Interview mit den Machern von „Herzblut - Der FCK-Film“

„Ein richtiger Gänsehaut-Moment...“

„Ein richtiger Gänsehaut-Moment...“


„90 Minuten, wie ein Fußballspiel, nur ohne Halbzeitpause“, heißt es in der Ankündigung zu „Herzblut - Der FCK-Film“, der am Donnerstag in der UCI-Kinowelt in Kaiserslautern seine Premiere feiern wird. Über ein Jahr lang begleiteten die Filmemacher Marc Litz und Thomas Füßler den 1. FC Kaiserslautern und seine Fans, erlebten Höhen und Tiefen und machten daraus einen Kinofilm. Im Interview mit „Der Betze brennt“ sprechen sie über den Premierenabend, die Pläne für die Zukunft und ihre Lieblingsszenen im neuesten Meisterwerk über die Roten Teufel vom Betzenberg.

Der Betze brennt: Am Donnerstag feiert „Herzblut - Der FCK-Film“ seine Kinopremiere. Was erwartet die rund 600 Zuschauer, die an diesem Tag im Kaiserslauterer UCI-Kino anwesend sein werden?

Thomas Füßler (44): Neben dem Film selbst wird der Abend natürlich von vielen Überraschungsgästen geprägt sein. Trommler und Fahnenschwenker werden für Stimmung sorgen und das eine oder andere Highlight ist geplant.

Der Betze brennt: Wer wird von Seiten des FCK der Premiere beiwohnen?

Füßler: Die Vereinsführung um den Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Dieter Rombach und die Vorstandsmitglieder Stefan Kuntz und Dr. Johannes Ohlinger werden anwesend sein, außerdem aus dem Trainerteam Marco Kurz und Roger Lutz. Die beiden werden auch einige Spieler im Schlepptau haben, wer genau, wird noch nicht verraten - aber unter anderem einer der Torschützen aus dem gigantischen Spiel gegen St. Pauli wird dabei sein.

Der Betze brennt: Wird auch Ex-Trainer Milan Sasic kommen, der im Film ja ebenfalls eine wichtige Rolle spielt?

Marc Litz (23): Für die Premiere in Kaiserslautern haben wir uns entschlossen, nur aktuelle Vertreter des FCK einzuladen. Aber vielleicht werden wir auch eine Vorstellung in Koblenz haben, zu der wir Milan Sasic dann auf jeden Fall einladen würden.

Der Betze brennt: Ihr habt über ein Jahr an dem Film gedreht und die gesamte Saison 2008/09 begleitet. Wie gut hat die Zusammenarbeit mit dem Verein und mit den Fans funktioniert?

Litz: Mit den FCK-Verantwortlichen pflegen wir ein absolut freundschaftliches Verhältnis, ohne das ein solches Filmprojekt auch gar nicht möglich gewesen wäre. Mit den Fans funktionierte es ebenso wunderbar. In den zwei Jahren Drehzeit habe ich einige Menschen kennen gelernt, die ich mittlerweile sogar als echte Freunde bezeichnen würde.

Füßler: Das kann ich nur bestätigen. Zur Premiere kommen Vorstände, Trainer, Spieler, Vertreter des Hauptsponsors, uns wurde beim letzten Heimspiel ein Live-Interview im TV vermittelt, damit dürfte das gute Verhältnis zu den Verantwortlichen belegt sein. Auch die Zusammenarbeit mit den Fans war toll. Hier konnten wir sogar mit den Ultras in Kontakt treten, was für ein Filmteam ja nicht gerade selbstverständlich ist.

Der Betze brennt: Schwieriger war die Kooperation mit der DFL, etwa in Bezug auf die Verwendung von Spielszenen...

Litz: Zu einer Kooperation kam es erst gar nicht. Die hatte ich zwar im Kopf, jedoch war es einfach nicht möglich. Der Film lebt aber auch nicht von Spielszenen... wir brauchen keine! Der Film lebt von den Emotionen der engen, vertrauten Fankultur. Von Aussagen und Aktionen die nicht zwingend schon zig mal im TV zu sehen und zu hören waren. Der Film ist von Fans für Fans!

Der Betze brennt: Eigentlich war ja nur eine Veröffentlichung des Films auf DVD geplant. Wie kam es dazu, dass der Film nun in zahlreichen Kinos der Region läuft?

Füßler: Christian Gruber, der PR-Leiter des FCK, hat uns den Kontakt zur UCI-Kinowelt vermittelt, die von den ersten 45 Filmminuten gleich begeistert waren. Danach sind wir mutiger geworden, haben Kontakt mit weiteren Kinos aufgenommen und auch diesen den halben Film geschickt. Dann sind die Kinos gefallen, wie die Fliegen. Die Theaterleiter sind überzeugt, dass der Film regional ein Erfolg wird. Wir hoffen natürlich, dass sie recht behalten.

