hälfte. Damit ließen sie das deutsche Spiel nicht zur Entfaltung kommen und provozierten lange Pässe, die im Nirgendwo landeten oder vom zentralen Abwehrblock abgefangen wurden.

Natürlich ließen die Spanier den Ball wieder minutenlang zirkulieren. Die Passsicherheit war größer als in allen Spielen zuvor, wenngleich es die Deutschen ihrerseits zu verhindern wussten, dass Andrés Iniesta und Xavi ihre gefürchteten Bälle in die Lücken setzten. Das war, alles in allem, Abwehrarbeit auf hohem Niveau - aber eben nicht gut genug für die Spanier.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0, ... 03,00.html
Zuletzt geändert von Marky am 10.07.2010, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar



Beitragvon Marky » 10.07.2010, 22:31


Ganz ehrlich, die ganz große Spannung war jetzt ja nicht mehr da, nachdem Paul schon gestern den Spielausgang vorausgesagt hat.

Uruguay wäre in unserer Vorrundengruppe Vierter geworden :wink:
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar



Beitragvon scheiss fc köln » 11.07.2010, 18:51


Altmeister hat geschrieben:[
Also ich glaube nicht, dass ich nochmal eine Meisterschaft des FCK erleben werde. Aber dass Brasilien im eigenen Land Weltmeister wird, erwarten eigentlich die meisten. Der Heimvorteil macht in der Regel enorm viel aus.
Aber weil ich die Brasilianer nicht so wirklich mag, hoffe ich, dass Du richtig liegst. Trotzdem wird dann stattdessen Deutschland eher kein Weltmeister.
Und warum soll Spanien 2012 den Titel nicht verteidigen? Die Mannschaft ist noch nicht zu alt. Wenn Dir deren Stil nicht gefällt, ok, aber objektiv betrachtet waren sie klar überlegen gegen uns. Auch ein Trainerwechsel hat sie in ihrem Erfolgsstil nicht aus der Bahn gebracht.
Da müssen wir erstmal hinkommen, sie wieder zu schlagen.
Klar ist das möglich, aber das bleibt abzuwarten. Was die deutsche Mannschaft angeht: Ich habe ja mehrfach geschrieben, dass sie sich gut verkauft hat. Trotzdem muss man irgendwann auch mal wieder einen Titel fordern dürfen. Bei dem Aufwand, den die betreiben.
Abgesehen davon, dass sie ja selbst (vernünftigerweise) Weltmeister werden wollten. Da darf man sich bei aller Zufriedenheit über ein insgesamt sehr ordentliches Abschneiden schon mal fragen, woran es liegt, dass deutsche Mannschaften seit Jahren keinen Titel mehr holen(ok, bei den Junioren schon). Nur wenn man daran arbeitet, wird man mal wieder was holen. Da helfen blinde Jubelarien für Löw nicht weiter.
Alles muss analysiert werden, und dann geht`s mit neuen Erkenntnissen weiter. Von mir aus auch mit Löw. Und hoffentlich irgendwann auch mal wieder in Richtung eines Titels.


Vielleicht machst du ja die 100 Jahre voll, denn dann könnte es auch nochmal mit einer FCK-Meisterschaft klappen. Obwohl ich ja garnicht weiß, wie "alt" du bist, und man als leidenschaftlicher Fußballfan ja auch schneller mal um Jahre altert. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen. :wink:

Natürlich wird, aller Voraussicht nach, Spanien klar zu den Titelfavoriten in den nächsten Jahren zählen. Wie auch alle anderen "üblichen Verdächtigen". Am Ende hat aber immer nur eine Mannschaft etwas gewonnen, und deshalb halte ich nichts davon, das Abschneiden aller anderen Mannschaften quasi als minderwertig hinzustellen. Vom Grundsatz her fahren alle Mannschaften zu einem Turnier, um es zu gewinnen. Für viele ist das von Beginn an unrealistisch, oft gibt es Überraschungen, und zum Schluss setzen sich meist die Favoriten durch.

England, Brasilien und Argentinien haben doch vorgemacht, wie schnell es vorbei sein kann. Deutschland dann auch. Und heute abend wird es auch einen Verlierer geben. Aber man muss doch auch einfach anerkennen, wenn es an bestimmten Tagen, in 90 oder 120 minuten, einfach mal nicht reicht, und der Gegner besser war. Dann kann man auch die Leistung des Unterlegenen einordnen. Und trotzdem kann man nach der ersten Enttäuschung so etwas wie Zufriedenheit empfinden.

