Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon Thomas » 07.03.2019, 11:30


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20 Jahre Fanfreundschaft: Kilmarnock & Kaiserslautern
Killies & K-Town: Over land and sea!

von Collettivo West (Gastautor)

Seit der UEFA-Cup-Begegnung vor 20 Jahren pflegen die Fans des 1. FC Kaiserslautern freundschaftliche Kontakte zum Kilmarnock FC. Vor ein paar paar Tagen flogen einige von ihnen wieder nach Schottland - der FCK-Fanclub "Collettivo West" berichtet.

Am letzten Wochenende im Februar war es mal wieder so weit. Unsere Jahrestour nach Kilmarnock stand an. Da es dieses Jahr mit dem 20-jährigen Jubiläum der Fanfreundschaft ein besonderes Jahr ist, war unsere Teilnehmerzahl mit 17 Leuten recht hoch und wir mussten schon recht früh einen Aufnahmestopp machen. Da die Orga für noch größere Gruppen vor Ort immer etwas schwieriger ist, nehmen wir immer nur eine gewisse Anzahl an Leuten mit. Neben unseren Stammfahrern hatten wir dieses mal auch ein paar Neue dabei, wobei die "Neuen" für uns gute alte Bekannte sind.

Wir trafen uns am Freitagmorgen in Kaiserslautern, um dann gemeinsam Richtung Flughafen zu fahren. Auf dem Hinflug hatten wir jede Menge Celtic-Leute an Bord, die von ihrem Spiel donnerstags in Valencia zurück reisten. Leicht genervt von den unnötigen Gesprächen im Flieger sind wir dann in Glasgow angekommen. Beim Verlassen des Flughafens wurde man dann noch von einer Gruppe Celtic-Ultras etwas kritischer beäugt. Das Schmunzeln konnten wir uns nicht verkneifen. Passiert ist nichts, aber das Rumtrollen hatte doch für etwas Erheiterung bei uns gesorgt.

Nachdem wir von unserem Fahrer abgeholt wurden, wurde erstmal der Fanshop angefahren, um sich mit dem neuesten Killie-Merchandise einzudecken. Nachdem alle versorgt waren machten wir einen kurzen Abstecher ins Hotel zum Einchecken, um kurz darauf in den Abend zu starten. Unser erster Anlaufpunkt in Kilmarnock ist das Whetherspoon, um gut und günstig zu essen. Danach ging es schon direkt weiter in die Kadikoi Bar, wo schon viele Killies auf uns warteten, um mit uns zu feiern. Die Party ging bis zur Sperrstunde, einige von uns gingen dann mit den Killies noch in die Disco, der Rest hatte sich schon Richtung Hotel begeben.

Killie-Fans zeigen stolz ihre Fotos aus Kaiserslautern von vor 20 Jahren

Was sehr schön war, es kamen viele Killies in die Kadikoi mit Bildern von vor 20 Jahren, als sie damals in Kaiserslautern waren. Manches Gruppenbild wurde abfotografiert und nach Lautern geschickt. Die verschiedenen Geschichten, was diejenigen in Kaiserslautern erlebt hatten, was für eine schöne Zeit sie hatten und wie froh sie sind, dass diese Freundschaft weiterhin besteht, muss man einfach erleben. Wir sind jedenfalls froh, dass wir auch einen Beitrag zu dieser Freundschaft leisten können, auch wenn die meisten von uns bei der Entstehung nicht dabei waren. Der Freitag war schon feucht-fröhlich. Was die kommenden Tage aber abgehen sollte, war dann noch etwas besser.

Am Samstagmorgen traf sich unsere Reisegruppe zum Frühstück im Whetherspoon, um danach Richtung Stadion zu laufen. Dort stand auch schon der Supporters-Bus bereit, um nach Livingston zum Auswärtsspiel zu fahren. Leider hatten wir es versäumt, freitagabends einzukaufen, weshalb es doch eine trockene Fahrt für uns werden sollte.

In Livingston angekommen, ging es für uns ins Stadionpub der Tony Macaroni Arena. Ja, dieser Name stimmt wirklich, mit ein Grund, warum wir diesmal Livingston gemacht haben. Nach einer Stunde im Pub ging es dann ins Stadion rein. Wir wurden von den Killies sehr freundlich begrüßt. Schnell noch alle Zaunfahnen ausgebreitet, und schon ging das Spiel auch los.

