Hier kann geplaudert und auch mal "ein Beitrag mehr" geschrieben werden.

Beitragvon Studebaker » 14.08.2019, 18:41


@bjarneG: Dank an Dich für die Beschreibungen und die Trailer. :daumen:

Da hab ich ja noch was vor mir, ist ja nicht so, dass ich die 22 nicht sehen wollte, ich kam noch nicht dazu bzw kannte sie einfach nicht.

Jetzt heißt es sag Ja zu Nein. :)
Hell ain`t a bad place to be



Beitragvon grasnarbe » 14.08.2019, 19:16


++50++50++50++50++ Woodstock: 3 Days of Peace and Music ++50++50++50++50++


Vom 15.-17. August 1969 fand die "Woodstock Music and Art Fair" statt. Es war der (damals natürlich so nicht wahrgenommene) Höhepunkt der Hippie- und Gegenkultur. Das "Festival for Peace and Music" war mit seinem ausartenden Zuschauerzuspruch von fast einer halben Million Leuten das gewaltigste Open Air bis dahin.
Ok, es gab Vorläufer in der "Flower Power"-Ära in dieser zweiten Hälfte der Sechziger, das Monterey Pop Festival im Sommer '67; zwei große Open Airs im Jahre 1968 in Miami (Mai + Dezember) mit jeweils geschätzten 100.000 Fans und im Juli '69 das Atlanta International Pop Festival mit bis zu 150.000 Zuschauern. Das Atlantic City Pop Festival fand Anfang August '69 statt - zwei Wochen vor Woodstock - und hatte auch über 100.000 Besucher. Alle diese Großereignisse waren kommerziell organisiert und mit Stars von Rang und Namen aus der Rock- und Popszene gespickt.
Und so wurde von der Firma Woodstock Ventures das Festival für den 15.-17. August nach gleichem Muster geplant und vorbereitet. Mike Lang, John Roberts, Joel Rosenman und Arthur Kornfeld (alle Mitte 20) wollten ihr Festival im Dorf Woodstock veranstalten. Von dort mussten sie aber nach Wallkill ausweichen und nochmals weiter nach White Lake (auf Max Yasgurs Farm!) bei Bethel. Bethel mit seinen 2.366 Einwohnern liegt ca. 150 km von New York entfernt. Die Gründe für die Verlegungen von Woodstock und dann auch von Wallkill weg wurden mit Protesten von Anwohnern angegeben. O-Ton John Roberts: "Wir wollten nicht drei Tage des Friedens und der Musik an einem Ort feiern, an dem wir nicht willkommen waren."
Als das Gelände endlich feststand wurden große Folk-, Rock- und Pop-Namen verpflichtet, die Aufbauarbeiten begannen, es wurde ein fester Zaun mit zwei Tickettoren zu jeweils dreißig Eingängen errichtet. Es wurde fleißig in den Underground-Zeitungen annonciert, man rechnete mit 60.000 Besuchern.
Als es dann soweit war und die Fans sich auf den Weg zum Festival machten zeigte sich, dass die Veranstalter sich ordentlich verschätzt hatten. Statt der 60.000 machten sich Hunderttausende auf den Weg, die Polizei schätzte ihre Zahl später auf eine Million. 400.000 von ihnen kamen in der Gegend an, der Rest musste viele Kilometer vorher zurückgeschickt werden. Nichts ging mehr, alle Autostraßen waren heillos verstopft.
Das einzige plötzlich noch mögliche Verkehrsmittel Richtung Bühnenbereich war der Helikopter. Mit dem Hubschrauber wurden die Musiker und ihr Equipment eingeflogen, wurden Nahrungsmittel herbeigeschafft. Die Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung war zusammengebrochen. Ärzteteams wurden per Helikopter hertransportiert.
In diesem ganzen Chaos entstand trotz aller Widrigkeiten für den Einzelnen der legendäre Geist von Woodstock. Die Stimmung blieb friedlich, man half sich gegenseitig, in diesem Katastrophengebiet (was die Verpflegung, die Hygiene, die medizinische Versorgung anging) überwanden die Leute die Probleme durch gegenseitige Unterstützung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Am zweiten Tag verwandelte sich das ganze Gelände nach heftigen Unwettern in einen einzigen Morast, sich fremde Menschen aber zeigten einen Kameradschaftsgeist ohne Gewalt oder Eskalationen.
Über allem schwebte der Geist von Love and Peace, von Anti-Vietnam, sexueller Freizügigkeit, offenem Drogenkonsum, der Ideen der Bürgerrechtsbewegung. Der größte gemeinsame Nenner aller anwesenden Fans aber war die Musik in diesen Tagen.
In diesen drei Tagen entstand der sogenannte Woodstock-Mythos: dieses Erleben von Gemeinschaft von mehr als 400.000 willkürlich zusammengekommenen Menschen mit ihren eigenen Verhaltensweisen und Ausdrucksmöglichkeiten. Ohne Alltagszwänge, ohne feste Essenszeiten oder festgelegte Tätigkeiten erlebten sehr viele dort zum ersten Mal das Gefühl von ganz persönlicher Freiheit. Auch wenn es nur drei Tage lang war. Die Einzigartigkeit von Woodstock besteht auch darin, dass sich das Festival den Planungen und teilweise auch der Kontrolle der Veranstalter entzog und die ganze Veranstaltung trotzdem „ordentlich“ über die Bühne ging.
Da nach dem ersten Tag des Chaos‘ wegen der Ticketverkauf eingestellt und das Festival als "free" deklariert wurde, standen die kommerziell ausgerichteten Veranstalter plötzlich vor einem finanziellen Desaster. Im Nachhinein aber rentierte das Festival sich auch für sie. Der Verkauf der Woodstock-LPs (3erSet + DoLP) und der weltweit vertriebene Dokumentarfilm ließen bei ihnen in späteren Jahren die Kassen klingeln.
Wegen des ganzen Chaos in den drei Tagen endete das Festival erst am späten Vormittag des 18.August (ein Montag). Der als Topact eingekaufte Jimi Hendrix spielte seinen denkwürdigen Auftritt vor noch ca. 35.000 durchhaltenden Fans.