Und noch immer erkenne ich nicht, das unserem team der "punsh" fehlt. Ich hab´s zweimal gesehen. KO! Und dann gab es halt mal für uns einen auf die Nuss.

Und Löw arbeitet doch daran, Titel zu gewinnen. Ich sehe das. Und das sind auch keine Jubelarien, sondern die Vermutung, dass er genau der Richtige ist. Die Mannschaft und die Trainer sind doch auch enttäuscht, vergessen nicht zu betonen, dass am Mittwoch einfach zu wenig getan wurde. Man darf natürlich auch Titel fordern - das mache ich bei jeder EM/WM. Aber wenn man im Halbfinale gegen den, wahrscheinlich, kommenden Weltmeister ausscheidet, kann ich da keine fehlende Siegermentalität oder gar Unfähigkeit erkennen. Ich hab gesehen, dass Deutschland an diesem Tag relativ schlecht gespielt hat und Spanien sich eher durch das Turnier gewuselt hat, als am Stück überzeugende Leistungen zu Zeigen. Das die auch schlagbar sind, hat die Schweiz gezeigt, und gegen Paraguay war das auch eher so lálá.
R.I.P



Beitragvon Altmeister » 12.07.2010, 10:27


Wir werden sehen, wer am Ende recht hat. Ich habe bestimmt nichts dagegen, wenn wir irgendwann demnächst mal wieder einen Titel heimbringen. Zumal ich vorhabe, mir einiges der nächsten EM vor Ort anzuschauen.
Nur bin ich eher skeptisch, ob das gelingen wird. Viele, auch aus der internationen Presse, schreiben jetzt was von der Zukunft des deutschen Teams. Das war 2006 nicht anders. Zu einem Titel hat es dennoch nicht gelangt seither. Natürlich kann sich das demnächst wieder ändern, das muss aber nicht so kommen.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftreten der Jungs insgesamt, aber dennoch auch sehr unzufrieden darüber, dass es nicht ganz geklappt hat am Ende. Gerade weil es absolut möglich gewesen wäre und verdient allemal, denn den schönsten Fußball spielte Deutschland. Was für die Jungs spricht: Sie waren selbst ja auch so richtig zerknirscht. Das macht Hoffnung. Dennoch: 2012 ist Spanien wieder Favorit, Holland bleibt im Geschäft, Italien und Frankreich werden vielleicht zurückkommen.
Diese Aufzählung ist längst nicht vollständig. Vermutlich wird Deutschland auch dann zu den Favoriten gehören. Aber bis zum Titelgewinn müssen sie trotzdem noch zulegen. Nichts anderes wollte ich sagen. Noch fehlt der letzte Punch. Aber wenn man daran arbeitet, kann sich das natürlich ändern.



Beitragvon mxhfckbetze » 12.07.2010, 10:31


Stehen wir in Europa nicht auf Platz 1?
3xWM
3xEM



Beitragvon Sebastian » 12.07.2010, 10:35


Wir müssen auch abwarten, was aus dem Team wird. Welche Spieler werden in den nächsten zwei Jahren dazukommen, welche werden in ein Loch fallen und außen vor sein, wie beispielsweise Hitzlsperger jetzt. Und was geht bei den anderen Mannschaften vor sich - sind die Spanier nun weniger motiviert oder wollen sie Geschichte schreiben? Haben die Holländer Blut geleckt? Schaffen England, Frankreich und/oder Italien den Generationenwechsel (wobei dies eigentlich nicht in zwei Jahren geschehen kann)? Was ist mit Portugal? Das werden durchaus zwei hoch interessante Jahre und die nächste EM verspricht schwer kalkulierbar zu werden. Ich bin gespannt!
Falls du übrigens vor hast, in die Ukraine zu fahren, wäre ich durchaus interessiert, mir dort auch Spiele anzuschauen :)
Bunt ist das Dasein und granatenstark!



Beitragvon Paul » 12.07.2010, 10:50


Und man kann noch weiter gehen und fragen:
Holen andere Länder weiter auf?

Denn auffällig ist schon, dass selbst die kleinsten Fußballländer wie beispielsweise Neuseeland inzwischen mehr als nur mithalten können. Dass Frankreich und Italien so früh raus waren, ist deren eigenes Verschulden, jedoch hätte es vor 20 Jahren trotzdem noch locker für's Achtelfinale gereicht.

