Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon Kohlmeyer » 17.08.2020, 11:00


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Vor 20 Jahren: Andreas Buck im FCK-Trikot gegen Bayern mit Roque Santa Cruz; Foto: Imago Images

Im Blickpunkt: Die Biographie von Andreas Buck erscheint
Daum und Otto, Champions League und Betze-Drama


Und wieder hat ein Fußballer ein Buch geschrieben. Allerdings ein ganz besonderes, keines, in denen sich ein Star nur selbst feiert. "Turbo" sollte "Tiefe" haben, verrät Andreas Buck, Meisterspieler des 1. FC Kaiserslautern von 1998. Und auch die Tiefen eines Fußballerlebens nicht aussparen.

Kennengelernt haben sie sich, als sie gemeinsam über ein legendäres FCK-Spiel plauderten: Das 2:0 der Lautrer gegen Tottenham Hotspur in der zweiten Runde des Uefa-Cups am 04. November 1999. Die Engländer hatten das Hinspiel mit 1:0 gewonnen, und nach 90 Minuten "uffem Betze" waren sie eigentlich schon eine Runde weiter, doch dann riss Lautern - wieder einmal - in der Nachspielzeit alles raus. Andy Buck markierte den ersten Treffer, der zweite fiel durch ein Eigentor. Beide Male hatte Youri Djorkaeff brillante Vorarbeit geleistet.

Andy Buck erzählte Johannes Ehrmann von dieser denkwürdigen Partie, als der Journalist für sein erstes Buch recherchierte: "Wenn der Betze bebt". In den folgenden Jahren liefen sich die beiden immer wieder mal über den Weg. Lauterns Meisterspieler von 1998 schätzt vor allem Ehrmanns zupackenden Schreibstil. Daher lag es nahe, den gebürtigen Saarländer und ausgewiesenen Betze-Kenner, der heute in Berlin lebt, anzusprechen, als er seine Biographie in Angriff nehmen wollte. Ab dem 22. August liegt "Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft" nun im Buchhandel bereit.

Erlebbar machen, wie ein Fußballer wirklich fühlt

Für die Initialzündung habe Dirk Nowitzkis Biographie "The Great Nowitzki" gesorgt, erzählt der Schwabe Buck. Genauer: Der Philosoph Thomas Nagel, den der Basketballstar darin zitiert: "Du kannst alles wissen über Fledermäuse, aber du wirst nie wissen, wie es ist, eine Fledermaus zu sein." Genauso so sei es ihm immer gegangen, wenn er Diskussionen über Fußball verfolgte. "Alle wollen mitreden, aber die wenigsten wissen, wie du dich als Spieler wirklich fühlst." Eben das habe er mit "Turbo" erlebbar machen wollen.

Sicher, er war nie Nationalspieler und seine Karriere hat er schon vor 17 Jahren beendet. Jüngere Fußballfans dürften ihn gar nicht mehr kennen. Eine spannende Geschichte hat er ihnen dennoch zu erzählen. Denn sie erzählt nicht nur von ihm, sondern auch von der Zeit, als das Fußballgeschäft begann, sich nur noch vom Geld beherrschen zu lassen. Für eine der größten Explosionen sorgte das sogenannte Bosman-Urteil Mitte der 1990er Jahre, nachdem für Spieler, deren Vertrag auslief, keine Ablösen mehr erhoben durften, was postwendend Handgelder und Spielergehälter in schwindelerregende Höhen trieb. "Andy war 14 Jahre Profi, die ersten sieben Jahre erlebte er vor, die zweiten nach dem Bosman-Urteil", nennt Johannes Ehrmann einen Grund, weswegen Buck ein "exzellenter Zeitzeuge" ist.

Von Fußballern und Fledermäusen: Ein Insider erzählt

Doch da ist noch mehr. "Andy ist einer der wenigen Spieler, der mit zwei Vereinen Deutscher Meister geworden ist, ohne dass einer davon Bayern München hieß." Und er ist der einzige, der in den beiden Spielen der Neunziger auf dem Platz stand, in denen zwei kuriose Wechselfehler Schlagzeilen machten: Beim VfB Stuttgart brachte Christoph Daum 1992 im Europokal der Landesmeister gegen Leeds United damals regelwidriger Weise einen vierten Ausländer ins Spiel. Das gleiche Missgeschick unterlief Otto Rehhagel 1998 mit Nicht-EU-Ausländer Pascal Ojigwe beim Bundesligaspiel des FCK gegen den VfL Bochum. Andy Buck hat zudem miterlebt, wie die Erweiterung der Champions League in diesen Jahren die Preisspiralen immer weiter nach oben drehte. Und er war "live" dabei, als sich Anfang der Nuller Jahre der Niedergang des 1. FC Kaiserslautern immer deutlicher abzeichnete. Dazu liefert er haarsträubende Innenansichten, etwa, was das Treiben Mario Baslers und seines Schwagers, des Spielerberater Roger Wittmann, angeht.

Johannes Ehrmann schätzt an Buck vor allem, dass er eben kein "Lautsprecher" war, wie so viele, die meinen, sich nach ihrer Karriere auch noch mit einem Buch über sich feiern zu müssen. "Andy hat lieber im Stillen beobachtet und sich seine Gedanken gemacht." Sein Buch sollte "Tiefe" haben und auch die Tiefen nicht aussparen, betont Buck. Als Vorbild habe ihm Andre Agassis Selbstporträt "Open" gedient, in dem der Tennisstar schonungslos auch von seine Drogenprobleme schreibt. Die habe er zwar nicht durchlitten, dafür aber habe er nach seiner Karriere beinahe sein gesamtes Vermögen verloren.

Wie auch kluge Profis viel Geld verlieren können

Darüber zu schreiben, habe zwar Selbstüberwindung gekostet,"ich wollte jedoch mal mit dem Vorurteil vom dummen Profi aufräumen, über den sich immer dann so viel Häme ausschüttet, wenn er sein Geld verprasst hat." Er selbst habe sein Abitur mit einer Eins in Mathe abgeschlossen, "daher zähle ich mich nicht zu den Dümmsten. Aber auch ich hätte einen guten, ehrlichen Berater gebraucht, dem ich vertrauen kann." Genau das versucht er heute selbst zu sein. Als Vermögensberater steht er vielen Fußballern zur Seite, vom Nationalspieler bis zum Regionalliga-Kicker, und gerade denen, denen es nicht so gut geht, versucht er, besondere Aufmerksamkeit wie möglich zu widmen.

Nun aber steht eine vollkommen neue Erfahrung für ihn auf dem Programm: Die eines Autors, der übers Land tingelt und zu Lesungen einlädt. Für die Premiere hat sein Verlag ihm einen wahrhaft würdigen Rahmen bereitet. Am 28. August sind Andy Buck und Johannes Ehrmann im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zu Gast. Unter anderem hat Ex-Mitspieler Fredi Bobic sein Kommen zugesagt und wird auch zu einem kleinen Talk auf die Bühne kommen.

Besonders freut sich Andy Buck natürlich auf seine "Heimspiele", auf Lesungen im Stuttgarter und Kaiserslauterer Raum. Eine ist am 30. September im FCK-Museum geplant, genauere Details dazu folgen noch. Buck: "Da kann ich mit den Alten ein wenig in Erinnerungen schwelgen, bin aber auch genauso gespannt, welche Fragen mir die Jungen stellen, die mich noch nicht kennen."

Andreas Bucks Biographie "Turbo" erscheint am 22. August 2020 im Verlag Klett-Cotta. Das Buch kann für 20,- Euro (E-Book: 15,99 Euro) unter anderem bei Amazon sowie natürlich überall im gut sortierten Buchhandel vorbestellt werden.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer


Ergänzung, 30.08.2020:

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Rezension: Buch "Turbo: Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft"
Buck, Buck, Buck: Im "Turbo" durch drei Fußball-Dekaden


Er war schon auf dem Rasen einer der Schnellsten, doch auch als Autor seiner Biographie "Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft" setzt Andreas Buck auf Tempo. Eric Scherer hat die bewegte, nachdenkliche, aber auch humorvolle Biographie des Meisters von 1998 gelesen.

"Sie erinnern sich nicht mehr an mich?" fragt Andy Buck mit seinem Co-Autor Johannes Ehrmann schon im Vorwort. Lautern-Fans, die älter als 30 Jahre sind, könnten da irritiert aufschauen. Nicht erinnern - an Andy Buck? Der ist am Betze doch Kult. Wenn die West zwischen 1997 und 2002 wie ein Traktormotor zu stottern begann - "Buck, Buck, Buck, Buck" - wusste jeder im Fritz-Walter-Stadion, wer gerade mit dem Ball am Fuß die rechte Außenlinie entlangraste. Vor allem der bedauernswerte Wicht, der beim Gegner linker Verteidiger spielte.

Im gesamtdeutschen Fußballgedächtnis aber dürfte Andy Buck längst vergessen sein. Insofern ist fraglich, dass eine Biographie wie "Turbo" ein breites Leserpublikum findet. Was freilich schade wäre. Bestsellerautor Ronald Reng machte schließlich schon 2013 deutlich, dass es nicht die Topstars sind, die die wirklich guten Geschichten aus dem Innenleben des Ballsports liefern. Indem er keinen Beckenbauer oder Rummenigge in den Mittelpunkt seines Buchs "Spieltage - Die etwas andere Geschichte der Bundesliga" stellte, sondern den Spieler und Trainer Heinz Höher, der in beiden Karrieren mehr Tiefen als Höhen durchlebte.

"Ich bin ein Held gewesen und ein Trottel"

Ähnlich ist auch "Turbos" Ansatz. "Ich bin ein Held gewesen und ein Trottel", bereitet Andy Buck seine Leser schon früh auf das Auf und Ab vor, das sie auf den kommenden 224 Seiten erwartet. Sicher, er durfte als Aktiver gleich mit zwei Klubs Deutsche Meisterschaften feiern, mit dem VfB Stuttgart zusätzlich auch noch einen DFB-Pokalsieg. Aber er hat auch intensiv die Schattenseiten des Sports kennengelernt, die er dank der Unterstützung seines in FCK-Kreisen gleichfalls gut bekannten Co-Autors Johannes Ehrmann (u.a. "Wenn der Betze bebt") ebenso intensiv zu beschreiben vermag.