Joni Mitchell sollte in Woodstock auftreten, sagte bei dem Chaos vor Ort aber einen Tag vorher ab. Weil sie ihren Auftritt in der Dick Cavett Show unbedingt wahrnehmen wollte blieb sie in New York. Dort schaute sie sich das Spektakel im TV an und schrieb spontan den Song Woodstock der ein Mega-Hit wurde.
Joni Mitchell : Woodstock
Matthew's Southern Comfort : Woodstock
Crosby, Stills, Nash & Young : Woodstock

Stimmungsmomente
Going up the Country
Wavy Gravy
Max Yasgur
Crowd Rain Chant
Woodstock Rain

Der Start
Richie Havens : Freedom

Künstler bei der Arbeit
Melanie : Birthday of the Sun
John B. Sebastian : Rainbows All Over Your Blues
Country Joe McDonald : The "Fish" Cheer / I-Feel-Like-I'm-Fixin'-to-Die Rag
Country Joe & The Fish : Rock & Soul Music
Arlo Guthrie : Coming Into Los Angeles
Sha-Na-Na : At The Hop
Sly and the Family Stone : I Want To Take You Higher
Crosby, Stills & Nash : Marrakesh Express & Blackbird
Crosby, Stills, Nash & Young : Wooden Ships
Joan Baez : Joe Hill
The Band : The Weight
Janis Joplin : Ball & Chain
Jefferson Airplane : Somebody to love / White Rabbit
Grateful Dead : Dark Star
Paul Butterfield Blues Band : Everything's gonna be alright
Blood, Sweat & Tears : God Bless the Child
The Keef Hartley Band : 4 Tracks
Canned Heat : On the Road Again
Johnny Winter : Mean Town Blues
Creedence Clearwater Revival : Bad Moon Rising
Mountain : Blood of the Sun
Joe Cocker : With A Little Help From My Friends
Santana : Soul Sacrifice
Ten Years After : I'm Going Home
The Who : My Generation
Jimi Hendrix : Star Spangled Banner

Das Ende
Jimi Hendrix : Instrumental Solo

Für mich persönlich verlor diese äusserst sympatische Ära von Flower-Power, der Love-Peace-and-Music-Jahre, der unbeschwerten Groß-Festivals in der Art der Hippies symbolisch ihre Unschuld am 06.Dezember 1969 in Altamont. In einer aggressiven, aufgeladenen Atmosphäre erstach ein Mitglied der als Ordnungskräfte eingesetzten Hells Angels beim Auftritt der Stones direkt vor der Bühne einen Afroamerikaner der unter Drogen stehend eine Schußwaffe zog. Die Nachricht darüber hab ich damals als junger Teenager ziemlich bestürzt aufgenommen.
Barfuß, Batik-Klamotten, Going Up The Country und Blumen im Haar hatten in Altamont ihren krassen Gegenpol erlebt. Was aber für immer geblieben ist, das ist die wunderbare Musik aus dieser Zeit.
Zuletzt geändert von grasnarbe am 15.08.2019, 19:28, insgesamt 2-mal geändert.
Die Roten Teufel vom Betzenberg