Das Spiel ist schnell erzählt, Livingston konnte nichts außer verteidigen und Killie hatte keine Ideen. Die einzige Chance von Livingston in der ersten Halbzeit wurde zum 1:0 genutzt. Von Killie kam bis auf eine Großchance in der 2. Halbzeit gar nichts mehr. So endete ein doch recht schlechtes Spiel von Killie 1:0 für Livingston, was für die Chancen auf einen UEFA-Cup-Platz der Killies alles andere als gut war.

Rückschlag in der Tony Macaroni Arena: Killie zittert um UEFA-Cup-Einzug

Im Gegensatz zum Spiel, war die Stimmung aber ganz gut. Wir sind immer wieder erstaunt, wie sich das immer mehr zum positiven entwickelt. Auch interessant, fast jeder Spieler hat sein eigenes Lied. Gut, in England ist das üblich, bei den Killies hatte in den letzten Jahren auch immer mal wieder ein Spieler sein eigenes Lied, aber die Vielzahl an Spielern hat uns doch überrascht. Nach dem Spiel haben wir noch ein Gruppenbild gemacht und waren dann auch schon wieder auf dem Rückweg.

In Kilmarnock angekommen, ging es in The Saltire Bar. Hier hatten die Killies einen Saal mit DJ und Karaoke gemietet und alle Killies eingeladen, um mit uns zusammen 20 Jahre Freundschaft zu feiern. Etwas über 100 Leute dürften es gewesen sein, die eine Riesenparty gefeiert haben. Der Saal war jedenfalls rappelvoll. Killies und Lautrer sangen, tanzten und tranken zusammen, so dass der Boden sich doch recht stark auf und ab bewegte und man öfters mal hoffte, kein Stockwerk tiefer zu landen. Viele neue Freundschaften konnten geschlossen werden. Für uns definitiv eine Party, die wir niemals vergessen werden. Irgendwann am Abend traf auch noch eine Fotografin der Lokalzeitung ein und hat jede Menge Bilder gemacht. Für einige von uns wäre es besser gewesen, sie wäre etwas früher gekommen. So konnten wir nach unserer Rückkehr noch einen tollen Bericht und jede Menge Bilder von der Party genießen.

Hier jedenfalls mal ein großes Dankeschön an alle, die dabei waren, die diesen Abend organisiert haben und natürlich an die super Bedienungen in der Saltire Bar. Wir waren definitv nicht das letze Mal da.

Am Sonntag ging es für uns nach dem Frühstück mit einem Bus nach Millport auf die Isle of Cumbrae. Wir machen immer am spielfreien Tag einen Ausflug, um etwas von der Landschaft zu sehen und natürlich die örtlichen Pubs zu testen. In den letzten Jahren sind wir immer nach Troon gefahren, ein kleines Fischerdorf am Meer in der Nähe von Kilmarnock.

Dieses Jahr sollte es deshalb mal nach Millport gehen. Bei wirklich traumhaftem Wetter, Sonne, blauem Himmel ging es gegen Mittag Richtung Millport. Unser FCK-Spiel gegen Zwickau wurde im Bus über Handy verfolgt, das 1:0 gefeiert, als wären wir aufgestiegen, geflucht beim verschossenen Elfer. So ging es schön entlang der Küste, wo man wieder wusste, warum Schottland zu den schönsten Ländern zählt. Mit der Fähre ging es dann auf die Insel. Die Überfahrt dauerte nicht lange und schon war man in dem Inselbus, der uns nach Millport brachte. Der Bus war nur etwas überladen, wodurch wir bei jedem Schlagloch aufsetzten. Dem Fahrer war das egal, heja als weider.

Frustsaufen nach dem späten Knock-Out des FCK gegen Zwickau

Am ersten Pub angekommen, wurde die Zeit aber noch genutzt um sich etwas umzusehen, Bilder zu machen oder einfach die Sonne zu genießen bei schönem Meeresrauschen. Nachdem jeder was zu trinken hatte, musste man feststellen, das unser Team wieder so saudumm war und in der Nachspielzeit den Ausgleich bekommen hat. Kollektives Fluchen war angesagt und die Stimmung war mal kurzzeitig dahin. Unsere schottischen Freunde wussten aber gut, wie man uns wieder aufbauen kann und nach zwei, drei Bier, war die Stimmung auch wieder gut.