Etwa, wie es ist, als Jungspund von etablierten Teamkollegen erstmal ordentlich getreten zu werden - seinen ersten Bänderriss verpasst ihm ein gewisser Michael Frontzeck. Oder, wie es ist, gemobbt zu werden, etwa von einem gewissen Mario Basler. Oder, wie es ist, von einem Trainer, einem gewissen Jürgen Klopp, gesagt zu bekommen, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird, was für einen 33-Jährigen gleichbedeutend ist mit dem Karriereaus.

Was die Jahre im Fußballgeschäft ihn lehrten, fasst Buck bereits im Vorwort zusammen:

"Demut und Freundlichkeit? Hätte ich mich daran gehalten, ich hätte nicht ein einziges Bundesligaspiel gemacht. Das Fußballgeschäft schert sich nicht um die Regeln der Gesellschaft. Es hat seine eigene Moral. Sie widerspricht fast allem, was wir unseren Kindern fürs Leben mitzugeben versuchen. Im Fußball gewinnt der, der am wenigsten zweifelt. Der, der auch mal zutritt, wenn es nötig ist. Hier regieren die mit den wenigsten Skrupeln. Wer zweifelt, spielt nicht. Wer zu viel nachdenkt, verliert. Mitleid ist Gift, und die ärmsten Schweine kriegen die meiste Häme ab."

Die Champions League macht Reiche reicher, Arme ärmer

Dennoch ist "Turbo" keine Abrechnung. Dazu analysieren Buck und Ehrmann zu nüchtern, dazu geht der Protagonist auch mit sich selbst zu kritisch um. Wie er nach seiner Karriere von einem falschen Freund mit einer Beteiligung an einer dubiosen Projektgesellschaft um sein beinahe gesamtes Vermögen gebracht wird, dürfte so ehrlich noch kaum ein Ex-Profi geschildert haben.

Und in so wenigen präzisen Worten war noch kaum irgendwo nachzulesen, wann und wie die totale Kommerzialisierung des Fußballs begann. Dass es nicht nur die explodierenden Fernsehgelder waren, die die Schere zwischen Arm und Reich innerhalb weniger Jahre immer brutaler auseinander klaffen ließen. Sondern vor allem die Erweiterung der Champions League Mitte der 1990er Jahre, die nicht von ungefähr eine Erfindung der damals schon reichsten Klubs war: Wer sich von nun an drei, vier Jahre hintereinander für das Euro-Spektakel qualifizierte, vergrößerte seinen finanziellen Vorsprung gegenüber der nationalen Konkurrenz derart immens, dass diese fortan nur noch hinterherhinken konnte.

Der FCK hätte dabei durchaus ebenfalls mitkassieren können. War er doch 1998 Deutscher Meister geworden und damit erstmals für die Champions League qualifiziert - also exakt in der Zeit, in der sich die Einnahmespirale mit Vehemenz nach oben zu schrauben begann. Leider aber verzockte der Klub seine Pole Position in den Folgejahren - und die hat Andy Buck aus nächster Nähe miterlebt.

O-Ton Ratinho: "Wir musse mache Duell auf rechte Seite"

Aber keine Angst: Er hat nicht nur Negatives zu berichten, es gibt auch einiges zu schmunzeln. Etwa, wenn Buck schildert, wie er sich mit Ratinho zusammenrauft, mit dem er im Meisterjahr ein absolutes Dream Team auf der rechten Seite bildet:

"'Bucke', sagt der kleine Mann mit dem Kindergesicht. Er spricht in einem seltsamen Kauderwelsch. 'Trainer sagt, wir musse mache Duell auf rechte Seite. Gehe wir raus, haue ich dich um!' Eine Pause entsteht. Dann fängt Ratinho schallend an zu lachen, schlägt mir mit der flachen Hand auf den Rücken und watschelt mit seinen Kickschuhen in der Hand aus der Kabine."

Auch die Helden von damals würdigt "Bucke" gebührend:

"Große Egos gibt es auch in Kaiserslautern ausreichend. Sforza, Brehme, Wagner. Der Unterschied ist: Jedes Ich hat hier seinen Platz. Andreas Brehme ist der Standby-Kapitän, der spielt, wenn er gebraucht wird und ansonsten im Hintergrund wirkt. Ciriaco Sforza ist der klare Anführer auf dem Platz, der nach dem Abpfiff komplett sein eigenes Ding macht. Olaf Marschall schießt in den ersten sechs Spielen sieben Tore und ist als Stürmer Nummer eins gesetzt. Ratinho und ich spielen nicht gegeneinander, sondern zusammen. Libero Miro Kadlec ist nicht mehr der Schnellste, aber er hält mit seinem grandiosen Stellungsspiel die Abwehr zusammen. Und niemand hat einen größeren Siegeswillen als unser Däne im Team, Michael Schjönberg."

Der Leser erfährt aber auch: Der FCK macht bereits in der Meistersaison 1997/98 Verlust, wie auch immer. Und dann geht es gar nicht mal so langsam, aber sicher bergab.

"Wir kommen nicht wieder. Rutschen Jahr für Jahr weiter ab. Die Vereinsführung geht ins Minus, haut Millionen raus, um irgendwie den Anschluss zu kriegen. Größenwahn hält Einzug. Am Ende ist der FCK pleite, das schöne Stadion verkauft. (...) Weder ich noch der 1. FC Kaiserslautern werden je wieder in der Champions League spielen."

Friedrich über Ballack: "Aus dir wird nie ein Großer"

Vorstandschef "Atze" Friedrich und Trainer Otto Rehhagel "vertrauen weiter auf alte Seilschaften. Holen ältere Spieler, vergraulen Talente." Insbesondere der junge Michael Ballack, mit dem Buck sich anfreundet, wird von den Verantwortlichen mit ungeheuerlicher Ignoranz behandelt.

",Aus dir wird nie ein Großer!’, hat Vorstand Friedrich ihm im Herbst bei einem Abendempfang an den Kopf geworfen. Einfach so. Ich weiß noch, wie wir danach auf der Eingangstreppe gesessen haben, Balle mit Tränen in den Augen."

"Balle" wechselt danach nach Leverkusen, später nach München - und wird der deutsche Ausnahmespieler der Nuller Jahre. Noch schlimmer wird’s, als Rehhagel Mario Basler auf den Betzenberg zurückholt. Prompt gewinnt dessen Schwager, der Spielerberater Roger Wittmann mit seiner Agentur Rogon, rasend schnell an Einfluss im Verein. Auf einmal sind 14 Spieler im FCK-Kader Wittmann-Schützlinge - und Andy Buck, der nicht dazu gehört, ist außen vor. Die Seilschaft scheint auch auf die Mannschaftsaufstellung einzuwirken. "Ich kann nicht so, wie ich will", soll Andreas Brehme, der als Rehhagel-Nachfolger Teamchef geworden ist, Buck im Vertrauen mitgeteilt haben. Davon abgesehen, reicht auch Brehmes Trainertalent nicht aus, um den FCK in der Spur zu halten: "Es wird ein Desaster." Der größte Witz: Nachdem Brehme gescheitert ist, tritt Atze Friedrich zurück. Und heuert kurz darauf in Wittmanns Agentur an...

"Das Powerplay der Mächtigen ist nichts für mich"

Natürlich geht Buck auch auf sein kurzes Intermezzo als Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern e.V. ein. Dieses Amt übte er ein dreiviertel Jahr nach der Ausgliederung von Februar bis Mai 2019 aus. Dass er nicht aus "zeitlichen Gründen" zurücktrat, wie es zunächst offiziell verlautbart wurde, dürfte bereits hinreichend bekannt sein. Im Buch werden die Hintergründe nun genauer erläutert. Es ist die Posse um den Beinahe-Investor Flavio Becca, die Buck anwidert. Den Rest gibt ihm eine geplante Finanzjonglage, mit der die monetäre Situation der ausgegliederten Kapitalgesellschaft aufgebessert werden soll.

"Gleichzeitig legt der Finanzvorstand der Profiabteilung uns Vereinsvorständen einen weiteren Darlehensvertrag vor. 1,9 Millionen Euro sollen kurzfristig vom eingetragenen Verein zur KG übertragen werden. Ohne Sicherheiten und auf Abruf. Unterschrift so schnell wie möglich. Es fehlt immer noch Geld für die Lizenz. Ich lasse die Sache bei einer Anwaltskanzlei mit Spezialgebiet Insolvenzrecht prüfen. Dort wird mir dringend abgeraten. Ich müsste notfalls persönlich haften. Könnte alles verlieren."

Stattdessen tritt er zurück: "Erleichtert hake ich das Kapitel ab. Das Powerplay der Mächtigen ist nichts für mich." Den Fußball während und nach Corona thematisiert "Turbo" ebenfalls schon. Wie so viele wünscht sich auch Andy Buck, dass das Virus im Fußballgeschäft vielleicht zu einer Zäsur führen könnte. Zu einem neuen Denken, etwa, was die Verteilung der Fernsehgelder angeht.

"Die kleinen Vereine sollten mehr aus dem Topf bekommen. Wie jetzt schon in England. Sonst passiert weiterhin das, was wir seit 20 Jahren sehen. Die Schere geht weiter auseinander. Einen Dauermeister Bayern kann keiner auf Jahrzehnte hinaus wollen. Nicht mal der FC Bayern selbst."

"Keine Geschichte ist wie die nächste"

Mit einer persönlichen Betrachtung der Entwicklungen im Jugendfußball schließt Buck ab. Plädiert für weniger Erfolgs- und Taktikdenken im Nachwuchsbereich, sondern dafür, den Jungen einfach wieder den Spaß am Spiel zurückzugeben. "Wer selbst Kinder hat, weiß, keins ist wie das andere. Es klingt banal, aber wir vergessen es oft. Unsere Eigenheiten sind es, die uns besonders machen."

Fazit: "Turbo" ist ein lesenswertes Buch, nicht nur, aber vor allem für FCK-Fans. "Keine Geschichte ist wie die nächste", erklärt der Held am Ende. "Vielleicht kann meine helfen, die Mechanismen im Fußball ein bisschen besser zu verstehen." Das tut sie.

"Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft" von Andreas Buck und Johannes Ehrmann ist im Klett-Cotta-Verlag erschienen, hat 224 Seiten und kostet als gedrucktes Buch 20 Euro, als E-Book 15,99 Euro. Erhältlich ist es bei Amazon und überall im Buchhandel. ISBN: 978-3-608-50469-9.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer


Gewinnspiel: Wir verlosen drei Exemplare von "Turbo"

In Zusammenarbeit mit dem herausgebenden Klett-Cotta-Verlag verlosen wir drei Exemplare von "Turbo". Zur Teilnahme muss folgende Frage beantwortet werden: Mit welchem Publikumsliebling bildete Andreas Buck im Meisterjahr 1997/98 ein kongeniales Duo auf der rechten Seite?


Ergänzung, 29.09.2020:

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Foto: Imago Images

Im Blickpunkt: Autorenlesung mit Andreas Buck
"Wir leben den Traum und niemand weckt uns auf"

Meisterspieler Andreas Buck stellt am Mittwoch im FCK-Museum seine Biographie "Turbo" vor. Wer live dabei sein möchte, kann sich noch per E-Mail anmelden. Zur Einstimmung veröffentlichen wir einen exklusiven Kapitel-Auszug aus dem Buch. Wir schreiben das Jahr 1997...

Im Juli 1997 sitze ich in der Kabine des Fritz-Walter-Stadions. Die Arena des 1. FC Kaiserslautern thront über der kleinen Stadt wie eine Ritterburg aus dem falschen Jahrhundert. Auf dem Trainingsplatz nebenan starten wir in die Saisonvorbereitung. Die Spieler trudeln ein, tauschen Sprüche aus, lachen. Die Euphorie des Aufstiegs vom Mai ist ihnen noch anzumerken. Auch ich bin voller Vorfreude. Brenne darauf, mich zu zeigen. Mit 29 bin ich wieder der Neue. Aber ich bin kein Unbekannter. Oft haben wir gegeneinander gespielt. Man kennt mich.

Otto Rehhagel kommt und gibt mir die Hand. "Andreas", sagt er feierlich, "Sie haben eine große Aufgabe vor sich. Sie müssen sich hier mit unserem Publikumsliebling messen!" Er deutet auf den kleinen Brasilianer Ratinho. Der hat in den letzten Spielen der Vorsaison ziemlich aufgedreht. Aber da war Lautern schon aufgestiegen, ein Team auf der Ehrenrunde. Mal schossen sie fünf Tore, mal sieben. Ein Spiel ging 7:6 aus, wie beim Tennis. Eine große Gaudi. Und Ratinho, das Mäuschen, mittendrin.

Aus Konkurrenten werden Kameraden: "Bucke" und das "Mäuschen"

Ich sehe, wie er zu mir herüber kommt. "Bucke", sagt der kleine Mann mit dem Kindergesicht. Er spricht in einem seltsamen Kauderwelsch. "Trainer sagt, wir musse mache Duell auf rechte Seite. Gehe wir raus, haue ich dich um!" Eine Pause entsteht. Dann fängt Ratinho schallend an zu lachen, schlägt mir mit der flachen Hand auf den Rücken und watschelt mit seinen Kickschuhen in der Hand aus der Kabine.

Ich bleibe missmutig zurück. Streiche mir über die Haarstoppeln. Neuerdings rasiere ich mir die Haare auf drei Millimeter. Ein Gag aus den letzten Wochen in Stuttgart. Langsam binde ich mir die Schuhe. Frage mich, was hier läuft. Ich dachte, ich war Rehhagels Wunschspieler. Schlecht gelaunt gehe ich im Stadion zum Pressefoto mit den anderen Neuzugängen. Die Fotografen fordern uns zum Lächeln auf. Ich kneife die Lippen zusammen.

Der Rest des Teams spielt schon jahrelang zusammen. Einige haben schon 1991 mit dem FCK die deutsche Meisterschaft gewonnen. Die beiden Tschechen Miro Kadlec und Pavel Kuka sind vor einem Jahr in England Vize-Europameister geworden. Der beinharte dänische Nationalspieler Michael Schjönberg bildet zusammen mit dem Franken Harry Koch die Innenverteidigung. Zentral im Mittelfeld spielt der Schweizer Nationalspieler Ciriaco Sforza. Über sieben Millionen Mark hat der FCK für ihn an Inter Mailand überwiesen. Nach monatelangem Poker. Nur Tage vor dem ersten Bundesligaspiel stößt Sforza zum Kader. Ein letztes Puzzlestück.

Der beste Aufsteiger aller Zeiten: Die Traumreise beginnt im Pub

Am ersten Spieltag müssen wir gleich beim übermächtigen FC Bayern München antreten. Da ist kein Raum für Nervenflattern. Rehhagel will Ballack auf die Tribüne setzen. Aber Brehme schreitet ein. Der Weltmeister verzichtet für seinen jungen Rivalen. Lässt sein Ego einmal Ego sein. Und erspart Ballack die Demütigung in seinem ersten Bundesligaspiel.

Der 1. August 1997 ist ein heißer, wolkenloser Samstag. Ich bin wegen einer Magen-Darm-Grippe in Kaiserslautern geblieben. Schaue das Spiel in einem Irish Pub. Gar nicht so leicht, eine Kneipe zu finden, die Premiere abonniert hat und das Topspiel überträgt. Ich sitze im Dunkel des Schankraums und trinke Mineralwasser. Die Kneipe ist voller Fans. Keiner scheint mich zu erkennen. Mein Konkurrent Ratinho liefert auf rechts ein grandioses Spiel ab. Zehn Minuten vor dem Ende köpft Michael Schjönberg eine Ecke von Sforza zum sensationellen 1:0-Sieg ins Tor von Oliver Kahn. Ballack sitzt 90 Minuten auf der Bank. Ich bezahle und lasse die Leute feiern.

Es ist ein Spätsommer, in dem vieles möglich scheint. Gerade hat Jan Ullrich als erster Deutscher die Tour de France gewonnen. Schumi fährt im roten Ferrari gegen den Kanadier Jacques Villeneuve um die WM. Und wir starten als Aufsteiger richtig durch. Gewinnen ein Spiel nach dem anderen. Spielen uns in einen nie geahnten Rausch. Von 17 Spielen in der Hinrunde gewinnen wir zwölf. Der beste Aufsteiger aller Zeiten.

Und ich? Bin mittendrin in der großen Party. Spiele wieder. Von Anfang an. Vier Tage nach dem Sieg in München steht das Heimspiel gegen Hertha BSC an. Die Berliner sind zusammen mit uns in die Bundesliga aufgestiegen. Diesmal sind wir der Favorit, müssen das Spiel machen. Aber es läuft nicht. In der Pause wechselt Rehhagel mich ein. Statt Ratinho oder Buck heißt es plötzlich: Ratinho und Buck. Ich spiele Rechtsaußen, Ratinho soll mich von Halbrechts aus mit präzisen Bällen füttern. Wenn der Ball im richtigen Moment kommt, bin ich nicht zu stoppen. Kann unbedrängt flanken. Es funktioniert. Und wie. Wir gewinnen. Und spielen Betze-Fußball vom Feinsten. Begeistern die Fans in der zweiten Hälfte mit einem schnellen Angriff nach dem nächsten.

"Wir stehen da oben als Erster und wissen auch nicht warum"

Es ist ein simples Rezept: Schnelle Sprints bis an die Grundlinie und dann Flanken in die Mitte. Dort hat Otto seine Kopfballspezialisten platziert. Olaf Marschall, Marian Hristov. Seine langen Kerls, wie er sie gerne nennt. So hat die deutsche Nationalelf in den Achtzigern zwei WM-Endspiele erreicht. So war Rehhagel in Bremen erfolgreich. Und auch wir gewinnen und gewinnen. Bleiben Tabellenführer, Woche für Woche. Ende September sitzt unser Linksaußen Martin Wagner im ZDF-Sportstudio und sagt: "Wir stehen da oben als Erster und wissen auch nicht warum."

Die Stimmung ist bestens, wie bei jedem Tabellenführer, und das Training meist locker. Normalerweise schmeißt Otto nach dem Aufwärmen einfach einen Ball in die Mitte, teilt zwei Teams ein und lässt eine Stunde frei spielen. So einen lockeren Rahmen habe ich in meiner ganzen Profilaufbahn noch nicht erlebt. Aber was für Trainingsspiele das sind! Wie wir es uns geben. Kein Fußballspieler verliert gerne, aber diese Truppe hasst es mehr als alles. Egal wann und wo. Rauf und runter geht es. Ohne Pause. Und wenn Michael Schjönbergs Team zurückliegt, springt man lieber schon einen Meter früher ab. So holen wir uns die nötige Wettkampfhärte ganz nebenbei.

Der Kader ist von Otto perfekt zusammengestellt. Wir alle wissen, wie das Spiel gespielt wird. Und wir haben alle etwas zu beweisen. Genau wie Rehhagel selber, den die Bayern nach einem Dreivierteljahr weggeschickt haben. Genau wie Sforza, der in München und Mailand nicht glücklich wurde. Genau wie ich, der Aussortierte aus Stuttgart. Unsere Egos haben alle einen Knacks. Wir haben Ruhe. Trainieren. Spielen. Gewinnen. Und ziehen abends mit der halben Mannschaft durch Kaiserslautern.

Helden ziehen durch die Lautrer Nacht: "Dass wir das noch erleben dürfen"

Wie eine Bezirksligatruppe geht es durch die Nacht. Der Weltmeister Arm in Arm mit dem Ersatzspieler. Zu zehnt gehen wir beim Italiener essen. Ziehen dann weiter in die Markthalle in der Innenstadt. Mischen uns unter die feiernden Fans. Lassen uns gerne noch eine Runde ausgeben. Lautern ist klein. Wir sind die Sensation der Bundesliga. Die Helden der Stadt. Da ist genug Ruhm für jeden von uns dabei.

Die Jungen wie Marco Reich können ihr Glück kaum fassen. In ihrem ersten Jahr spielen sie gleich um die Meisterschaft mit. Und wir Älteren hauen uns nach dem dritten Wodka-Lemon auf die Schultern, schauen uns in die glänzenden Augen und denken: Dass wir das noch erleben dürfen.

