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Beitragvon slminnie » 18.12.2019, 10:57


Oh Mann Werner L, jetzt ziehst Du mich aber in etwas hinein, eigentlich habe ich keine Zeit um einen ordentlichen Diskurs zu führen, aber ich habe Dir den Handschuh zugeworfen, also werde ich es mal versuchen :daumen:
Zuerst einmal, ich finde Abstieg gehört zum ehrlichen Sport dazu, genauso wie Sieg und Niederlage, wie Erfolg und Misserfolg. Das hat nichts mit Tradition zu tun, sondern ist einfach mein Verständnis von ehrlichem Sport und wie wir ihn umsetzen sollten. Und da ist es egal, ob es Profi- oder Amateursport ist. Ich habe Handball gespielt und bin mit meinem Team schon abgestiegen, aber auch aufgestiegen und beides waren wahnsinnige Emotionen, die gehören einfach dazu. Und glaube mir, ich hatte die letzten Jahre nur noch wahnsinnigen Frust, im Grunde seit der FCK aus der Buli abgestiegen ist.

So nun aber zu der Aussage "die Unfähigkeit der Masse". Ich denke eben nicht, dass die Mitglieder verantwortlich sind für den dauerhaften Niedergang. Da bin ich wieder bei den handelnden Personen, die von den Mitgliedern zwar bestellt wurden, die aber eben deshalb Vollmachten hatten und für Ihr Handeln verantwortlich sind/waren. Und es waren zB diese handelnden Personen und die Politik, die beschlossen haben, das Stadion auszubauen und schlimmer noch, die Verträge unterzeichnet haben, die jegliches Risiko zum FCK verlagerten (was ja mit Holzmann und den gestiegenen Kosten auch passiert ist), ich kann mich aber erinnern, dass es schon damals jede Menge kritischer Stimmen gab, die gegen den Ausbau waren. Die Folge war, dass eine weitere handelnde Person, übrigens ein Manager mit Referenzen und Reputation, der sich auch gut verkaufen konnte, sehr eloquent rüber kam, überstürzt Steuern bezahlt hat und den Kern der Marke FCK, das Stadion, verkauft hat. Das war genau der Moment, indem der FCK von seiner Basis entwurzelt wurde. Ironischerweise, war Jäggi genau die Art von Manager, die Du am Ruder sehen würdest, wären wir nur eine austauschbare Fussball AG. Meiner Meinung nach ist es also kein Garant, dass man fähige Sportmanager bekommt, nur weil man keine Mitglieder mehr entscheiden lässt. Übrigens auch da habe ich ein Beispiel aus den USA. Die Detroit Lions spielen seit Jahren nur Schit zusammen und sind ein Sport Business, da gibt es offensichtlich auch keine Garantie auf fähiges Management und damit regelmäßig Einzug in die Play Offs, seit Jahren nicht. Und es fehlen gänzlich die Emotionen, nein damit möchte ich nicht tauschen. Warum gehen denn 100k Leute gerne zum College Sport University of Michigan? Weil das noch Sport zum Anfassen ist, weil es eben kein vollends durchgeplantes Event ist, sondern weil es dort mehr Aussicht auf Emotionen und ehrlichen Sport gibt, inkl. Tradition mit Blaskapelle :lol:
Und genau da sehe ich die allergrößte Gefahr Deiner Theorien. Ich habe es gestern schon einmal gesagt, der FCK funktioniert nur wegen Emotionen, wegen der Verbindung der Fans und Mitglieder. Mein Gott früher war das unser Faustpfand, alle zusammen gegen alle, die Freiheit der Pfalz wird am Betze verteidigt, usw. Und das müssen wir hergeben, um erfolgreich zu sein? Ohne mich. Der Vergleich mit Leipzig hinkt, das ist eine Großstadt, da kriegst Du immer genug Eventbegeisterte zusammen, um Business zu machen (so wie in den USA). Bei Hoffenheim läuft das Model schon nicht mehr so rund, da ist die Arena auch nicht immer voll und das obwohl die Buli spielen.Das Neue ist schon vorbei und so Sexy ist es dann auch nicht mehr, wenn man nicht vorne mitspielen kann. Wolfsburg! Ich werde nie den Moment vergessen, als mir VWler vorm Stadion Karten für das Abstiegsendspiel verkauft haben (zum Normalpreis, weil die nämlich von VW verteilt wurden, damit nicht das ganze Stadion rot ist). Stell Dir vor wieviel Zuschauer wir im Schnitt hätten, wenn wir Buli spielen?
Womit ich Dir aber Recht geben muss, ist dass wir uns zu spät auf einen Wandel eingelassen haben und zu spät die Weichen gestellt haben, um in eine neue Zeit aufzubrechen. Wir haben aber inzwischen seit 3 Jahren ein meiner Meinung nach gutes Model, das genau das tun soll, die Vergangenheit und Moderne unter einen Hut zu bringen. Wir haben es nur nicht so gelebt wie es gedacht war. Und ich denke immer noch, das lag an den handelnden Personen und nicht an Mitglieder und Fans. Noch ein letzter Punkt, wenn mich nicht alles täuscht, hält sich der FC Bayern auch an die 50+1 Regel :daumen:
Zum Schluss: Ich schaff es nicht immer mich 100% auf den FCK zu konzentrieren oder zu informieren (auch aus Selbstschutz),aber ich merke gerade wie ich wieder Lust kriege, weil ich nach all den Jahren des stetigen Abschwungs zum ersten Mal wieder Licht am Horizont sehe. Wir haben einen Trainer wie ich Ihn mir gewünscht habe (verdammt nochmal was habe ich mich immer geärgert wieso andere Vereine diese jungen modernen Trainer finden und wir nicht)und wir haben einen Geschäftsführer, der durchaus schon gezeigt hat, dass er etwas aufbauen kann. Und noch viel wichtiger wir haben ein Team Merk im AR, mit Identifikationsfiguren und Brückenbildern, nicht nur -zerstörern. Also schlage ich vor, wir geben denen nun mal das Vertrauen, das sie brauchen, wird eh schon schwer genug. Und lasst Sie mal endlich unser Model umsetzen, dann sehen wir wo das hinführt.
In diesem Sinne, alle zusammen für den FCK, auch Du Werner L :teufel2:

Ich hoffe wieder einmal meine Gedanken sind nicht zu abstrus, ich schrieb diesen Post aus meiner Arbeit, da wird man manchmal abgelenkt. :D



Beitragvon WernerL » 18.12.2019, 15:17


slminnie hat geschrieben:Zuerst einmal, ich finde Abstieg gehört zum ehrlichen Sport dazu, genauso wie Sieg und Niederlage, wie Erfolg und Misserfolg. Das hat nichts mit Tradition zu tun,


Wenn deinem Club nach Abstieg die Insolvenz droht dann stimmt etwas mit diesem System nicht.
Bzw führt das dazu, dass kleine Clubs wie ein FCk sich nichts aufbauen können weil man wie in unserem Fall das Stadion schlicht nicht unterhalten kann und die Pleite droht, das ist ein Witz! Das hätte man beim Ausbau wissen können!
Und mit unserem Investoren-Modell muss man erst schauen ob es zu was führt und wann Merk liefert,
sonst muss etwas anderes her!

slminnie hat geschrieben:Ironischerweise, war Jäggi genau die Art von Manager, die Du am Ruder sehen würdest, wären wir nur eine austauschbare Fussball AG. Meiner Meinung nach ist es also kein Garant, dass man fähige Sportmanager bekommt,


Wer war vor Jäggi dran?
Genau die die alles verbockt haben und gewählt wurden aus unserem Umfeld.
Zudem konnten wir Jäggis Ideen genau wie die aktuell von Klatt nicht zu Ende betrachten weil beide vorher gegangen sind weil wir sie beschnitten haben.
Eine Analyse ist daher garnicht möglich, denn Jäggi wurde von unseren ARs gestoppt wenn ich mich erinnere.
Die Aussagen von Jäggi werte ich seriös und geschäftsmännisch ein:
https://www.faz.net/aktuell/sport/1-fc-kaiserslautern-die-roten-teufel-werden-zur-fussball-ag-1195936.html

slminnie hat geschrieben:Und genau da sehe ich die allergrößte Gefahr Deiner Theorien. Ich habe es gestern schon einmal gesagt, der FCK funktioniert nur wegen Emotionen, wegen der Verbindung der Fans und Mitglieder.

Hier hast du absolut Recht, nur muss diese in bahnen gelenkt werden damit aus der Emotion keine Schnellschüsse gefahren werden.

slminnie hat geschrieben:Noch ein letzter Punkt, wenn mich nicht alles täuscht, hält sich der FC Bayern auch an die 50+1 Regel :daumen:


Bayern München veräppelt die Liga mal so mal so, früher waren sie für 50+1 um an ihr Monopol zu gelangen, jetzt wo kein Wettbewerb vorherrscht sind sie DAGEGEN! je nach eigener Lage!
Das ist professionell, aus deren Sicht!
Bayern hat von der Gleichbezahlung aller Teams aus dem TV Topf profitiert, als man oben war hat man gefordert den Oberen muss mehr gezahlt werden. Damit ist erst recht ein Monopol geschaffen worden und der dusselige Fan glaubt an das Gelaber von der Leistungsgesellschaft. In Wirklichkeit ist man ausgetrickst worden (vor allem weil kleine Teams keine 5 Jahre am Stück oben sein können um von mehr TV Einnahmen zu profitieren)
Nun haben wir unser Leistungssystem, unter der Dauer-Knute des FCB, auch das gibt es in den USA nicht.
Die lachen sich tot über 7 Titel am Stück wie überall üblich in Europa.
Der Fehler steckt hier im System und ich finde ihn offensichtlich.
„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ [George Bernard Shaw]




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