Der Betze brennt: Kam die große Resonanz der regionalen und teilweise sogar überregionalen Kinos überraschend für Euch?

Füßler: Absolut, denn wir hatten ursprünglich wie gesagt an ein reines DVD-Produkt gedacht. Wir wollten zwar eine Kinopremiere. Das wir aber mittlerweile von Kinobetreibern angerufen werden, weil sie den Film aufführen wollen und unser Werk auch in Berlin zeigen dürfen, das ist ein wahr gewordener, nicht geträumter Traum.

Der Betze brennt: Apropos Berlin: Wird es neben den bereits benannten Kinos auch noch weitere Vorstellungen außerhalb der Region geben? Nicht nur der FCK-Fanclub „Berliner Bagaasch“ ist hier ja bereits mitten in der Organisation.

Litz: Das ist von den interessierten Personen abhängig! Ich würde den Film gerne für jeden FCK-Fan zugänglich machen, aber das ist im Kino natürlich nicht möglich. Letztendlich ist es eine Frage der Refinanzierung, ob wir neben Berlin am 19. März noch weitere Vorführungen außerhalb der Region machen können.

Füßler: Wenn die Fanclubs oder auch einzelne Fans Kinos kennen, die Sondervorstellungen ermöglichen und es kommen dann genügend Besucher, beispielsweise 100, wie in Berlin, dann könnte das vielleicht klappen. Hier sind wir aber auch ein bisschen auf die Fans von Außerhalb angewiesen. Wer so etwas in seiner Region für möglich hält, kann sich gerne jederzeit bei uns melden!

Der Betze brennt: Der Kinofilm scheint also ein voller Erfolg zu werden. Aber ab wann wird nun das eigentliche Projekt, also die DVD erhältlich sein?

Litz: Geplant ist die DVD für Sommer, ob gleich am Anfang oder eher im Spätsommer steht leider noch nicht ganz fest.

Der Betze brennt: Und sind hier irgendwelche Zusatzleistungen, etwa Bonusmaterial, geplant?

Litz: Es wird auf jeden Fall Bonusmaterial geben. Aber was genau, wird noch nicht verraten. Nur so viel: Während der Film in den Kinos läuft, spielen die Roten Teufel ja trotzdem weiter Fußball und könnten für weitere Kapitel in der Herzblut-Chronologie sorgen...

Der Betze brennt: Letzte Frage: Welche Szene des Films bleibt Euch in besonderer Erinnerung?

Füßler: Ich mag die Szenen mit der „Betze-Oma“ Lieselotte Lorenz, die sozusagen eine „Fanbrücke“ von sich selbst bis zu ihrer Enkelin, also zur ganz jungen Generation, baut. Und ausgerechnet diejenige, die mit Fritz Walter persönlich befreundet war, Meisterschaften und Pokalsiege miterlebt hat, erklärte uns im Interview, warum der 18. Mai 2008 so bedeutend ist.

Litz: Ich finde das Gespräch mit Helmut Rasch, dem Lautrer Meisterspieler von 1951, toll. Er spricht über die damalige Zeit in der Waltermannschaft. Plötzlich schließt er die Augen und anhand der Art, wie er gestikuliert, merkt man, dass er alles genau so vor sich sieht, wie es damals auf dem Spielfeld war. Mich zieht er damit richtig in seinen Bann. Zitat: „...dann schoß der Fritz den so genannten tödlichen Pass und ich schieß' dem Bögelein direkt in die Arme hinein. Die haben gepfiffen... die haben gepfiffen, als wenn sie mir den Kopf abreißen wollten, wa?!"

Füßler: Und dann gibt es noch eine ganz besondere Lieblingsszene von uns beiden, ein richtiger Gänsehaut-Moment, den wir aber vorab noch nicht verraten werden. Jeder, der sich den Film ansieht, wird anschließend wissen, welche Szene wir meinen...

Der Betze brennt: Vielen Dank für das Gespräch und natürlich viel Erfolg bei der Kinopremiere und im weiteren Verlauf Eures Filmprojekts!

Ein Rückblick auf die Kinopremiere inklusive Stimmen zum Film und einer Fotogalerie folgt am Freitag auf „Der Betze brennt“.

Weitere Links zum selben Thema:
- Herzblut-Film: Kinopremiere nach 73 Minuten ausverkauft (8. Februar 2010)
- „Herzblut - Der FCK-Film“ kommt in die Kinos (25. Januar 2010)
- Reportage: Die Filmemacher vom Betzenberg (17. März 2009)

Autor: Thomas

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