"Alle erwarten, dass wir verlieren" - Doch die Schale geht nach Lautern

Wir leben den Traum und niemand weckt uns auf. Anfang Dezember schlagen wir die Bayern im Rückspiel auf dem Betzenberg. Fahren Mitte Februar nach Stuttgart. Alle erwarten, dass wir verlieren. Aber auf Vorlage von Ratinho lege ich Marian Hristov den Siegtreffer auf. München verliert gleichzeitig in Berlin. Unser Vorsprung auf den FC Bayern wächst.

Drei Spieltage vor Schluss kommt Borussia Mönchengladbach zu uns ins Fritz-Walter-Stadion. Kurz vor der Pause liegen wir 0:2 hinten. Wieder steht alles auf dem Spiel. Nach 90 Minuten haben wir immerhin ein 2:2 geschafft. Nachspielzeit. Ein letzter Angriff. Marco Reich schlägt von links noch eine Flanke in den Strafraum. Olaf Marschall köpft sich den Ball an die eigene Schulter. In hohem Bogen fällt der Ball zum 3:2 in den Torwinkel. Zwei Spiele später sind wir wirklich Meister.

Vor dem bedeutungslosen Spiel in Hamburg überreicht Egidius Braun, der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, unserem Kapitän Ciriaco Sforza die silberne Meisterschale. Mit einem Jubelschrei stemmt Ciri die Schale nach oben.

Noch ein letztes Mal etwas Fußball-Romantik

"Ein Bundesliga-Aufsteiger, der Meister wird", sagt Otto Rehhagel nach dem Spiel in Hamburg, "das wird es nie wieder geben." Aber erst in den folgenden 20 Jahren ist klar geworden, wie recht er hatte. Die großen Clubs sind seit 1998 noch viel größer geworden, unerreichbar im Grunde für den Rest der Liga. Während wir noch feiern, werden dafür die Weichen gestellt. Eine Geschichte wie meine wird sich nicht wiederholen. Mit zwei verschiedenen Teams Meister zu werden, ohne je beim Dauermeister Bayern München gespielt zu haben, das haben überhaupt nur zwölf Spieler geschafft. Seit 2009 gar keiner mehr. Wie auch? Seit 2012 sind ja immer nur die Bayern Meister geworden.

Bevor der Fußball sich in der großen, weiten Welt verlor, kam er 1998 noch einmal bei sich an. Im kleinen Kaiserslautern in der wirtschaftlich schon abgehängten Pfälzer Provinz. Noch ein letztes Mal war so etwas wie Romantik möglich. Ein Triumph wie aus Fritz Walters Zeiten.

Die Sonne scheint. Das Bier fließt. Wir haken uns ein, schunkeln auf dem Rathausbalkon und blinzeln ins Licht des Erfolgs. Wir sind deutscher Meister. Im kommenden Jahr werden wir Champions League spielen. Und ich spiele mit.

Die Lesung von Andreas Buck und Johannes Ehrmann findet am Mittwoch, den 30. September 2020 im FCK-Museum des Fritz-Walter-Stadions statt und beginnt um 19:00 Uhr. Aufgrund der Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit der anhaltenden Coronavirus-Pandemie ist die Teilnehmerzahl limitiert. Anmeldungen können per E-Mail unter Angabe des Namens, der Anschrift und der Telefonnummer an museum@fck.de gesendet werden. Der Eintritt kostet 5,- Euro.

Update, 30.09.2020: Die heutige Autorenlesung wurde krankheitsbedingt abgesagt, über einen eventuellen Nachholtermin informiert der FCK später.


Quelle: Klett-Cotta-Verlag - "Turbo" / Autoren: Andreas Buck, Johannes Ehrmann



Beitragvon Thomas » 21.08.2020, 09:02


Bei "11 Freunde" gibt es heute einen Kapitelauszug aus dem Buch von Andreas Buck:

11 Freunde / Andreas Buck / Johannes Ehrmann hat geschrieben:"Andy, wir haben ein Pro­blem"

In der aller­ersten Cham­pions-League-Saison schei­terte der VfB Stutt­gart in einem kuriosen Geis­ter­spiel. Und Andy Buck wurde vom Helden zum Sün­den­bock. In seinem nun erschei­nenden Buch ​"Turbo" blickt er zurück auf das Duell mit Leeds United. Ein Auszug.


Mit dem Schluss­pfiff stehen die Fans von Leeds United auf und fangen an zu klat­schen. Minu­ten­lang hört der Applaus nicht auf im Sta­dion an der Elland Road. Die Eng­länder sind stolz auf ihr Team. Aber sie respek­tieren auch unseren Sieg gegen den eng­li­schen Meister nach zwei ver­rückten Spielen. 1:4 nach 3:0 im Hin­spiel. Wir sind weiter. Hauch­dünn. Der VfB Stutt­gart in der Cham­pions League 1992/93. Und mir ist das ent­schei­dende Tor gelungen.

In der Kabine liegen wir uns in den Armen. Im Bus zum Flug­hafen wird gesungen. Ich hänge selig in meinem Sitz und schaue raus in die Nacht. Mein Aus­wärts­treffer hat wirk­lich den Unter­schied gemacht. Ich kann es nicht fassen. Die Reporter haben sich auf meine Story gestürzt, sollen unseren Trainer Chris­toph Daum auf mich ange­spro­chen haben: ​‚Was wäre der VfB ohne Buck … ?‘ – ​‚Er soll ja schon bei Bun­des­trainer Berti Vogts auf dem Zettel stehen … ‘

Spät­nachts sitzen wir in dem Bri­tannia-Air­ways-Flieger, der uns von Man­chester zurück nach Stutt­gart bringt. Es muss ein Uhr sein oder zwei. Die Par­ty­stim­mung ist ver­flogen. Einige dösen vor sich hin. Eike Immel und Mau­rizio Gau­dino kloppen Karten. Manager Dieter Hoeneß tigert in Anzugs­hose und mit zer­knit­tertem Hemd auf und ab, die hohe Stirn in Falten. Dann berät er sich im vor­deren Teil der Maschine mit dem Prä­si­denten. MV guckt mür­risch. Was heckt er aus? Der Trainer ist in seinem Sitz ver­sunken, starrt apa­thisch vor sich hin. Chris­toph Daum scheint all seine Energie im Sta­dion gelassen zu haben. Ich sehe seinen Assis­tenten Lorenz-Gün­ther Köstner im Gang stehen und winke ihn zu mir.

‚Lorenz, was ist los? Hab ich was ver­passt?‘

Köstner weicht meinem Blick aus.

‚Erzähl mir nicht, dass wir doch nicht weiter sind!‘, sage ich, halb im Scherz.

Köstner beugt sich zu mir her­unter und senkt seine Stimme.

(...)

Quelle und kompletter Text: 11 Freunde
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Thomas » 21.08.2020, 19:17


Und noch ein schönes Interview von "Zeit Online" mit Andy Buck und Johannes Ehrmann:

Zeit Online hat geschrieben:"Das Produkt Fußball ist einfach zu geil, noch"

Die hohen Einnahmen der Champions League zerstören den Charme des Fußballs. Ein Gespräch darüber, was sich ändern muss, damit der Sport seine Fans behält.


Interview: Christian Spiller

Der ehemalige Fußballprofi Andreas Buck, Jahrgang 1967, wurde mit Stuttgart und Kaiserslautern Meister in der Bundesliga. Zusammen mit Johannes Ehrmann, Jahrgang 1983, schrieb Buck "Turbo: Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft". Das Buch beschreibt die schönen und die unschönen Seiten des Fußballs und hinterfragt die Geschäftsmechanismen des Sports.

ZEIT ONLINE: Herr Buck, wenn Sie in diesen Tagen das Champions-League-Finalturnier in Lissabon verfolgen, dann freuen Sie sich …

Andreas Buck: ... darüber, dass es jetzt um alles geht. Aber die leeren Ränge erinnern mich auch an unsere tragische Niederlage mit Stuttgart gegen Leeds United – 1992 im fast völlig leeren Camp Nou in Barcelona. Nach Christoph Daums Wechselfehler gab es ein drittes Spiel auf neutralem Platz. Meines Wissens war das das erste Geisterspiel der Champions-League-Geschichte.

ZEIT ONLINE: Vor 28 Jahren war das Format Champions League gerade neu eingeführt worden. Wie war das damals?

Buck: Ich war als Kind ein absoluter Fußballfan und für mich war der Vorgänger der Champions League, der Europapokal der Landesmeister, das Größte. Auch später als Fußballer. Das war die größte Bühne, die du als Spieler abseits der Nationalelf haben kannst. 1992 war die Hymne ja noch ganz neu. Später bekam ich eine Gänsehaut, wenn ich sie gehört habe. Das geht mir heute noch so.

ZEIT ONLINE: In Ihrem Buch aber schreiben Sie auch von der Champions League als "Etikettenschwindel".

Buck: Weil eben nicht mehr nur die Landesmeister dabei sind, die echten Champions, sondern auch der Viertplatzierte aus Deutschland, Spanien oder England. Viele Meister aus kleineren Ländern aber sind längst verschwunden. Mittlerweile ist es eine Liga der größten Vereine, aber keine Liga der Meister. Das ist nicht mehr die Champions League, wie ich sie kannte und mochte, sondern eine Gelddruckmaschine.

Johannes Ehrmann: Andy hat 1998 noch gegen den HJK Helsinki gespielt, den finnischen Meister. Seitdem hat es kein finnischer Vertreter mehr in die Gruppenphase geschafft.

ZEIT ONLINE: Die Champions League in dieser Form, ist sie gut oder schlecht für den Fußball?

