Spielbericht: Fortuna Düsseldorf - 1. FC Kaiserslautern 1:1

Ein Tor, das kann so schön sein

Ein Tor, das kann so schön sein


Mühsam nährt sich das Eichhörnchen: In Düsseldorf konnte der FCK mal wieder über eine Führung jubeln, aber am Ende reichte es doch nur für ein Unentschieden.

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Was für eine Serie: Der 1. FC Kaiserslautern hat in neun der letzten zehn Spiele die erste Halbzeit mit 0:0 beendet. Einzige Ausnahme war die November-Partie in München, wo es zur Pause 1:1 stand.

Weil auch Lauterns Gegner Fortuna Düsseldorf zuletzt nicht von Endorphinen gesegnet war (kein eigenes Tor seit 473 Minuten), war es am Freitagabend geradezu eine Wohltat, als es in der zweiten Halbzeit doch noch etwas zu jubeln gab.

Top-Joker Glatzel lässt die FCK-Fans jubeln

Nach tor- und trostlosen 45 Minuten war es erneut der eingewechselte U23-Joker Robert Glatzel, der unter den mitgereisten FCK-Fans enthusiastischen Jubel entfachte und gleichzeitig Werbung in eigener Sache machte. Der Zaun wurde erklommen, Bierduschen regneten durch den Block, Spieler ebenso wie Fans lagen sich in den Armen. 1:0 für den FCK (53.)! Im Gegenzug verhinderten Julian Pollersbeck und die FCK-Abwehr im Kollektiv die erste Ausgleichschance für Düsseldorf, was im Gästeblock fast genauso wie ein Tor gefeiert wurde.

Die Freude hielt allerdings nicht lange, denn beide Mannschaften liefen nach diesem ungewohnten Ereignis erstmal wie aufgescheuchte Hühnerhaufen umher – und die Fortuna fand die bessere Lücke: Marcel Sobottka lenkte einen abgefälschten Fernschuss an Pollersbeck vorbei und sorgte damit wiederum für fast vergessene Glücksgefühle beim Fortuna-Anhang. Die Heimkurve zelebrierte den aus FCK-Sicht ungewollt schnellen Ausgleichstreffer zum 1:1 (59.).

Triste Kulisse im 54.000-Zuschauer-Stadion

F95 hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie der FCK: Zum Niemandsland-Duell gegen die Roten Teufel kamen nur noch 21.867 Zuschauer in die riesige Arena, wobei die 2.000 mitgereisten Lauternfans wenigstens noch für ein nicht ganz so tristes Bild sorgten. Die Düsseldorfer Ultras sind von der Ecke in die Mitte der Kurve umgezogen, haben aber Schwierigkeiten, gegen die leeren Tribünen und die sportliche Tristesse anzusingen. Im Gästeblock wurde unterdessen per Spruchband an den Zusammenhalt der Fußballfans nach dem Dortmund-Leipzig-Aufschrei appelliert ("Solidarität statt Spaltung") sowie Geburtstagskind Horst Eckel nochmals hochleben gelassen. Die Stimmung in beiden Kurven war zeitweise zwar wirklich gut, unter'm Strich fehlte dann aber doch die Würze.

Nachdem der Torlos-Knoten geplatzt war, entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch mit Chancen und Emotionen auf beiden Seiten. Die FCK-Abwehr hatte bei Pfostenschüssen der Rheinländer gleich zweifach Glück (55., 81.). Und auf der Gegenseite hätte beinahe Top-Joker Glatzel den Siegtreffer für Lautern erzielt, doch sein Ball wurde haarscharf von der Linie gekratzt (86.).

FCK-Fan sein heißt zurzeit bescheiden sein

So blieb es am Ende bei der irgendwie passenden Punkteteilung, die beiden Vereinen nicht wirklich weiterhilft. Wie Torschütze Glatzel fühlten sich deshalb auch viele Fans: "Es hätten eigentlich zwei Tore und drei Punkte sein sollen. Deswegen kann ich mich nicht ganz freuen." So halb freute man sich dann aber doch irgendwie, zumindest mal wieder eine Auswärtsführung (gab es erst zwei Mal in dieser Saison) und überhaupt ein Tor gesehen zu haben – FCK-Fan sein heißt zurzeit eben auch bescheiden sein.

Bitter für die Roten Teufel: Abwehrchef Ewerton musste mit Rückenproblemen ausgewechselt werden, womit sich zwei Tage nach Robin Koch (Muskelfaserriss) auch noch die zweite Stütze der "Abwehr aus Granit" verletzte. Bei beiden Innenverteidigern steht die prognostizierte Ausfalldauer noch nicht exakt fest.

Am kommenden Freitag (18:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) nährt sich das mühsame Betze-Eichhörnchen gegen Sandhausen weiter. Ein knapper Heimsieg, vielleicht sogar mit einem Tor in der ersten Halbzeit, wäre ja schon ganz schön.

Autor: Thomas

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