Fans

Fanprojekt Kaiserslautern

Die ersten Fanprojekte in Deutschland wurden bereits vor mehr als 25 Jahren ins Leben gerufen, um einen persönlichen und sozialpädagogischen Zugang zu den Fanszenen der Bundesligavereine zu finden. Das erste offizielle Fanprojekt startete 1981 in Bremen, mittlerweile ist die Anzahl deutschlandweit auf über 40 angewachsen. Die Fanprojekte arbeiten heute in Städten, in denen eine relevante jugendliche Fanszene anzutreffen ist, also auch unterhalb der Bundesliga.

Seit November 2007 gibt es auch in Kaiserslautern ein Fanprojekt. Dieses wird gemäß dem „Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ (NKSS) je zur Hälfte finanziert vom Bundesland Rheinland-Pfalz und der Stadt Kaiserslautern, die auch die Räume für das Projekt zur Verfügung stellt, sowie von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) - hier beträgt der Jahresetat für einen Zweitliga-Standort zurzeit rund 93.000 Euro, in der 1. Bundesliga würde sich dieser Betrag verdoppeln. Träger des Projektes sind in Kooperation die AWO Pfalz und die AWO Saarland.

In den ersten Jahren seines Bestehens hatte das Fanprojekt Kaiserslautern mit verschiedensten Problemen zu kämpfen, die eine tiefe Verankerung in der Lautrer Fanszene bisher verhinderten. Personelle und finanzielle Hürden hätten in der Fußballsaison 2012/13 sogar fast zum Ende des Fanprojekts geführt. Aber es gab auch positive Schlagzeilen, wie etwa die Verleihung des renommierten Julius-Hirsch-Preises für den Einsatz gegen Rassismus im selben Jahr.

Seit dem "Neustart" im Juli 2013 arbeiten die Diplom-Sozialarbeiter Christian Hirsch und Stefan Michels im Fanprojekt Kaiserslautern. Die beiden Mitarbeiter betreuen die Fans des 1. FC Kaiserslautern bei Heim- und Auswärtsspielen und unterstützen sie bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen. Auf Wunsch können die Fans auch bei Behördengängen und Anwaltsterminen begeleitet werden.

Bei Konflikten zwischen Fans und Polizei und/oder Ordnungskräften oder anderen Fangruppen versucht das Fanprojekt zu vermitteln. Zudem bietet es Hilfe und Unterstützung bei Problemen abseits des Fußballs an, wie z.B. Beruf, Ausbildung und Schule.

Das Fanprojekt Kaiserslautern versteht sich daher als Anlauf-, Vermittlungs- und Drehpunkteinrichtung für jugendliche und jungerwachsene Fußballfans. Die Arbeit ist einzelfallorientiert, gruppenorientiert und präventiv und will nicht zuletzt auf Grundlage der Richtlinien des NKSS durch seine Arbeit Vorurteile gegenüber Fußballfans abbauen.

Die Angebote des Fanprojektes stehen jedem offen, die Kontaktaufnahme zu den Mitarbeitern ist jedoch freiwillig. Sie sind allen FCK-Fans gegenüber aufgeschlossen, gleich welcher Nationalität sie sind oder welche Probleme sie haben. Die Mitarbeiter sind parteiisch, d.h. sie verstehen sich als „Anwälte“ der Fans. Wer die Angebote des Fanprojektes in Anspruch nimmt, genießt absoluten Vertrauensschutz, da die Mitarbeiter ihre Schweigepflicht sehr ernst nehmen. Die Arbeit ist transparent, alle Schritte werden mit den Beteiligten besprochen, und gemeinsam abgestimmt.

Neben den Spieltagen sind die Mitarbeiter des weiteren in den Räumlichkeiten des Fanprojektes, der „Fanszenerie“, anzutreffen und stehen dort auch nach Absprache für Einzelgespräche zur Verfügung. Die Räumlichkeiten des Fanprojektes bestehen neben Büro und Küche aus zwei zusammenhängenden Aufenthaltsräumen. Diese wurden mit Hilfe verschiedener aktiver Fans selbst gestaltet, unter anderem entstanden hier Aufenthaltsmöglichkeiten und Freizeitangebote. In Zusammenhang mit dieser aktiven Beteiligung an der Gestaltung haben einige Fanclubs einen „Arbeitskreis Fanprojekt“ gegründet, welcher sich stark rund um das Fanprojekt engagiert sowie Wünsche, Forderungen und Anliegen der Szene an das Fanprojekt heranträgt und im Gegenzug Positionen des Fanprojektes in die Szene weitergibt.

Seit September 2008 ist das Fanprojekt Kaiserslautern außerdem an der Umsetzung der Initiative „Pro Ausbildung“ beteiligt, welche durch eine Kooperation zwischen dem FCK, der Agentur für Arbeit sowie der Arbeiterwohlfahrt als Träger des Fanprojektes, zustande gekommen ist. Die Initiative versucht Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Ausbildung, Bewerbung und sonstigen Fragen rund um das Thema Jobsuche weiter zu helfen und durch Aufklärung und frühen Einsatz von Unterstützungsangeboten präventiv Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Im Vergleich zum üblichen Angebot der Agentur für Arbeit bietet dieses Projekt eine zeitnahe, flexible und unbürokratische Beratung im Lebensumfeld der Jungendlichen.

Innerhalb des Fanprojektes ist Stefan Michels Hauptansprechpartner für dieses Thema, in Zusammenarbeit mit zwei Berufsberatern der Agentur für Arbeit. Diese Berufsberater stehen an einem eigenen Stand vor der Westribüne als Ansprechpartner für Fragen rund um die Themen Ausbildung, Beruf, Bewerbung usw. zur Verfügung. Hier besteht also für junge FCK-Fans die Möglichkeit, sich unverbindlich beraten zu lassen oder weitere Termine vor Ort zu vereinbaren ohne vorher klassische bürokratische Hürden überwinden zu müssen.

Kontaktdaten des Fanprojekts:

Fanprojekt Kaiserslautern
Pariser Straße 23
67655 Kaiserslautern

Leitung
Christian Hirsch
Tel.: 0631-31606-17
Handy: 0175-29949-60
E-Mail: awo_fanprojekt_kl@gmx.de

Ansprechpartner „Pro Ausbildung“
Stefan Michels
Tel.: 0631-31606-18
Handy: 0175-29949-58
E-Mail: fp-proausbildung-kl@gmx.de

(Stand: Juli 2013)

Weitere Links zum selben Thema:

- Interview vom 31. Oktober 2008: „Dafür hatten wir mindestens drei Jahre eingeplant“