Ehrmann: Sie hat auf die nationalen Ligen, vor allem auch auf die Bundesliga, in den vergangenen 20 Jahren einen sehr negativen Einfluss gehabt. Die Bundesliga ist auch wegen der Champions League in einer großen Krise. Sie ist in einer Art Wachkoma und muss sich fragen, wo sie hinwill. Die Erlöse aus den TV-Einnahmen gehen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder zurück. Die Leute wenden sich ab. Die ARD-Sportschau hat zuletzt innerhalb weniger Wochen 1,5 Millionen Zuschauer verloren. Das verwundert nicht. Eine Liga, in der der Erste sich fast doppelt so hohe Personalkosten leisten kann wie der Zweite, und fast dreimal so viel wie der Dritte, die kann als sportlicher Wettbewerb ja nicht mehr funktionieren. Das ist eine klare Folge der Champions-League-Gelder. Aber ein neuntes oder zehntes Mal den FC Bayern als Meister, das können eigentlich nicht mal die Bayern selbst wollen.

Buck: Früher war immer das beste Argument dafür, dass die Bayern mehr Fernseheinnahmen bekommen: Die interessieren die Leute halt. Mittlerweile schalte ich ab, wenn es 1:0 steht, weil das Ding dann erledigt ist. Viele Gegner sind fast dankbar, wenn sie nur 0:3 verlieren.

ZEIT ONLINE: Herr Buck, Sie sind 1998 mit Kaiserslautern als Aufsteiger Meister geworden. Wäre so etwas heute noch mal möglich?


Buck: Definitiv nicht. (...)

Quelle und kompletter Text: Zeit Online
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Kohlmeyer » 30.08.2020, 22:00


Wir haben das Buch gelesen und geben eine Empfehlung ab: Das erwartet Euch in "Turbo".

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Rezension: Buch "Turbo: Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft"
Buck, Buck, Buck: Im "Turbo" durch drei Fußball-Dekaden


Er war schon auf dem Rasen einer der Schnellsten, doch auch als Autor seiner Biographie "Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft" setzt Andreas Buck auf Tempo. Eric Scherer hat die bewegte, nachdenkliche, aber auch humorvolle Biographie des Meisters von 1998 gelesen.

"Sie erinnern sich nicht mehr an mich?" fragt Andy Buck mit seinem Co-Autor Johannes Ehrmann schon im Vorwort. Lautern-Fans, die älter als 30 Jahre sind, könnten da irritiert aufschauen. Nicht erinnern - an Andy Buck? Der ist am Betze doch Kult. Wenn die West zwischen 1997 und 2002 wie ein Traktormotor zu stottern begann - "Buck, Buck, Buck, Buck" - wusste jeder im Fritz-Walter-Stadion, wer gerade mit dem Ball am Fuß die rechte Außenlinie entlangraste. Vor allem der bedauernswerte Wicht, der beim Gegner linker Verteidiger spielte.

Im gesamtdeutschen Fußballgedächtnis aber dürfte Andy Buck längst vergessen sein. Insofern ist fraglich, dass eine Biographie wie "Turbo" ein breites Leserpublikum findet. Was freilich schade wäre. Bestsellerautor Ronald Reng machte schließlich schon 2013 deutlich, dass es nicht die Topstars sind, die die wirklich guten Geschichten aus dem Innenleben des Ballsports liefern. Indem er keinen Beckenbauer oder Rummenigge in den Mittelpunkt seines Buchs "Spieltage - Die etwas andere Geschichte der Bundesliga" stellte, sondern den Spieler und Trainer Heinz Höher, der in beiden Karrieren mehr Tiefen als Höhen durchlebte.

"Ich bin ein Held gewesen und ein Trottel"

Ähnlich ist auch "Turbos" Ansatz. "Ich bin ein Held gewesen und ein Trottel", bereitet Andy Buck seine Leser schon früh auf das Auf und Ab vor, das sie auf den kommenden 224 Seiten erwartet. Sicher, er durfte als Aktiver gleich mit zwei Klubs Deutsche Meisterschaften feiern, mit dem VfB Stuttgart zusätzlich auch noch einen DFB-Pokalsieg. Aber er hat auch intensiv die Schattenseiten des Sports kennengelernt, die er dank der Unterstützung seines in FCK-Kreisen gleichfalls gut bekannten Co-Autors Johannes Ehrmann (u.a. "Wenn der Betze bebt") ebenso intensiv zu beschreiben vermag.

Etwa, wie es ist, als Jungspund von etablierten Teamkollegen erstmal ordentlich getreten zu werden - seinen ersten Bänderriss verpasst ihm ein gewisser Michael Frontzeck. Oder, wie es ist, gemobbt zu werden, etwa von einem gewissen Mario Basler. Oder, wie es ist, von einem Trainer, einem gewissen Jürgen Klopp, gesagt zu bekommen, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird, was für einen 33-Jährigen gleichbedeutend ist mit dem Karriereaus.

Was die Jahre im Fußballgeschäft ihn lehrten, fasst Buck bereits im Vorwort zusammen:

"Demut und Freundlichkeit? Hätte ich mich daran gehalten, ich hätte nicht ein einziges Bundesligaspiel gemacht. Das Fußballgeschäft schert sich nicht um die Regeln der Gesellschaft. Es hat seine eigene Moral. Sie widerspricht fast allem, was wir unseren Kindern fürs Leben mitzugeben versuchen. Im Fußball gewinnt der, der am wenigsten zweifelt. Der, der auch mal zutritt, wenn es nötig ist. Hier regieren die mit den wenigsten Skrupeln. Wer zweifelt, spielt nicht. Wer zu viel nachdenkt, verliert. Mitleid ist Gift, und die ärmsten Schweine kriegen die meiste Häme ab."

Die Champions League macht Reiche reicher, Arme ärmer

Dennoch ist "Turbo" keine Abrechnung. Dazu analysieren Buck und Ehrmann zu nüchtern, dazu geht der Protagonist auch mit sich selbst zu kritisch um. Wie er nach seiner Karriere von einem falschen Freund mit einer Beteiligung an einer dubiosen Projektgesellschaft um sein beinahe gesamtes Vermögen gebracht wird, dürfte so ehrlich noch kaum ein Ex-Profi geschildert haben.

Und in so wenigen präzisen Worten war noch kaum irgendwo nachzulesen, wann und wie die totale Kommerzialisierung des Fußballs begann. Dass es nicht nur die explodierenden Fernsehgelder waren, die die Schere zwischen Arm und Reich innerhalb weniger Jahre immer brutaler auseinander klaffen ließen. Sondern vor allem die Erweiterung der Champions League Mitte der 1990er Jahre, die nicht von ungefähr eine Erfindung der damals schon reichsten Klubs war: Wer sich von nun an drei, vier Jahre hintereinander für das Euro-Spektakel qualifizierte, vergrößerte seinen finanziellen Vorsprung gegenüber der nationalen Konkurrenz derart immens, dass diese fortan nur noch hinterherhinken konnte.

Der FCK hätte dabei durchaus ebenfalls mitkassieren können. War er doch 1998 Deutscher Meister geworden und damit erstmals für die Champions League qualifiziert - also exakt in der Zeit, in der sich die Einnahmespirale mit Vehemenz nach oben zu schrauben begann. Leider aber verzockte der Klub seine Pole Position in den Folgejahren - und die hat Andy Buck aus nächster Nähe miterlebt.

O-Ton Ratinho: "Wir musse mache Duell auf rechte Seite"

Aber keine Angst: Er hat nicht nur Negatives zu berichten, es gibt auch einiges zu schmunzeln. Etwa, wenn Buck schildert, wie er sich mit Ratinho zusammenrauft, mit dem er im Meisterjahr ein absolutes Dream Team auf der rechten Seite bildet:

"'Bucke', sagt der kleine Mann mit dem Kindergesicht. Er spricht in einem seltsamen Kauderwelsch. 'Trainer sagt, wir musse mache Duell auf rechte Seite. Gehe wir raus, haue ich dich um!' Eine Pause entsteht. Dann fängt Ratinho schallend an zu lachen, schlägt mir mit der flachen Hand auf den Rücken und watschelt mit seinen Kickschuhen in der Hand aus der Kabine."

Auch die Helden von damals würdigt "Bucke" gebührend:

"Große Egos gibt es auch in Kaiserslautern ausreichend. Sforza, Brehme, Wagner. Der Unterschied ist: Jedes Ich hat hier seinen Platz. Andreas Brehme ist der Standby-Kapitän, der spielt, wenn er gebraucht wird und ansonsten im Hintergrund wirkt. Ciriaco Sforza ist der klare Anführer auf dem Platz, der nach dem Abpfiff komplett sein eigenes Ding macht. Olaf Marschall schießt in den ersten sechs Spielen sieben Tore und ist als Stürmer Nummer eins gesetzt. Ratinho und ich spielen nicht gegeneinander, sondern zusammen. Libero Miro Kadlec ist nicht mehr der Schnellste, aber er hält mit seinem grandiosen Stellungsspiel die Abwehr zusammen. Und niemand hat einen größeren Siegeswillen als unser Däne im Team, Michael Schjönberg."

Der Leser erfährt aber auch: Der FCK macht bereits in der Meistersaison 1997/98 Verlust, wie auch immer. Und dann geht es gar nicht mal so langsam, aber sicher bergab.

"Wir kommen nicht wieder. Rutschen Jahr für Jahr weiter ab. Die Vereinsführung geht ins Minus, haut Millionen raus, um irgendwie den Anschluss zu kriegen. Größenwahn hält Einzug. Am Ende ist der FCK pleite, das schöne Stadion verkauft. (...) Weder ich noch der 1. FC Kaiserslautern werden je wieder in der Champions League spielen."

Friedrich über Ballack: "Aus dir wird nie ein Großer"

Vorstandschef "Atze" Friedrich und Trainer Otto Rehhagel "vertrauen weiter auf alte Seilschaften. Holen ältere Spieler, vergraulen Talente." Insbesondere der junge Michael Ballack, mit dem Buck sich anfreundet, wird von den Verantwortlichen mit ungeheuerlicher Ignoranz behandelt.

",Aus dir wird nie ein Großer!’, hat Vorstand Friedrich ihm im Herbst bei einem Abendempfang an den Kopf geworfen. Einfach so. Ich weiß noch, wie wir danach auf der Eingangstreppe gesessen haben, Balle mit Tränen in den Augen."