Nachdem wir noch ein Big Picture geschossen hatten, machten wir uns auf in den nächsten Pub. Ein sehr uriger schöner Pub. Dort verging die Zeit wie im Fluge und schon waren wir im nächsten Pub. Man muss ja schließlich schauen, wo es am schönsten ist. Im dritten Pub war dann Karaoke und auch so circa 20 Einheimische darin. Es kam, wie es kommen musste, wir feierten, tanzten, sangen alle zusammen und es entwickelte sich eine super Stimmung. In diesem Pub blieben wir, bis wir wieder zur Fähre mussten. Die Einheimischen waren natürlich neugierig und wollten wissen, wo wir herkommen. Dadurch lernten wir auch Garry kennen, ein Rangers-Fan, der immer noch traurig darüber ist, das wir gegen sie im UEFA-Cup gewonnen hatten. Gegen 20:00 Uhr ging es wieder zurück zum Festland.

Dort hatten ein paar von unseren Freunden ein paar trollige Rangers-Leute entdeckt, denen man noch kurz "Hallo" sagte, um danach mit dem Bus zurück nach Kilmarnock zu fahren. Unseren Abschluss machten wir in der Kadikoi Bar. Übrigens, die Kadikoi ist so das Stammpub aller Lautrer Gruppen. Hier findet ihr jede Menge Schals und Aufkleber von Fanclubs, die schon dort waren. Es sind mittlerweile sehr viele FCK-Sachen in der Kadikoi. Für die meisten von uns ging es schon recht früh ins Hotel, hatte man doch in Millport die örtlichen Pubs ausreichend getestet und für gut befunden. Der Rest zog nach der Sperrstunde noch kurz weiter Richtung Disco, leider war diese auch schon zu.

Montagmorgens wurden wir wieder von unserem Fahrer abgeholt um Richtung, nein, nicht Flughafen... Wir hatten noch einen besonderen Programmpunkt vor uns, bevor es dann Richtung Flughafen ging. Wir sind erst noch nach Balloch am Loch Lomond gefahren, wo schon das gebuchte Ausflugsschiff bereit stand. Wir hatten eine Stunde Bootstour auf dem Loch Lomond gebucht. Bei wirklich tollem Wetter, nur leider saukalten Temperaturen (wenn man im Schatten stand), ging es auch schon los mit der Rundfahrt. Eine wirklich tolle mystische Kulisse tat sich uns auf. Das dunkle Wasser des Loch Lomond mit dem aufsteigenden Nebel und den erzählten Geschichten im Hintergrund hatte wirklich etwas. Als dann noch das Lied Loch Lomond gespielt wurde, bekamen einige sogar noch Gänsehaut. Die Stunde ging wirklich super schnell vorbei und man war noch richtig beeindruckt von der Kulisse, als man dann wieder in unserem Bus saß, um an den Flughafen zu fahren. Am Flughafen traf man dann noch ein paar Offenbacher, Dortmunder, Pauli-Gelumpes, so dass 90% von dem Flug Hopper waren, die Celtic schauen waren. Nach der Ankunft am Flughafen verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Heimweg.

Zum Abschluss noch ein Besuch bei Barrie...

Eins habe ich noch vergessen. Das war unser trauriger Moment in Schottland. Auch das ist uns wichtig. Samstagmorgens vor unserem Frühstück sind wir noch zu Barrie ans Grab. Barrie wäre auch dieses mal wieder drei Tage mit uns on tour gewesen. Leider fehlte er uns jetzt schon zum zweiten Mal bei unserer Tour. Bei all dem Spaß, den wir haben, ist es uns unheimlich wichtig, bei Barrie vorbei zu schauen. Du bist nicht vergessen, Big Man!

Wir haben die Zeit in Schottland wieder sehr genossen, wir können auch sagen, es war die beste Tour, die wir bis jetzt überhaupt gemacht haben.

Danke für alles! Wir sehen uns gegen Osnabrück und Meppen!

20 Years
Over Land and Sea
Kaiserslautern & Killie

Quelle: Collettivo West

Weitere Links zum Thema:

- Facebook-Seite des FCK-Fanclubs "Collettivo West"
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon bjarneG » 07.03.2019, 14:45


Sehr schöner Bericht und tolle Bilder.

Hat Spass gemacht zu lesen :daumen: :daumen:



Beitragvon lautrer1964 » 07.03.2019, 21:20


:daumen: Solche Touren fand ich immer das I-Tüpfelchen auf unserem Fan-Da-Sein.
Ich verstehe nicht, daß es unser Verein nicht hinbekommt, mal ein "Trainingsspiel" in Schottland zu vereinbaren.!
"Im Stadion ist es nicht wichtig wer Du bist, sondern zu wem Du stehst!




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