Schaut euch die Ergebnisse an. Es waren ganz ganz viele Enge Spiele. Und auf europäischer Ebene ist das eher noch knapper! Da ist ganz ohne Glück kaum ein Turniersieg möglich.
leer
Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt!
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unzerstörbar - NUR der F C K



Beitragvon scheiss fc köln » 12.07.2010, 12:31


Altmeister hat geschrieben:Wir werden sehen, wer am Ende recht hat. Ich habe bestimmt nichts dagegen, wenn wir irgendwann demnächst mal wieder einen Titel heimbringen. Zumal ich vorhabe, mir einiges der nächsten EM vor Ort anzuschauen.
Nur bin ich eher skeptisch, ob das gelingen wird. Viele, auch aus der internationen Presse, schreiben jetzt was von der Zukunft des deutschen Teams. Das war 2006 nicht anders. Zu einem Titel hat es dennoch nicht gelangt seither. Natürlich kann sich das demnächst wieder ändern, das muss aber nicht so kommen.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftreten der Jungs insgesamt, aber dennoch auch sehr unzufrieden darüber, dass es nicht ganz geklappt hat am Ende. Gerade weil es absolut möglich gewesen wäre und verdient allemal, denn den schönsten Fußball spielte Deutschland. Was für die Jungs spricht: Sie waren selbst ja auch so richtig zerknirscht. Das macht Hoffnung. Dennoch: 2012 ist Spanien wieder Favorit, Holland bleibt im Geschäft, Italien und Frankreich werden vielleicht zurückkommen.
Diese Aufzählung ist längst nicht vollständig. Vermutlich wird Deutschland auch dann zu den Favoriten gehören. Aber bis zum Titelgewinn müssen sie trotzdem noch zulegen. Nichts anderes wollte ich sagen. Noch fehlt der letzte Punch. Aber wenn man daran arbeitet, kann sich das natürlich ändern.



Es geht mir ja nicht darum, recht zu haben. Ich denke halt, dass man beim DFB auf diesem Gebiet einen sehr guten Weg eingeschlagen hat, und auch unbedingt an diesem Trainer und größtenteils den Spielern festhalten sollte. Wenn Löw aufhört, wäre das ein herber Rückschlag für die Entwicklung. Für Klose und Ballack wird es vermutlich schon für die EM eng werden, aber der Rest der Truppe macht durchaus Mut. Und die meisten der Jungs werden sich sicherlich weiterentwickeln. In Südafrika hat uns auch Erfahrung gefehlt, und vielleicht zumindest im Halbfinale vielleicht doch ein Michael Ballack. Who knows?

Und da du die starke Konkurrenz ansprichst; Das meinte ich damit, wenn ich sage, dass man mit dem dritten Platz auch zufrieden sein kann. Vorallem damit, wie er erspielt wurde. Auch Deutschland kann für sich nicht alleine den Anspruch auf den Titel stellen. Aber es kann bei jedem Turnier antreten, und hat immer die Möglichkeit, sich durchzusetzen. Auch bei der EM in Portugal, oder der WM in Frankreich bzw. USA, sind wir ja nicht mit Gurkentruppen angetreten. Und das zeigt ja auch auf, welche Faktoren eine Rolle spielen, und welches Rädchen ins andere greifen muss, damit man einen Titel erringen kann. Nicht immer setzt sich die vom Papier her stärkste Mannschaft durch. Bei Spanien hat jetzt in den letzten Jahren alles gepasst - Teamgeist und fussballerische Klasse. Hat allerdings auch knappe 40!!! Jahre gedauert... :wink:

Aber selbst wenn sich in einem KO-Spiel zwei teams gegenüberstehen, bei denen alles passt, geht eine Mannschaft als verlierer vom Platz.

Wir werden es erleben. Und, obwohl ich den Stil der Spanier wirklich nur ungern akzeptiere, so von meiner couch aus, hätte ich gejubelt, wenn sich unsere Elf auf diese Art und Weise den Pokal geschnappt hätte. Mir war es ja auch unter Sasic schon egal, wie die Punkte zustande kommen.

Auf jeden Fall war die WM für mich, nach zähem Beginn und unterirdischem Ende, eine rundum gelungene Sache.

Bald geht es endlich mit der 1. Liga los, und die Qualifikation für die EM wird auch entsprechend spannend und aufschlussreich werden.
R.I.P




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