"Balle" wechselt danach nach Leverkusen, später nach München - und wird der deutsche Ausnahmespieler der Nuller Jahre. Noch schlimmer wird’s, als Rehhagel Mario Basler auf den Betzenberg zurückholt. Prompt gewinnt dessen Schwager, der Spielerberater Roger Wittmann mit seiner Agentur Rogon, rasend schnell an Einfluss im Verein. Auf einmal sind 14 Spieler im FCK-Kader Wittmann-Schützlinge - und Andy Buck, der nicht dazu gehört, ist außen vor. Die Seilschaft scheint auch auf die Mannschaftsaufstellung einzuwirken. "Ich kann nicht so, wie ich will", soll Andreas Brehme, der als Rehhagel-Nachfolger Teamchef geworden ist, Buck im Vertrauen mitgeteilt haben. Davon abgesehen, reicht auch Brehmes Trainertalent nicht aus, um den FCK in der Spur zu halten: "Es wird ein Desaster." Der größte Witz: Nachdem Brehme gescheitert ist, tritt Atze Friedrich zurück. Und heuert kurz darauf in Wittmanns Agentur an...

"Das Powerplay der Mächtigen ist nichts für mich"

Natürlich geht Buck auch auf sein kurzes Intermezzo als Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern e.V. ein. Dieses Amt übte er ein dreiviertel Jahr nach der Ausgliederung von Februar bis Mai 2019 aus. Dass er nicht aus "zeitlichen Gründen" zurücktrat, wie es zunächst offiziell verlautbart wurde, dürfte bereits hinreichend bekannt sein. Im Buch werden die Hintergründe nun genauer erläutert. Es ist die Posse um den Beinahe-Investor Flavio Becca, die Buck anwidert. Den Rest gibt ihm eine geplante Finanzjonglage, mit der die monetäre Situation der ausgegliederten Kapitalgesellschaft aufgebessert werden soll.

"Gleichzeitig legt der Finanzvorstand der Profiabteilung uns Vereinsvorständen einen weiteren Darlehensvertrag vor. 1,9 Millionen Euro sollen kurzfristig vom eingetragenen Verein zur KG übertragen werden. Ohne Sicherheiten und auf Abruf. Unterschrift so schnell wie möglich. Es fehlt immer noch Geld für die Lizenz. Ich lasse die Sache bei einer Anwaltskanzlei mit Spezialgebiet Insolvenzrecht prüfen. Dort wird mir dringend abgeraten. Ich müsste notfalls persönlich haften. Könnte alles verlieren."

Stattdessen tritt er zurück: "Erleichtert hake ich das Kapitel ab. Das Powerplay der Mächtigen ist nichts für mich." Den Fußball während und nach Corona thematisiert "Turbo" ebenfalls schon. Wie so viele wünscht sich auch Andy Buck, dass das Virus im Fußballgeschäft vielleicht zu einer Zäsur führen könnte. Zu einem neuen Denken, etwa, was die Verteilung der Fernsehgelder angeht.

"Die kleinen Vereine sollten mehr aus dem Topf bekommen. Wie jetzt schon in England. Sonst passiert weiterhin das, was wir seit 20 Jahren sehen. Die Schere geht weiter auseinander. Einen Dauermeister Bayern kann keiner auf Jahrzehnte hinaus wollen. Nicht mal der FC Bayern selbst."

"Keine Geschichte ist wie die nächste"

Mit einer persönlichen Betrachtung der Entwicklungen im Jugendfußball schließt Buck ab. Plädiert für weniger Erfolgs- und Taktikdenken im Nachwuchsbereich, sondern dafür, den Jungen einfach wieder den Spaß am Spiel zurückzugeben. "Wer selbst Kinder hat, weiß, keins ist wie das andere. Es klingt banal, aber wir vergessen es oft. Unsere Eigenheiten sind es, die uns besonders machen."

Fazit: "Turbo" ist ein lesenswertes Buch, nicht nur, aber vor allem für FCK-Fans. "Keine Geschichte ist wie die nächste", erklärt der Held am Ende. "Vielleicht kann meine helfen, die Mechanismen im Fußball ein bisschen besser zu verstehen." Das tut sie.

"Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft" von Andreas Buck und Johannes Ehrmann ist im Klett-Cotta-Verlag erschienen, hat 224 Seiten und kostet als gedrucktes Buch 20 Euro, als E-Book 15,99 Euro. Erhältlich ist es bei Amazon und überall im Buchhandel. ISBN: 978-3-608-50469-9.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer


Gewinnspiel: Wir verlosen drei Exemplare von "Turbo"

In Zusammenarbeit mit dem herausgebenden Klett-Cotta-Verlag verlosen wir drei Exemplare von "Turbo". Zur Teilnahme muss folgende Frage beantwortet werden: Mit welchem Publikumsliebling bildete Andreas Buck im Meisterjahr 1997/98 ein kongeniales Duo auf der rechten Seite?


Weitere Links zum Thema:

- Daum und Otto, Champions League und Betze-Drama (Der Betze brennt, 17.08.2020)



Beitragvon ThisIsKaiserslautern » 31.08.2020, 07:41


Weckt direkt sehr viele, leider auch viele negativen Erinnerungen bei mir. Traurig und wütend machen mich die Aussagen zu Friedrich, Basler und Wittmann. Unglaublich, was die dem Verein angetan haben. In Miros Biographie steht es genauso. Es wurde Druck auf die Spieler ausgeübt, dass man doch bitte von denen beraten werden soll oder man würde nicht mehr spielen. Wahnsinn!



Beitragvon Reddevil1901 » 31.08.2020, 10:51


Find ich super, dass die Verfilmung schon vorweg genommen wurde: https://www.youtube.com/watch?v=eZjDmr-cCXA



Beitragvon Reddevil1901 » 31.08.2020, 10:53


ThisIsKaiserslautern hat geschrieben:Traurig und wütend machen mich die Aussagen zu Friedrich, Basler und Wittmann. Unglaublich, was die dem Verein angetan haben. In Miros Biographie steht es genauso. Es wurde Druck auf die Spieler ausgeübt, dass man doch bitte von denen beraten werden soll oder man würde nicht mehr spielen. Wahnsinn!


Und deshalb bekommt der Neustädter Dummbabbler zurecht keine Freikarten uffm Betze.



Beitragvon jones83 » 03.09.2020, 14:18


Könnte mich vergessen, wenn von Rehagels Wechselfehler berichtet wird.
Ich war im Stadion und die Vorgeschichte die immer hinten runter fallen gelassen wird, war entscheidend für diesen total menschlichen Aussetzer.
Michel Schjönberg rauschte nämlich mit dem Bochumer Torhüter Ernst mit enormer Geschwindigkeit zusammen und zog sich einen Doppelten Bruch, also Schien- und Wadenbein zu. Das hat so geknallt, dass Du auf der Tribüne das Brechen der Knochen gehört hast. Da war eine gespenstische Stille im Stadion. Jeder war geschockt. Schjönberg krümmte sich vor Schmerzen auf dem Rasen und jedem war klar, dass diese Verletzung ganz dramatisch sein musste. Otto Rehagel selbst unter Schock wechselte halt den einzigen Verteidiger den er auf der Bank hatte ein und dann war‘s passiert. Die Medien haben sich dann daran aufgegeilt, dass Otto Hany Ramzy zugerufen hat er solle eine Verletzung vortäuschen und der humpelte dann kurzerhand und wurde ausgewechselt...
König Otto müsste eigentlich Kaiser Otto heißen, denn er war bis heute der wahrscheinlich beste Trainer der die Welt je gesehen hat. Besser als Pepp, Klopp oder Morinho.
Mit Griechenland Europameister und mit welchen schlechten Spielern...mit dem FCK als Aufsteiger Deutscher Meister, dass wird niemals wiederholt werden.
Sorry Andy es ist Dein Thema und nicht Otto. Werd mir Dein Buch holen.



Beitragvon jürgen.rische1998 » 03.09.2020, 22:51


jones83 hat geschrieben:König Otto müsste eigentlich Kaiser Otto heißen, denn er war bis heute der wahrscheinlich beste Trainer der die Welt je gesehen hat. Besser als Pepp, Klopp oder Morinho.
Mit Griechenland Europameister und mit welchen schlechten Spielern...mit dem FCK als Aufsteiger Deutscher Meister, dass wird niemals wiederholt werden.
Sorry Andy es ist Dein Thema und nicht Otto. Werd mir Dein Buch holen.



:love: Unterschreibe ich genau so. Was Rehagel in Bremen, Lautern und Griechenland geschafft hat ist und bleibt unerreicht. Weil er mehr als das Maximum raus geholt hat. Sowas passiert in dem Geschäft heute nicht mehr. Weil auch gute Trainer diese brutale Kluft nicht mehr aufholen können.
Omnia vincit amor



Beitragvon Yogi » 04.09.2020, 13:33


Habe das Buch auch gelesen, sehr interessant und empfehlenswert. Bestaetigt auch meine Meinung zu dem Vogel Basler, Friedrich und Wittemann.... Abzocken abkassieren und Dummbabbeln. Totengräber des Vereins



Beitragvon Miggeblädsch » 05.09.2020, 16:36


Abgesehen davon, dass Andy Buck mehr als deutliche Fußabdrücke auf dem Rasen des geheiligten Berges zurück gelassen hat (die Älteren wissen, wovon ich spreche) habe ich Andy Buck nicht nur als sehr sympathischen Typ, sondern auch als sehr intelligenten und reflektierten Menschen kennengelernt.

Ein Buch, dass ich definitiv lesen werde :daumen:
Jetzt geht's los



Beitragvon Lukn » 06.09.2020, 19:46


Richtig guter Typ! Weitere Einblicke von Andy Buck in seine Karriere sowie seine persönliche Traumelf aus früheren Mitspielern mit 6 FCK-Legenden :teufel2: findet ihr hier:
https://meine-traumelf.de/spieler/andreas-buck/



Beitragvon Thomas » 28.09.2020, 23:00


Morgen Abend ist die Lesung uffem Betze, heute gibts ein Kapitel hier vorab. :)

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Foto: Imago Images

Im Blickpunkt: Autorenlesung mit Andreas Buck
"Wir leben den Traum und niemand weckt uns auf"

Meisterspieler Andreas Buck stellt am Mittwoch im FCK-Museum seine Biographie "Turbo" vor. Wer live dabei sein möchte, kann sich noch per E-Mail anmelden. Zur Einstimmung veröffentlichen wir einen exklusiven Kapitel-Auszug aus dem Buch. Wir schreiben das Jahr 1997...