Beitragvon bjarneG » 14.08.2019, 21:19


Studebaker hat geschrieben:@bjarneG: Dank an Dich für die Beschreibungen und die Trailer. :daumen:

Da hab ich ja noch was vor mir, ist ja nicht so, dass ich die 22 nicht sehen wollte, ich kam noch nicht dazu bzw kannte sie einfach nicht.

Jetzt heißt es sag Ja zu Nein. :)


Gern geschehen, mein Beatles-Freund. :daumen: :winken:

PS: Ich bin immer noch fasziniert wie Spock, daß Du die Baseballkracher "Aus Liebe zum Spiel" & gar Roy Hobby alias "Der Unbeugsame" :verbeug: und sogar Mary & Max kennst und tatsächlich so einen Mega-Blockbuster und mit 8 Oscars ausgezeichneten wie Slumdog nicht. Hammerhart. :o Zieh Dir den auf jeden Fall mal rein. blows you away...

Andererseits hab ich noch nie Titanic gesehen, noch keinen Stirb-Langsam, keinen einzigen Herr-der-Ringe und auch noch keinen Bourne. Letztere hab ich aber auf meinem to-do-Stapel...

https://youtu.be/m0CzHsHqgJM :wink:



Beitragvon Studebaker » 14.08.2019, 22:53


@grasnarbe:Überragend. :daumen:

Du schreibst so eindringlich, dass man am liebsten die Time Machine ankurbeln möchte. Top. :verbeug: :verbeug:
Hell ain`t a bad place to be



Beitragvon Studebaker » 14.08.2019, 23:15


Mary&Max lief mal im Nachtprogramm ich meine auf Arte, viel schräger geht's nicht, Charaktere, Dialoge, Humor.....Top10 Film.

Slumdog, ich weiß nicht, Jauch ist mir schon zuwider, muss mich halt mal zwingen. :) Das ist der einzige der 22, wo ich zugeben muss, das ich etwas Vorbehalte habe, aber gut, wenn Du dafür bürgst reicht mir das. :wink:

Herr der Ringe, Stirb langsam, Bourne auch noch nicht gesehen, das aber bewusst.

Titanic ist zwar eine hirnrissige Liebesschnulze, aber die Umsetzung/Darstellung des Schiffes/Untergang ist über alle Zweifel erhaben.

Abschließend möchte ich noch einen Film in den Ring werfen, wegen dessen Aufbau und der gegenläufig erzählten Geschichte: Memento.
Absolut sehenswert.
Hell ain`t a bad place to be



Beitragvon bjarneG » 14.08.2019, 23:50


https://youtu.be/QKtcV5EgstM

Adrian ! ADRIAN !!!!

Ich wollt doch schunn seid Schdunne im Bett sei...



Beitragvon bjarneG » 15.08.2019, 09:00


Memento ist schon lange vorgemerkt. Vielleicht sollt ich mirs tätowieren lassen... :wink:



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 13:16


Adriaaaaaaaannnnnnnnnn, like Rocky. :lol: :lol:

https://www.bild.de/sport/fussball/fuss ... .bild.html
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 20:11


Heute vor 50 Jahren -> Woodstock!

https://www.youtube.com/watch?v=TKAwPA14Ni4

Der wohl beste allerzeiten mit der Gitarre.

Wahnsinn, das Teil kennt wohl fast jeder rund um den Globus, und ist schon über 50 Jahre alt.

https://www.youtube.com/watch?v=3s-dSoDptVc
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon grasnarbe » 15.08.2019, 21:30


SEAN hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=TKAwPA14Ni4

Der wohl beste allerzeiten mit der Gitarre.

@SEAN,
Du alter Haudegen :daumen:

ich will Dir jetzt mal was erzählen. Ich hatte, bevor ich aus beruflichen Gründen mit Fau+Tochter nach NRW zog, einen festen Kumpel (Hermann) an meinem alten Wohnort. Der Typ war echt total drauf. Er war Seemann und LKW-Fahrer, erzählte mir immer: ich bin ja nur ein dummer Fernfahrer......in Wahrheit war er ein rechter Philosoph, der mit wachen Augen die Welt um sich herum wahrnahm.