Im Juli 1997 sitze ich in der Kabine des Fritz-Walter-Stadions. Die Arena des 1. FC Kaiserslautern thront über der kleinen Stadt wie eine Ritterburg aus dem falschen Jahrhundert. Auf dem Trainingsplatz nebenan starten wir in die Saisonvorbereitung. Die Spieler trudeln ein, tauschen Sprüche aus, lachen. Die Euphorie des Aufstiegs vom Mai ist ihnen noch anzumerken. Auch ich bin voller Vorfreude. Brenne darauf, mich zu zeigen. Mit 29 bin ich wieder der Neue. Aber ich bin kein Unbekannter. Oft haben wir gegeneinander gespielt. Man kennt mich.

Otto Rehhagel kommt und gibt mir die Hand. "Andreas", sagt er feierlich, "Sie haben eine große Aufgabe vor sich. Sie müssen sich hier mit unserem Publikumsliebling messen!" Er deutet auf den kleinen Brasilianer Ratinho. Der hat in den letzten Spielen der Vorsaison ziemlich aufgedreht. Aber da war Lautern schon aufgestiegen, ein Team auf der Ehrenrunde. Mal schossen sie fünf Tore, mal sieben. Ein Spiel ging 7:6 aus, wie beim Tennis. Eine große Gaudi. Und Ratinho, das Mäuschen, mittendrin.

Aus Konkurrenten werden Kameraden: "Bucke" und das "Mäuschen"

Ich sehe, wie er zu mir herüber kommt. "Bucke", sagt der kleine Mann mit dem Kindergesicht. Er spricht in einem seltsamen Kauderwelsch. "Trainer sagt, wir musse mache Duell auf rechte Seite. Gehe wir raus, haue ich dich um!" Eine Pause entsteht. Dann fängt Ratinho schallend an zu lachen, schlägt mir mit der flachen Hand auf den Rücken und watschelt mit seinen Kickschuhen in der Hand aus der Kabine.

Ich bleibe missmutig zurück. Streiche mir über die Haarstoppeln. Neuerdings rasiere ich mir die Haare auf drei Millimeter. Ein Gag aus den letzten Wochen in Stuttgart. Langsam binde ich mir die Schuhe. Frage mich, was hier läuft. Ich dachte, ich war Rehhagels Wunschspieler. Schlecht gelaunt gehe ich im Stadion zum Pressefoto mit den anderen Neuzugängen. Die Fotografen fordern uns zum Lächeln auf. Ich kneife die Lippen zusammen.

Der Rest des Teams spielt schon jahrelang zusammen. Einige haben schon 1991 mit dem FCK die deutsche Meisterschaft gewonnen. Die beiden Tschechen Miro Kadlec und Pavel Kuka sind vor einem Jahr in England Vize-Europameister geworden. Der beinharte dänische Nationalspieler Michael Schjönberg bildet zusammen mit dem Franken Harry Koch die Innenverteidigung. Zentral im Mittelfeld spielt der Schweizer Nationalspieler Ciriaco Sforza. Über sieben Millionen Mark hat der FCK für ihn an Inter Mailand überwiesen. Nach monatelangem Poker. Nur Tage vor dem ersten Bundesligaspiel stößt Sforza zum Kader. Ein letztes Puzzlestück.

Der beste Aufsteiger aller Zeiten: Die Traumreise beginnt im Pub

Am ersten Spieltag müssen wir gleich beim übermächtigen FC Bayern München antreten. Da ist kein Raum für Nervenflattern. Rehhagel will Ballack auf die Tribüne setzen. Aber Brehme schreitet ein. Der Weltmeister verzichtet für seinen jungen Rivalen. Lässt sein Ego einmal Ego sein. Und erspart Ballack die Demütigung in seinem ersten Bundesligaspiel.

Der 1. August 1997 ist ein heißer, wolkenloser Samstag. Ich bin wegen einer Magen-Darm-Grippe in Kaiserslautern geblieben. Schaue das Spiel in einem Irish Pub. Gar nicht so leicht, eine Kneipe zu finden, die Premiere abonniert hat und das Topspiel überträgt. Ich sitze im Dunkel des Schankraums und trinke Mineralwasser. Die Kneipe ist voller Fans. Keiner scheint mich zu erkennen. Mein Konkurrent Ratinho liefert auf rechts ein grandioses Spiel ab. Zehn Minuten vor dem Ende köpft Michael Schjönberg eine Ecke von Sforza zum sensationellen 1:0-Sieg ins Tor von Oliver Kahn. Ballack sitzt 90 Minuten auf der Bank. Ich bezahle und lasse die Leute feiern.

Es ist ein Spätsommer, in dem vieles möglich scheint. Gerade hat Jan Ullrich als erster Deutscher die Tour de France gewonnen. Schumi fährt im roten Ferrari gegen den Kanadier Jacques Villeneuve um die WM. Und wir starten als Aufsteiger richtig durch. Gewinnen ein Spiel nach dem anderen. Spielen uns in einen nie geahnten Rausch. Von 17 Spielen in der Hinrunde gewinnen wir zwölf. Der beste Aufsteiger aller Zeiten.

Und ich? Bin mittendrin in der großen Party. Spiele wieder. Von Anfang an. Vier Tage nach dem Sieg in München steht das Heimspiel gegen Hertha BSC an. Die Berliner sind zusammen mit uns in die Bundesliga aufgestiegen. Diesmal sind wir der Favorit, müssen das Spiel machen. Aber es läuft nicht. In der Pause wechselt Rehhagel mich ein. Statt Ratinho oder Buck heißt es plötzlich: Ratinho und Buck. Ich spiele Rechtsaußen, Ratinho soll mich von Halbrechts aus mit präzisen Bällen füttern. Wenn der Ball im richtigen Moment kommt, bin ich nicht zu stoppen. Kann unbedrängt flanken. Es funktioniert. Und wie. Wir gewinnen. Und spielen Betze-Fußball vom Feinsten. Begeistern die Fans in der zweiten Hälfte mit einem schnellen Angriff nach dem nächsten.

"Wir stehen da oben als Erster und wissen auch nicht warum"

Es ist ein simples Rezept: Schnelle Sprints bis an die Grundlinie und dann Flanken in die Mitte. Dort hat Otto seine Kopfballspezialisten platziert. Olaf Marschall, Marian Hristov. Seine langen Kerls, wie er sie gerne nennt. So hat die deutsche Nationalelf in den Achtzigern zwei WM-Endspiele erreicht. So war Rehhagel in Bremen erfolgreich. Und auch wir gewinnen und gewinnen. Bleiben Tabellenführer, Woche für Woche. Ende September sitzt unser Linksaußen Martin Wagner im ZDF-Sportstudio und sagt: "Wir stehen da oben als Erster und wissen auch nicht warum."

Die Stimmung ist bestens, wie bei jedem Tabellenführer, und das Training meist locker. Normalerweise schmeißt Otto nach dem Aufwärmen einfach einen Ball in die Mitte, teilt zwei Teams ein und lässt eine Stunde frei spielen. So einen lockeren Rahmen habe ich in meiner ganzen Profilaufbahn noch nicht erlebt. Aber was für Trainingsspiele das sind! Wie wir es uns geben. Kein Fußballspieler verliert gerne, aber diese Truppe hasst es mehr als alles. Egal wann und wo. Rauf und runter geht es. Ohne Pause. Und wenn Michael Schjönbergs Team zurückliegt, springt man lieber schon einen Meter früher ab. So holen wir uns die nötige Wettkampfhärte ganz nebenbei.

Der Kader ist von Otto perfekt zusammengestellt. Wir alle wissen, wie das Spiel gespielt wird. Und wir haben alle etwas zu beweisen. Genau wie Rehhagel selber, den die Bayern nach einem Dreivierteljahr weggeschickt haben. Genau wie Sforza, der in München und Mailand nicht glücklich wurde. Genau wie ich, der Aussortierte aus Stuttgart. Unsere Egos haben alle einen Knacks. Wir haben Ruhe. Trainieren. Spielen. Gewinnen. Und ziehen abends mit der halben Mannschaft durch Kaiserslautern.

Helden ziehen durch die Lautrer Nacht: "Dass wir das noch erleben dürfen"

Wie eine Bezirksligatruppe geht es durch die Nacht. Der Weltmeister Arm in Arm mit dem Ersatzspieler. Zu zehnt gehen wir beim Italiener essen. Ziehen dann weiter in die Markthalle in der Innenstadt. Mischen uns unter die feiernden Fans. Lassen uns gerne noch eine Runde ausgeben. Lautern ist klein. Wir sind die Sensation der Bundesliga. Die Helden der Stadt. Da ist genug Ruhm für jeden von uns dabei.

Die Jungen wie Marco Reich können ihr Glück kaum fassen. In ihrem ersten Jahr spielen sie gleich um die Meisterschaft mit. Und wir Älteren hauen uns nach dem dritten Wodka-Lemon auf die Schultern, schauen uns in die glänzenden Augen und denken: Dass wir das noch erleben dürfen.

"Alle erwarten, dass wir verlieren" - Doch die Schale geht nach Lautern

Wir leben den Traum und niemand weckt uns auf. Anfang Dezember schlagen wir die Bayern im Rückspiel auf dem Betzenberg. Fahren Mitte Februar nach Stuttgart. Alle erwarten, dass wir verlieren. Aber auf Vorlage von Ratinho lege ich Marian Hristov den Siegtreffer auf. München verliert gleichzeitig in Berlin. Unser Vorsprung auf den FC Bayern wächst.

Drei Spieltage vor Schluss kommt Borussia Mönchengladbach zu uns ins Fritz-Walter-Stadion. Kurz vor der Pause liegen wir 0:2 hinten. Wieder steht alles auf dem Spiel. Nach 90 Minuten haben wir immerhin ein 2:2 geschafft. Nachspielzeit. Ein letzter Angriff. Marco Reich schlägt von links noch eine Flanke in den Strafraum. Olaf Marschall köpft sich den Ball an die eigene Schulter. In hohem Bogen fällt der Ball zum 3:2 in den Torwinkel. Zwei Spiele später sind wir wirklich Meister.

Vor dem bedeutungslosen Spiel in Hamburg überreicht Egidius Braun, der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, unserem Kapitän Ciriaco Sforza die silberne Meisterschale. Mit einem Jubelschrei stemmt Ciri die Schale nach oben.

Noch ein letztes Mal etwas Fußball-Romantik

"Ein Bundesliga-Aufsteiger, der Meister wird", sagt Otto Rehhagel nach dem Spiel in Hamburg, "das wird es nie wieder geben." Aber erst in den folgenden 20 Jahren ist klar geworden, wie recht er hatte. Die großen Clubs sind seit 1998 noch viel größer geworden, unerreichbar im Grunde für den Rest der Liga. Während wir noch feiern, werden dafür die Weichen gestellt. Eine Geschichte wie meine wird sich nicht wiederholen. Mit zwei verschiedenen Teams Meister zu werden, ohne je beim Dauermeister Bayern München gespielt zu haben, das haben überhaupt nur zwölf Spieler geschafft. Seit 2009 gar keiner mehr. Wie auch? Seit 2012 sind ja immer nur die Bayern Meister geworden.

Bevor der Fußball sich in der großen, weiten Welt verlor, kam er 1998 noch einmal bei sich an. Im kleinen Kaiserslautern in der wirtschaftlich schon abgehängten Pfälzer Provinz. Noch ein letztes Mal war so etwas wie Romantik möglich. Ein Triumph wie aus Fritz Walters Zeiten.

Die Sonne scheint. Das Bier fließt. Wir haken uns ein, schunkeln auf dem Rathausbalkon und blinzeln ins Licht des Erfolgs. Wir sind deutscher Meister. Im kommenden Jahr werden wir Champions League spielen. Und ich spiele mit.

Die Lesung von Andreas Buck und Johannes Ehrmann findet am Mittwoch, den 30. September 2020 im FCK-Museum des Fritz-Walter-Stadions statt und beginnt um 19:00 Uhr. Aufgrund der Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit der anhaltenden Coronavirus-Pandemie ist die Teilnehmerzahl limitiert. Anmeldungen können per E-Mail unter Angabe des Namens, der Anschrift und der Telefonnummer an museum@fck.de gesendet werden. Der Eintritt kostet 5,- Euro.

Update, 30.09.2020: Die heutige Autorenlesung wurde krankheitsbedingt abgesagt, über einen eventuellen Nachholtermin informiert der FCK später.


Quelle: Klett-Cotta-Verlag - "Turbo" / Autoren: Andreas Buck, Johannes Ehrmann

Weitere Links zum Thema

- Interview | Daum und Otto, Champions League und Betze-Drama (Der Betze brennt)
- Rezension | Buck, Buck, Buck: Im "Turbo" durch drei Fußball-Dekaden (Der Betze brennt)
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Walk on! » 29.09.2020, 08:01


"Es ist ein simples Rezept: Schnelle Sprints bis an die Grundlinie und dann Flanken in die Mitte. Dort hat Otto seine Kopfballspezialisten platziert. Olaf Marschall, Marian Hristov. Seine langen Kerls, wie er sie gerne nennt. So hat die deutsche Nationalelf in den Achtzigern zwei WM-Endspiele erreicht. So war Rehhagel in Bremen erfolgreich. Und auch wir gewinnen und gewinnen."

Es kann doch alles so einfach sein. Warum kompliziert im Sinne von Laptoptrainern spielen? Viel wichtiger als irgendwelche taktischen Vorgaben ist doch, die Lust der Spieler am Fußball zu wecken, diese zu motivieren und bei Laune zu halten. Lieber Trainer, die bei einem Spieler die Augen zum Leuchten bringen, als Trainer, die Spieler in irgendwelche taktischen Zwangsjacken stecken...



Beitragvon Schwebender Teufel » 29.09.2020, 13:17


Ja das ist alles so schön und nett und toll und die Erinnerungen sind auch wunderbar aber ganz ehrlich gesagt nach den letzten Jahren und Jahrzehnten kann ich es irgendwie nicht mehr hören und nicht mehr sehen die Gegenwart des fck es ist mittlerweile so düster da bringen selbst diese alten aufgewärmten Sachen nichts mehr :weinen:



Beitragvon Thomas » 30.09.2020, 10:27


Achtung, für alle Interessierten: Die heutige Autorenlesung mit Andreas Buck wurde krankheitsbedingt abgesagt!

FCK e.V. hat geschrieben:Absage: Lesung Andreas Buck

Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Andreas Buck kann die geplante Lesung am heutigen Abend leider nicht stattfinden. In der aktuellen Situation möchten sowohl der FCK als auch Andreas Buck kein Risiko eingehen, weshalb die Absage der Veranstaltung der logische Schritt ist.

Sollte es einen Ersatztermin geben, werden wir diesen zeitnah kommunizieren. Alle für den heutigen Abend bereits angemeldeten Personen hätten dabei Vortritt.

Wir wünschen Dir eine gute Besserung, Andy!

Link: https://www.facebook.com/1FCKaiserslauterneV/posts/361200435293732
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Thomas » 18.10.2020, 11:11


Auf der Frankfurter Buchmesse gab es gestern eine knapp 90-minütige Diskussionsrunde mit den Autoren Andreas Buck und Johannes Ehrmann über das Fußballgeschäft, inbegriffen viel Meinung und einige Anekdoten. Wer gerne reinschauen möchte:

» Zum Video: OPEN BOOKS: "Turbo" - Fussball, Kommerzialisierung und Corona
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Thomas » 27.10.2020, 17:40


Nicht ganz, aber fast passend zum Thema hier noch ein aktuelles Andreas-Buck-Interview bei unseren Freunden von "Fussballromantiker.com":

Fussballromantiker.com hat geschrieben:"Rehhagel war in seiner Menschenführung unschlagbar."

Andy Buck wurde mit dem VfB Stuttgart DFB-Pokalsieger und deutscher Meister, ehe er mit dem Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern 1998 die Sensations-Meisterschaft feierte.

(...)

In Kaiserslautern waren Sie unter Otto Rehhagel auf Anhieb unumstrittener Stammspieler und das Märchen nahm seinen Lauf. Ab welchem Zeitpunkt dachten Sie zum ersten Mal, dass die Sensation möglich ist, mit einem Aufsteiger Deutscher Meister zu werden?

Ich glaube es gab einen Spieltag im Februar, also in der Rückrunde schon, da mussten wir in Stuttgart spielen, die richtig stark waren und Bayern spielte in Berlin. Wir hatten einen Punkt Vorsprung. Da hat eigentlich jeder damit gerechnet, dass wir in Stuttgart verlieren und die Bayern an uns vorbeiziehen. Aber es kam genau anderes herum. Wir gewannen in Stuttgart und Bayern verlor in Berlin, sodass wir plötzlich vier Punkte Vorsprung hatten. Da habe ich gedacht, die Bayern versuchen immer uns zu kriegen, aber sie schaffen es nicht. Seit dem dritten Spieltag versuchen sie es, aber sie kommen einfach nicht an uns vorbei. Und wenn wir es schaffen, als Aufsteiger Deutscher Meister zu werden, dann ist das etwas für die Ewigkeit. Da dachte ich zum ersten Mal, das könnte funktionieren.

(...)

1999 verlor der FCK im UEFA-Cup Hinspiel bei Tottenham 0:1. Im legendären Rückspiel passierte lange Zeit nicht viel, ehe der Betzenberg in der Nachspielzeit explodierte. Erklären Sie uns aus Ihrer Sicht den Grund dafür.

An das Spiel kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Es war so ein typisches 0:0. In diesem Spiel hat Youri Djorkaeff, den ich als sehr guten Spieler in Erinnerung habe und der auch immer alles gegeben hat, jedoch in seiner FCK-Vita für Außenstehende nicht wirklich gut wegkommt, in der 90. Minute ein geniales Solo gestartet und ist an vier Leuten vorbei. Ich war rechts völlig frei und habe die ganze Zeit gewartet, dass er endlich den Ball abspielt. Im letzten Moment legt er ihn dann rüber und ich mache das 1:0. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings nur noch Offensive auf dem Feld, weil wir alles riskiert haben. Wir dachten dann, dass wir in einer Verlängerung schlechtere Karten hätten. Deswegen sind wir nochmal angerannt und es gab fast die identische Situation - Solo von Youri, er legt mir den Ball raus und ich wollte ihn eigentlich nur in die gefährliche Zone hineinbringen, schieße aber Stephen Carr an und der macht ein Eigentor. Das war so ähnlich wie Bayern gegen ManU, nur mit dem besseren Ausgang für die deutsche Mannschaft. Das sind die geilsten Siege.

Ein gutes Jahr später kam es zu einem weiteren Leckerbissen auf europäischem Terrain, nachdem es bei den Glasgow Rangers eine 0:1-Niederlage setzte. Im Fritz-Walter-Stadion spielte der FCK wie entfesselt und siegte mit 3:0. Wieder waren Sie unter den Torschützen. Ich habe selten so eine Lautstärke in einem Stadion erlebt, was auch an den tollen Fans der Rangers lag. Empfindet man so eine Atmosphäre als Spieler bewusst?

Ja, definitiv. Speziell das Hinspiel in Glasgow werde ich auch nie vergessen, weil dort eine enorme Lautstärke war. Da geht man durch den Spielertunnel nach draußen und bekommt Gänsehaut. In solchen Momenten muss man sich im Prinzip auch gar nicht warm machen, weil man so viel Adrenalin im Blut hat und diese Lautstärke als Energie aufsaugt. Im Rückspiel war es genauso. Die Jungs aus Glasgow haben Theater gemacht und unsere Fans haben genauso viel Theater gemacht, weil es auch zu einigen unschönen Szenen im Hinspiel kam. Deswegen war da eine Explosivität im Stadion, das nimmt man als Spieler einfach wahr. Ich habe es auch geliebt mich in Dortmund vor der gelben Wand warm zu machen, weil man von Zehntausenden ausgepfiffen wird. Das ist auch ein geiles Gefühl.

Quelle und kompletter Text: Fussballromantiker.com
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)




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