Aber jetzt zum Kern meines Posts, deiner Aussage:
Der wohl beste allerzeiten mit der Gitarre.
Ich bin voll auf deiner Seite, Hendrix ist absolut TOP.

Und jetzt kommt Hermann wieder ins Spiel: wir saßen in der Runde seit Stunden in der Kneipe am Tresen und laberten Lobeshymnen ohne Ende auf Jimi Hendrix und seine Gitarrenkunst.
Soll ich dir sagen, was der LKW-Fahrer dazu sagte? "Ihr immer mit euerem Hendrix! Hört euch Django Reinhardt an. Der kann mit seinen drei Fingern mehr." Ich bin am nächsten
Tag mit dickem Kopp in meinen Musikladen gestolpert, hab mir Django Reinhardt gekauft und bin seitdem ein eingefleischter Fan von ihm......Hermann dem Philosophen sei Dank :teufel2:

Django Reinhardt : The Best Of
Die Roten Teufel vom Betzenberg



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 22:27


Ganz ehrlich? Von dem hab ich noch nie was gehört. Ist aber auch nicht wirklich meine Musikrichtung, darum möge mir das verzeihen. :wink:
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Devil's Answer » 15.08.2019, 22:42


Also den werfe ich jetzt nicht in den Ring des "Besten". :)

Ich höre ihn mir einfach gerade an. :wink:

Volker Kriegel - Spectrum
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon grasnarbe » 15.08.2019, 22:51


Devil's Answer hat geschrieben:Also den werfe ich jetzt nicht in den Ring des "Besten". :)

Ich höre ihn mir einfach gerade an. :wink:

Volker Kriegel - Spectrum

Den hab ich auch schon live erlebt, ich kann nur sagen: Klasse! Klasse! Klasse!
Danke fürs Reinstellen. :daumen:
Die Roten Teufel vom Betzenberg




Beitragvon FCK58 » 16.08.2019, 20:18


Bei allem Respekt aber den Jungen sollte man auch nicht vergessen. Der ist heute (leider) genau so lange tot, wie er gelebt hat.
Und das er die Musik -bis selbst in unsere Zeit - gewaltig geprägt hat, dass kann man wirklich nicht abstreiten.
https://www.youtube.com/watch?v=6yFZkkBGbWw

@ Sean
Du kanntest "Schnuckenack Reinhardt" nicht? :shock:
Ich bin enttäuscht. :p
Er war Sinti und mit einem seiner Neffen (wenn´s stimmt. Zumindest hies er Reinhardt und behauptete das. :wink:) hatte ich als 15jähriger Ferienhelfer in "LU-Ost" so manches Ding gedreht.
Näheres aber nicht hier. Bestenfalls per pn. Wenn überhaupt. :lol:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse



Beitragvon Studebaker » 16.08.2019, 22:36


Arte Woodstock Doku läuft gerade an...............................bis 1 Uhr 50.
Hell ain`t a bad place to be



Beitragvon grasnarbe » 17.08.2019, 02:18


Nach Woodstock zieh ich mir gerade Easy Rider auch noch hinterher.
Hab ja heute keine Termine. :)
Die Roten Teufel vom Betzenberg



Beitragvon grasnarbe » 17.08.2019, 08:18


Letzte Nacht auf Arte noch Easy Rider geguckt, jetzt lese ich, dass gestern Peter Fonda mit 79 gestorben ist!
R.I.P.

--------------------------------------

Noch ein Jubiläum in diesem Sommer:
heute vor 60 Jahren wurde Kind of Blue veröffentlicht!
das Meisterwerk
Die Roten Teufel vom Betzenberg



Beitragvon Devil's Answer » 17.08.2019, 11:22


grasnarbe hat geschrieben:das Meisterwerk


So ist es!! :daumen:

Im Moment fröne ich aber ein wenig den etwas schrägeren Tönen von
Ozric Tentacles - Waterfall Cities
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon bjarneG » 17.08.2019, 17:14


Ein schneller für Sadios dritten Saisontreffer...

Mané Mané Mané, it must be funny in a Redmen's World... :wink:

https://youtu.be/ETxmCCsMoD0




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